Forum: Offtopic seltsames Niederspannungsnetz bei Bayer in Leverkusen


von Kartoffel S. (kartoffelsalat)


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Hallo zusammen

Hatte letztens beruflich bei Bayer zu tun. habe dabei festgestellt, das 
die bei den "normalen" Steckdosen keinen N-Leiter führen, sondern 
jeweils 2 Phasen und einen Erdleiter...

Die Phasen gegen Erde gemessen zeigten jeweils eine Spannung von ca. 134 
Volt. Von Phase zu Phase ergibt sich dann wieder die gewohnten 230 
Volt...

Kennt jemand von euch dieses Netz? Weshalb macht man das so?

Vielen Dank für eure Beiträge...

Grüsse Hanns

von Ben _. (burning_silicon)


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sieht wie ein 400V netz aus, was aber nur mit 230V (3phasig) gefahren 
wird. warum man das macht weiß ich aber nicht, vielleicht verbessert 
sich damit die symmetrie der belastung?

von Paul B. (paul_baumann)


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Ich nehme an, die werden sich ein Netz mit Isolationsüberwachung gebaut
haben, damit im ersten Fehlerfall der Saft noch nicht abgeschaltet wird.
Gerade in einer chemischen Fabrik ist das wichtig, damit nicht die
Steuerung der Anlage versagt und es "WUMM" macht.

Das wäre ein IT-Netz, wie man es auch in Krankenhäusern (OP-Saal) 
verwendet.
MfG Paul

von Kartoffel S. (kartoffelsalat)


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Also ohne geerdeten Sternpunkt, deshalb kein Nulleiter... Wie wird dann 
der Erdleiter realisiert? der dürfte es dann ja auch nicht geben?

von Icke ®. (49636b65)


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Kartoffel Salat schrieb:
> Also ohne geerdeten Sternpunkt, deshalb kein Nulleiter... Wie wird dann
> der Erdleiter realisiert? der dürfte es dann ja auch nicht geben?

Schutzleiter != Nulleiter

Der Schutzleiter wird auf Erdpotential gelegt, damit im Fehlerfall der 
Strom dorthin abfließt. Dies wird vom FI-Schalter registriert, der dann 
abschaltet. Der Nulleiter wird in einem Drehstromnetz in 
Dreieckschaltung nicht benötigt bzw. existiert da nicht. Früher gab es 
oft 220V-Drehstromnetze, von denen halt 2 Phasen zur Steckdose führten. 
Die Phasen können gegenüber Erdpotential Spannung führen. Vielleicht ist 
das noch so ein Netz.

von Silvia A. (silvia)


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Ich hab damit auch schon mal Erfahrung gemacht. Das Nennt sich 230V 
Drehstromnetz.

Paul Baumann schrieb:
> Netz mit Isolationsüberwachung
Der Krempel ist so Uralt, da dachte noch niemand an Isowächter

Besonders gemein: Jede Steckdose Hat 2 Sicherungen. Macht man nur eine 
Raus, hat man noch gute Chancen sich an den 130V eine zu Fangen.

Irgendwie sollte das Geld sparen, weiss aber nicht mehr warum

von Paul B. (paul_baumann)


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Oh, eine Expertin...
>Der Krempel ist so Uralt, da dachte noch niemand an Isowächter

Na, wenn das so ist, daß Du die beschriebene Anlage kennst...

>Irgendwie sollte das Geld sparen, weiss aber nicht mehr warum

Zitat Loriot: "Ach?!"

MfG Paul

von Hannes L. (hannes)


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Silvia A. schrieb:
> Das Nennt sich 230V
> Drehstromnetz.

Naja, damals hieß es noch 220V-Netz. Ich hatte in den sechziger Jahren 
die E-Installation vieler Haushalte vom 220er Netz auf das 380er Netz 
umstellen müssen, viele Leute hatten damals noch 127V an Lampen und 
Steckdosen. Und auch in den Kleinbetrieben (die keinen eigenen 
Elektri(n)ker hatten) musste ich etliche Motoren von Dreieck auf Stern 
umklemmen. In einigen Orten wurde da auch gleich von Freileitung auf 
Erdkabel umgestellt, also gab es in diesem Zuge auch neue Hausanschlüsse 
und Steigleitungen.

Heute heißt es natürlich 400V-Netz, aber da hat man nur an den 
Toleranzen gedreht...

...

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