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Forum: Offtopic Elektronik made in Germany, gibts sowas noch?


Autor: Uli (Gast)
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Hallo.

Elektronik made in Germany, gibts sowas noch?

Ich habe heute teure Lampen gekauft für 150 Euro das Stück. Auf der 
Packung steht groß Made in Germany. Aber auf dem Innenleben (2x Osram 
Professional EVG) sthet made in China.
Gleiches Spiel bei diversen Haushaltsgeräten. Made in Germany, 
Steuerplatine Made in China.
Unterhaltungselektronik Geräte made in Germany habe ich schon ewig nicht 
mehr gesehen.

Gibts überhaupt noch Geräte, wo keinerlei "china" drin ist?

: Verschoben durch User
Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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Ne, ausser in Spezialanwendungen nicht mehr.
Massenware kommt alles aus Fernost. Warum auch nicht? Und kommt mir 
jetzt mit dem Märchen der Erhaltung der Arbeitsplätze hier. Der Drops 
ist gelutscht.

Autor: Mine Fields (Gast)
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In der Industrietechnik findest du noch relativ viel Made In Germany. 
Bei Consumerelektronik sieht es aber ziemlich mau aus. Eigentlich 
komisch, da größtenteils hochautomatisierte (oder zumindest 
automatisierbare) Prozesse und die Bauteile sind in Deutschland auch 
nicht teurer. Wenn die Chinesen mal die Dollarkopplung ihrer Währung 
aufgeben müssen, wird sich das auch schnell wieder ändern.

Autor: Rüdiger Knörig (sleipnir)
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Das glaube ich nicht. Bei meinem letzten Besuch in Fernost konnte ich 
diese unglaublich modernen Städte bewundern, die dort in kürzester Zeit 
geschaffen wurden, und die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr in 
Bejing ist eine Fahrt ins 21. Jahrhundert - während in der hiesigen 
Hauptstadt der Nahverkehr wegen seiner 4 Hauptfeinde (Frühling, Sommer, 
Herbst und Winter) immer häufiger ganz seinen Dienst einstellt.
Auch in anderen Bereichen sieht man deutlich, wie stark die 
Infrastruktur vernachlässigt worden ist - die Straßen allerorts voller 
Schlaggruben, die Schulen eher soziale Beschäftigungsstationen denn 
Wissensvermittlungseinrichtungen.
Auch hinsichtlich diesen Aspekts sieht es in Fernost ganz anders aus: 
dort stehen schon nach 2 Schuljahren Bruchrechnen und einfache 
Gleichungssysteme auf dem Lehrplan.
Es ist nicht mehr die Billigkeit, es ist mittlerweile der technologische 
und infrastrukturelle Vorsprung.
Gerade Deutschland wurde dermaßen ausgelutscht daß man sich wohl keine 
allzu großen Illusionen machen sollte - und das große Auslutschen für 
Europa steht uns erst noch bevor.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Ich habe von China profitiert. Zwar keine gigantisch großen Sachen, aber 
Details, ausgezeichnete Tutorials mit Softwarebeispielen für einen 
ARM-Controller, sogar in englisch, wie man z.B. mit Assemblercode und 
ARM effektiv umgeht. Ausgezeichnete Hardware fand ich dazu bei den 
Chinesen auch. Da gibt es auch Freaks und Perfektionisten, genau wie 
hier.

Warum ich dort in China was fand? Na, weil ich die Dinge in der 
westlichen Welt eben nicht fand.

Autor: Mine Fields (Gast)
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Na das klingt so, als wärst du nicht über Touristenregionen und 
Propagandainfos hinausgekommen.

Autor: Vlad Tepesch (vlad_tepesch)
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Rüdiger Knörig schrieb:
> während in der hiesigen
> Hauptstadt der Nahverkehr wegen seiner 4 Hauptfeinde (Frühling, Sommer,
> Herbst und Winter) immer häufiger ganz seinen Dienst einstellt.

*rofl* 

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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> während in der hiesigen
> Hauptstadt der Nahverkehr wegen seiner 4 Hauptfeinde (Frühling, Sommer,
> Herbst und Winter) immer häufiger ganz seinen Dienst einstellt.


Diese Gefuehl hatt ich auch schon mal in Russland. Da war man an einem 
tollen Ort, der gab recht was her, frueher mal. Dann blieb die Zeit 
stehen, und ich hatte das Gefuehl 40 Jahre zu spaet zu kommen. Seither 
ist alles etwas zerfallen.

Hier ist der Zug abgefahren, die Musik spielt nun ich China.

Autor: Reinhard S. (rezz)
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Wirbt AVM (FritzBoxen) nicht damit komplett Made in Germany zu sein?

Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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Sie überholen uns überall, nur will keiner das wirklich sehen, obwohl 
kaum übersehbar.
Die Zeit der Billig-Nachmacherei ist auch schon lange vorbei, die Jungs 
(und Mädchen) sind gescheiter und geschickter, als so mancher hier 
glaubt. Klar, es gibt auch gravierende Probleme und Lücken. Aber die 
werden in erstaunlichem Tempo aufgeholt. Die schicken ihre besten Leute 
in die ganze Welt, und dann kommen die zurück mit riesen-knowhow. Nach 
und nach können sie alles (Maschinenbau ist noch eine Domäne, wo es 
etwas hakt, aber in 5 Jahren ist das auch gegessen). Es stimmt schon 
lange nicht mehr, dass China nur die Werkbank ist, die eigentlichen 
Ideen aber in good old europe gemacht werden.
Bis jetzt ist jede "Hochkultur" an ihrem eigenen Starrsinn und Hochmut 
erstickt, wurde von hungrigen und ideenreichen anderen überrollt, 
Beispiel gibts genug dafür. Die machen einfach, während wir Jahre 
brauchen, irgendwas zu prüfen und zu genehmigen und am Ende mit Abgaben 
zu belasten. Nebenbei erwürgt der sogenannte Sozialstaat den eigenen 
Antrieb durch konsequente Abschöpfung jedes Mehrverdienstes, es lohnt 
sich einfach nicht. Bis das dann mal zum letzten Betonkopf 
durchgedrungen ist, ist es zu spät.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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H.joachim Seifert schrieb:
> Nebenbei erwürgt der sogenannte Sozialstaat den eigenen
> Antrieb durch konsequente Abschöpfung jedes Mehrverdienstes, es lohnt
> sich einfach nicht. Bis das dann mal zum letzten Betonkopf
> durchgedrungen ist, ist es zu spät.

Wie kommst du darauf, dass dein Mehrverdienst dem Sozialstaat anheim 
fällt? Der Sozialstaat wurde doch im letzten Jahrzehnt nicht weiter 
ausgebaut sondern umgebaut bzw. abgebaut und das mit Konsequenz. Was 
aber aufgebaut und ausgebaut wurde ist der Niedriglohnsektor mitsamt der 
Leiharbeit und das hat natürlich wieder Auswirkungen "Dank Aufstocker" 
auf mögliche zusätzliche Sozialkosten. Bedanke dich also bei denen, die 
auf das Modell Aufstocker setzen.

(Und bedanke dich bei denen, die die Finanz- und damit die letzte 
Wirtschaftskrise ausgelöst haben. Allein das darauf in Kraft tretende 
Kurzarbeitergeld war ein zweistelliger Milliardenbetrag der da fällig 
wurde.)

Autor: Michael H. (michael_h45)
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H.joachim Seifert schrieb:
> Die Zeit der Billig-Nachmacherei ist auch schon lange vorbei, die Jungs
> (und Mädchen) sind gescheiter und geschickter, als so mancher hier
> glaubt.
du vermischst chinesen und japaner.

Autor: Hannes H. (mui)
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Was ist denn mit Technisat, Kathrein und Loewe? Soweit ich weiss, ist 
bei denen noch alles Made in Germany. Zumindest bei Technisat und Loewe 
bin ich mir recht sicher.
Auf meinem Siemens-Staubsauger steht auch made in Germany drauf, so 
richtig glauben kann ich das aber irgendwie nicht ;-)

Autor: LuXXuS 909 (aichn)
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Stefan L. schrieb:
> In der Industrietechnik findest du noch relativ viel Made In Germany.

Also dem kann ich auch zustimmen, da hat er recht.

In der Unterhaltungselektronik ist in Deutschland echt nicht mehr viel 
zu holen. Aber gerade kleinere bis mittelgroße Unternehmen produzieren 
oft noch alles selber. Da wird nichts an Elektronik ausgesourced.

Ich selber arbeite auch in so einer Firma - wir bauen 
Industriemessumformer. Bei uns ist auch alles "Made in Germany", außer 
die Chips für die Elektronik, die müssen wir natürlich kaufen wo sie 
herkommen ;-) Aber von der Planung, Entwicklung und Fertigung bleibt 
alles hier bei uns.

Aber ich denke, dass sich das auf die genannten kleineren bis 
mittelgroßen Unternehmen beschränkt - ein "großer", der viele 
Hunderttausende bis Millionen an Geräten verkauft, der wird natürlich 
immens viel sparen, wenn er es weggibt und dadurch billiger produzieren 
kann.

Aber ich muss sagen, dass dieses Qualitätsmerkmal "Made in Germany" bei 
Kunden doch noch sehr geschätzt wird und man auch bereit ist, dafür mehr 
zu zahlen.

Autor: Jörg S. (joerg-s)
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Hannes H. schrieb:
> Was ist denn mit Technisat, Kathrein und Loewe? Soweit ich weiss, ist
> bei denen noch alles Made in Germany. Zumindest bei Technisat und Loewe
> bin ich mir recht sicher.
Jap, Loewe, Metz und Technisat sind die letzten TV Hersteller die in 
Deutschland fertigen.
Bei Loewe hab ich letztes Jahr erst eine Werksführung mitgemacht. Chips 
und Display usw. kommen natürlich nicht aus Deutschland, entwickelt und 
gefertigt wird aber hier.

Unsere Firma macht viel in der Qualitätssicherung. Was sich bis auf 
wenige Ausnahmen auf Firmen bezieht die in Deutschland fertigen. Da gibt 
es noch unzählige die hier bauen. Letztens auch eine Firma die die 
Fertigung aus China wieder hier nach Deutschland holt. Hatte sich nicht 
wirklich gerechnet. Jetzt setzt man darauf die Fertigung hier rationaler 
zu gestalten (mehr Automation).

Autor: Bernd G. (Firma: LWL flex SSI) (berndg)
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Um die Frage zu beantworten:

Ja, bei mir. Das sind Gerätschaften für die Automatisierungstechnik. Die 
Herkunft der Bauelemente kann ich nicht beeinflussen. Die Leiterplatten 
kommen aus Deutschland. Die Geräte werden hier entwickelt und gefertigt.

Autor: Mike Strangelove (drseltsam)
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Auch in China wird nur mit Wasser gekocht. Dass sie aber ein 1 
Milliardenvolk sind, lässt sich natürlich nicht wegdiskutieren.

Autor: T. H. (pumpkin) Benutzerseite
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Rüdiger Knörig schrieb:
> Auch in anderen Bereichen sieht man deutlich, wie stark die
> Infrastruktur vernachlässigt worden ist - die Straßen allerorts voller
> Schlaggruben, die Schulen eher soziale Beschäftigungsstationen denn
> Wissensvermittlungseinrichtungen.
> Auch hinsichtlich diesen Aspekts sieht es in Fernost ganz anders aus:
> dort stehen schon nach 2 Schuljahren Bruchrechnen und einfache
> Gleichungssysteme auf dem Lehrplan.
> Es ist nicht mehr die Billigkeit, es ist mittlerweile der technologische
> und infrastrukturelle Vorsprung.
> Gerade Deutschland wurde dermaßen ausgelutscht daß man sich wohl keine
> allzu großen Illusionen machen sollte - und das große Auslutschen für
> Europa steht uns erst noch bevor.

Wie wahr.

http://www.podcast.at/episoden/nachtlinie-mit-prof...

Autor: Thilo M. (Gast)
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Platinenschwenker .. schrieb:
> Der Sozialstaat wurde doch im letzten Jahrzehnt nicht weiter
>
> ausgebaut sondern umgebaut bzw. abgebaut und das mit Konsequenz.

Naja, wenn ich die aktuelle Hartz-4 Debatte so mitkriege ...
Es war NIEMALS vom Bundesgerichtshof gefordert, die Sätze zu erhöhen. 
Lediglich mehr Klarheit war gefordert.
Natürlich haben unsere "sozialen" Parteien (Rot, Rot und Grün) das 
sofort zum Anlass genommen, Wähler mit Erhöhungen zu locken.
Sofort ging alle Welt davon aus, dass die Sätze erhöht werden müssen.
Das Ende vom Lied ist, dass die Abgaben noch weiter steigen werden. Der, 
der Geld verdient zahlt die Zeche in Form von höheren Sozialabgaben.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Thilo M. schrieb:

> Es war NIEMALS vom Bundesgerichtshof gefordert, die Sätze zu erhöhen.
> Lediglich mehr Klarheit war gefordert.

Und du weißt hoffentlich auch, dass bei echter d.h. richtiger Berechnung 
die Sätze noch höher sein müssten? Glaube nur nicht das schwarz-gelbe 
Märchen, man hätte die Sätze sogar senken dürfen um dem Urteil gerecht 
zu werden. Die Berechnung dürfte prnzipiell NIEMALS NUR derjenige 
durchführen, der auch bewilligt. Das öffnet Tür und Tor für Gemeinheiten 
und Arglist jeglicher Couleur. Das ewige abgedrosche Argument "das alles 
müsse schließlich auch erarbeitet werden" ist Zynismus in Reinform, weil 
es immer nur auf die Sozialkosten angewendet wird. Ist dir das noch nie 
aufgefallen? Dem kann man aber sofort entgegnen, auch das Gehalt der 
Staatssekretäre, der steuerfreien Abgeordnetenpauschale, der 
Fahrbereitschaft, der Berlin-Bonn Pendelei muss erarbeitet werden. Wer 
kommt denn dafür auf? Wer erarbeitet den ganzen Verwaltungswasserkopf 
der allein die Hartzgesetze kontrolliert und umsetzt? Und wer kommt für 
die Zahlungen der Schäden der Finanzkrise (zwei bis dreistelliger 
Milliardenbetrag) auf? Das muss auch erarbeitet werden. Wenn dieses 
Argument schon bemüht wird, dann bitte schön AUF ALLE KOSTEN DIESES 
STAATSHAUSHALTS, dazu gehören beispielsweise auch die Pensionsleistungen 
für den Beamtenapparat. Guttenbergs Bundeswehrreform muss auch 
erarbeitet werden. Das sind alles keine produktiven Wirtschaftszweige 
sondern Kostenverursacher in Milliardenhöhe (nein, der Verkauf an 
Rüstungsgüter gleicht das nicht aus).

Was viele gar nicht wissen, satte 8 Wochen wurde um diesen lächerlichen 
3 Euro Betrag gerungen. Gesamtkosten im Millionenbereich. Weniger als 3 
Tage hat es gedauert 3-stellige Milliardenbürgschaften am Parlament 
vorbei zu beschließen (Merkel + Steinbrück + Bankenvertreter).

Jetzt halte dich fest, hätte man den 1,x Milliarden Steuernachlass nicht 
an die Hoteliers verplempert, hätte man die Hartzleistungen um 14 bis 17 
Euro erhöhen können. Statt für mehreren Millionen Menschen die Teuerung 
ein wenig abzufedern hat man das Geld lieber an weniger als 0,9 Promille 
der Bevölkerung verteilt. Es wurde eine verschwindend kleine Gruppe 
bevorteilt und die Masse schaut in die Röhre "dank" FDP.

Das Lohnabstandsgebot könnten sie locker einhalten, wenn sie nur 
wollten. Aber sie unterstützen lieber den Druck auf die Löhne in den 
unteren Einkommen, so als ob damit das Arbeitslosenproblem zu lösen 
wäre. Das Modell billig funktioniert nicht für Deutschland. Dafür sind 
die Lebenskosten (Miete, Mobilität etc.) zu hoch in diesem Land. Das 
einzige was sie damit erreichen ist eine Täuschung der Statistik und 
billiger wird's auch nicht, weil sie das Geld dann wieder über die 
Aufstockung drauflegen. Deswegen hat der ganze Dummbatz auch bisher die 
Sozialkosten seit der Einführung von Hartz-IV kaum gesenkt bzw. eher 
alles noch teurer gemacht. Im Grunde hat sich kaum was verändert auf 
diesem Sektor. Während die Produktivität stetig steigt weiß diese 
Gesellschaft nicht mehr wohin mit denen, die der Arbeitsmarkt nicht mehr 
benötigt. Deswegen ist das Trietzen auch Kappes und die angebliche sog. 
"Brücke in den ersten Arbeitsmarkt" die Lüge des 21'ten Jahrhunderts 
schlecht hin.

Wenn schon dieses bescheuerte System (was eh nicht funktioniert), dann 
müssten sie ein belohnendes System daraus machen. Also im Klartext, für 
diejenigen die sich aktiv bemühen müsste es spürbar mehr ALG-II geben. 
Ein betrafendes System erwecket nur Trotz, Missmut und Frustration für 
alle. Man muss ein belohnendes System daraus machen. Das ist dann so wie 
bei Guttenbergs Bundeswehrreform - die soll langfristig Geld sparen, 
kostet aber erst mal deutlich mehr. Ein belohnendes System ist auch erst 
mal teurer, aber auf lange Sicht die einzige Möglichkeit das maximale an 
Möglichkeiten in jedem herauszukitzeln.

Autor: D. I. (Gast)
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full ack @ platinenschwenker

Ich verstehe nicht wie man auf so einem Kleckerbetrag für Armen unter 
uns rumreiten kann und gleichzeitig die massiven Beträge außer Acht 
lässt.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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OK, genug OT^2, ich möchte mal auf das "Politikverbot" hinweisen, sonst
kommen wir vom 100. zum 1000.

Autor: Oliver Stellebaum (phetty)
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Die legendären Fritzboxen werden am Bodensee gefertigt bei RAFI.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Uli schrieb:
> Hallo.
>
> Elektronik made in Germany, gibts sowas noch?

Klar. Wir entwickeln, bauen und warten unsere Produkte hier, inklusive 
Gehäuse :-)
Dazu gibt es vernünftige gedruckte und drahtspiralgebundene Handbücher 
(machen wir auch selbst, ich hasse diesen Plastikbindermist, den man 
nicht umschlagen kann) und natürlich einen Service, der den Namen auch 
verdient :-)

Und ja: "Made in Germany" hat im Ausland einen hervorragenden Ruf. Das 
ist immernoch (oder gerade?) erste Wahl.

> Gibts überhaupt noch Geräte, wo keinerlei "china" drin ist?

Ob das eine oder andere Bauteil nicht doch aus China kommt, kann man 
natürlich nicht ausschließen - ist ja auch nicht schlimm, wenn die 
Qualität stimmt.

Zum Teil kommen die Rohstoffe (Niob, Titan usw.) natürlich auch aus 
China.

Die Bauteile, auf die es ankommt, fertigen wir aber selbst (kann sonst 
keiner und soll auch sonst keiner können ;-)

Chris D.

P.S.: Man sollte vor den Chinesen keine Angst haben. Die leisten sehr 
vernünftige Arbeit, wenn man sie vernünftig bezahlt. Für DE ist der 
Aufstieg Chinas eine große Chance. Großes Land = große Probleme, das 
sollte man nicht vergessen.

Autor: Mine Fields (Gast)
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Die Chinesen haben uns eigentlich nur eins voraus: Der Staat hat enorm 
viel Geld, das er in Prestigeprojekte verschleudern kann. Da sind dann 
auch viele schlauen Wissenschaftler und Ingenieure gebunden. Nach außen 
hin hat das natürlich den Eindruck, als wären uns die Chinesen haushoch 
überlegen.

Das Land hat massive Probleme, die man nicht erkennen kann, wenn man nur 
in Peking und Shanghai unterwegs ist. Es gibt genügend andere 
Millionenstädten, deren Infrastruktur völlig überfordert ist. Massive 
unkontrollierte Überbevölkerung in den Ballungsgebieten und die damit 
verbundene Armut ist dort ein schwerwiegendes Problem. Die Schere 
zwischen arm und reich ist dort noch viel ausgeprägter wie in Europa, 
was sicherlich auch soziale Spannungen zufolge hat.

Dazu kommt noch die Umweltverschmutzung - hier hat China natürlich auch 
einige Prestigeprojekte und baut natürlich auch massiv auf alternative 
Energien - aber die können dem extremen Wachstum nicht folgen.

Und auch Ingenieure bekommt man dort nicht mehr superbillig: Die Löhne 
steigen extrem; bald wird ein chinesischer Ingenieur nicht günstiger 
sein als ein deutscher.

Und weil hier das Bildungssystem als supertoll dargestellt wurde: Auch 
hier gibt es extreme Unterschiede - natürlich gibt es hier auch 
Prestigeobjekte, die nach außen hin einen entsprechenden Eindruck 
vermitteln soll. Dass das System aber auch teilweise eigenständiger 
Denkweise (eine Grundvoraussetzung für Ingenieure) unterdrückt, wurde 
hier nicht erwähnt.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Es wird schon noch in Deutschland gefertigt. Aber es schrumpft 
allmählich. Vermutlich ist der Sondermaschinenbau vor Ort noch etwas 
unverzichtbar, jedoch nicht millionenfache Massenartikel, wie es z.B. 
bei der Unterhaltungsgeräte- und Konsumartikelindustrie ist.

Ich war mal kurze Zeit im Schwermaschinenbau. Dort berichteten die 
Kollegen Entwickler, daß die Chinesen immer mehr abkupfern. Die Jungs 
waren schon etwas beängstigt. Aber die Elektronik mitsamt der Software 
war einfach zu komplex und verstrickt und verteilt, als daß man da mal 
schnell was kopiert. Bei der Komplexität der Anlagensoftware, kann ich 
mir deshalb beim besten Willen nicht vorstellen, wie man da abkupfert. 
Höchstens in der Hardware, mehr aber auch nicht. Oder durch Maulwürfe, 
langjährige Mitarbeiter, die alles kennen. Fernost macht da schon sein 
eigenes Ding.

Bei einigen hier wird aber der Zeitpunkt sicher erst noch kommen, an dem 
Knauserigkeit, Gier, Schulden, Budget, Fehlmanagement, bis zur 
Unterkante der Oberlippe reichen, und man verlagert bzw. verlagern muß.

Auch der Einsatz von preisgünstigerer flexiblerer Leiharbeit wird eines 
Tages an Grenzen stoßen, wo es günstiger mit Human Resources nicht mehr 
geht. Auch wenn diese Bereiche jetzt noch richtig gutes Wachstum haben.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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Jörg Wunsch schrieb:
> OK, genug OT^2, ich möchte mal auf das "Politikverbot" hinweisen, sonst
> kommen wir vom 100. zum 1000.

sorry Jörg,
dummer Weise ist das Thema selbst hochpolitisch, oder nicht???

Glaubst du etwa tatsächlich die wirtschaftlichen Entwicklungen welche 
zur jetzigen Situation führten entbehrten jeglicher politischen 
Grundlage.


Wirtschaft und Politik das sind zweiseiten derselben Münze und diese 
heißt soziale Struktur der Produktion, Akkumulation und Konsumtion 
wirtschaftlicher Güter und der zugehörigen Hilfsmittel.

Namaste
Winne

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Winfried J. schrieb:

> dummer Weise ist das Thema selbst hochpolitisch, oder nicht???

Damit kannst du jeden x-beliebigen Thread killen, weil wir alle in
einer Umwelt mit der entsprechenden Politik leben (müssen).

Das Thema dieses Threads ist jedoch nicht die 100000. Neuauflage
der Diskussion, wie sinnvoll nun Hartz 4 & Co. sind oder nicht.
Dass die entsprechenden Meinungen der Leute nicht unter einen Hut
zu bekommen sind, wissen wir alle auch so.  (Das heißt nicht, dass
ich dazu keine Meinung hätte, aber sie gehört nicht in diesen Thread,
und eigentlich gehört sie auch nicht in Andreas' Forum.  Das heißt
schließlich immer noch "mikrocontroller.net".)

Es möge sich bitte jeder die Titelzeile nochmal durchlesen, bevor
er hier weitere Antworten schreibt.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Jörg Wunsch schrieb:

> Es möge sich bitte jeder die Titelzeile nochmal durchlesen, bevor
> er hier weitere Antworten schreibt.

Hast ja recht. Ich hätte das leidige H4 Thema auch nicht angesprochen. 
Man landet halt bei Diskussionen rund um den Arbeitsmarkt mal wieder 
schnell bei diesem Elendsthema. Naja, hauptsache ist doch, dass es hier 
gesittet zugeht und ich finde das klappt ganz gut. Ich kann auch andere 
Meinungen oder Positionen durchaus verstehen. Es sollte ehrlich und 
nicht dogmatisch argumentiert werden, das ist sehr wichtig, sonst 
bleiben wichtige Fakten auf der Strecke.

Mal zum Thema Bildung der Chinesen. Letztens wurde eine deutsche 
Austauschschülerin gezeigt, die die Ehre hatte, dem chinesischen 
Unterricht beizuwohnen. Was für eine Elendsveranstaltung, schweigen, 
schweigen, schweigen der Rezipienten während der Vortragende sein Wissen 
zu vermitteln versucht. Fragen an den Vortragenden? Gibt es nicht, das 
findet schlicht nicht statt. Selbst in den Pausen herrscht schweigen und 
alle essen wortlos ihre mitgebrachten Malzeiten. Da ist nichts kreativ. 
Mir kann keiner erzählen, dass dort grundsätzlich alle SO schlau sind, 
dass nicht EIN EINZIGER wenigetens mal EINE Unverständlichkeit zum 
Anlass einer willkommenen Unterbrechung des Redeflusses der Frontalkraft 
hätte. Das ist Drill, Drill und nochmal Drill. Mir tun die Burschen 
leid, aber sie kennen es wohl nicht anders. Ich finde daran wirklich 
nichts erstrebenswert oder auf uns übertragbar, eher im Gegenteil.

Autor: El Jefe (bastihh)
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Auerswald fällt mir dazu spontan ein.

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Platinenschwenker .. schrieb:

> Mal zum Thema Bildung der Chinesen. Letztens wurde eine deutsche
> Austauschschülerin gezeigt, die die Ehre hatte, dem chinesischen
> Unterricht beizuwohnen.

Gott sei Dank, müssen wir sagen, haben die Chinesen noch nichts von 
moderner Pädagogik oder Kreativität gehört.

Andererseit: So locker wie es bei uns zugeht ist manchmal auch etwas 
übertrieben.

Welche Chance haben wir denn, wenn nicht in die Bildung investieren?

Nur dann wird es auch noch Elektronik aus Deutschland geben - um hier 
beim Thema zu bleiben.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Michael K-punkt schrieb:

> Welche Chance haben wir denn, wenn nicht in die Bildung investieren?

In Bildung investieren ist doch richtig. Aber ernsthaft, möchtest du 
eine Generation heranzüchten die nur in sich aufnehmen (schreiben, 
schreiben, schreiben was der da vorne erzählt) ohne das Wissen zu 
diskutieren, ohne Fragen zu stellen, ohne zwischenmenschliche Kontakte? 
Das soll modern sein? Das erinnert mehr an die Schriftenkopierer in den 
Klöstern des Mittelalters, als an moderne Pädagogik (wir reden jetzt 
hier mal nicht über Grundschüler, sondern die Altersstufe Abitur bis 
Student).

Und außerdem, wer sagt uns denn wieviele bei diesem System nicht auch 
auf der Strecke bleiben? Da ja keiner den Mund aufmacht, wird man auch 
nicht wissen, ob ein gewisser Prozentsatz vielleicht generell nicht 
mitkommt.

Ein Prof. der keine Fragen zulässt hat vielleicht auch eher generell 
Angst vor Fragen. ;)

Autor: Fer T. (fer_t)
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Es gibt noch Made in Germany:
z.B. Metz oder TechniSat Geräte (besonders Fernseher).
Oder sogar noch Chips Made in Germany: Cologne Chips...

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Fer T. schrieb:

> Oder sogar noch Chips Made in Germany: Cologne Chips...

Naja, Chips, die durchgehend nur hier gefertigt worden sind (also
vom Entwurf bis zur Verkappung und dem Endtest) dürfte es wenige oder
gar nicht geben.

IC-Entwürfe gibt es einige aus diesem Lande, und einige ICs werden
hier gefertigt (X-Fab, Global Foundries).

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Platinenschwenker .. schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>
>> Welche Chance haben wir denn, wenn nicht in die Bildung investieren?
>
> In Bildung investieren ist doch richtig.

Das ist genau der Punkt. Und eine großes Thema! Die Chinesen versuchen 
es mit zwanghaftem Drill, der ich persönlich und beruflich ablehne.

Das andere Extrem, also nur noch abzuchillen, rumhängen und auf Hartz-4 
zu warten kann es aber auch nicht sein.

Wenn es einem gelingt (ist nicht einfach), dann motivieren sich die 
jungen Leute selber und knien sich in die Arbeit rein und haben dann 
auch Freude, wenn das alles auch was bringt. Es ist aber ein schmaler 
Grat zwischen der Motivation und eine Sache erst mal machen "müssen".

Wir haben es auch versäumt, die Lehrmethoden anzupassen. Schau dir 
Jugendliche heute an, die hängen stundenlang von einem PC-Spiel. Dort 
gibt es klare, strenge Regeln und wenn man sich daran hält, kommt man 
ein Level weiter. Motivationsampeln gibt es da also sehr sehr viele und 
die Leute tun alles, um ja auch weiterzukommen.

Im Unterricht verliert man nicht unbedingt eines der 3 Leben wenn man 
mal grad nicht bei der Sache ist. Und wenn man etwas gutes sagt, läuft 
auch nicht gleich ein Counter um 10.000 Gummipunkte nach oben. DAS ist 
aber die Motivationswelt der heutigen Jugend.

Wo sind die Spiele "Emotor2.0" oder "Der Induktor, extended Version - 
(neu! jetzt mit Hochspannungs-Feature)", die unsere Jugend so fesseln 
können wie WOW oder sonst so etwas?

"Chinesische Methoden nein danke" darf also nicht dazu führen, dass wir 
den Schüler die Erfahrung vorenthalten, dass man sich mit Einsatz, 
Konzentration und Leistung Freud und Selbstvertrauen erarbeiten kann.

Studium kommt von "studere" und das bedeutet "sich bemühen, sich 
anstrengen".

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Michael K-punkt schrieb:

> "Chinesische Methoden nein danke" darf also nicht dazu führen, dass wir
> den Schüler die Erfahrung vorenthalten, dass man sich mit Einsatz,
> Konzentration und Leistung Freud und Selbstvertrauen erarbeiten kann.
>
> Studium kommt von "studere" und das bedeutet "sich bemühen, sich
> anstrengen".

Das sehe ich ähnlich. Es ist - wie immer - ein gesunder Mix nötig.

Die Chinesen verlieren gerade eine ganze Generation ob dieses Drills. 
Die Schüler schneiden zwar bei Pisa-Studien hervorragend ab, die 
Kreativität bleibt aber auf der Strecke.
Das zeigt übrigens auch gut, was von Pisa zu halten ist. Ein schlechtes 
Pisa-Ergebnis heisst noch lange nichts, ein gutes nur, dass man den 
"Büffelteil" beherrscht.

Und wenn man mal mit den jungen Absolventen dort redet, dann merkt man 
schnell: es gibt praktisch überhaupt keine Jobs für die Leute. China 
bildet Massen an Akademikern aus (die vom Elternhaus natürlich auch 
gigantischen Druck haben, da alle ihre Hoffung in sie setzen) - aber es 
kann sie nicht beschäftigen. Es gibt dort den Begriff der 
"Ameisenmenschen".
Fünf Millionen Absolventen helfen wenig, wenn die keinen Job finden und 
jegliche Krativität im Keim erstickt wurde.

Das Gute ist, dass ein Paradigmenwechsel im chinesischen Schulsystem 
auch die Unterwürfigkeit beenden wird. Wer in Mathe nachfragt, der wird 
irgendwann auch im Fach Staatskunde kritische Fragen stellen. 
Kreativität stellt immer auch in Frage, testet Grenzen :-)

Und: auch die hier studierenden Chinesen bringen nicht nur Wissen mit in 
die Heimat - sondern auch und vor allem Eindrücke von dem, was 
Freiheit/Kreativität bedeuten kann. Das alles macht einem Hoffung für 
die Menschen dort - und auch für uns.

Von mir aus kann dieses Jahrhundert ein asiatisches werden - wer in der 
zweiten oder dritten Reihe steht, hat eben auch seine Ruhe :-)

Um zum Thema zu kommen: ich kenne haufenweise Firmen aus DE, die 
exzellente selbstentwickelte Produkte anbieten. Einfach mal auf Messen 
umsehen - aber nicht die Hochglanzstände von Siemens und Co. besuchen, 
die sind uninteressant. Innovationen findet man hinten rechts in der 
Ecke beim weiss getünchten Bretterverschlag :-)

Chris D.

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Manchmal haben wir chinesiche Austauschschülerinnen bei uns den Reihen 
sitzen.

Da rechnen wir dann z. B. die Aufgabe, bei der ein Stein in einen 
Brunnen fällt und man nach 12 Sekunden den Aufplatsch hört. Berechnen 
Sie die Tiefe des Brunnens (Schallgeschwindigkeit in Luft ist gegeben z. 
B. 340 m/s)

Einige Deutsche vertiefen sich in das Problem, andere trauen sich nicht 
ran, andere stellen Vermutungen an was NICHT sein kann (ebenfalls 
wichtig).

Mit viel Glück kommen dann ca. 20% auf die korrekte Lösung.

Einst kam jedoch eine Chinesin nach der Stunde vor und hat noch mal 
nachgefragt. Da ne quadratische Gleichung auftaucht von der eine Lösung 
dann das Ergebnis ist hat sie gefragt, was denn dann die andere Lösung 
physikalisch zu bedeuten habe....

Also ganz doof sind die Chinesen auch nicht, vielleicht wäre die Frage 
aber in China verboten gewesen.

Im übrigen schauen die Chinesen ziemlich schockiert, wie locker es bei 
uns in der Schule zu geht. Da ahnt man schon, was dort für ein Drill 
ist, sieht aber auch, das wir das eine oder andere einfach verplemplern.

Autor: Mine Fields (Gast)
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Denkst du, die Chinesen schicken durchschnittliche Schüler ins Ausland? 
Nein, da wird man natürlich die Elite auswählen. Von daher kann man von 
solchen Beispielen kaum auf den Normalzustand schließen.

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Stefan L. schrieb:
> Denkst du, die Chinesen schicken durchschnittliche Schüler ins Ausland?
> Nein, da wird man natürlich die Elite auswählen. Von daher kann man von
> solchen Beispielen kaum auf den Normalzustand schließen.

Wir haben nen Schüleraustausch und da lernt man ja die ganze Klasse 
kennen. Das Büffeln ist dort allgemeine Methode. Aber es stimmt, wenn 
mal ne einzelne Schülerin kommt, wird die nicht die blödeste sein...

Doch auf die Frage nach der zweiten Lösung hat mich zuvor noch NIE ne 
deutsche Schülerin angesprochen. Und da waren auch ein paar richtig gute 
dabei.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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@M_K.

Nun ja,

in vielen Sachaufgaben macht die zweite Lösung wenig Sinn und Schüler 
welche das mathematisch Problem hinter der Sachaufgaben erkennen und 
lösen können, durchschauen in aller Regel auch die Ausschlusskriterien 
welche an eine mathematische Lösung zur Bestimmung der Sachlösung zu 
stellen sind.

Anders schematisch arbeitende Auswendiglerner, welche die Aufgabe nicht 
durchdenken, und die mathematischen Eergebnisse nicht sachgerecht 
filtern.
entweder antworten sie unreflektiert oder sie geraten in einen 
Lösungskonflikt, wie die genannte Schülerin. Du siehst Gute wäre fast 
auf der Ziellinie an ihrer antrainierten Lösungsstrategie gescheitert.

Lustig wird das dann erst an elektrischen Maschinen wo sich die 
Energiflussrichtung in vernetzten Systemn mit transfomatorischen 
Komponenten durchaus auch (periodisch) ändern kann. ;-)
Wer hier nur eine Lösung betrachtet und weiterverarbeitet kann schwer 
neben dem Problem aufschlagen.

Namaste

Autor: Jörg S. (joerg-s)
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Jörg Wunsch schrieb:
> Naja, Chips, die durchgehend nur hier gefertigt worden sind (also
> vom Entwurf bis zur Verkappung und dem Endtest) dürfte es wenige oder
> gar nicht geben.
Z.B. Prema:
http://www.prema.com/Wafer-Production/halbleiter-s...

Autor: Falk Brunner (falk)
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>Das Gute ist, dass ein Paradigmenwechsel im chinesischen Schulsystem
>auch die Unterwürfigkeit beenden wird. Wer in Mathe nachfragt, der wird
>irgendwann auch im Fach Staatskunde kritische Fragen stellen.
>Kreativität stellt immer auch in Frage, testet Grenzen :-)

Ich glaub kaum, dass DAS die KP HEUTE so gern hätte ;-) Und wir begehen 
immer noch den Fehler, europäische Wertmaßstäbe und Denkweisen an die 
Chinesen anzulegen. Das ist schlicht falsch. Denn die Chinesen ticken 
einfach anders. Der Drill und die Unterordung haben dort lange Tradition 
und sind tief in der Gesellschaft verankert, wie dämlich und 
unmenschlich sie auch sein mögen, aus unserer Sicht. Gilt auch für 
andere Asiaten, z.B. Japan etc.

MFG
Falk

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Falk Brunner schrieb:
>>Das Gute ist, dass ein Paradigmenwechsel im chinesischen Schulsystem
>>auch die Unterwürfigkeit beenden wird. Wer in Mathe nachfragt, der wird
>>irgendwann auch im Fach Staatskunde kritische Fragen stellen.
>>Kreativität stellt immer auch in Frage, testet Grenzen :-)
>
> Ich glaub kaum, dass DAS die KP HEUTE so gern hätte ;-)

Das meinte ich ;-)

> Und wir begehen
> immer noch den Fehler, europäische Wertmaßstäbe und Denkweisen an die
> Chinesen anzulegen. Das ist schlicht falsch. Denn die Chinesen ticken
> einfach anders. Der Drill und die Unterordung haben dort lange Tradition
> und sind tief in der Gesellschaft verankert, wie dämlich und
> unmenschlich sie auch sein mögen, aus unserer Sicht. Gilt auch für
> andere Asiaten, z.B. Japan etc.

Natürlich.
Aber das Umdenken beginnt schon in Teilen - die Leute lassen sich nicht 
mehr alles gefallen.

Und das wird sicher nicht weniger werden.

Wie gesagt: die Problemchen, die wir hier haben, sind Kinderkram 
dagegen.

Bleiben wir also locker und schauen zur Abwechslung mal auf das Grün 
unserer Wiese :-)

Chris D.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Stefan L. schrieb:

> Denkst du, die Chinesen schicken durchschnittliche Schüler ins Ausland?
> Nein, da wird man natürlich die Elite auswählen. Von daher kann man von
> solchen Beispielen kaum auf den Normalzustand schließen.

So wird es sein. Man muß mal die Chinesengruppen etwas beobachten. Und 
dazu hatte ich in Köln und Trier schon reichlich Gelegenheit. 
Besichtigung des Kölner Doms, oder des Karl-Marx-Hauses in Trier. Da 
sind keine schlecht gekleideten Bauern oder Arbeiter dabei, und auch 
niemand ohne Zähne im Mund. Obwohl solche Menschen dort bei weitem den 
Löwenanteil ausmachen. Ganz zu schweigen davon, daß ein Normalbürger 
dort das Geld für eine Europa-Reise nie zusammen bekäme. Die Preise hier 
sind für den Durchschnittschinesen locker 10 mal so hoch wie im eigenen 
Land. Das ist da etwas ganz anders, als wenn wir mal nach China reisen 
möchten. Wer da, bis auf die typisch chinesische Gesichtsform, wie ein 
Bürger der westlichen Welt aussieht, gehört sicher zu den Eliten.

Hier lassen die also nur Eliten herein, oder den chinesischen 
Staatszirkus, und Spitzensportler.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Wilhelm Ferkes schrieb:

> Obwohl solche Menschen dort bei weitem den
> Löwenanteil ausmachen.

Warst du denn schon dort?

Ein Kollege war letztens zuerst in China und danach in Indien.  Die
Fotos schienen aus zwei völlig verschiedenen Welten zu stammen, nicht
von zwei benachbarten Ländern.  Sicher, er war in China in einer
Großstadt und nicht irgendwo in der Pampa -- aber er war auch in
Indien in der Großstadt und nicht irgendwo in der Pampa.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Die Ärmsten sind das bestimmt nicht, die sich eine Reise nach 
Deutschland (oder durch Europa) leisten können. Das ist umgekehrt für 
uns nach China auch nicht unbedingt die "Abteilung Pauschaltourismus" 
für EUR 399.- mit Ryanair. ;) Es wurde aber schon öfter mal berichtet, 
dass in einer chinesischen Durchschnittsfamilie teilweise recht lange 
darauf gespart wird, um sich so eine Reise zu leisten. Mich haben mal 
welche in Heidelberg am Schlosshof angesprochen ein Bild von Ihnen zu 
machen. Hatten eine rel. moderne Knipstechnik dabei (sah deutlich besser 
aus als mein Modell (schäm ;-)), waren allerdings insgesamt recht 
schüchtern und wortkarg, aber sehr freundlich. Wenn ich da so an manch 
andere (Großmäuler) denke ..

Das da nur die Elite reist glaube ich nicht. Leute die der chinesischen 
Elite zugerechnet werden können wurden auch schon öfter mal gezeigt. Die 
sind anders gekleidet, haben andere Frisuren, anderen Schmuck, 
vielleicht auch (inzwischen) anderes Benehmen usw.

Aber wie immer gilt, alles ist im fluss, alles unterliegt dem 
permanenten Wandel und man kann mit seinen Einschätzungen auch kräftig 
daneben liegen. ;)

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Jörg Wunsch schrieb:

> Warst du denn schon dort?

Nein, will auch freiwillig nicht dort hin. Der Mensch bleibt am liebsten 
in seiner Heimat. Ich mache höchstens virtuelle Reisen im Internet. Und 
glaube auch nicht, daß mir persönliche Reisen vor Ort da mehr Aufschluß 
an Zahlenwerken und der Realität geben, als ich sie hier in meinen 
heimischen Gefilden übers Internet erfahren könnte.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Jörg Wunsch schrieb:
>
>> Warst du denn schon dort?
>
> Nein, will auch freiwillig nicht dort hin.

Dann solltest du dich allerdings Bemerkungen wie "und auch
niemand ohne Zähne im Mund. Obwohl solche Menschen dort bei weitem den
Löwenanteil ausmachen" enthalten.  Die dürften im Wahrheitsgehalt
nicht viel anders sein als die, dass alle Deutschen steinreich sind.

Autor: Jurij G. (jtr)
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Der Mensch bleibt am liebsten in seiner Heimat.

Nur eine bestimmte Sorte Mensch.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Jurij G. schrieb:

> Nur eine bestimmte Sorte Mensch.

Dann bin ich eben eine bestimmte Sorte Mensch. Bin aber beruflich auch 
schon mal über 2 Jahrzehnte über 250km Entfernung gewandert.

Und glaube mir: Das hat nicht jeder, selbst nur diese geringe Entfernung 
haben eher nur die allerwenigsten.

Wer da groß posaunt, der soll es lieber erst mal vor machen.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Jörg Wunsch schrieb:

> Dann solltest du dich allerdings Bemerkungen wie "und auch
> niemand ohne Zähne im Mund.

Huch, das war in der Eifel sogar bis in meine Kindheit üblich. Finde das 
nicht völlig befremdlich.

Autor: Maik Fox (sabuty) Benutzerseite
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Jörg Wunsch schrieb:
> Fer T. schrieb:
>
>> Oder sogar noch Chips Made in Germany: Cologne Chips...
>
> Naja, Chips, die durchgehend nur hier gefertigt worden sind (also
> vom Entwurf bis zur Verkappung und dem Endtest) dürfte es wenige oder
> gar nicht geben.

Micronas in Freiburg hat alles an einem Platz: Entwicklung, Fertigung, 
Packaging und Endtest. Die machen hauptsächlich Hallsensoren für die 
Automobilindustrie. War da letztes Jahr auf einer netten Besichtigung.

Autor: Maik Fox (sabuty) Benutzerseite
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Sorry für den Doppelpost, hab das Zitat gerade erst entdeckt ;)

Chris D. schrieb:
> Bleiben wir also locker und schauen zur Abwechslung mal auf das Grün
> unserer Wiese :-)

DAS sollte man in Deutschland sowieso mal deutlich häufiger tun. Nach 
einer Weile im Ausland stellt man fest, wie hoch die Standards in 
Deutschland in jeglichen Belangen eigentlich sind. Und dass das Jammern 
in Deutschland meist ausschließlich Jammern auf hohem Niveau ist.

Unser Land und das, was wir hervorbringen, findet im Ausland meiner 
Erfahrung nach deutlich mehr Beachtung und Bewunderung als der 
Bevölkerung klar ist. Wir haben wirklich genug, auf das wir stolz sein 
können (Kultur, Bildung, Industrie, Forschung, ...) und brauchen den 
Vergleich eigentlich kaum scheuen. Klar, es geht immer ein bisschen 
besser, perfekt wir in einer Welt aus Kompromissen nie etwas werden, 
aber der Standard von allem in Deutschland ist wirklich sehr, sehr 
hoch.

Zum Thema "Made in Germany": Sämtliche Instantkaffeeprodukte der 
Eigenmarke der Supermarktkette "Coles" in Australien sind "Made in 
Germany". Klasse, nicht? Ist zwar keine Elektronik...

Autor: Mine Fields (Gast)
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Maik Fox schrieb:
> DAS sollte man in Deutschland sowieso mal deutlich häufiger tun. Nach
> einer Weile im Ausland stellt man fest, wie hoch die Standards in
> Deutschland in jeglichen Belangen eigentlich sind. Und dass das Jammern
> in Deutschland meist ausschließlich Jammern auf hohem Niveau ist.

Das ist ein massives Problem. Beispiel:

Rüdiger Knörig schrieb:
> Bei meinem letzten Besuch in Fernost konnte ich
> diese unglaublich modernen Städte bewundern, die dort in kürzester Zeit
> geschaffen wurden, und die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr in
> Bejing ist eine Fahrt ins 21. Jahrhundert - während in der hiesigen
> Hauptstadt der Nahverkehr wegen seiner 4 Hauptfeinde (Frühling, Sommer,
> Herbst und Winter) immer häufiger ganz seinen Dienst einstellt.

Dass in China sogar Millionenstädte noch keine U-Bahn haben, während das 
bei uns in jeder größeren Stadt vorhanden (und extrem gut ausgebaut) 
ist, unterschlägt der Poster hier einfach mal.

Gleiches gilt für Hartz4, Umweltzonen, Zeitarbeit, Gesundheitssystem und 
vieles andere. Das möchte ich aber aufgrund des Politikverbotes auch 
nicht weiter vertiefen.

Nochmal zum Thema Bauelemente aus Deutschland: Vishay fertigt LED und 
andere diskrete Bauteile in Heilbronn. Das müsste auf dem gleichen 
Gelände wie das ehemalige Atmel (jetzt Tejas Silicon wenn ich mich 
richtig erinnere) befinden. Viele Leistungshalbleiter werden auch noch 
in Deutschland gefertigt (z.B. ehemaliges Eupec, jetzt Infineon in 
Warstein). Dann gibt es noch Ixys, eigentlich eine amerikanische Firma, 
die aber einen großen Fertigungsstandort in Deutschland hat.

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Uli schrieb:

> Unterhaltungselektronik Geräte made in Germany habe ich schon ewig nicht
> mehr gesehen.
>
> Gibts überhaupt noch Geräte, wo keinerlei "china" drin ist?

Fernseher: Loewe (Kronach, Bayern)
Hifi: Burmester (Berlin), ADAM (Berlin), Symphonic Line (Ruhrpott)

ABER: dass da nur in Deutschland handvergossene Kondensatoren drin sind 
in den Geräten muss fast schon ausgeschlossen werden.

Andererseits: In Sachen Rotwein liegen die Italiener und Franzosen ja 
gegenüber Deutschland vorn. ICH kann damit ganz gut leben...

Autor: Jörg S. (joerg-s)
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Maik Fox schrieb:
> Micronas in Freiburg hat alles an einem Platz: Entwicklung, Fertigung,
> Packaging und Endtest. Die machen hauptsächlich Hallsensoren für die
> Automobilindustrie. War da letztes Jahr auf einer netten Besichtigung.
Allerdings hat Micronas erst vor kurzem die gesamte Consumer-Sparte an 
Trident verscherbelt.

NXP fertigt auch Chips in Hamburg:
http://www.pressebox.de/pressemeldungen/nxp-semico...
Auch den Chip für den neuen Personalausweis:
http://www.abendblatt.de/hamburg/article1604204/Ha...

Autor: Thilo M. (Gast)
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Stefan L. schrieb:
> Vishay fertigt LED und
> andere diskrete Bauteile in Heilbronn. Das müsste auf dem gleichen
> Gelände wie das ehemalige Atmel (jetzt Tejas Silicon wenn ich mich
> richtig erinnere) befinden.

So ist es. War ursprünglich mal Telefunken.
Daneben ist Kaco (Dichtungen, Wechselrichter usw.), Beyerdynamic 
(Mikrofone, Kopfhörer, hat bis vor ein paar Jahren noch selbst 
gefertigt, leider!).

Autor: Jörg S. (joerg-s)
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>hat bis vor ein paar Jahren noch selbst gefertigt
Jetzt nicht mehr?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Stefan L. schrieb:

> Rüdiger Knörig schrieb:
>> Bei meinem letzten Besuch in Fernost konnte ich
>> diese unglaublich modernen Städte bewundern, die dort in kürzester Zeit
>> geschaffen wurden, und die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr in
>> Bejing ist eine Fahrt ins 21. Jahrhundert - während in der hiesigen
>> Hauptstadt der Nahverkehr wegen seiner 4 Hauptfeinde (Frühling, Sommer,
>> Herbst und Winter) immer häufiger ganz seinen Dienst einstellt.
>
> Dass in China sogar Millionenstädte noch keine U-Bahn haben, während das
> bei uns in jeder größeren Stadt vorhanden (und extrem gut ausgebaut)
> ist, unterschlägt der Poster hier einfach mal.

Um so richtig in den Genuss des dortigen Fortschritts zu kommen, sollte 
man mal versuchen, dort sauberes Trinkwasser zu ergattern oder einfach 
mal den nächstgrößeren Fluss/See besuchen.

Oder mal die anderen 90% des Landes bereisen (Guizhou, Gansu).

Da kann man die Leute dann in Erdhöhlen leben sehen.

Das Gefälle zu den Küstenstädten hin wird eher größer als geringer - mit 
der entsprechend steigenden Gefahr von Unruhen (wobei die ja schon da 
sind).

Dazu kommt die ganz üble Korruption (China und Indien).
Ernsthaft - da leben wir Unternehmer hier im Tal der Seeligen.

Also: wir haben noch lange nicht fertig. Vielleicht sollten wir jetzt 
mal anfangen, ein Modell für den Postkapitalismus zu entwickeln. Einfach 
mal ein bißchen Mut zum Risiko. China/Asien kann das nicht leisten, die 
haben genug Probleme.

Zum Thema:
Sehr gute Bolzenschweißgeräte baut z.B. Soyer - da kommt fast alles aus 
good old Germany. So ein Gerät habe ich uns auch gegönnt :-)

Chris D.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Jörg S. schrieb:
>>hat bis vor ein paar Jahren noch selbst gefertigt
> Jetzt nicht mehr?

Leider nicht mehr viel. :-(
Viel Fernostware mittlerweile dabei, die Geschäftsführung wurde aus 
Familienhand gegeben und die neuen Geschäftsführer kochen fleißig den 
internatinalen Einheitsbrei.

Autor: Rüdiger Knörig (sleipnir)
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Ja, einige Millionenstädte haben noch keine U-Bahn, während hier so gut 
wie alle Millionenstädte noch einen gut funktionierenden Nahverkehr 
haben.
Allein die Berliner Zustände, die sich von Jahr zu Jahr verschlimmern, 
geben zu denken.

Entscheidend ist der Gradient der Entwicklung, nicht der momentane 
Stand.
Sicher - die Küstenstädte sind quasi Experimente, aber dieses Experiment 
ist en gros geglückt und wird bald für den Rest übernommen.

Hinsichtlich der Umweltverschmutzung sollten wir an unsere eigene 
Industrialisierungsphase denken, da war Schlimmeres zu sehen.

Ansonsten - wie sieht es mit den anderen Indikatoren für eine gesunde 
wirtschaftliche Entwicklung aus?
 * Infrastruktur - wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen.
 * Schule, Ausbildung - hier Rütli mit sozialpädagogischer 
Sedativbehandlung, dort gezielter Ausbau des eigenen Potentials, und der 
ostasiatische Durchschnitts-IQ liegt schon jetzt mit 110 Punkten 
deutlich über den stagnierenden IQ der europäischen Völker.
 In Asien ist man sich der dominierenden erblichen Komponente der 
Intelligenz übrigens voll bewußt - auch Vietnam fährt da 
Sonderprogramme.
 * Sicherheit - es wurde hier auf soziale Spannungen in China verwiesen 
- doch wie sieht das hier bei uns aus? Die CIA sagt uns schon seit 10 
Jahren ethnisch begründete Bürgerkriege in 20-30 Jahren voraus. Das 
brennende Paris kann da als Omen angesehen werden.
 * Know-How: Die Amerikaner staunten nicht schlecht, als die Chinesen 
ihre Superflugzeuge innerhalb kürzester Zeit auf den eigenen Startbahnen 
hatten. Welch wunder, wenn sie in San Franciscos Umgebung entwickelt 
worden sind.....

Noch ein Wort zu der asiatischen Sicht auf Europa, da die meisten 
Asiaten kulturell bedingt mit offenen Worten sehr sparsam sind (Frauen 
von dort lachen auch über "Komik", die sie öde und abstoßend finden, 
aber Geselligkeit wird dort hoch geachtet):
Sie bewundern uns für unsere technischen, architektonischen und 
kulturellen Leistungen. Aber mittlerweile mehr so wie ein Tourist die 
alten Ägypter ob ihrer Pyramiden bewundert.
Ansonsten sehen sie mitleidig/verabscheut auf die Leichtigkeit, mit der 
sich die Europäer durch triviale Listen haben unterkriegen lassen.
In Asien gibt es eine andere Einstellung zur List. Diese ist nicht per 
se "unehrenhaft" und deshalb zu unterlassen.
Ein Sieg durch List wird eher als Sieg durch Intelligenz gewertet. Nicht 
umsonst hat man mit den 36 Strategemen geradezu ein 
Klassifizierungsschema von Listen entwickelt, die diese schnell erkennen 
lassen sollen.
Wer trotzdem drauf reinfällt ist ein Dummkopf.

Es hat schon seinen Grund, warum man sich in Chinatowns von den "geistig 
HIV-Kranken" etwas isoliert. Sie begreifen nicht, wie leicht die 
Europäer sich dazu bringen ließen, ihre Kultur aufzugeben und gegen ihre 
eigenen Interessen zu handeln.

Was man mitnimmt, ist nicht "Freiheit und Toleranz", sondern der 
Eindruck einer zerfallenden, untergehenden Kultur. Was man aber den 
Betreffenden aus Höflichkeit nicht direkt sagt - mit Geisteskranken muß 
man eh etwas vorsichtig umgehen.

Erfahren tut man so etwas erst, wenn man in Asien ist und dort 
"irgendwie zur Familie gehört" - dann wird man ziemlich direkt darauf 
angesprochen.

In Bezug auf die USA werden wir uns daran gewöhnen müssen, daß es sich 
in Zukunft auch um einen asiatisch dominierten Staat handeln wird.
Seltsame Ironie, sind die amerikanischen Ureinwohner und die Asiaten 
doch genetisch eng verwandt....

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Rüdiger Knörig (sleipnir)

>Sicher - die Küstenstädte sind quasi Experimente, aber dieses Experiment
>ist en gros geglückt und wird bald für den Rest übernommen.

Definiere geglückt?

>Hinsichtlich der Umweltverschmutzung sollten wir an unsere eigene
>Industrialisierungsphase denken, da war Schlimmeres zu sehen.

Stimmt, ist aber dennoch keine Ausrede. Und vor allem, weil China nicht 
gerade klein ist.

> * Infrastruktur - wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen.

Mehr oder weniger, ist aber ein prinzipielles, kapitalistisches Problem. 
In naher Zukunft auch in Asien.

>ostasiatische Durchschnitts-IQ liegt schon jetzt mit 110 Punkten
>deutlich über den stagnierenden IQ der europäischen Völker.

Wirklich? Glaube keiner Statistik . . .

> * Sicherheit - es wurde hier auf soziale Spannungen in China verwiesen
>- doch wie sieht das hier bei uns aus? Die CIA sagt uns schon seit 10
>Jahren ethnisch begründete Bürgerkriege in 20-30 Jahren voraus. Das
>brennende Paris kann da als Omen angesehen werden.

Ach herje, unser lieber, großer Bruder. Warum sagt ausgerechnet DER 
solche Sachen voraus? Für Europa? Und in Amiland ist alles OK? Wie war 
das Anfang der 90er in L.A.?

>Asiaten kulturell bedingt mit offenen Worten sehr sparsam sind (Frauen
>von dort lachen auch über "Komik", die sie öde und abstoßend finden,
>aber Geselligkeit wird dort hoch geachtet):

Also Heuchelei und Selbstbetrug. Na dann mal viel Spaß.

>Ansonsten sehen sie mitleidig/verabscheut auf die Leichtigkeit, mit der
>sich die Europäer durch triviale Listen haben unterkriegen lassen.

Was denn für eine List? Es war schicht die GIER und Naivität der 
Ausländer, die massiv Kapital und Know How nach China gebracht hat. So 
viel Cleverness steckte da nicht dahinter.

>Wer trotzdem drauf reinfällt ist ein Dummkopf.

So ist das wohl.

MfG
Falk

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