Forum: Offtopic "Schornsteine" beim AKW Fukushima


von Martin K. (maart)


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Auf den Fotos sind ja so eine Art Schornsteine (gehalten von einer 
Gitterkonstruktion) zu sehen?
Was wird den dort rausgeblasen?

Gruß.

von Nitram L. (nitram)


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Plutonium????

nitraM

von Martin K. (maart)


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Martin L. schrieb:
> Plutonium????
>
> nitraM

Kann nicht sein, das wurde ja im Boden gefunden!
So, jetzt aber mal ernsthaft.

Martin

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Martin Kreiner schrieb:
> So, jetzt aber mal ernsthaft.
>
> Martin

Du machst Witze?
...
Vielleicht haben die ja noch nen Kohleofen daneben stehen für den 
Eigenbedarf oder zum anheizen? ;-)

Namaste

von Karl H. (kbuchegg)


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Winfried J. schrieb:
> Martin Kreiner schrieb:
>> So, jetzt aber mal ernsthaft.
>>
>> Martin
>
> Du machst Witze?
> ...
> Vielleicht haben die ja noch nen Kohleofen daneben stehen für den
> Eigenbedarf oder zum anheizen? ;-)

Kohleofen stimmt: Damit läuft die Dampfmaschine für die Pumpen

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
> Kohleofen stimmt: Damit läuft die Dampfmaschine für die Pumpen

Dann wissen wir ja jetzt was passiert ist. Die Kohle ist nass geworden 
und deshalb sind die Kühlpumpen ausgefallen.

Gut das Martin nach den Schloten gefragt hat.

fg.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


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Z.B. das würzige Xenon, das bei der Kernspaltung in geringen Mengen 
entsteht, wird über die Kamine in die Umwelt entlassen.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Martin Kreiner schrieb:
> Was wird den dort rausgeblasen?

Bitte: den_N_

Das sind Abluftkamine. Wobei man sich im klaren darüber sein sollte, was 
für eine Ab"luft" da hinausgeblasen wird.

von Thilo M. (Gast)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Das sind Abluftkamine. Wobei man sich im klaren darüber sein sollte, was
>
> für eine Ab"luft" da hinausgeblasen wird.

So ist es.
Die Abluft kommt über Filter aus dem Inneren des Containments, das im 
Normalbetrieb leichten Unterdruck hat um eine Kontamination des 
Restlichen Gebäudes und Edelgasaustritt zu vermeiden.

von Uhu U. (uhu)


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Thilo M. schrieb:
> Edelgasaustritt zu vermeiden.

Wo geht das denn hin?

von Thilo M. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Wo geht das denn hin?

Wie gesagt, in die Filter (Harz, Aktivkohle), ensteht nur in 
nennenswerter Menge bei BE-Schäden. Die gefilterte Luft geht durch den 
Kamin ins freie.

von Uhu U. (uhu)


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Lassen sich denn Edelgase überhaupt einigermaßen effektiv filtern? 
Chemisch sind sie innert.

Warum dürfen AKWs gewisse Mengen Xenon in die Außenwelt entlassen?

von Ben _. (burning_silicon)


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warum dürfen kohlekraftwerke gigantische mengen CO2 in die außenwelt 
entlassen?

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Xenon ist nun das am wenigsten inerte aller Edelgase.
Es geht so gar recht stabile Verbindungen ein, freilich nur mit 
agressivsten Elementen wie Flour z.B.

von Uhu U. (uhu)


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Ben _ schrieb:
> warum dürfen kohlekraftwerke gigantische mengen CO2 in die außenwelt
> entlassen?

Warum wird den AKWs nicht erlaubt, ihre gesamten Abfälle einfach auf 
die Müllkippe zu schmeißen?

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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@ uhu
machen sie doch im Abklingbecken oder der Asse, oder in Frankreich 
direkt mit dem Abwasser ins Meer

Namaste

von Nitram L. (nitram)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Ben _ schrieb:
>> warum dürfen kohlekraftwerke gigantische mengen CO2 in die außenwelt
>> entlassen?
>
> Warum wird den AKWs nicht erlaubt, ihre gesamten Abfälle einfach auf
> die Müllkippe zu schmeißen?

Warum verdienen die Betreiber Unmengen mit dem "billigen" Strom und der 
Steuerzahler muss die Entsorgung zahlen???

nitraM

von Hannes L. (hannes)


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Martin L. schrieb:
> Warum verdienen die Betreiber Unmengen mit dem "billigen" Strom und der
> Steuerzahler muss die Entsorgung zahlen???

Weil kriminelle Leute kriminelle Verträge abgeschlossen haben, die man 
heute leider nicht als sittenwidrig anfechten kann.

...

von Michael K. (charles_b)


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Ist jetzt ein blödes Argument, möchte es aber dennoch erwähnen: Man hört 
des öfteren, dass Kohle und Öl ja auch (extrem wenig) radioaktive Stoffe 
enthalten, die beim Verbrennen an die Umwelt abgegeben werden.

Ein Kohlekraftwerk würde so mehr Radioaktivität an die Umwelt abgeben 
als ein KKW im Normalfall. (Betonung auf Normalfall)

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Michael K-punkt schrieb:
> Ist jetzt ein blödes Argument, möchte es aber dennoch erwähnen: Man hört
> des öfteren, dass Kohle und Öl ja auch (extrem wenig) radioaktive Stoffe
> enthalten, die beim Verbrennen an die Umwelt abgegeben werden.
>
> Ein Kohlekraftwerk würde so mehr Radioaktivität an die Umwelt abgeben
> als ein KKW im Normalfall. (Betonung auf Normalfall)


Aber die Maximale Emisionsrate ist elementar begrenzt, auch im Worst 
Case.

Namaste

von (prx) A. K. (prx)


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Winfried J. schrieb:

> Aber die Maximale Emisionsrate ist elementar begrenzt, auch im Worst
> Case.

Ist sie bei KKWs auch. Nur auf etwas höherem Niveau ;-).

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Das meinte ich und ging davon aus das es jeder versteht. aber gut das du 
das jetzt geklärt hast.

Namaste

von Jörg S. (joerg-s)


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von Ben _. (burning_silicon)


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> Warum wird den AKWs nicht erlaubt, ihre gesamten Abfälle einfach auf
> die Müllkippe zu schmeißen?
warum strahlen aschehalden der KKWs mehr als das kühlwasser eines im 
normalbetrieb laufenden AKWs?

> Warum verdienen die Betreiber Unmengen mit dem "billigen" Strom und der
> Steuerzahler muss die Entsorgung zahlen???
warum möchte niemand grob geschätzte 50 cent je kwh für angenommenen 
100% solarstrom mit öko-umlage bezahlen?

von Karl H. (kbuchegg)


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Ben _ schrieb:
>> Warum wird den AKWs nicht erlaubt, ihre gesamten Abfälle einfach auf
>> die Müllkippe zu schmeißen?
> warum strahlen aschehalden der KKWs mehr als das kühlwasser eines im
> normalbetrieb laufenden AKWs?

Weil du die Radioaktivität, die bei der Entsorgung der verbrauchten 
Brennstäbe anfällt nicht in die Bilanz eingerechnet hast?

von Ben _. (burning_silicon)


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das will ich nicht in abrede stellen, ich hab nur was gegen die freaks 
die meinen kohle- und solarstrom könnten von jetzt auf gleich all unsere 
sorgen lösen.

von Uhu U. (uhu)


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Ben _ schrieb:
> das will ich nicht in abrede stellen, ich hab nur was gegen die freaks
> die meinen kohle- und solarstrom könnten von jetzt auf gleich all unsere
> sorgen lösen.

Meint das hier jemand? Oder meinst du nur, daß das jemand meint?

von Ben _. (burning_silicon)


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so wie manche hier argumentieren glaube ich schon, daß viele das hier so 
sehen.

ich hab selber solarmodule für 400Wpeak (das ist übrigens auch deutlich 
mehr als der propagierte "quadratmeter für jeden") und weiß daß das bei 
weitem nicht reicht um den täglichen bedarf zu decken. fürs lappi und 
schreiben hier reichts vielleicht, aber spätestens beim wäsche waschen 
ist ende.

von Karl H. (kbuchegg)


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Ben _ schrieb:
> so wie manche hier argumentieren glaube ich schon, daß viele das hier so
> sehen.

Das denke ich nicht.

Aber was viele denken: Immer nur vom Ausstieg zu reden und nichts dafür 
tun, ist einfach auf Dauer zu wenig. Irgendwann muss man anfangen sonst 
wird das nie was.

von Jo O. (brause1)


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Hier noch ein paar "schöne" Bilder vom Schornstein und dem Drumherum:

http://cryptome.org/eyeball/daiichi-npp/daiichi-photos.htm

- Die Bilder lassen sich als Zip-Datei herunterladen
- Es gibt eine weitere Seite, sie Link oben auf der Seite

von (prx) A. K. (prx)


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Thx, endlich mal Hires-Bilder davon, insbesondere vom sonst meist nicht 
aufgeführten #1. Und Jens hatte recht: Dort liegt der Rest vom Dach noch 
drauf, kollabiert, teilweise auf dem Ladekran drauf.

von Nitram L. (nitram)


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Ben _ schrieb:
> warum möchte niemand grob geschätzte 50 cent je kwh für angenommenen
> 100% solarstrom mit öko-umlage bezahlen?

Weil die meisten Mitbürger sich nicht informieren!

50 Cent pro kWh ist doch ein fairer Preis! Was glaubt Ihr eigentlich, 
was eine kWh Atomstrom real kostet?

Deutschland hat den Atomstrom von 1950 – 2010, also über 60 Jahre mit 
204 Mrd. Euro gefördert. Und es werden weitere 100 Mrd. Euro für die 
maroden Atommülllager den Rückbau der AKWs hinzu kommen.

Würden bei Atomkraftwerken die gleichen Haftungsregeln gelten wie in 
anderen Wirtschaftsbereichen, wäre Atomstrom um bis zu 2,70 Euro pro kWh 
teurer!!!

Für alle die es interessiert:
http://www.foes.de/pdf/90903-Subventionen_Atomkraft_Endbericht-2.pdf

nitraM

von Thilo M. (Gast)


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Martin L. schrieb:
> Deutschland hat den Atomstrom von 1950 – 2010, also über 60 Jahre mit
>
> 204 Mrd. Euro gefördert. Und es werden weitere 100 Mrd. Euro für die
>
> maroden Atommülllager den Rückbau der AKWs hinzu kommen.

Also wurden in 60 Jahren 204 Mrd. für KKWs gesponsert.
Und Regenerative werden jährlich mit 40 Mrd. gesponsert, Tendenz 
steigend. Dann wäre der Betrag von 200 Mrd. schon in 5 Jahren erreicht.

Im Gegensatz zu den Regenerativen wurden in den 60 Jahren auch wirklich 
viele Mrd. kWh erzeugt. Vielleicht sollte man hier Kosten und Nutzen ins 
Verhältnis stellen?

und die 100 zusätzlichen Mrd. stimmen nicht, da die Rücklagen, die die 
Betreiber bilden müssen, für Rückbau und Entsorgung da sind und (wie die 
Regenerativabgabe) über die Jahre mit dem Strompreis bezahlt wurden.

Man sollte immer beide Seiten korrekt betrachten. ;-)

von Nitram L. (nitram)


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Hallo Thilo,

dabei müsstest du allerdings auch betrachten, das 1970 eine Milliarde DM 
(500.000€) etwas ganz anderes waren wie heute....

Allerdings was haben wir heute von den 204 Mrd. Subventionen? 
Atomenergie ist ein Auslaufmodell - außer einer Menge strahlenden Mülls, 
unsicheren Endlagern ist nicht aus dem Geld geworden... Es ist quasi 
verstrahlt...

> Und Regenerative werden jährlich mit 40 Mrd. gesponsert, Tendenz
> steigend. Dann wäre der Betrag von 200 Mrd. schon in 5 Jahren erreicht.

Das ist so nicht richtig! Es sind nicht 40 Mrd. jährlich -  4,7 Mrd/anno 
sind es derzeit...

Der zeitliche Verlauf ist so:
Jahr         Förderung     EEG Quote
2000          0,8 Mrd         3%
2003          1,7 Mrd         6%
2006          3,3 Mrd        12%
2009          4,7 Mrd        18%


www.erneuerbare-energien.de

von Uhu U. (uhu)


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Die Kernkraftwerke sind das Teflon der Atomwaffentechnik: mit ihnen 
hatte man eine zivile Anwendung dafür, die riesige Subventionssummen 
rechtfertigte und gleichzeitig ständigen Nachschub an Plutonium 
garantierte, das man nach Aufarbeitung sowohl für Kernwaffen, als auch 
für die Stromerzeugung nutzen kann.

Der "Verteidigungs"-Minister Franz-Joseph Strauß war ein großer Förderer 
der deutschen Kerntechnik und maßgeblich an der Beschaffung der für 
Atombombenwürfe gedachten Trägerwaffe beteiligt: dem Starfighter F-104G.

Das G steht für eine Spezialversion des Fliegers, die stark in Richtung 
atombombenwerfende Wollmilchsau ging und dermaßen überfrachtet war, daß 
er ohne Nachbrenner gar nicht vom Boden kam. Bei 269 bis 292 Abstürzen 
der Wunderwaffe kamen 110 Piloten ums Leben.

http://www.military-info.de/Bundeswehr/absturz.htm

Etwa zeitgleich mit dem Tod von F.-J. Strauß wurde das Standbein der 
künftigen Plutoniumwirtschaft beerdigt: die Wiederaufarbeitungsanlage 
Wackersdorf. Der Traum von der deutschen Atombombe war ausgeträumt.

Aber wie es immer so ist mit der Rüstung: Es werden Unmengen Geld 
investiert und die entsprechenden Industrien leben davon, wie die Made 
im Speck. Nicht zuletzt die Kernkraftwerker als Spin-off des kalten 
Krieges.

Aber wer denkt, es handle sich um eine spezielle Form der Korruption, 
der denkt im Zusammenhang mit Atombomben zu kurz: Es handelt sich um 
reine Offensivwaffen und deren Kalkulation bezieht insgeheim immer auf 
einem damit zu erzielenden Raubgewinn ein.

Daß das funktioniert, zeigen die USA: die wären längst bankrott, wenn 
sie mit ihrer Kriegsmaschinerie nicht fast den gesamten Rest der Welt 
erpressen und ausplündern könnten.

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Die Kernkraftwerke sind das Teflon der Atomwaffentechnik: mit ihnen
> hatte man eine zivile Anwendung dafür, die riesige Subventionssummen
> rechtfertigte und gleichzeitig ständigen Nachschub an Plutonium
> garantierte, das man nach Aufarbeitung sowohl für Kernwaffen, als auch
> für die Stromerzeugung nutzen kann.

Wofür die bei der Stromproduktion überwiegend eingesetzten 
Leichtwasserreaktoren wesentlich schlechter geeignet sind als andere 
Typen. Für Plutoniumproduktion eignen sich Druckröhrenreaktoren wie die 
sovietischen RBMK-Typen und die kanadischen CANDU-Typen besser. Den 
einen haben wir Tschernobyl zu verdanken, mit den anderen haben die 
Inder ihr Plutonium erbrütet.

Die CANDUs sind dafür besonders praktisch, weil sie mit Natururan 
arbeiten und daher keine aufwendige Anreicherung benötigen. Nur dass man 
bei den Kanadiern m.W. keine nachhaltigen militärischen Interessen 
erblicken kann.

Die Leichtwasserreaktoren sind sehr wohl ein Produkt des Militärs, aber 
nicht wegen Plutonium. Speziell die Druckwasserreaktoren wurden 
ursprünglich für U-Boote entwickelt.

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Wofür die bei der Stromproduktion überwiegend eingesetzten
> Leichtwasserreaktoren wesentlich schlechter geeignet sind als andere
> Typen.

Du weißt, daß zumindest bis Ende der 80er Jahre eine größere Menge 
Plutonium durch die BRD geisterte?

Es gab (gibt?) z.B. im damaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe ein 
Plutoniumlager. Um zu verschleiern, wo sich das Zeug gerade befindet, 
wurde (wird?) es mit LKWs von einem Lager zum andern gekarrt.

Gewonnen wurde der Stoff aus abgebrannten Brennelementen, z.B. in der 
Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe.

> Der kalte Krieg hatte mit Raubgewinnen nichts zu tun.

Und was glaubst du, warum sich der Westen nach dem Sieg im Kalten Krieg 
in vorher nicht gekannter Weise bereichern konnte?

Ein Räuber der beim Raub nicht schießen muß, bleibt ein Räuber...

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Du weißt, daß zumindest bis Ende der 80er Jahre eine größere Menge
> Plutonium durch die BRD geisterte?

Ich weiss. Wobei man bei Plutonium aber stets fragen muss, um welche 
Isotopenverteilung es sich dabei handelt. Anfangs entsteht vorwiegend 
Pu239, später kommt deutlich Pu240 hinzu. Für Bomben braucht man Pu239, 
ein grösserer Anteil von Pu240 stört.

Man kann also nur dann das Waffenplutonium gewinnen, wenn man die 
Brennstäbe nach recht kurzer Zeit wieder raus nimmt. Was bei einer 
effizienten Stromproduktion durch Reaktoren mit Druckbehälter wie den 
hierzulande verwendeten Druck/Siedewasserreaktoren äusserst unpraktisch 
ist, da man sie dafür abschalten muss.

Aus einer Aufbereitung von Brennstäben aus normal für Stromerzeugung 
betriebenen Leichtwasserreaktoren kommt also Plutonium in einem 
Isotopengemisch heraus, das sich für Waffen nur sehr schlecht eignet.

Genau deshalb eignen sich die Druckröhrenreaktoren besser. Man kann bei 
diesen Typen die Brennstäbe wechseln ohne den Reaktor abschalten zu 
müssen.

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Aus einer Aufbereitung von Brennstäben aus normal für Stromerzeugung
> betriebenen Leichtwasserreaktoren kommt also Plutonium in einem
> Isotopengemisch heraus, das sich für Waffen nur sehr schlecht eignet.

Daß die BRD Atommacht wird, war in der Nato nicht durchsetzbar, deswegen 
gab es auch keine.

Es ging bei der ganzen Geschichte um die Fähigkeit, Kernwaffen zu bauen 
- die hat man, wenn man über KKWs verfügt und ohne fremde Hilfe 
Kernbrennstoffe wiederaufarbeiten kann.

Das war der Hintergedanke, der die ganze BRD-Atomstrategie prägte.

Die BRD, speziell das KFK spielte übrigens bei der atomaren Aufrüstung 
Israels eine wichtige Rolle und die Anreicherungstechnik mit 
Ultrazentrifungen ist eine westdeutsche Entwicklung - sie wurde in das 
damals wegen der Apartheid geächtete und einem Embargo unterliegenden 
Südafrika exportiert - illegal.

von (prx) A. K. (prx)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Die BRD, speziell das KFK spielte übrigens bei der atomaren Aufrüstung
> Israels eine wichtige Rolle und die Anreicherungstechnik mit
> Ultrazentrifungen ist eine westdeutsche Entwicklung - sie wurde in das
> damals wegen der Apartheid geächtete und einem Embargo unterliegenden
> Südafrika exportiert - illegal.

Wobei Anreicherung nichts mit Plutonium zu tun hat. Anreichern tut man 
Uran. Und man tut das einerseits für Waffen, andererseits auch zivil, 
denn Leichtwasserreaktoren verwenden leicht angereichertes Uran und 
Forschungsreaktoren oft hochangereichertes Uran.

Dass bis in die 60er andere Hintergedanken existierten ist mir bekannt, 
aber bei den hierzulande für Stromproduktion verwendeten Reaktoren kann 
man das m.E. ausschliessen.

Die Soviets waren m.W. vorsichtig genug, nur die Leichtwasser-Reaktoren 
zu exportieren, nicht die RBMK-Typen. Dass sie später ganze Länder 
mitsamt solcher Reaktoren "exportierten" war unbeabsichtigt.

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Wobei Anreicherung nichts mit Plutonium zu tun hat. Anreichern tut man
> Uran. Und man tut das einerseits für Waffen, andererseits auch zivil,
> denn Leichtwasserreaktoren verwenden leicht angereichertes Uran und
> Forschungsreaktoren oft hochangereichertes Uran.

Ja natürlich. Nur war Südafrika damals bemüht, eine eigene Uranbombe zu 
entwickeln - dazu wurden die Ultrazentrifungen gebraucht - und die BRD 
war behilflich...

Was ich damit zeigen will: Die westdeutsche Kerntechnik war von Anfang 
an ein Kind des Krieges und das rechtfertigte insgeheim die immensen 
Subventionen, die der Staat leistete. Daß man alles mit "friedlicher 
Nutzung" tarnen konnte, war natürlich prima.

Martin L. schrieb:
> dabei müsstest du allerdings auch betrachten, das 1970 eine Milliarde DM
> (500.000€) etwas ganz anderes waren wie heute....

Ich habe versucht, Daten über die Inflation in der BRD seit 1950, oder 
so zu finden - leider bisher ohne Erfolg.

Es wäre wirklich mal interessant, zumindest zu einer 
inflationsbereinigten Abschätzung der Subventionen an die Kerntechnik 
nach heutigem Geldwert zu bekommen.

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