Hallo,
ich habe die letzten Wochen damit verbracht einen RGB Controller zu
bauen, der über ein LCD-Display mit 3 Tastern gesteuert wird. Die
RGB-Funktionen und LCD-Menü-Funktionen sind auf je einem ATMEGA8, die
über TWI vernetzt sind.
Da provisorisch alles funtioniert hat, habe ich ein Layout gemacht und
würde mich sehr freuen, wenn jemand darüberschauen könnte. Ich bin für
alle Verbesserungen und Vorschläge äußerst dankbar!
Ist meine MOSFET Wahl richtig? Ich habe 12V LED-Streifen, die ca. pro
Farbe 1A verbrauchen. Gedacht hätte ich je Farbe einen IRLU2905. Ist das
richtig? Meint Ihr dass ich Probleme mit der Kühlung bekomme?
Vielen Dank schon Mal!
Hi,
mir ist nicht ganz klar, warum du 2 Controller dafür einsetzen möchtest.
Von der Rechenleistung schafft das einer vermutlich problemlos. Zumal du
mit 8MHz ja noch nicht am Maximum der Taktfrequenz bist. Außerdem
könntest du, wenn du "genau" 8MHz haben möchtest, auch den internen
Oszillator benutzen.
Aber davon mal abgesehen:
An die Basis des BC327 (Display-Hintergrundbeleuchtung) solltest du noch
einen ca. 1kOhm Widerstand anschließen (Zwischen Basis und
Mikrocontroller).
"Ähnlich" bei den drei FETs. Dort solltest du einen ca. 100Ohm
Widerstand zwischen Mikrocontroller und Gate anschließen und könntest
zusätzlich noch einen ca. 100kOhm Widerstand zwischen Gate und GND
anschließen um ein unbeabsichtigtes Einschalten der FETs zu verhindern.
Ansonsten sehe ich auf die Schnelle keine schwerwiegenden Fehler. Sollte
wohl so klappen, auch wenn die Platine nicht sonderlich schön ist - das
kannst du bestimmt besser ;-)
Wärmeentwicklung in den FETs sollte o.k. sein:
R_DS(on) wird bei ca. 40mOhm liegen, I = 1A -> P_verlust ~ 40mW. Das
Package hat ein RthJA von ca. 110K/W -> Erwärmung liegt bei ca. 110K x
0,04 = 4,4K.
Viele Grüße,
Alex
Danke Alex für deine Antwort.
Ich weiß eigentlich auch ned so recht warum ich es mit 2 Controllern
realisiert hab (vermutlich weil ich mich ein bisschen mit dem TWI
spielen wollte ;-) ).
Hab jetzt die Soft- und Hardware auf einen Controller zugeschnitten und
das Layout angepasst.
Weiter habe ich die Basiswiderstände hinzugefügt. Ist die Platine nun
schöner? Wenn nicht, was ist bei einer "schönen" Platine zu beachten?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr nochmal drüberschaun könntet und
Eure Meinung und Verbesserungen postet.
Liebe Grüße,
Florian
Florian S. schrieb:> Ist die Platine nun>> schöner? Wenn nicht, was ist bei einer "schönen" Platine zu beachten?
Hallo Florian,
so "gefällt" mir die Platine schon deutlich besser. Vor allem auch, weil
sie nur noch einen Controller enthält.
Was noch besser sein könnte:
-Die Bauteildichte ist sehr gering :-) Aber das muss ja nicht unbedingt
schlecht sein, vielleicht muss die Platine ja eine gewisse
Mindestgröße haben.
-Der Strom der durch die "Leistungstransistoren" fließt muss einen sehr
unschönen Weg fließen um zurück zum Versorgungsstecker zu gelangen
(siehe blaue Linie in meinem Anhang). Du hättest eine breitere
Verbindung zwischen den einzelnen Transistoren und GND vorsehen können.
Ansonsten sollte soweit alles gut sein.
Noch zwei Fragen: Woher kommen die 12V Eingangsspannung? Sind die
"sicher"? (= keine Spannungsspitzen o.ä.) Und die LED-Beleuchtung des
Displays braucht keinen Vorwiderstand?
Gruß,
Alex
Sodala,
die Hintergrundbeleuchtung hat nun einen Vorwiderstand (Datenblatt) und
die GND-Verbindungen hab ich glaub ich ein bisschen entschäft.
Ich habe als Netzteil ein Gerät von Conrad gewählt.
http://www.conrad.de/ce/de/product/511174/Dehner-DRP-045D-12FTN-Hutsch-Netzt-get
Sollte ich eine Sicherung einbauen? Oder muss ich noch etwas beachten?
LG und vielen Dank!!!
Ja, so sieht das schon besser aus...
Das Netzteil ist sicherlich sehr gut, eine Sicherung und
Überspannungsschutz etc. dürfte nicht erforderlich sein. Wenn es nur
"für Zuhause" ist, würde ich es vermutlich so belassen...
Ein Mal muss ich Dich noch belästigen ;-)
Es ist zwar nur für zu Hause, aber ich will es ja "richtig" machen.
Die 4A-Sicherung ist jetzt das kleinere Problem, aber wie müsste denn
der Überspannungschutz aussehen?
Wäre um eine kurze Antwort sehr dankbar.
Und vielen vielen Dank für die super-duper-mega-Hilfe :-)
LG
Hi, kein Problem.
Die 4A-Sicherung kannst du dir jedoch "schenken", da das Netzteil
(zumindest soweit ich das auf den ersten Blick gesehen habe) nur 3,75A
liefern kann und kurzschlussfest ist, d.h. auch wenn die Schaltung
einen Kurzschluss verursacht geht das Netzteil nicht kaputt. Lediglich
die Zuleitungen solltest du für 4A auslegen, d.h. ca. 0,75mm²
Querschnitt oder mehr.
Was du jedoch machen kannst: eine Diode (welche aber auch die 4A können
muss) in die "+12V-Leitung" einbauen, damit die Schaltung bei Verpolung
keinen Schaden nimmt und hinter die Diode dann eine
Transientenschutzdiode für z.B. 16V, falls das Netzteil doch mal bei
Lastabwurf eine Spitze generieren sollte (was ich aber hier nicht
erwarte).
Außerdem wäre eine Diode, die "rückwärts" über dem 7805 angebracht ist
(also zwischen Pin3 und Pin1), gut um ihn zu schützen, falls du über die
ISP-Schnittstelle 5V in die Schaltung einspeist während die 12V-Quelle
aus ist.
Ein Kondensator, z.B. 10µF, hinter dem 7805 könnte hilfreich sein die
Spannungsversorgung des Mikrocontrollers zu sichern, wenn du alle LEDs
gleichzeitig einschaltest (= sprungartiger Anstieg des Stroms) und du
"lange" Zuleitungen zwischen Netzteil und Platine hast.
Ach so: bei Keramik- und Tantal-Kondensatoren (z.B. C8?) darauf achten,
dass diese für ca. 2-3x U_nenn spezifiziert sein sollten, d.h. auf der
12V-Seite sollten nur 25V-35V Kondensatoren eingebaut werden.
Gruß,
Alex
Hi Alex,
ich hab mir deine Erläuterungen zu Herzen genommen und so wie ich das
verstanden habe in den Schaltplan eingefügt. Ich hoffe es stimmt so.
Allerdings habe ich doch mit der 1. Gleichrichtdiode keine 12V
Spannungsdifferenz an den RGB-LEDs mehr, oder?
Habe ich das richtig gelesen, dass eine Transientenschutzdiode das
gleiche ist wie eine Zehnerdiode?
Liebe Grüße,
Florian
Hi,
Schaltplan als PDF ist hier lieber gesehen, dann können auch
"nicht-EAGLE-Benutzer" ihn betrachten.
Die Diode BY550 sieht gut aus. Wird ca. 1V Spannungsabfall bei 4A
hervorrufen, an den LEDs liegen dann demnach "nur noch" 11V an. Sollte
denen aber egal sein, da sie intern wohl hoffentlich eine
Konstantstromquelle haben. Um was für LED(-Module) handelt es sich
eigentlich?
Warum hast du die Diode in die GND-Leitung eingefügt? Normalerweise baut
man sie in der "+"-Leitung ein.
Die Transientenschutzdiode scheint auf der einen Seite keine Verbindung
zu haben (Punkt fehlt im Schaltplan), ist auch ein komischer Typ den du
dir ausgesucht hast, ich verwende dafür immer etwas wie P6KE30A oder so.
Allgemeiner Unterschied Z-Diode/Transil: i.d.R. sind
Transientenschutzdioden für größere Pulsenergien/-Leistungen konzipiert,
Z-Dioden eher für niedrigere Dauerbelastung.
Die Diode über dem 7805 ist korrekt so.
Wie gesagt, am Ausgang des 7805 würde ich noch einen etwas größeren
Kondensator ~10µF vorsehen.
Und ganz allgemein: mir gefallen SMD-Komponenten besser als bedrahtete,
aber hängt immer davon ab, wo man bestellen kann etc....
Für die Transil dann z.B. P6SMB18A
Verpolungsschutz: S4J
Rückwärtsschutz 7805: MBRS1100
Gruß,
Alex
also,
hab nun die Bauteile aus Deinem Vorschlag genommen.
Welchen Vorteil hat denn die Shottky Diode einer 1N4001 gegenüber?
Hab nocheinmal den Schaltplan und das Layout angehängt. Ich hoffe dass
alles so passt!
Danke noch ein Mal!!!!
Die Verpolschutzdiode ist falsch 'rum: Der Strom fließt in deinem
Schaltplan von rechts nach links (bei IN-1 kommt er rein). Dann fließt
er durch die Sicherung und sollte nun durch die Verpolschutzdiode
hindurch. Danach (an den "Ausgang" der Verpolschutzdiode) kommt die
Überspannungsschutzdiode. So, wie es im Moment gezeichnet ist,
funktioniert es nicht, da D1 in Sperrrichtung in der Leitung eingebaut
ist. Sorry, aber du musst es nochmal ändern ;-)
(siehe Anhang)
Florian S. schrieb:> Welchen Vorteil hat denn die Shottky Diode einer 1N4001 gegenüber?
In dieser Anwendung hat sie keinen besonderen Vorteil, die MBRS1100
benutze ich einfach nur oft als "Standard-Diode". Allgemein betrachtet
haben Schottky-Dioden eine niedrigere Flussspannung als "gewöhnliche"
Dioden.
Und wie gesagt, meine Vorschläge sind nur Vorschläge - du musst nicht
unbedingt diese Bauteile benutzen... viel wichtiger ist es, dass du
verstehst, was du da entwickelst. Es gibt bestimmt noch viel bessere
Komponenten als die, die ich kenne (und vorschlage)...
Gruß,
Alex
Hi nochmal,
dass ich die Verpolungsschutzdiode falsch rum eingesetzt habe war wohl
eher ein leichtsinnfehler als Unwissenheit. Zu viel vorm PC sitzten ist
nicht immer gut ;-)
Ich hab alles angehängt, der Vollständigkeit halber ;-).
Also wirklich nochmals vielen vielen Dank, ein 1. Semester Student
braucht doch hin und wieder noch Hilfe!^^
Liebe Grüße!
Hi,
so, wie die beiden Eingangsschutzdioden nun eingebaut sind, wird die
Transil nicht vor Verpolung geschützt, da sie vor der
Verpolungsschutzdiode sitzt.
Dazu noch ein Tipp: Wenn ich mich nicht verguckt habe muss der Strom,
sollte die Transil doch mal eingreifen müssen und einen Strom leiten
müssen, den in blau eingezeichneten Weg fließen um zurück zum Stecker zu
kommen - gerade bei Transils versucht man so etwas zu vermeiden -> kurze
Stromwege mit großem Querschnitt.
Ja ja, das erste Semester, das waren noch Zeiten ;-)
Schöne Grüße,
Alex
Ich hab jetzt die Verpolungschutzdiode in den Rückwärtszweig verlegt,
dann sollte die Transildiode auch geschützt sein.
Ich werd mich dann Mal ans Teile Bestellen machen :-)
Liebe Grüße
Florian
Ich hab jetzt die Verpolungschutzdiode in den Rückwärtszweig verlegt und
zwar diesmal richtig ;-) ,
dann sollte die Transildiode auch geschützt sein.
Ich werd mich dann Mal ans Teile Bestellen machen :-)
Liebe Grüße
Florian
Wunderbar, so sieht es gut aus. Wenn der Layout jetzt auch immer noch so
ist wie weiter oben (kurzer Weg vom "-"-Pol der Transil zum "-"-Pol des
Steckers) ist es sehr gut. Letzte Anmerkung von mir nochmal: für
gewöhnlich baut man den Verpolungsschutz in die "+"-Leitung (direkt vor
oder nach der Sicherung) ein, damit, falls man mehrere Geräte
miteinander verbindet, diese sich auf das gleiche "GND-Potential"
beziehen. Hat man nur ein einzelnes Gerät spielt es jedoch keine Rolle.
Hoffe dir damit ein bisschen weitergeholfen zu haben und dass du auf die
"neu erworbenen Erfahrungen" in Zukunft zurückgreifen kannst.
Gruß,
Alex