Hallo. Ich möchte mit einen Antenneverstärker für den Radioempfang bauen. Ich habe da mal was simuliert. Siehe Bild. Wäre das so möglich? Die Antenne soll eine Monopolantenne sein.
Ein Gain von -20dB? Dafür bräuchte ich keine teuren Opamps ;) Opamps sind für sowas auch eigentlich recht ungebräuchlich. Spricht irgendwas gegen MMICs?
Na ja, also der Gain liegt bei 24db, da das Inputsignal bei -46db liegt. Ist ja nur 0,1mV. Mit MMICs kenn ich mich nicht aus, und OPamps sind halt ideal, keine Arbeitspunkteinstellung und so etwas, nur Gain einstellen und hoher Eingangswiderstand. Wie würde denn so eine Schaltung mit einem MMIC aussehen?
> Na ja, also der Gain liegt bei 24db, da das Inputsignal bei -46db liegt. Ah, stimmt, ist ja absolut ;) > Mit MMICs kenn ich mich nicht aus, und OPamps sind halt ideal, keine > Arbeitspunkteinstellung und so etwas, Naja, die Spule+Widerstand sollte man ja noch hinbekommen ;) Die parasitären Effekte gibts bei beiden, d.h. die deine Simulation wird ohnehin nicht so ganz passen. > nur Gain einstellen und hoher Eingangswiderstand. MMICs haben einen festen Gain und sind genau darauf optimiert. Wofür ein hoher Eingangswiderstand bei HF und 100MHz gut sein soll, erschliesst sich mir nicht ganz. Dir hilft er ja auch nichts, wenn man die 36Ohm-Terminierung am Eingang so anschaut. Die vernichtet doch schon einen Teil deiner kostbaren Eingangsenergie... > Wie würde denn so eine Schaltung mit einem MMIC aussehen? Fast genauso, wenn du ein Eingangsfilter haben willst. Die Grundschaltung ist aber deutlich einfacher. Mal so wild in die 20dB-Kiste gegriffen: http://media.digikey.com/pdf/Data%20Sheets/NXP%20PDFs/BGA6589.pdf
Also das mit der 36Ohm Terminierung habe ich gemacht, da man ja immer von Antennenanpassung redet. Eine Monopolantenne hat bei Resonanz ja 36Ohm realteil. Ist es überhaupt notwendig, die Antenne "abzuschließen" oder kann ich einfach auf den Eingang des OPs gehen? Gibt es dann Reflexionen die stören können? Mit dem hohen Eingangswiderstand war auch nur so gesagt, ist bei HF ja wirklich nicht so wichtig.
> Also das mit der 36Ohm Terminierung habe ich gemacht, da man ja immer > von Antennenanpassung redet. Jaja, aber bitte den Grund nicht aus den Augen verlieren: Es geht darum, dass das Maximum an ENERGIE (U*I) in der relevanten Senke landet. Vergiss bei Hochfrequenz (erst recht bei Antennen) das bei NF und Opamps übliche Denken in Spannungen. U*I an komplexen Lasten rulez, und da "verheizt" dein Widerstand schon mal einiges, das der Verstärker selbst nicht mehr bekommt. D.h. deine eigentliche Verstärkung muss höher sein und bringt damit auch mehr Rauschen. 24dB mit zwei Chips ist nebenbei auch nicht so der Bringer. Der BGA2865 macht schon ca. 30dB und das für einzeln ~70cent. Aufpassen auf Schwingneigung etc. muss man so oder so... Wird mit zwei Stufen aber auch schwerer als mit nur einer. > Gibt es dann Reflexionen die stören können? Keine Ahnung, wie der LT da so ist, aber die Chancen auf grandiose Fehlanpassung stehen gut. Vermutlich könnte man das über ein Anpassungsnetzwerk mit L+C auch hinbiegen, aber wozu? Diese Opamps sind nicht wirklich für grosse Verstärkungen >10dB gemacht. Schau doch mal auf die "applications" im Datenblatt. Da gehts im wesentlichen um Treiberanwendungen (Video, etc.), also eher was mit 0-6dB.
Vielleicht erklärst du erstmal was bei dir Monopolantenne heißt. Teleskopantenne oder ne richtige Antenne?
Ja ok, das mit dem in Leistung denken ist klar. Aber bei 100MHz schon? Reicht es nicht die Spannung zu verstärken? Die OPs kann ich anders beschalten, dann hätt ich mehr Verstärkung. Brauch ich aber erstmal nicht. Wo gibts denn den MMIC zu kaufen? Hab nix gefunden.
> Aber bei 100MHz schon? Reicht es nicht die Spannung zu verstärken? Ja. Nein. Bei 100MHz gibt es nicht mehr wirklich hochohmige Eingänge. > Die OPs kann ich anders beschalten, dann hätt ich mehr Verstärkung. Ach ja: Vergiss das Rauschen deiner Transistorfarm nicht... Im LT1395-DB steht was von 4.5nV/sqrt(Hz) am Eingang. Macht bei 20MHz Bandbreite also ~20uV. Dein Eingangssignal ist "nur" 100uV und trotzdem noch weit über dem Bereich, für den man bei normalen Radios einen Verstärker bräuchte. Tauglicher Stereoempfang ist so bei 30-50uV, Mono irgendwo bei 1-5uV. D.h. das Eingangsrauschen des ersten Opamps ist ungefähr genauso stark (Stereo) oder deutlich stärker (Mono) als dein Signal... > Wo gibts denn den MMIC zu kaufen? Hab nix gefunden. Den gäbs bei digikey. Reichelt hat mit den MSA0686 (+20dB) bzw. MSA0886 (+30dB) aber auch zwei bekannte und gute Typen, sind aber etwas teurer (2-3EUR).
Grundsatzfrage: wofür überhaupt einen Antennenverstärker? Wenn du eine ordentliche Antenne hast (was deine 36 Ω suggerieren), dann hilft der rein gar nichts, vor allem dann nicht, wenn sein Rauschfaktor schlechter ist als der des Empfängereingangs. Du wirst damit bestenfalls mehr Intermodulation erzeugen. Wenn du keine ordentliche Antenne hast, dann ist die Anpassung wohl sowieso jenseits von gut und böse, und das beste wäre es, erstmal eine ordentliche Antenne zu nehmen. ;-) Ein Antennenverstärker hat eigentlich nur in einer Situation Sinn: wenn zwischen Antenne und Empfänger ein langes Kabel ist, damit man die Kabeldämpfung ausgleichen kann.
Martin schrieb: > Ich habe da mal was simuliert 1.Simuliert heißt noch nicht gut aufgebaut. Bist Du sicher, daß es nicht ein besserer Oszillator wird? 2.Man kann nur das verstärken was da ist. 3.Zusammengefasst: Eine gute Antenne ist der beste Verstärker.
oszi40 schrieb: > 3.Zusammengefasst: Eine gute Antenne ist der beste Verstärker. Das hat mein Vater schon ~1920 gelernt. :-) Gruss Harald
hewlett schrieb: > ich nehme an, das reicht doch für erste Versuche Da fehlen mir noch ein paar Bauteile.;-)Diese Dinger wollen sowohl am Eingang und auch am Ausgang 50 Ohm sehen sollen sie stabil arbeiten.Das erzielt man recht einfach mit schwachen Dämfungsgliedern.Zweimal 1db weniger Gain zugunsten der Stabilität kann mann schon mal abtreten...
Probiers einfach mal mit ungepufferten CMOS-Invertern. Preislich unschlagbar. Bei 74AC kenne ich keine ungepufferten, aber die noch moderneren Familien wie LVC haben dann wieder welche.
Da fehlen keine Dämpfungsglieder für exakte Anpassung an 50 Ohm, denn die Verstärker haben schon etwa 50 Ohm Ein- und Ausgangsimpedanz. Braucht man sie nicht für Präzisionsmessungen mit exakt 50 Ohm reichen sie völlig für Antennenversuche. Sie zeigen auch keine Schwingneigung, selbst mit offenem Eingang und hochohmigen Ausgang zeigt sich keinerlei unerwünschte Reaktion.
Also MMIC's sind schon etwas grenzwertig bei UKW, was das Rauschen betrifft. Fast alle bewegen sich zw. 2 und 5dB, was schon eher ungeeignet klingt für Antennenvorverstärker(2-3dB mag vielleicht noch gehen, je nach eingefangenem Antennenrauschen, was bessere Rauschwerte wiederum sinnlos machen würde). OPV's sind aber idR. grundsätzlich als ungeeignet zu betrachten, was das Rauschen angeht. Grundsätzlich kann man auch sagen, daß im UKW-Bereich bei normaler Antenne, und ausreichend empfindlichen Empfänger, und nicht zu langem Antennenkabel, sich ein Vorverstärker allgemein nicht lohnt, weil das Antennenrauschen (atmosphärisches Rauschen) ja ebenfalls mit empfangen und verstärkt wird.
Hier kann man etwas zur Schwingneigung von MMIC-Verstärkern lesen: http://www.elektronikschule.de/~krausg/ http://www.elektronikschule.de/~krausg/Kraus_Publications/PUFF_Microwave_Circuit_Design/Part_04/ Pro und Contra von Antennenverstärkern: http://www.qsl.net/yu1aw/PreYNV.pdf und deren Aufbau: http://www.qsl.net/yu1aw/published_articles.htm Antennenverstärker für UKW-Rundfunk besitzen i.d.R. 75Ohm Ein-und Ausgangsimpedanz. Wenn da schon Antennenkabel verlegt wurden, werden das sicher 75Ohm- Koaxialkabel sein. Schönen Sonntag
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