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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Triggern mit dem DSO


Autor: Peter W. (Firma: Huddel und Brassel Ltd.) (jaffel) Benutzerseite
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Hallo

Ich kenne mich mit Elektronik einigermassen aus, aber beim Oszilloskop 
habe ich doch noch einige Problemchen.

Es geht um ein Tektronix TDS220. 100MHz 1Gs/s Digital-Speicher- Oszi und 
um die Blitzfolge einer Digicam die ich "aufzeichen" moechte.

Dazu habe ich eine Fotodiode genommen, diese an das Oszi geklemmt und 
mit Blitz fotografiert.

Mein Problem ist nun, wie bekomme ich das mit dem Trigger so hin, dass 
ich die Blitzfolge, sind ja mehrere, so brauchbar getriggert bekomme, 
dass ich die Zeiten zwischen den einzelnen Blitzen gescheit auswerten 
kann ?

Ich kann das Oszi ja langsam laufen lassen, Blitzen und dann stoppen. 
Wenn ich dann aber den Bereich rauszoomen will, kommt nichts brauchbares 
mehr rum, weil die Speichertiefe wohl nicht ausreicht.

Geht das ueberhaupt mit so einem einfachen Oszi ?

Autor: lowlevel (Gast)
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Hallo,

Peter W. schrieb:
> Mein Problem ist nun, wie bekomme ich das mit dem Trigger so hin, dass
> ich die Blitzfolge, sind ja mehrere, so brauchbar getriggert bekomme,
> dass ich die Zeiten zwischen den einzelnen Blitzen gescheit auswerten
> kann ?

Du musst als Triggerquelle halt dein Signal von der Fotodiode nehmen. 
Danach stellst du den Trigger auf "Auto" und wählst "steigende Flanke". 
Den Triggerlevel stellst du nur knapp über der normalen Spannung ein. 
Daraufhin kannst du einen "Single Shot" machen, das heißt du drückst die 
Taste "Single" (Kann bei dir anders sein aber normal ist das bei 
Tektronix immer so.) Nun wartet das Oszi auf ein Trigger-Event. Wenn 
eins kommt beginnt die Aufzeichnung. Jetzt musst du die Auflösung 
richtig wählen und dann solltest du ein brauchbares Ergebnis bekommen.

Peter W. schrieb:
> Geht das ueberhaupt mit so einem einfachen Oszi ?

Das musst du wissen. Wie schnell folgen denn die Blitze aufeinander. Du 
hast halt eine Auflösung von 100MHz zur Verfügung. Sollte eigentlich ein 
Stück weit reichen.

Gruß lowlevel

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Peter W. schrieb:
> Ich kann das Oszi ja langsam laufen lassen, Blitzen und dann stoppen.
Wie sieht denn dein Signal aus? Erkennst du überhaupt mehrere Blitze?

Eigentlich sollte hier eine ordinäre Pegeltriggerung und eine Zeitbasis 
von höchstens 100ms/div ausreichen, wenn die Blitzerei nicht länger als 
ca. 800ms dauert...

Autor: Peter W. (Firma: Huddel und Brassel Ltd.) (jaffel) Benutzerseite
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Danke, dass mit den Einstellungen und der Funktion habe ich jetzt 
verstanden, funktioniert auch halbwegs.

Ich nehme an, als ich manuell gestartet und gestoppt habe, nur rauschen 
drauf hatte und dadurch dachte, das Singal waere unbrauchbar.

Jetzt habe ich aber ein weiteres Problem.

Da ich ja mit dem Oszi nicht so richtig zurecht kam, oder noch immer 
nicht wirklich komme, habe ich die selbe Photodiode mal an den Mic 
Eingang vom Notebook gehangen und mit einem Audioprogramm aufgezeichnet. 
Siehe Bild.

Dort sieht man sehr schoen die Blitzfolge und das Ausschwingen, wo ich 
nicht weiss woher das kommt. Ist aber auch erst mal unwichtig.

Seltsamerweise bekomme ich das mit dem Oszi aber nicht hin, es will auf 
den Blitz einfach nicht triggern.

Ich habe pos und neg Flanke gewaehlt, mit der timebase, Spannung und 
triggerlevel gespielt, nichts. Es bleibt strurr auf Erfassung stehen.

Nehme ich dann eine Taschenlampe und sause kurz an der Photodiode vorbei 
triggert er und ich habe ein ordentliches Bild.

Kann es sein das die Triggerung zu lahm ist ? Dann wundert mich aber das 
eine popelige Soundkarte das Signal einwandfrei wiedergibt. Das Oszi ist 
zwar nicht der Hit, sollte doch aber fuer sowas allemale ausreichend 
sein.

Wie geht man da am besten vor ?

Ach ja, auf einen Handyblitz (LED) reagiert es uebrigens auch nicht.

Autor: Johannes F. (johannes_f)
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Hallo Peter,

Erkennst du denn bei Veränderung der Lichtverhältnisse überhaupt eine 
Änderung des Spannungspegel am Oszilloskop? - probier das doch mal mit 
einer lampe, bzw. abdunkeln der Diode aus.

"Unter Umständen" hilft es die Diode mit einem Widerstand in Reihe zu 
hängen und die Reihenschaltung mit einer Spannung zu versorgen.

bei den Miktofon-Eingängen ist ja auch ein Speisestrom bzw. eine 
Speisespannung vorhanden. - oder denke ich jetzt zu arg in Richtung 
Fototransistor/Fotowiderstand?

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Peter W. schrieb:
> Kann es sein das die Triggerung zu lahm ist ?
Nein, garantiert nicht.Wenn du das sogar mit einer Soundkarte 
hinbekommst, dann kann das jedes Oszi.

Johannes F. schrieb:
> bei den Miktofon-Eingängen ist ja auch ein Speisestrom bzw. eine
> Speisespannung vorhanden.
Ein Möglichkeit zur "Gleichschaltung" wäre, die LED gleichzeitig an den 
Mikroeingang und ans Oszi anzuschliessen. Denn dann könntest du die 
Bilder mal vergleichen...

Ich würde hier mal am Oszi die Kopplung auf AC stellen, den Triggerpegel 
knapp an die 0V-Linie, und dann sollte da schon was kommen...


> Dort sieht man ... das Ausschwingen, wo ich
> nicht weiss woher das kommt. Ist aber auch erst mal unwichtig.
Das kommt von der AC-Kopplung am Mikroeingang.

Autor: Peter W. (Firma: Huddel und Brassel Ltd.) (jaffel) Benutzerseite
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Hallo

Der entscheidende Tip war, die Diode mit Spannung zu versorgen. Ein 4k7 
in Reihe, aufgedreht bis ich einen Spannungsabfall von ca. 0,8V an der 
Diode hatte und es funktioniert. Die Spannung war Bauchgefuehl, da ich 
die Spannung vom Mic nicht kenne, kein Datenblatt zur Diode habe und 
mich eigentlich auch nicht wirklich mit Photodioden auskenne. Aber da 
ich sie gerade hier liegen habe, werde ich mich damit mal naeher 
beschaeftigen.
Warum die Diode z.B. beim Blitz eine Spannung bracht, bei einer 
Taschenlampe aber nicht. Das moechte ich aber selbst herausfinden.

>>>Ich würde hier mal am Oszi die Kopplung auf AC stellen, den Triggerpegel
>>>knapp an die 0V-Linie, und dann sollte da schon was kommen...

Das ich mich mit Oszis nicht auskenne war eher auf DSOs bezogen. Bisher 
lag das Tek. eigentlich nur rum, weil ich lieber mit einem analogen 
Roehre arbeite, was fuer mich auch voellig ausreichte. Nur jetzt 
brauchte ich eben mal den Speicher und da hing es einfach an 
Grundwissen. Das Handbuch ist nicht das gelbe vom Ei, da wird mehr auf 
die Spezifikationen eingegangen, aber Beschreibungen oder kleine Hilfen 
sucht man vergeblich.

Jedenfalls moechte ich mich bei allen fuer die Hilfe bedanken. Danke

Eine kleine Frage haette ich aber doch noch.

In der Funktion Trigger gibt es ein Untermenue trigger holdoff. Hier 
kann ich eine Zeit von 500ns - 10s einstellen. Ich dachte erst an einen 
delay, ist es aber nicht. Bei meinen Messungen machte diese Einstellung 
keinen Unterschied. Wozu ist das gut ?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Peter W. (jaffel)

>In der Funktion Trigger gibt es ein Untermenue trigger holdoff. Hier
>kann ich eine Zeit von 500ns - 10s einstellen. Ich dachte erst an einen
>delay, ist es aber nicht. Bei meinen Messungen machte diese Einstellung
>keinen Unterschied. Wozu ist das gut ?

Damit stellt man die Zeit ein, die das Oszilloskop nach einem 
Triggerereignis wartet und während dieser Zeit definitiv NICHT triggert, 
auch wenn das Signal es hergeben würde. Damit kann man auf komplexere 
Signale triggern, u.a. Videosignale.

MfG
Falk

Autor: Peter W. (Firma: Huddel und Brassel Ltd.) (jaffel) Benutzerseite
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Ahh, ich glaube ich verstehe.

Angenommen ich will Zeile 125 aus einem TV auslesen, trigger ich mit 
diesem holdoff darauf, weil der Rest ja uebersprungen wird ?

Ist also quasi nur ein "besseres delay-line" ?

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