Hallo,
in der Firma (ca. 150 Mitarbeiter), bei der ich angestellt bin, wird
momentan ein Betriebsrat eingeführt.
Ich wurde gefragt, ob ich kandidieren wolle.
Andere Kollegen haben mir eher abgeraten und meinten, dass ich mir damit
Aufstiegschancen verbauen würde. Eine Chance auf einen Gruppen- oder gar
Abteilungsleiterposten hätte ich dann auf jeden Fall nicht mehr (hat mit
z.B. ein Abteilungsleiter gesagt).
Zudem hätte ich auch bei einem eventuellen Firmenwechsel schlechtere
Bewerbungschancen.
Ist da wirklich etwas dran? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Sind
hier Betriebsratsangehörige an Bord?
Bei uns in der Firma sind zwei Gruppenleiter im BR.
Als Abteilungsleiter bist du ja schon leitender Angestellter(denk ich
mal), also kannst du auch nicht im BR sein.
Gruß
@sub, da bist du falsch informiert!
Unser Abteilungsleiter ist im Betriebsreit, ist sogar der Vorsitzende.
Er war erst im BR und wurde dann AL.
Ich persönlich würds nicht machen wollen, wenn ich so sehe, mit was für
nem Scheiß er sich beschäftigen darf (Falschparker, Kleiderordnung,
Getränkeautomaten etc..)
Beste Grüße, Marek
Naja, Betriebsratsangehörige haben zumindest in großen Konzernen eher
den Ruf, nicht unbedingt gerade wie verrückt zu arbeiten. Kommt
wahrscheinlich daher, dass man in Firmen wie Bosch etc. teilweise
freigestellt wird von seinen eigentlichen Arbeitsaufgaben (als
Entwickler, Tester etc.), um eben die Aufgaben im Betriebsrat
wahrzunehmen. Kann aber durchaus auch ein Vorurteil sein, ist ja nicht
gesagt dass die BR-Arbeit einfacher ist.
Das hängt alles von der Firma ab.
Manche Firmen lieben es, wenn ihre Manager im Betriebsrat sitzen. Von
denen erhofft sich die Firmenleitung eine eher gemäßigte Haltung und das
denen die Firma und eigene Karriere näher ist als die Kollegen.
[Wieso Kollegen so blöd sind, und Manager in den Betriebsrat wählen, ist
eine andere Geschichte]
Andere Firmen sehen Betriebsratsmitglieder in der Tat als Gegner an. Da
ist die Mitgliedschaft karriereschädigend.
Wenn in deiner Firma Kollegen davon abraten, wenn es bis jetzt keine
Manager im Betriebsrat gibt, und wenn du karrieregeil bist, dann
solltest du vielleicht wirklich davon absehen.
Ich würde Niemanden einstellen mit BR-Vergangenheit.
Verheimlichen kannst du es auch nicht.
Wenn dich Andere fragen ob du kandidieren willst, würde man dich
wahrscheinlich auch wählen - man sucht also einen Dummen.
Zitat: "Ich würde keinem Verein beitreten der mich als Mitglied haben
will"
(unbekannt)
Durch deine Arbeit im BR gelten dann die Jahre Berufserfahrung nur noch
zu 50%.
Und wenn ich einen Ingenieur einstellen will, dann sicher keinen der
Erfahrung damit hat wie man dem Unternehmer in die Suppe spuckt.
Wurde mir damals auch gesagt.
Aber bei uns kann ich nicht bestätigen, dass man dadurch Nachteile
hätte. Im Gegenteil hat man Gelegenheit, sich immer mal wieder bei der
Geschäftsleitung zu präsentieren. Manmuss ja nicht einer Meinung sein,
aber ein solides Auftreten mit guten Argumenten überzeugt durchaus über
die BR Arbeit hinaus.
Gruss
Axel
Heinrich schrieb:> Durch deine Arbeit im BR gelten dann die Jahre Berufserfahrung nur noch> zu 50%.
Quelle?
> Und wenn ich einen Ingenieur einstellen will, dann sicher keinen der> Erfahrung damit hat wie man dem Unternehmer in die Suppe spuckt.
[ ] Du hast verstanden, wofür ein Betriebsrat da ist.
@TO:
Die Frage ist, ob Du freigestellter Betriebsrat oder "nur" BER-Mitglied
sein möchtest bzw. wirst.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß einem dadurch keine Nachteile
entstehen, allerdings ist es auch nicht immer eitel Sonnenschein (der
Job). Man muss sich schon mit Dingen rumschlagen, die nicht unbedingt
was mit dem Studium zu tun haben. Aber man darf auch nie vergessen, daß
man eine eher vermittelnde Position hat. Da bringt teilweise
Anfeindungen (von beiden Seiten). Meine Erfahrungen basieren aus
BER-Tätigkeit für ein sehr großes dt. Unternehmen....
Zum Thema Aufstiegschancen: Bisher keine Nachteile erlebt,
zum Thema Gruppenleiter: 2 unserer Gruppenleiter sind im Betriebsrat,
einer davon im Betriebsausschuss.
Viele Grüße,
Wizz
Backlow schrieb:> Hast Du "Unternehmer" bei Schlecker gelernt?
Anspielung verstanden. Sagen wir es so, ich verstehe beide Seiten.
D. K. schrieb:>> Durch deine Arbeit im BR gelten dann die Jahre Berufserfahrung nur noch>> zu 50%.>> Quelle?
Ich
D. K. schrieb:> [ ] Du hast verstanden, wofür ein Betriebsrat da ist.
Ich hatte mal zufällig die Gelegenheit mit einer der großen die ihr alle
aus den Medien kennt, zu sprechen. Das ergab sich so: Ich saß an der Bar
im teuersten Hotel der Stadt und ein Mensch setzte sich neben mich. Wir
tranken ein paar Bier und er erzählte mir das gerade jetzt eine Feier
der Gewerkschaft der Firma (die ihr alle kennt) unten im Keller
stattfindet und lud mich ein einfach mal mit den Leuten zu reden. Ich
opferte also meinen Nachtschlaf und ging zu der Party - die ging dann so
bis früh 4.
Es gab ordentlich zu Essen und zu trinken und Musik wurde gespielt.
Als der Mann meine Fragen nicht mehr beantworten konnte, holte er er die
sellv. Vorsitzende an den Tisch (kennt ihr aus den Medien). Wir
diskutieren das Thema - weil es zu der Zeit Diskussionen gab wie und ob
man einen BR gründen sollte in meiner Firma. Zuerst war ich extrem
beeindruckt: Eine Frau um die 50 mit einer mächtigen Ausstrahlung.
Also Sie hat mühelos den Eindruck vermittelt absolut kompetent zu sein -
war aber auch nicht so besoffen wie ich.
Fazit: Leute mit den intelktuellen Fähigkeiten für so ein Vorhaben
können kein Eigeninteresse daran haben, da sie ohnehin in den Firmen
Spitzenpositionen bekleiden, die entsprechend dotiert sind.
Das war durchaus ernüchternd.