Hallo,
für ein anderes HF-Bastelprojekt (und wahrscheinlich auch noch für
folgende) benötige ich einen HF-Generator, der von ca. 100kHz bis 30MHz
manuell abgestimmt werden kann.
Habe einen TDA1072 vorliegen, einen AM-Empfängerbausten (Superhet). Beim
Datenblattlesen kam mir die Idee, den Vorkreis auf Masse zu legen und
nur den Oszillatorkreis zu beschalten und zwar so, dass der oben
angegebene Frequenzbereich mit einem Drehko überstrichen werden kann
(eventuell mit Umschalter für andere Induktivität/en).
Das HF-Signal müßte dann zur weiteren Verwertung bequem am ZF-Ausgang
abgegriffen werden können.
Fragt sich natürlich, mit welcher Wellenform das Signal dort den IC
verläßt (weiß das jemand?).
Parallel dazu soll ein Frequenzzähler mit einem AVR und LCD-Display
aufgebaut werden, um die eingestellte Frequenz auch direkt ablesen zu
können (glaube, da gibt es auch schon fertige Projekte, die mit einem
Vorteiler arbeiten, wenn ich richtig informiert bin).
Vorschläge, Meinungen, Anregungen hierzu???
Ich denke solche Aufbauten sind nicht mehr wirklich zeitgemäß, dürfte
auch für den MAX620 zutreffen.
Warum verwendest du nicht einen DDS? Immerhin kommt bei dir doch eh ein
µC zum Einsatz.
Beispiele wie soetwas aufgebaut wird finden sich im Netz zu Hauf.
Vielleicht kommt ja auch eine fertige Lösung für dich in Frage. Ein Tip
am Rande, lass die Finger von den DDS10/20/30, die sind nicht wirklich
sehr zufriedenstellend.
branadic
./. schrieb:> Besorg Dir lieber einen MAX2620.
Laut Datenblatt kann der 10MHz bis 1050MHz. ich suche was von 100kHz bis
30MHz.
branadic schrieb:> Warum verwendest du nicht einen DDS? Immerhin kommt bei dir doch eh ein> µC zum Einsatz.
Naja, ein AVR kann das nicht bis 30MHz...
Ein VCO wäre natürlich einfach mit einem Poti steuerbar. Auf der anderen
Seite:
Die Idee mit dem TDA1072 als kleines praktisches Bastelprojekt nebenbei
finde ich gar nicht so schlecht. Wüßte nur gerne, was für eine
Wellenform er generiert...
GB schrieb:> Die Idee mit dem TDA1072 als kleines praktisches Bastelprojekt nebenbei> finde ich gar nicht so schlecht. Wüßte nur gerne, was für eine> Wellenform er generiert...
Sinus, zumindest siehts am Oszi danach aus. Oberwellen hab ich nie
vermessen.
GB schrieb:> Vorschläge, Meinungen, Anregungen hierzu???
Ist so als Hf-Generator 0.1 bis 30MHz in einer alten "Funkamateur"
Zeitschrift beschreiben.
Resumee aus dem dortigen (Fach-)Artikel:
Taugt als HF-Störer, aber kaum als ordentlicher Generator
Christoph Kessler (db1uq) schrieb:> noch ein Vorschlag:> http://www.linear.com/product/LTC1799> LTC1799 - 1kHz to 33MHz Resistor Set SOT-23 Oscillator
Der LTC1799 ist doch so ein winziges 5-beiniger SMD-Teil, oder? Würde
ihn ja gerne nehmen, er ist aber ein Rechteckgenerator.
Was ich brauche, ist ein Generator, mit dem man den eingestellten
Empfangsbereich eines Empfängers (Audion, Superhet etc.) direkt prüfen
kann und mit dem sich auch beispielsweise die Induktivität einer
unbekannten Spule mit Hilfe einer Parallelkapazität ermitteln läßt.
Bei einem Rechteckgenerator stelle ich mir das wegen dem Oberwellensalat
schwierig vor.
Ich schuster' das Teil einfach mal zusammen und schaue, was dabei
rauskommt.
Das Signal will ich über einem 1K-Poti von Pin1 (ZF out) nach +Ub
(Pin13) abgreifen, Auskopplung dann am Schleifer über 100n.
Einzig was ich mit den beiden Anschlüssen 3 und 4 (siehe Schaltbild)
machen soll, weiß ich noch nicht. Pin3 vielleicht einfach über 10n an
Masse?! Aber Pin4??? Der scheint so eine Art Masse für die ZF-Filter zu
sein...
GB schrieb:> Einzig was ich mit den beiden Anschlüssen 3 und 4 (siehe Schaltbild)> machen soll, weiß ich noch nicht. Pin3 vielleicht einfach über 10n an> Masse?! Aber Pin4??? Der scheint so eine Art Masse für die ZF-Filter zu> sein...
..oder einfach einen C von Pin3 nach 4, fällt mir grade ein. Das würde
ja passen als "Filterdummie".
Hab das TDA1072-Teil mittlerweile aufgebaut.
Leider schwingt nichts, weder Oszillatorkreis, noch kommt an Pin1
(Ausgang ZF) was raus.
IC zieht ca. 20mA, so stehts auch im Datenblatt.
Habe den Oszillatorkreis für ungefähr 1MHz ausgelegt, 82µH und 350pF.
Mit anderen Spulen- und Kondensatorwerten oszilliert ebenfalls nicht.
Mache gleich mal ne Skizze zum Posten fertig, vielleicht hat jemand eine
Idee, woran es liegen könnte.
Im Anhang ein Originalschaltbild und darunter meine
HF-Generator-Modifikation (hoffe, man kann es lesen).
Der Standby-Pin 2 liegt auf Masse, habe ich bei einem anderen Schaltbild
abgekupfert, im Datenblatt steht leider nichts Ergiebiges dazu.
Die Beschaltung von Pin 1, 3 und 4 ist eher geraten.
Christoph H. schrieb:> Habe jetzt Thread + Datenblatt nur überflogen; die Oszillatorfrequenz> wäre meiner Meinung nach am Pin 10 abzugreifen.
An Pin 10 kann man sie in jedem Fall auch abgreifen, allerdings ist dort
mit dem gezeigten Aufbau auch nichts zu messen.
Michael X. schrieb:> Auf Pin 1 muß Vp anliegen
danke!
so, es oszilliert jetzt. das ding ist aber eine ganz schöne mimose. wenn
man auch nur gedanklich in die nähe des oszillatorkreises kommt,
verstimmt sich schon die frequenz...
da kann man als HF-generator genauso gut einen oszillator mit einem
transistor aufbauen und einen zweiten transi als impedanzwandler
hintenanhängen.
ein lustiger effekt entsteht übrigens, wenn man einen auf die
oszillatorfrequenz abgestimmten mw-empfänger neben den TDA1072-aufbau
stellt. dann kann man nämlich mit der hand dem mw-radio melodien
entlocken, indem man in der nähe des o.-kreises hantiert.
vielleicht baue ich es zu folgendem um, wo die platine schon mal steht:
http://pages.suddenlink.net/wa5bdu/1chiprx.htm
schaltplan ist weiter unten, achtung, IC ist dort seitenverkehrt
gezeichnet
Das ist normal. Pack es in einen Blechkäfig. Der Vorteil der Schaltung
dürfte sein daß die Amplitude des Oszillators irgendwie stabilisiert
wird. Ansonsten kannst du dir eine PLL drumherum basteln.
Michael X. schrieb:> Der Vorteil der Schaltung> dürfte sein daß die Amplitude des Oszillators irgendwie stabilisiert> wird.
hm, laut datenblatt kann man ja das oszillator-HF-signal an pin 10
abgreifen. wenn ich da ein kabel über einen 10k-R und einen 330p-C
(seriell) abgreife und an den frequenzzähler anschließe, ändert sich die
frequenz.
das scheint mir nicht sehr stabilisiert, muss es aber noch mal richtig
untersuchen... hatte ja gehofft, mit dem aufbau um einen imp-wandler
herumzukommen.
Mich regt sowas auf.
Warum liest du nicht einfach mal zuallererst ein bissel Literatur zu
Oszillatoren und machst dich mit dem Colpitts, Hartley und Clapp
vertraut? Glaube bitte auch nicht, so ein IC wird's schon richten.
0.1 MHz bis 30 MHz in einem Rutsch? Wohl nicht!
Das Nächste wäre der mechanische Aufbau. Du brauchst für sowas nicht nur
einen stabilen Dreh-Kondensator, sondern auch ein stabiles Gehäuse. Die
Funkamateure, die uns sowas vorgeturnt haben, haben sich aus gutem Grund
Alu-Druckguß-Gehäuse für sowas ausgesucht. Das sieht zwar grottenhäßlich
aus, aber es erfüllt noch am ehesten den Zweck.
Mein Vorschlag: Besorge dir eines der Jahrbücher der ARRL. Kann ruhig
auch ein älteres Exemplar sein.
W.S.
W.S. schrieb:> Mich regt sowas auf.
Herzlichen Dank für die emotionale Anteilnahme an dem Projekt!
> Warum liest du nicht einfach mal zuallererst ein bissel Literatur zu> Oszillatoren und machst dich mit dem Colpitts, Hartley und Clapp> vertraut?
Die kenn ich schon, Meißner hast du noch vergessen.
> Glaube bitte auch nicht, so ein IC wird's schon richten.>> 0.1 MHz bis 30 MHz in einem Rutsch? Wohl nicht!
Genau das habe ich gedacht! Allerdings in drei Stellbereichen. Von 1 MHz
bis 30 MHz wäre auch ok gewesen.
> Das Nächste wäre der mechanische Aufbau. Du brauchst für sowas nicht nur> einen stabilen Dreh-Kondensator, sondern auch ein stabiles Gehäuse.
Beides vorhanden!
> Mein Vorschlag: Besorge dir eines der Jahrbücher der ARRL. Kann ruhig> auch ein älteres Exemplar sein.
Meinst du, da sind immer brauchbare HF-Oszi-Schaltungen drin?
branadic schrieb:> Beispiele wie soetwas aufgebaut wird finden sich im Netz zu Hauf.> Vielleicht kommt ja auch eine fertige Lösung für dich in Frage. Ein Tip> am Rande, lass die Finger von den DDS10/20/30, die sind nicht wirklich> sehr zufriedenstellend.dft schrieb:> lass ihn doch seine Zeit damit verschwenden> ne Lösung wie die verwendung von nen DDS Ic wäre ja zu> einfach
Dann schlag doch mal einen DDS IC vor, von dem man nicht besser die
Finger lässt!!!
MC1648. Gibts aber nur noch antiquarisch & ist recht teuer. Dafür kann
man mit Drehko und T50-Ringkernen einen netten Oszillator aufbauen.
Amplitudenstabilisierung ist möglich.
GB schrieb:>> Mit DDS10/20/30 sind vielleicht die ELV Teile gemeint, die als HF>> Generator vielleicht zu brauchen sind, aber nicht zum Messen.>> wie meinst du das bzw. warum nicht?
Genau diese sind damit gemeint. Wenn man sich die Schaltpläne zu den
Teilen etwas näher betrachtet und sich überlegt wie damit das
Signalspektrum aussieht, dann weiß man was damit gemeint ist. Die Filter
sind meiner Meinung nach gnadenlos unterdimensioniert.
Darüber hinaus ist bspw. das Wobbeln/Scannen am DDS10 softwareseitig
gelöst. Entsprechend sieht dann auch das Ausgangssignal aus, da während
der Zeit des Setzens der nächsten Frequenz der Ausgang auf Midscale
geht.
Was das DDS10-Teil in Software macht lässt sich mit dem AD5930/AD5932
schöner hinbekommen, weil nur noch Startfrequenz, Wobbelrichtung,
Schrittweite und Inkrementanzahl programmiert werden, danach wobbelt der
DDS-IC von allein sauber durch, was nicht zuletzt auc den µC deutlich
entlastet.
Zumindest ich war sehr von der Tauglichkeit des DDS10 enttäuscht. Mag
sein das andere ihre Ansprüche anders ansetzen.
branadic
Das ist kein "1 GHz Verstärker", seine Grenzfrequenz beträgt 1 GHz, das
bedeutet, er bringt dort bereits 6dB weniger Verstärkung als darunter.
Die Maximalverstärkung ist im Datenblatt für 0,1GHz, also 100MHz
angegeben...
Gruß...Bert