Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik USB auf Parallel-Wandlung


von Daniel G. (babio)


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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe ein technisches Problem, bei dem ich Hilfe 
benötige.
Für ein Projekt im Rahmen des Studiums will ich folgendes umsetzen:

Letzes Semester haben wir Platinen entworfen, die insgesamt 24 
Signal-Eingänge haben. Diese liegen alle an HCT-238 3-8 Demultiplexern 
an. Aktive, spannungsgesteuerte Bausteine, wenn mich nicht alles 
täuscht.
Also muss ich mir über die Bereitstellung der Eingangsströme keine 
Gedanken machen.
Die Platine wird mit +5/0V vom Labornetz betrieben.

5V am Eingang = logische 1,
0V = logische 0

Nun zum eigentlichen Ziel:

Am Rechner stelle ich mit einem Labview Porgramm, das ich noch schreiben 
werde den Wert der Eingänge ein.
Diese werden dann über die USB Schnittstelle rausgegeben.

Nun muss ich sie irgendwie demultiplexen, so dass sie durchgehend an 
meinen Platinen anliegen. Schaltgeschwindigkeit und -frequenz sind 
egal/bzw. sehr langsam.

Hierfür habe ich bis jetzt 2 Vorschläge zur Realisierung, weiß aber 
nicht welche davon leichter/kostengünstiger umzusetzen ist (auch vllt in 
Hinblick auf eine leichtere Labview Programmierung, hiermit habe ich 
noch keine Erfahrung), bzw. ob es vllt noch eine andere Möglichkeit 
gibt:

-Mit Hilfe eines Atmel Atmega 16 oder 32. Hierfür hätte ich schon ein 
SW-
 Programm, dass mir im uC das USB-Eingangssignal auf 4 Ausgänge
 demultiplext, das müsste ich mir dann umschreiben auf 24 Ausgänge

-An der USB-schnittstelle einen USB/RS-232 Adapter verwenden. Dann über
 Pegelwandler und Schieberegister

Muss prinzipiell in der Schnittstelle eine galvanische Trennung erfolgen 
oder entspricht die Labormasse die der USB-Schnittstelle??
Hinter den Demultiplexern sind bereits Optokoppler verbaut (diese 
dienten zur Trennung von Steuer- und Laststromkreis der Platine).


Etwas Hilfe wäre wirklich super!!

Mit freundlichen Grüßen
Babio

von oldmax (Gast)


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Hi
Also, zuerst mußt du mal klar definieren, was du willst. Am PC Eingänge 
einstellen und Ausgeben hört sich nach Ausgabe und nicht nach Eingabe 
an. Wenn ich es denn richtig deute, haben die entwickelten Karten 24 
Eingänge, die du mit 9 Ausgängen über Demultiplexer ansteuern willst. 
Was auch immer, egal, zurück zum Thema. Da ein Atmega 16 eine UART hat, 
würd ich z. B. USB nach RS232 wandeln. Nun kannst du über diee 
Schnittstelle Daten einlesen bzw. ausgeben. Die Tutorials hier bieten 
eine gute Hilfe zum Thema serieller Kommunikation.
Gruß oldmax

von Daniel G. (babio)


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Hi,

erstmal danke für die schnelle Antwort und sorry für die ungenaue 
Angabe.
Wie gesagt: bin noch im Studium und hab sowas noch nicht oft gemacht.

Die Verbindung soll unidirektionbal aufgebaut werden vom Rechner zu 
meinen Platinen. Dort sind 8 * 3-8 Demux-Bausteine verbaut (2-4-Demuxe 
hätten auch gereicht, waren aber nicht bestellbar mit den gewünschten 
Eigenschaften).
Ich verwende A0 und A1 an den Demuxen + einen Enable Pin, gibt 8 * (2+1) 
= 24 Signale.
Diese 24 Signale stell ich mir am Rechner wie gewünscht ein und will sie 
dann an die Platinen schicken, wo sie die Steuer-Eingänge für den 
Laststromkreis darstellen.
Während ich auf die nächste Antwort warte mach ich mich mal schlau, was 
UART ist :-)
Gruß Daniel

von Christian R. (supachris)


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Benutz doch einfach einen FTDI FT4232, der kann auch als 
Parallel-Ausgabe genutzt werden (BitBang Modus), da hast du ohne 
Verrenkungen 4x 8 Bit Parallele I/Os. Gibts auch als FT4232 Mini-Modul, 
da musst du nichtmal den 64 Pin Chip löten.

von Guido Körber (Gast)


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Hört sich nach einer Aufgabe für den IO-Warrior an:
http://www.codemercs.com/index.php?id=41&L=0

von Daniel G. (babio)


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Erstmal danke für die Antworten!
Die beiden schauen auf den ersten Blick sehr gut aus.
Den I/O Warrior hab ich für 49€ + MwSt u Versand  im www gefunden,
den FT4232 leider nicht.
Weißt du zufällig Christian in welcher Größenordnung der preislich 
liegt?
Bzw. würde mir wohl auch der 2232 reichen

von Christian R. (supachris)


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Der IOW24 kostet bei Segor 14€ brutto der Chip alleine im DIP Gehäuse, 
mit Platine 58€ brutto. Der FT4232 kostet bei Farnell (Gibts bestimmt 
auch bei HBM für Privatkunden) 14€ netto, das Mini-modul 45€ netto. Bei 
Farnell kannst du auch als Student bestellen.
Der IOW24 wäre sicher besser passend für dich, ist bissl einfacher 
anzusprechen und zu verarbeiten.

von Daniel G. (babio)


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Meinst du dass der IOW allgemein leichter anzusprechen ist als der 
FT4232 oder speziell der IOW24?
Dieser verfügt nämlich nur über 16 I/O Pins und ich müsste für meine 24 
benötigten Leitungen wieder mit Schieberegistern o.ä. arbeiten.
Diese Arbeit würde ich mir eigentlich gerne sparen.

32 I/Os wie beim IOW40 wären super, dann hätt ich noch 8 Pins auf 
Reserve, falls das fertige Ding irgendwann erweitert werden soll.


Noch eine allgemeine Frage:
Ich brauche immer ewig bis ich die richtigen Bauteile gefunden habe.
Woher wisst ihr so schnell welche Bauteile geeignet sind? Sind das 
einfach Erfahrungswerte oder gibts da Tricks zur systematischen Suche??

von Martin S. (strubi)


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Christian R. schrieb:
> Der FT4232 kostet bei Farnell (Gibts bestimmt
> auch bei HBM für Privatkunden) 14€ netto, das Mini-modul 45€ netto

Das lassen die sich ja mal wieder vergolden. Ich glaube, ich habe das 
Modul für ca. 20 € vom Schweizer Distributor bekommen, soweit ich mich 
erinnere, konnte man es auch direkt bei FTDI online bestellen.

Kann sonst den FTDI von der Einfachheit und auch für ev. spätere 
Kleinserien nur empfehlen. Deren Software ist allerdings grottig (bloss 
die Finger weg davon), aber es gibt ja die libftdi.

Gruss,

- Strubi

von Christian R. (supachris)


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Ich meinte eher die Verarbeitung, den IOW gibts als DIP, kann man 
notfalls auf Lochraster aufbauen. Auch wenn das bei USB nur der Notfall 
zum Testen sein sollte. Außerdem denötigt der IOW keine Treiber, meldet 
sich als HID am PC an. Ansprechen über die DLL ist auch sehr simpel. Für 
Einsteiger auf jeden Fall zu empfehlen. Der FTDI ist schon etwas 
schwieriger zu löten, kann allerdings viel mehr und viel schneller. Das 
modul ist ziemlich teuer, das stimmt allerdings. Eventuell reicht auch 
der FT2232H, der hat im MPSSE Mode pro Kanal 12 GPIOs, wenn ich das 
richtig gezählt habe. Damit kommst du ja auch auf deine 24 IOs. Da 
kostet das Modul nur 22€ netto.

von tt4u (Gast)


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Die FTDI-Chips und Module gibt es auch bei de.rs-online.com (auch 
FT4232), die liefern über Nacht und ohne Versandkosten. Die FTDI-Teile 
sind wirklich sehr einfach anzusprechen und in eigene Applikationen 
einzubinden. Treiber werden von FTDI kostenlos bereitgestellt.

von tt4u (Gast)


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P.S. Kosten:
FT2232-Modul bei rs-online 28.29 € netto, FT4232-Modul 31.26 € netto

von Tip (Gast)


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Bei Digikey gibt's den FT4232 für 8,80 Eur
Aber die Apotheken müssen auch leben. ;-)

von tt4u (Gast)


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> Bei Digikey gibt's den FT4232 für 8,80 Eur

Das ist der einzelne Chip, die RS-Preise sind fertige Module. Der 2232 
als Chip kostet bei RS 6.65 € und der 4232 8.58 €.

von tt4u (Gast)


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> Bei Digikey gibt's den FT4232 für 8,80 Eur

Zudem ist bei den digikey-Modulen nur der FT2232D verbaut, bei RS der 
FT2232H, der ist 4x so schnell.

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