Forum: Offtopic Foschungsreaktoren


von Tilo (Gast)


Lesenswert?

Hallo

In der Atomdiskussion in den letzten Wochen wurden nur 2 Lager 
behandelt.
Zum einen die Waffenindustrie und zum anderen die Stromindustrie.

Wie kommt es, dass man nirgends etwas von Forschungsreaktoren hört, die 
z.B. für die Produktion von Molybdän-99 benötigt werden, ohne dass die 
Nuklearmedizin heute nicht mehr auskommt?

Wie sieht es mit dem Gefahrenpotential aus? Ich könnte mir vorstellen, 
dass bei diesen Reaktoren deutlich kleiner sind.

von Michael K. (charles_b)


Lesenswert?

Tilo Lutz schrieb:
> Hallo
>
> In der Atomdiskussion in den letzten Wochen wurden nur 2 Lager
> behandelt.
> Zum einen die Waffenindustrie und zum anderen die Stromindustrie.
>
> Wie kommt es, dass man nirgends etwas von Forschungsreaktoren hört, die
> z.B. für die Produktion von Molybdän-99 benötigt werden, ohne dass die
> Nuklearmedizin heute nicht mehr auskommt?
>
> Wie sieht es mit dem Gefahrenpotential aus? Ich könnte mir vorstellen,
> dass bei diesen Reaktoren deutlich kleiner sind.

1. Die Leistungen sind deutlich kleiner, so dass auch die 
Kühlproblematik übersichtlicher ist.

2. Die Betreiber sind Forscher, die sich mit den Vorgängen auskennen und 
sicherlich deutlch mehr Mess- und Kontrollmöglichkeiten haben und diese 
auch nutzen.

von Tilo (Gast)


Lesenswert?

Meine Überlegung ging eher in eine andere Richtung,
z.B. wie viel Strahlung maximal nach aussen gelangen könnte und was die 
Auswirkungen sind. Da die Menge an strahlendem Material duetlich kleiner 
ist, sollte hier weniger passieren. Die Frage ist nur, was weniger 
bedeutet.

Der nächste Punkt wäre die Endlagerung. Wie viel hochradioaktives 
Material entsteht im Betrieb?


Kann man Forschungreaktoren eventuell mit der Diskussion über grüne und 
weiße Gentechnik vergleichen kann?

von Michael K. (charles_b)


Lesenswert?

Tilo Lutz schrieb:
> Meine Überlegung ging eher in eine andere Richtung,
> z.B. wie viel Strahlung maximal nach aussen gelangen könnte und was die
> Auswirkungen sind. Da die Menge an strahlendem Material duetlich kleiner
> ist, sollte hier weniger passieren. Die Frage ist nur, was weniger
> bedeutet.
>
> Der nächste Punkt wäre die Endlagerung. Wie viel hochradioaktives
> Material entsteht im Betrieb?
>
>
> Kann man Forschungreaktoren eventuell mit der Diskussion über grüne und
> weiße Gentechnik vergleichen kann?

Hm, da sehe ich jetzt keine naheliegenden Brücken, es sei denn du 
meinst, dass die KKW-Reaktoren wie die grüne Gentechnik das Erbgut 
verändern... Nun, wenn man es so sehen will...

Natürlich entstehen auch bei Forschungsreaktoren Abfälle, wenn auch in 
erheblich geringerem Maße. Doch nicht die Energiegewinnung steht im 
Mittelpunkt sondern die Nutzung der Strahlung (Neutronen in München z. 
B. ) oder der Isotope. Und hierfür ist ein möglichst sicherer Betrieb 
die beste Voraussetzung. Die Forscher haben also nix davon ob das Ding 
viel leistet oder wenig. Die Forscher sind in der Regel auch in der Nähe 
des Reaktors, weil da die Beamlines sind.

Daher haben die Forscher auch keinerlei Interesse, dass das Ding auf 
Biegen und Brechen an ist, weil z. B. noch ein Experiment zu machen ist 
aber der Reaktor eine Kontrolle braucht...

von Tilo (Gast)


Lesenswert?

Hallo

Ich meinte nicht die Genveränderung sondern eher den Punkt, dass die 
"weiße" Gentechnik sogar bei den grünen aktzeptiert ist, da hierbei die 
Genveränderten Organismen nicht in die Umwelt entlassen werden, also 
grün=böse, weiß=gut.

von Michael K. (charles_b)


Lesenswert?

http://www.ga-esi.com/triga/about/index.php

Die Forschungsreaktoren scheinen auch irgendwie eigensicher zu sein.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Gabs da nicht ein Problem mit hoch angereichertem Uran, das für den 
Betrieb gebraucht wird? Da man aus dem Stoff auch andere Dinge machen 
kann, soll es keinen Nachschub an Brennstoff mehr geben.

Deswegen gibt, oder gab es Engpässe bei medizinisch benötigten 
Radionukliden.


Weiße Gentechnik ist die klassische Züchtung, der Begriff ist etwas 
irreführend. Da steckt wohl mal wieder so ein kleiner PR-Trick dahinter, 
lanciert durch interessierte Kreise...

von Michael K. (charles_b)


Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Gabs da nicht ein Problem mit hoch angereichertem Uran, das für den
> Betrieb gebraucht wird? Da man aus dem Stoff auch andere Dinge machen
> kann, soll es keinen Nachschub an Brennstoff mehr geben.
>
> Deswegen gibt, oder gab es Engpässe bei medizinisch benötigten
> Radionukliden.
>
>
> Weiße Gentechnik ist die klassische Züchtung, der Begriff ist etwas
> irreführend. Da steckt wohl mal wieder so ein kleiner PR-Trick dahinter,
> lanciert durch interessierte Kreise...

Ja, das ist ein Thema. Am FRM II in München hat man das System für HEU 
ausgelegt. Dann ist man draufgekommen dass es wg. Plutonium und so 
besser wäre LEU zu nehmen (die Politik ist draufgekommen). Man kann den 
Reaktor wohl umbauen aber das ist sehr teuer, weil eben nicht von 
vorneherein berücksichtigt und die Neutronenintensität dürfte auch 
erheblich sinken.

Insofern dauern dann die Messungen länger bzw. einige Messungen gehen 
dann nicht mehr, weil zu wenig Neutronen.

Ob es einfacher ist, nen Sprengkopf zu klauen oder in nen 
Forschungsreaktor einzubrechen und dort das HEU zu klauen kann ich 
schwer beurteilen. Ein Sprengkopf ist auf jeden Fall deutlich kompakter. 
Sozusagen reisefertig.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Michael K-punkt schrieb:
> Ob es einfacher ist, nen Sprengkopf zu klauen oder in nen
> Forschungsreaktor einzubrechen und dort das HEU zu klauen kann ich
> schwer beurteilen.

Die Amis sind in solchen Dingen dogmatischer als der Papst in seinen.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.