Hi.
Ich habe einen NTC mit den Daten: R=5kOhm bei 25°C.
Wenn ich jetzt den Widerstandswert von 1°C wissen will, muss ich nur
einfachen Drei-Satz anwänden, oder?
Das wären dann 125kOhm = 1°C
Gruß
Thomas Gessner
Wenn Du wissen willst, wie sinnvoll diese Rechnung ist, dann frag dich
mal wieviel Ohm er bei 0° und -10° hat.
Ohne Typ geht das nicht. Reichelt beispielsweise bietet welche an mit
Datanblatt dabei, da steht's drin.
Danke für deine Antwort A. K.
Ich bin aus dem Datenblatt nicht schlau geworden. Ich habe den
Heißleiter (NTC) Typ M87. Reicht ein einfacher Drei-Satz nicht aus?
Thomas Gessner
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0208031.htm
Durch eine einfache Rechnung ist denen nicht so ohne weitere
beizukommen. Wäre es anders, gäbe es die langen Tabellen in den
Datasheets nicht.
Im Datasheet steht RT/R25 drin. Das ist der Widerstand bei der
Temperatur T im Verhältnis zum Widerstand bei 25°C.
Also: R = (RT/R25) * 5000. Ungefähr. Das Teil ist nicht allzu genau,
muss also eingemessen (kalibriert) werden.
Seite 1: Der M87 5K hat die Kennline 8010.
Seite 2: Bei 0°C steht RT/R25=2,825. Ergibt also rund 14K Ohm.
Für Zwischenwerte ist dann das jeweilige Alpha aus der Tabelle
zuständig. Beschreibt die Änderung in Prozent pro Kelvin in dem Bereich
der Tabelle.
Für Temperaturmessungen in °C sind NTCs also meist zu kompliziert und
zudem nicht allzu genau. Um Grenzwerte zu erkennen geht's, wenn sich
der Aufwand der Kalibrierung lohnt. Wer das scheut, nimmt
vorkalibrierte Halbleitersensoren wie z.B. LM335.
> Durch eine einfache Rechnung ist denen nicht so ohne weitere> beizukommen. Wäre es anders, gäbe es die langen Tabellen in den> Datasheets nicht.
Schmarrn.
> Für Temperaturmessungen in °C sind NTCs also meist zu kompliziert> und zudem nicht allzu genau.
Blödsinn.
Die Berechnung des Temperaturwertes ist ganz einfach. Die
Umrechnungsfunktion Widerstand vs. Temperatur wird durch eine Kurve
beschrieben. Die Konstanten werden normalerweise im Datenblatt
angegeben. Falls nicht, dann kann man sie durch Interpolation
berechnen. Siehe:
http://numericalmethods.eng.usf.edu/mcd/ele/05inp/mcd_ele_inp_phy_problem.pdf
Zu den Glaskugeleffekten eines solchen Forum gehört der Versuch, das
Kenntnisniveau des Fragestellers zu erraten. Ich kam hier - vielleicht
tue ich ihm damit unrecht - zum Ergebnis, dass für Thomas jenseits vom
Dreisatz die Magie beginnt.
Anders ausgedrückt: Marko, erkläre es dem Fragesteller, nicht mir, wie
er aus dem Datasheet bzw. Tabelle eine verwertbare Formel gewinnen
kann.
Und was die Genauigkeit angeht: 10% laut Datasheet. Ohne Kalibrierung
ist das m.E. ein Witz.
> Schmarrn.
Der von dir zitierte Text sieht nach einer Aufgabe für angehende
Ingenieurs-Studenten aus. Mathematisch sollten solche Kandidaten kein
Problem damit habe, aus den 4 Stützstellen das entsprechende kubische
Polynom zu ermitteln. Ok. Aber nicht jeder schüttelt Mathematik aus dem
Ärmel, noch dazu in Englisch. Folglich mag ich das nicht als "einfache
Rechnung" bezeichnen.
> Die Konstanten werden normalerweise im Datenblatt angegeben.
Weder das Conrad "Datasheet" (miserabel gescannte
Frühstücksunterlage) vom M87 noch die saubereren Entsprechungen bei
Reichelt enthalten irgendwelche Koeffizienten oder Formeln. Und
erklären tun sie beide nichts.
Na ja Jungs,
mit den NTC Datenblättern ist daß so 'ne Sache. Stimmt schon, die
Tabellen sind NICHT umsonst drin. Generell ist es doch aber kein
Problem zwischen den Stüzstellen (sprich Tabelleneinträgen) linear zu
interpolieren -> sprich Dreisatz. Das ist -glaube ich- ganz ok.
Genauigkeit völlig ausreichend und einfach zu implementieren.
Generell kann man sagen, daß ein NTC eine (fast) logaritmische
Kennlinie hat, aber eben nur fast. Allerdings auf 'nem µC
logarythmisch rechnen, weiß nicht. Die verschiedenen Hersteller haben
zwar alle unterschiedliche Datenblätter, aber die Daten darin sind doch
alle 'sehr ähnlich' :-).
Im attachten Datasheet Seite 5 vorletzte Spalte, das sind die 5k NTC
Werte.
Also: -> Tabelle in code einhäcken -> ADC[0]=U=R*I ->Bereich suchen und
interpolieren -> kalibrierten Offset addieren - Fertig :-) ?!
Für NTCs gibt es eine Berechnung über die B-Werte, die Kurve hat den
Verlauf einer e-Funktion.
mit Rt= Widerstand bei Temperatur T (in Kelvin)
A= Konstante des NTC
B= Konstante des NTC
Wert des Widerstandes bei einer beliebigen Temperatur:
R25: Widerstandswert bei 25°C (Datenblatt)
Rt: Widerstand bei gesuchter Temperatur.
B: NTC-Konstante siehe Datenblatt
Quelle: Dieter Nührmann, Das große Werkbuch der Elektronik
Johannes M. wrote:
> LEUTE, DER THREAD IST ZWEIEINHALB JAHRE ALT! Das interessiert den OP> wahrscheinlich überhaupt nicht mehr...
Ups, sorry, das hatte ich völlig übersehen!
> Ups, sorry, das hatte ich völlig übersehen!
Das liegt einfach daran, dass Dein Vorredner mit dem Knoten in der Zunge
der Fred wieder hochgekocht hat.
tahir schrieb:> ich verstehe nicht wie man Kaltwiderstand berechnet MAch sie Video und> Erklären sie dabei und sagen wieso für was das ist????????????
Alter, 6 Jahre. Du hast doch den Schuss nicht gehört. Und dann willst du
noch dass dir jemand per Video was erklärt?
cyblord ---- schrieb:> Du hast doch den Schuss nicht gehört. Und dann willst du> noch dass dir jemand per Video was erklärt?
Anders herum wird da ein Schuh draus:
Vor 6 Jahren war ein Video noch nicht so hip. Da konnten die Leute noch
lesen und die Erklärungen weiter oben im Thread haben gereicht (oder es
war mangels Grundlagen völlig vergebene Liebesmüh).
Johannes M. schrieb:> LEUTE, DER THREAD IST ZWEIEINHALB JAHRE ALT! Das interessiert den> OP> wahrscheinlich überhaupt nicht mehr...
Liebe Leute
Es gibt auch noch andere Leute außer dem Fragesteller, die sich für eine
Antwort interessieren - und zwar auch noch nach 2,5 Jahren !!!!
Sonst könnte man das Forum doch gleich löschen.
Sinnvolle Antworten sind also jederzeit willkommen.
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Albert Einstein: "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit
dem Radius 0 - und das nennen Sie dann ihren Standpunkt."
Wowo schrieb:> Damit muss man nicht mehr rechnen...
Das mit dem Spannungsteiler ist teilweise einfach ungünstig, daher
schalte ich immer noch einen Widerstand parallel zum NTC, dann sieht die
Temperatur-ADC-Wert-Kurve eher linear aus.
Wowo schrieb:> Damit muss man nicht mehr rechnen...
Damit kann man laut Text einen unbekannten NTC berechnen - kannst du uns
verraten wie das geht?
Georg
B.A. schrieb:> Das mit dem Spannungsteiler ist teilweise einfach ungünstig, daher> schalte ich immer noch einen Widerstand parallel zum NTC, dann sieht die> Temperatur-ADC-Wert-Kurve eher linear aus.
Das nützt wenig.
Ein NTC nur an einem Vorwiderstand ergibt zwar eine krumme Kurve bei der
an einem Ende die A/D-Wandlerschritte einen grösseren Temperaturwechsel
entsprechen als am anderen Ende (z.B. 8 pro GradC an einem und 20 pro
Grad am anderen) so daß man das gerne linearisieren will um im Beispiel
überall mehr als 10 pro GradC zu haben damit man 0.1GradC Auflösung ohne
Merkwürdigkeiten anzeigen kann, aber wenn man einen Parallelwiderstand
zur Linearisierung anschliesst senkt man die Empfindlichkeit des NTC,
die Steilheit, und hat dann bloss nur noch 6 pro GradC an beiden Enden
und nutzt nur och einen kleineren Teilbereich des
A/D-Wandlermessbereichs für die Temperatur - damit hat man nichts
gewonnen.
Das zusammendrücken der Kurve müsste man also mit einem OpAmp wieder
verstärken, aber wer das will, bracht den NTC-Rechner nicht.
Hallo Georg
Ich hab NTCs ohne Beschriftung, die schon ewig bei mir rumliegen,
mithilfe der Anleitung und der Tabelle von
http://www.afug-info.de/Download/tab/NTC/
bestimmen und berechnen lassen.
Das ging ganz einfach und schnell mit nur 2 Messungen.
Hat bei mir exzellent geklappt (1 Messung bei Raumtemperatur und eine
mithilfe von Eiswasser).
Wie die die pfiffigen Tabellen-Macher von www.afug-info.de das
allerdings hinbekommen haben, kann ich leider nicht beantworten, ich
weiß nur, das es funktioniert hat. Sorry, das ich nicht weiterhelfen
konnte.
Legende:
R_25: Widerstandswert bei 25°C (bei dir also 5000)
R_T: Widerstandswert den der NTC momentan hat
B: Materialkonstante B_25/85 (bei dir dann also 3420)
Ergebnis T in °C
Hinweis:
273,15K = 0°C
Beispiel fuer Dich:
Der gemessene Widerstandswert Deines NTC ist 3800 Ohm, dann ist die
Temperatur die auf ihn einwirkt 32,3°C
Der Fehler in dieser Rechnung beträgt in etwa +- 1% (je nach NTC), über
den gesamten Temperaturbereich deines NTC (inklusive Toleranzen) dürfte
der Fehler im Bereich +- 5% liegen.
Gruß,
Ralph
Soweit ich mich erinnere, ist die NTC-Berechnung nicht linear.
Dreisatz-Rechnungen sind daher leider nicht das geeignete Mittel. WoWo´s
Tipp mit der Tabelle ist dann wohl am einfachsten, um schnell an die
gewünschten Werte zu kommen.
P.S. olli_g hat trotzdem Recht, für einen kleinen Bereich kann man sich
schon ganz gut mit dem Dreisatz behelfen, weil in der Praxis kleine
Abweichungen meist keine Rolle spielen. Das geht aber nur, wenn man
mindestens zwei Temperatur-Widerstand-Werte schon weiß. Ein einziger
Wert reicht leider nicht aus.
Georg schrieb:> Damit kann man laut Text einen unbekannten NTC berechnen - kannst du uns> verraten wie das geht?
Wenn es noch jemanden interessiert. Hatte auch ein NTC Problem und
konnte es dank WoWos Link lösen. Ging wunderbar mit dem Video
https://www.youtube.com/watch?v=beVNphAA0l0
Ralph S. du bist mein Held!
Danke für die Formel!
Für alle die das ding in Excel nehmen wollen - es muss noch ne Klammer
rein:
T=(298,15/(1-(LN(R_25/R_T)*(298,15/B))))-273,15
Grüße
Leider kann man das nicht mit 3-Satz berechnen, weil die Kennlinie nicht
linear ist.
Aber hier gibt es z.B. die Näherungsformel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hei%C3%9Fleiter
Dann brauchst du noch den B-Wert aus dem Datenblatt. Wenn kein Wert
bekannt ist, kann man den Widerstand bei einer zweiten Temperatur messen
und daraus den B-Wert berechnen.
Hey Leute,
danke nochmals für Eure Antworten - ja auch ein alter Thread hilft dem
Unwissenden ;-)
Video hatte ich angesehen, Tabelle auch runtergeladen und den B-Wert
bereits bestimmt, ABER jetzt kommts:
mein ADC am µC misst nur Spannung und die musste ich jetzt umrechnen in
°C
Also Steinhart-Hart, aber die Grundformel der beiden Burschen aus 1968
ist derart strange....
Und die von Ralph S. war der perfekte Einstieg (bis auf die fehlende
Klammer).
Jetzt aber noch die erweiterte Formel für die Berechnung von °C aus
gemessener Spannung an R1, wobei der NTC an Vss und R1 an Masse (also
"normale" Beschaltung gem. Afug-Info-Tabelle):
T=(298,15/(1-(LN(R_25/((U_EIN-U_R1)/U_R1*R1))*(298,15/B))))-273,15
Legende:
U_EIN = Versorgungspannung am Spannungsteiler
U_R1 = gemessener Spannungsabfall über R1
R_25 = Widerstandswert bei 25°C
R1 = Widerstandswert von R1
B = Materialkonstante B_25/85 des NTC
Also dann noch schönen Abend