Ich möchte in Zukunft ein Mikrocontroller System einsetzen um einige
Steuerungsaufgaben in einer EMV "verseuchten" Umgebung auszuführen.
Dabei können Schaltvorgänge mit 1kV Spannungen in 5-10cm vom
Mikrocontroller entfernt stattfinden.
Was gibt es für Vorkehrungen zu treffen, damit ich dies möglichst ohne
Probleme bewerstelligen kann?
Welche Mikrocontrollersysteme eigenen sich besonders dafür? Sind PIC
oder Atmel dafür überhaupt geeignet? 5V System zwingen oder gehen auch
3.3V Systeme trotz des geringeren Störabstandes?
Was für Schutzschaltungen an den Eingängen können empfohlen werden?
Wo könnte ich dazu weiterführende Literatur finden?
Danke an alle
>Ich möchte in Zukunft ein Mikrocontroller System einsetzen um einige>Steuerungsaufgaben in einer EMV "verseuchten" Umgebung auszuführen.>Dabei können Schaltvorgänge mit 1kV Spannungen in 5-10cm vom>Mikrocontroller entfernt stattfinden.
Als erster Tip: Grösseren Abstand halten
Deine Schaltung muss nicht 5-10cm von der Hochspannung
entfernt sein. Es gibt immer einen Weg das zu ändern.
>Was gibt es für Vorkehrungen zu treffen, damit ich dies möglichst ohne>Probleme bewerstelligen kann?
Multilayer Platine, Schaltung hart geerdet mit möglichst
kurzen Wegen. Metallgehäuse ohne grössere Öffnungen.
Kabel die in das Gehäuse führen dürfen nicht ungeschirmt sein.
Kabel auf beiden Seiten geerdet.
>Welche Mikrocontrollersysteme eigenen sich besonders dafür? Sind PIC>oder Atmel dafür überhaupt geeignet? 5V System zwingen oder gehen auch>3.3V Systeme trotz des geringeren Störabstandes?
Das ist Wurst. Zwischen 5V und 3.3V ist kaum ein Unterschied.
>Was für Schutzschaltungen an den Eingängen können empfohlen werden?
TVS
"Multilayer Platine, Schaltung hart geerdet mit möglichst"
dazu wäre eine Erläuterung spannend.
Die mehreren Lagen als Amsse Schirmung oder nur um kurze Wege zu
realisieren?
Was bedeutet hart geerdet?
In meiner ersten Firma haben wir mit Atmel µC auf sog. Pencil-Coils
gearbeitet. (Pencil-Coil = Zündspule, die direkt auf der Zündkerze
sitzt). Also möglich ist es.
Wichtig: Auf jeden Fall eine komplette Massefläche in/unter der Platine.
Gehäuse aus Metall ebenfalls gut auf Masse gelegt. Alle Leitungen nach
draussn müssen entstört werden (Drossel (Achtung, geht leicht in die
Sättigung!), Kondensatoren, Signalleitungen evtl. optisch trennen ...)
Prinzipiell ist ein größerer Abstand sehr empfehlenswert.
Ganz wichtig ist auch das Thema Spannungsversorgung! Da wirklich eine
vernünftige Kombi aus (R)LC Glied + SupressorDiode und einen linearen
Regler davor.
An alle verwendeten I/Os ebenfalls R und Supressor Dioden (je nach dem
wieviel Kapazität daran hängen darf auch noch ein C) und eben wie die
Vorredner auf richtige Masseführung achten.
1kV ist an sich nicht kritisch, es kommt halt auf dU/dt an, also wie
steil die Flanken der Schaltvorgänge sind.
>Dabei können Schaltvorgänge mit 1kV Spannungen in 5-10cm vom>Mikrocontroller entfernt stattfinden.
Na und?
>Was gibt es für Vorkehrungen zu treffen, damit ich dies möglichst ohne>Probleme bewerstelligen kann?
Du mußt es einfach richtig machen.
>Welche Mikrocontrollersysteme eigenen sich besonders dafür? Sind PIC>oder Atmel dafür überhaupt geeignet? 5V System zwingen oder gehen auch>3.3V Systeme trotz des geringeren Störabstandes?
Das sind doch nur 3,6dB Unterschied.
>Was für Schutzschaltungen an den Eingängen können empfohlen werden?
Die richtigen! Nicht die falschen verwenden!!
>Wo könnte ich dazu weiterführende Literatur finden?
Zum Beispiel im Internet. Seiten die mit EMV zu tun haben.
>Danke an alle
Gerne, jederzeit wieder!
Ähem, MB, hast du jetzt irgendeine konkrete Frage gestellt? Denkst du im
Ernst man könnte auf solche diffuse Fragen konkrete Antworten gegen?
Denkst du nicht auch, daß eine passende Schutzschaltung, nach der du
fragst, beispielsweise in höchstem Maße vom Signal selbst abgängt?
Darüber schweigst du dich aber komplett aus. Wir wissen nicht mal, ob es
AC oder DC ist, ob Signale im nV- oder 1000V-Bereich, ob das Eingänge
oder Ausgänge sind, ob du Hobbyelektroniker bist oder was für ein
Kernkraftwerk werkelst. Garnichts! Nicht einmal einen richtigen Namen
hast du.
MB, bist du ein vorgezogener Aprilscherz oder ist das eine statistische
Untersuchung oder demonstrierst du für den Weltfrieden? Bist du die
Überraschungstorte für irgendjemanden und hast dich hier verlaufen?
Hast du irgend ein konkretes Ansinnen?
Ich setze AVRs in Stromversorgungen ein (3,5kV, 5kV und 18kV), sie
laufen an 5V.
Ich halte einen MC für zuverlässiger als ein TTL-Schaltkreisgrab.
Die Schaltung ist wichtig und das Layout auch.
Ich nehme 2-lagen Platinen. Die Unterseite ist Massefläche und enthält
möglichst wenige kurze Leiterzüge.
Durch die Massefläche dürfen keine großen Ströme fließen.
Es gehört schon einige Erfahrung dazu, die Leitungen optimal zu führen.
Ein Autorouter ist tabu.
Peter
MB schrieb:> Was gibt es für Vorkehrungen zu treffen, damit ich dies möglichst ohne> Probleme bewerstelligen kann?
Klar genau für den Zweck verwendet man TEMPEST-Filter im Zusammenhang
mit entsprechenden Schutzzonen-Konzepten. (also mehrere
ineinandergeschachtelte Metallgehäuse).
Nee im Ernst: die Thematik ist relativ komplex und man kann viel falsch
machen. Ohne entsprechende Erfahrung oder einen guten Dienstleister
braucht man viele Rekursionsschleifen.
Kleiner Tipp: demnächst ist die EMV Messe:
http://www.mesago.de/de/EMV/Die_Workshops/Programm_2/index.htmMB schrieb:> Welche Mikrocontrollersysteme eigenen sich besonders dafür? Sind PIC> oder Atmel dafür überhaupt geeignet? 5V System zwingen oder gehen auch> 3.3V Systeme trotz des geringeren Störabstandes?
Die Störempfindlichkeit hängt hauptsächlich von der Strukturbreite in
der gefertigt wird und auch von zusätzlichen (meist geheimen)
Entstörmaßnahmen z.B. am Reset-Pin ab. Wir hatten einen Prozessor
jahrelang ohne Probleme eingesetzt. Bis der Hersteller auf die Idee kam
durch Maskenshrinking die Herstellkosten zu senken. Ich glaube die
Entstörbauteile um 2 EMV Stufen zu kompensieren waren vieel teurer als
das was der Prozessor billiger war. Beim nächsten Maskenshrink war der
Prozessorhersteller etwas schlauer und hat für den Reset-Pin eine
Filterung eingebaut. Trotzdem ist die EMV-Empfindlichkeit um eine Stufe
gestiegen.
Die kritischen Pins sind im allgemeinen der Reset-Pin und die
Quarz-Pins. -> nimm lieber einen Prozessor mit internem RC-Takt.
Ferner: je größer die Prozessorfläche umso mehr magnetisches Feld kann
der Prozesor sich einfangen. -> mit SMD gewinnt man etwa 6-12 dB an
Störfestigkeit gegenüber magnetischen Einstrahlungen wenn man sonst
alles richtig gemacht hat.
Gruß Anja
Es gibt schon sehr wirkungsvolle Maßnahmen. Nur ganz ohne Details kann
man MB einfach keine konkreten Anworten geben.
Oft ist von Vorteil, die elektrischen Feldlinien dieser
Hochspannungsgeschichten gar nicht erst auf dem Steuerungsgerät enden zu
lassen, sondern auf einem dazwischen angebrachten Erdungsblech. Das
setzt aber voraus, daß es dort überhaupt eine Erde gibt, gegen die man
wirkungsvoll erden kann und daß die Hochspannungen einen definierten
Erdbezug haben und die Streufelder über das Abschirmblech definiert zur
Quelle zurückgeführt werden können.
Auch Kabel sollten in geerdeten Kabelschächten oder hinter geerdeten
Blenden verlegt werden, sodaß die elektrischen Feldlinien der
Hochspannungen nur zu einem Bruchteil auf dem Steuerungsgerät und seiner
Verkabelung selbst enden können.
Ganz wichtig ist ein Metallgehäuse um das Steuerungsgerät herum, das
nicht unbedingt geerdet zu sein braucht, das aber gut mit dem zentralen
Massepunkt des Steuerungsgeräts verbunden sein muß. Dieser Massepunkt
sollte als "radio frequency plane" ausgeführt sein und genau dort
sitzen, wo alle Kabel in das Gehäuse eintreten oder dieses verlassen.
Gegen diese "radio frequency plane" wird gefiltert und an ihr sämtliche
Kabelschirme verbunden. Das Gehäuse darf nur an dieser einen Stelle mit
der Schaltung verbunden sein, damit Ströme im Gehäuse nicht auf die
Platine und damit Schaltung eingekoppelt werden können.
Kabel dürfen auf gar keinen Fall an verschiedenen Stellen aus dem
Gehäuse herausgeführt werden, weil sonst unweigerlich Störströme durch
das Gehäuse und letztlich über die ganze Platine fließen. Werden die
Kabel dagegen nur an einer Stelle in das Gehäuse geführt, können keine
Störströme über die Platine fließen. Vorausgesetzt natürlich, es wird
zusätzlich wirkungsvoll gegen die "radio frequnecy plane" an der
Eintrittsstelle des Gehäuse gefiltert und geblockt.
Das Herausführen der Kabel an nur einer Stelle im Gehäuse unterstützt
auch die Vermeidung von Kabelschleifen und das Entstehen magnetisch
empfindlicher Schleifenflächen. Werden die Kabel zusätzlich in engem
Kontakt zu geerdeten Flächen angebracht, werden auch Schleifenflächen
bezüglich Erde minimiert.
Das sind alles außerdordentlich wirkungsvolle Maßnahmen, bei denen man
einfach mit und nicht gegen die Physik baut. Die obigen Tipps gelten
übrigens generell zur Verbesserung der EMV und sind heute
Standardmaßnahmen für jeden, der irgendwann mal mit seinem Gerät den
CE-Test bestehen will...