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Forum: HF, Funk und Felder Info: Magnetron-Innenansicht


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Autor: Silvio K. (exh)
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Vielleicht interessiert es den einen oder anderen. Ich habe hier ein 
geöffnetes Magnetron eines normalen Mikrowellenofens. Die Bilder zeigen 
nur die interessanten Teile. Kühlbleche und Magnete sieht man ja auch 
so. Nun viel Spaß beim Ansehen und Verstehen.

Silvio

Autor: 900ss D. (900ss)
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OT: Gutes Beispiel trotz starker Kompression der Fotos recht gute 
Qualität zu bekommen.

Autor: Silvio K. (exh)
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900ss D. schrieb:
> OT: Gutes Beispiel trotz starker Kompression der Fotos recht gute
> Qualität zu bekommen.

Ich nutze immer Irfanview zum konvertieren und bei vielen Fotos den 
eingebauten Batchmodus.

Autor: Falk B. (falk)
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@  900ss D. (900ss)

>OT: Gutes Beispiel trotz starker Kompression der Fotos recht gute
>Qualität zu bekommen.

Wohl wahr, mal ein ausgesprochen gutes Beispiel FÜR Bildformate ;-)
Magnetron hab ich vor über 10 Jahren auch mal aufgesägt. Die Magneten 
sind der Hammer!

MFG
Falk

Autor: NooB (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> Wohl wahr, mal ein ausgesprochen gutes Beispiel FÜR Bildformate ;-)

Da geht ihm doch direkt einer ab ;-)

Autor: Silvio K. (exh)
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Falk Brunner schrieb:
> Wohl wahr, mal ein ausgesprochen gutes Beispiel FÜR Bildformate ;-)

Ein Lob von Falk, yes!

Falk Brunner schrieb:
> Magnetron hab ich vor über 10 Jahren auch mal aufgesägt.

Sah es auch so aus? Ich hätte gedacht der Resonator wäre massiver.

Autor: Falk B. (falk)
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@  Silvio K. (exh)

>> Magnetron hab ich vor über 10 Jahren auch mal aufgesägt.

>Sah es auch so aus?

Ja, so ziemlich genau so. Mit dem Trafo hab ich eine schöne Jacobbs 
Ladder gebaut, Adrenalin

http://en.wikipedia.org/wiki/Spark_gap#Visual_entertainment

MFG
Falk

Autor: Silvio K. (exh)
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Falk Brunner schrieb:
> Mit dem Trafo hab ich eine schöne Jacobbs
> Ladder gebaut, Adrenalin

Gibt es dazu auch ein Video?

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Ein Radartechniker aus dem Vogtland hatte bei der NVA diesen Spruch 
geprägt:

Ich mag net ron an's
Magnetron
und an die A-nett
a net!

MfG Paul

Autor: Name H. (hacky)
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>Ich hätte gedacht der Resonator wäre massiver.

Ist ja auch nur ein Mickey Mouse Magnetron fuer die Kueche. Ein Megawatt 
Puls Magnetron ist etwas handfester.

Autor: Falk B. (falk)
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@  Silvio K. (exh)

>> Mit dem Trafo hab ich eine schöne Jacobbs
>> Ladder gebaut, Adrenalin

>Gibt es dazu auch ein Video?

Ja, aber nicht von mir.

http://www.youtube.com/watch?v=GNbvg9jfDr8

Etwas größer

http://www.youtube.com/watch?v=PXiOQCRiSp0

Autor: Silvio K. (exh)
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Das zweite Video kenne ich, ist echt klasse!
Sag mal, der Trafo von der Mikrowelle hat ja einen magnetischen Bypass. 
Bleibt die Sicherung drin, wenn man sekundärseitig nen Kurzschluss hat? 
Das ist ja praktisch der Fall. Ich habe bestimmt drei solcher Trafos 
hier. 3, die magische Zahl :-)

Autor: Falk B. (falk)
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@  Silvio K. (exh)

>Sag mal, der Trafo von der Mikrowelle hat ja einen magnetischen Bypass.

NEIN! Das ist KEIN Streufeldtrafo.

>Bleibt die Sicherung drin, wenn man sekundärseitig nen Kurzschluss hat?

Wenn ich mich recht erinnere, hab ich den mit einer 200W Glühlampe als 
Vorwiderstand betrieben.

>Das ist ja praktisch der Fall. Ich habe bestimmt drei solcher Trafos
>hier. 3, die magische Zahl :-)

6kV@0,5A sind kein Spass mehr!

MFG
Falk

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Falk Brunner schrieb:
> Etwas größer
>
> http://www.youtube.com/watch?v=PXiOQCRiSp0

Wie kommt eigentlich diese wunderhübsche Form des Lichtbogens zustande? 
Warum ist das kein einfacher Bogen wie bei einer Jakobsleiter mehr, 
sondern so 'verschlungen'?

Autor: Silvio K. (exh)
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Falk Brunner schrieb:
> NEIN! Das ist KEIN Streufeldtrafo.
Zwischen Primär- und Sekundärwicklung ist ein Blechpaket! Du wirst aber 
recht behalten, denn es hat einen relativ kleinen Querschnitt.

> 6kV@0,5A sind kein Spass mehr!
Ja ich weiß, aber wie du siehst lebe ich noch und der Induktionsofen ist 
auch noch nicht passé. Im Gegenteil, Vollbrücke mit 16xIRFPC50 und GDTs 
ist schon fertig. Kurvenform sieht aber noch nicht so gut aus und 
außerdem habe ich auch noch ein systemtheoretisches Problem im 
Oszillator.
Das war zwar jetzt total OT, aber man wird mir verzeihen :-)

Autor: Falk B. (falk)
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@  Silvio K. (exh)

>> NEIN! Das ist KEIN Streufeldtrafo.
>Zwischen Primär- und Sekundärwicklung ist ein Blechpaket!

Ich seh keins.

http://www.kronjaeger.com/hv/hv/src/mot/index.html
http://images.cleghorncreations.com/motrewind/002.jpg

Autor: Silvio K. (exh)
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Gucke mal hier:
http://www.hvtesla.com/nst.html
Das letzte Bild auf der Seite.

Autor: LuXXuS 9. (aichn)
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Silvio K. schrieb:
> Bleibt die Sicherung drin, wenn man sekundärseitig nen Kurzschluss hat?

Also ich hatte auch mal den Spaß mit nem MOT - alles mögliche damit 
gebaut, ne Jacobs-Leiter natürlich auch. Die Sicherung blieb bei mir in 
95% der Fälle drin, was aber viel schlimmer war...mein Anschlusskabel 
war vieeeel zu dünn. Auf einmal roch es ganz verschmorrt und ich drehte 
mich um und sah, dass das Kabel in Flammen stand -> da musste ich 
schnell die Sicherung raushauen, Stecker ziehen war da nicht mehr.

Ab da hatte ich immer einen zusätzlichen Sicherungsautomat vor dem MOT.

Autor: LuXXuS 9. (aichn)
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Luk4s K. schrieb:
> Wie kommt eigentlich diese wunderhübsche Form des Lichtbogens zustande?
> Warum ist das kein einfacher Bogen wie bei einer Jakobsleiter mehr,
> sondern so 'verschlungen'?

Weil die Luft sich erhitzt und das leitende Plasma dadurch aufsteigt. 
Irgendwann ist der Abstand zu groß und der Bogen zündet weiter unten 
neu.

Autor: Random .. (thorstendb) Benutzerseite
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Silvio K. schrieb:
> Ich habe bestimmt drei solcher Trafos hier. 3, die magische Zahl :-)

http://www.stupidedia.org/stupi/3

Autor: Falk B. (falk)
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@Silvio K. (exh)

>http://www.hvtesla.com/nst.html
>Das letzte Bild auf der Seite

Da ist kein Eisen zwischen Primär und Sekundärseite, das ist der 
Wickelkörper und Isolation.

MFG
Falk

Autor: Kurt B. (kurt)
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Luk4s K. schrieb:
> Wie kommt eigentlich diese wunderhübsche Form des Lichtbogens zustande?
> Warum ist das kein einfacher Bogen wie bei einer Jakobsleiter mehr,
> sondern so 'verschlungen'?

Wegen der viel höheren Spannung. Siehe 
http://www.hochspannung-bildhauerei.de/index.html

Autor: Silvio K. (exh)
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Falk Brunner schrieb:
> Da ist kein Eisen zwischen Primär und Sekundärseite, das ist der
> Wickelkörper und Isolation.

http://wiki.4hv.org/index.php/File:MOT_front.PNG

Wie übersetzt du "shunts"? Magnetischer Nebenschluss?

Autor: Silvio K. (exh)
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LuXXuS 909 schrieb:
> Die Sicherung blieb bei mir in
> 95% der Fälle drin,

Noch ein Indiz dafür...

Autor: faustian (Gast)
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Bei pinken Keramikteilen sollte man vorsichtig sein, besser 
faelschlicherweise davon ausgehen dass die Einfaerbung ein Hinweis auf 
BeO ist als andersherum.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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faustian schrieb:
> Bei pinken Keramikteilen sollte man vorsichtig sein, besser
> faelschlicherweise davon ausgehen dass die Einfaerbung ein Hinweis auf
> BeO ist als andersherum.

BeO in solchen Mengen in simpler Konsumgüterelektronik?  Halte ich
für unwahrscheinlich, eigentlich hat man das Zeug nur benutzt, wo
es auf wirklich gute Wärmeleitung ankommt, bspw. in teuren HF-
Leistungstransistoren.  (Bei denen würde ich, vor allem wenn sie
schon etwas älter sind, wirklich immer erstmal von BeO ausgehen.)

Gut, vorsichtiger sein als nötig kann natürlich nichts schaden.

Autor: Silvio K. (exh)
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Wikipedia sagt zu Berylliumoxid "Sehr giftig". Oh oh oh. Gibt es einen 
einfachen Schnelltest auf Berylliumoxid? Danke für den Hinweis!

Autor: Falk B. (falk)
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@  Silvio K. (exh)

>Wikipedia sagt zu Berylliumoxid "Sehr giftig". Oh oh oh. Gibt es einen
>einfachen Schnelltest auf Berylliumoxid? Danke für den Hinweis!

Wenn es WIRKLICH BeO gewesen wäre, würdest du nicht mehr posten . . . 
:-0

Autor: Falk B. (falk)
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http://de.wikipedia.org/wiki/Berylliumoxid

"Aufgrund seiner Toxizität ist die Anwendung eingeschränkt. Die 
Verarbeitung des Materials wird wegen der Giftigkeit seit 30 Jahren 
streng kontrolliert, Berylliumoxid enthaltende Bauteile müssen 
gekennzeichnet sein. In vielen Bereichen wird es durch das ungiftige 
Bornitrid oder Aluminiumnitrid ersetzt, welches ebenfalls gut Wärme 
leitet und elektrisch isolierend wirkt."

Und vor allem WAS willst du in dem Magnetron elektrisch isolieren und 
gleichzeitig Wärme abführen? Die Kühlung erfogt über einen 
zwangsgelüfteten Lamellenkühler, der auf dem Kupferblock aufgepresst 
ist. Auf der einen Seite die isolierte Hochspannungseinführung der 
Kathode, auf der anderen der Mikrowellenausgang.

MfG
Falk

Autor: MAG (Gast)
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Also das ist kein BeO. Was sollte das dort auch machen? Die Hitze muss 
es nicht ableiten, das machen andere Teile.
Es ist vielmehr Lanthanhexaborid. Schönes Zeug ;-)

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Falk Brunner schrieb:

> Wenn es WIRKLICH BeO gewesen wäre, würdest du nicht mehr posten . . .
> :-0

Aber nur, wenn er die Keramik beim Zerlegen auch noch aufgeschliffen
hätte zu Staub.  In der kompakten Form kommt die Giftigkeit wohl
nicht zum Tragen.

Aber ich sehe das genauso wie du: es gibt in einem Magnetron nichts,
was den Einsatz dieses Materials begründen könnte.

Autor: Silvio K. (exh)
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Jörg Wunsch schrieb:
> Aber nur, wenn er die Keramik beim Zerlegen auch noch aufgeschliffen
> hätte zu Staub.

"Zum Glück habe ich nicht die Diamantscheibe genommen" habe ich gedacht, 
als ich das mit der Toxizität gelesen habe.

Falk Brunner schrieb:
> Wenn es WIRKLICH BeO gewesen wäre, würdest du nicht mehr posten . . .

Das war der Schnelltest ;-)

Autor: scnr (Gast)
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Silvio K. schrieb:
> Falk Brunner schrieb:
>> Wenn es WIRKLICH BeO gewesen wäre, würdest du nicht mehr posten . . .
>
> Das war der Schnelltest ;-)

Hast du keine Schwiegermutter?

flücht

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Sobald der Hinweis auf giftig oder verboten kommt, verfallen alle 
Details! Wie gefährlich ist BeO in der Realität? So gefährlich wie 
Quecksilber als See in der Küche verschüttet?

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Abdul K. schrieb:
> Wie gefährlich ist BeO in der Realität?

Als Staub offenbar wirklich nicht ganz ohne.  Um beim Vergleich mit
Quecksilber zu bleiben, ungefähr so, wie wenn du das Zeug zum
Verdampfen bringst ...  Wenn's nur rumliegt, genauso wenig gefährlich
wie der Quecksilbersee, der nur still vor sich hinsteht.

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Dann wäre BeO gefährlich, wenn der Halbleiter überlastet wird! Das würde 
als unterschlagenes Detail auf einmal Sinn ergeben.

Dann müßte es aber schon heftig knallen. Schließlich haben keramische 
Werkstoffe einen nicht gerade kleinen Schmelzpunkt. Von Verdampfung gar 
nicht zu reden.

Oder löst sich was aus der Keramik oder ist es gar nicht BeO, sondern 
ein giftiger Hilfsstoff, der in der Fertigung dem Material zugesetzt 
wurde...

Autor: Falk B. (falk)
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Abdul, ruhig Blut. Du erzeugst gerade die Panik, die wir abwenden 
wollen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das hier die Erklärung.

Beitrag "Re: Info: Magnetron-Innenansicht"

MFG
Falk

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Hast Recht. Bei der neuen Mikrowelle sollte man lieber mal den 
Geigerzähler ranhalten. Aus aktuellem Anlaß.

Autor: Silvio K. (exh)
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Bei mir wird gerade Werbung für Sushi eingeblendet. War wohl auf das 
Wort Geigerzähler getriggert. Ganz schön makaber.

Autor: faustian (Gast)
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en.wiki sagt dazu:

"Some magnetrons have beryllium oxide (beryllia) ceramic insulators, 
which are dangerous if crushed and inhaled, or otherwise ingested. 
Single or chronic exposure can lead to berylliosis, an incurable lung 
condition. In addition, beryllia is listed as a confirmed human 
carcinogen by the IARC; therefore, broken ceramic insulators or 
magnetrons should not be directly handled."



"Die Verarbeitung des Materials wird wegen der Giftigkeit seit 30 Jahren
streng kontrolliert, Berylliumoxid enthaltende Bauteile müssen
gekennzeichnet sein."

Mikrowellenoefen gibts aber inzwischen schon laenger als 30 Jahre.



...Wieso Panik? Wie ueberall steht ist das Zeug harmlos SOLANGE man es 
nicht zerspant zerbricht oder zertruemmert.


Wichtig zu wissen: BeO ist NICHT an sich pink und im nicht eingefaerbten 
Zustand wohl schwer von Al2O3 zu unterscheiden. Angeblich ists sogar in 
etlichen Waermeleitpasten drin - eben in gebundener Form die nicht fein 
staubt!

Autor: Falk B. (falk)
Datum:

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@  faustian (Gast)

>Mikrowellenoefen gibts aber inzwischen schon laenger als 30 Jahre.

Mikrowellenöfen ja, aber in den Küchengeräten, die in großer Masse 
spottbillig hergestellt werden, ist mit in Sicherheit grenzender 
Wahrscheinlichkeit kein BeO drin, denn das Zeug ist teuer!

MFG
Falk

Beitrag #6021741 wurde vom Autor gelöscht.
Beitrag #6021755 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Max M. (shortwavesurfer)
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Hallo,
ich habe vor ein paar Tagen einen alten Minibackofen aufgemacht, um ihn 
auszuschlachten.

Als ich die rosafarbenen Isolierringe und -nupsis gesehen habe, habe ich 
mich an die Beryllium-Geschichte in Magnetrons erinnert.

Der Ofen ist von durabrand gewesen und geschätzte 25 Jahre alt.

Auf den Fotos sieht man die Ringe am Thermostat.

Einen Warnhinweis auf Beryllium habe ich nicht gefunden.

Dennoch habe ich sofort aufgehört, das Teil weiter auseinanderzunehmen.

Wer kann mir etwas dazu sagen ?

Die Isolatoren sind richtig pink, was auf den Fotos nicht richtig 
heraussticht.


Hi,
a few days ago I opened a mini oven to collect spare parts.

The oven is from durabrand - a Wallmart brand as far as I know.

The pink ceramic isolation rings reminded me to beryllium oxide in 
magnetrons of microwave ovens.

The non-microwave-oven opened is about 25 years old, I guess.

The pictures depict the thermostate with the pink rings.
I did not find a warning on or in the gadget.

Nevertheless I discontinued deconstructing the oven.

Is there anybody out there who knows more about it ?

The isolators are saturatedly pink which is not so good to be seen on 
the pictures.

Did they ever use beryllium oxide for such thermostates ?

Thanks and regards,

Max

Autor: Elektrofan (Gast)
Datum:
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>> Sag mal, der Trafo von der Mikrowelle hat ja einen magnetischen Bypass.

> NEIN! Das ist KEIN Streufeldtrafo.

Wohl doch, daher erhält man eine Spannungsverdopplung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrowellenherd#Aufbau

Ich habe mal mit LTSpice herumgespielt:

R2: symbolisiert die Umsetzung der MW-Leistung darstellen
C1: Die 0,95 µF habe ich in einem defekt gegangenen Gerät vorgefunden.
L1: 10 H, Primärinduktivität, einfach angenommen
L2: entsprechend Übersetzungsverhältnis 230V/1400V
L4  (Streuinduktivität): ergibt mit C1 Resonanz bei 50 Hz,
    dann beträgt die Spitzenspannung an der Kathode 4 kV

Lässt man L4 weg, beträgt die Spitzenspannung nur 2 kV.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Elektrofan schrieb:
> Wohl doch, daher erhält man eine Spannungsverdopplung.

Oooooch, das ist vor acht(!) Jahren diskutiert worden.

Die aktuelle Frage war nur nach dem BeO in einem Backofen. Sie wäre wohl 
in einem neuen Thread besser aufgehoben gewesen.

Autor: Georg A. (georga)
Datum:

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Max M. schrieb:
> Wer kann mir etwas dazu sagen ?
>
> Die Isolatoren sind richtig pink, was auf den Fotos nicht richtig
> heraussticht.

Es besteht kein Grund, teure BeO-Keramik für etwas herzunehmen, was 
dessen Eigenschaften gar nicht braucht.

Lila ist IMO auch kein Kriterium für BeO, das ist eigentlich weiss. 
Nachdem die WIG/TIG-Keramikdüsen auch lila sind, ist die Farbe wohl eher 
ein Hinweis auf eine Keramik, die hohe Temperaturdifferenzen aushalten 
kann, ohne zu springen.

Autor: nachtmix (Gast)
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Elektrofan schrieb:
>> NEIN! Das ist KEIN Streufeldtrafo.
>
> Wohl doch, daher erhält man eine Spannungsverdopplung.

Für die Spannungsverdopplung wäre kein Streufeldtrafo erforderlich, wohl 
aber für die Hochohmigkeit dieser Konstantstromquelle. (Das Magnetron 
verhält sich eher wie eine Zenerdiode mit ca. 4,5kV Durchbruchsspannung)

Ausserdem macht man Gebrauch von den nichtlinearen Eigenschaften 
(magnetische Sättigung) dieses Streufeldtrafos.
Wenn alle Teile (Trafo, Kondensator, Magnetron) fein aufeinander 
abgestimmt sind, regelt das Gebilde auch Netzspannungsschwankungen aus 
und stabilisiert so die HF-Leistung.
Da ist einige schwarze Magie im Spiel.

Es gab zu dem Thema mal ein Heftchen von Valvo "Messungen und 
Entwicklungsgesichtspunkte für Mikrowellengeräte mit 
Dauerstrichmagnetrons", das  hin und wieder noch mal antiquarisch 
auftaucht. Darin sind auch Oszillogramme der kriminellen Wellenformen 
abgebildet.



Abdul K. schrieb:
> Wie gefährlich ist BeO in der Realität? So gefährlich wie
> Quecksilber als See in der Küche verschüttet?

Das Quecksilber kann man ja einsammeln, und wo es sich in Ritzen 
versteckt hält und von dort ausgast, bedeckt man es mit Iodaktivkohle 
oder Mercurisorb. Gutes und regelmäßiges Lüften hilft auch sehr.
Flüssiges Quecksilber ist relativ ungefährlich, aber es verdunstet halt 
allmählich und den Dampf, der ein Nervengift darstellt, atmet man ein.
Wenn man genug davon inhaliert hat, wird man halt blöde.
Andererseits haben wir alle eine gewisse Belastung durch 
Quecksilberverbindungen, denn in geringen Mengen sind sie auch in den 
Böden enthalten, und beim Verbrennen von Kohle (Kraftwerke!) wird gar 
nicht mal so wenig über den Schornstein in die Luft geblasen.

Berylliumsalze sind  schon sehr lange als hochgradig
Krebs erregend bekannt. Mit Ausnahme des BeO, das wegen seiner guten 
Wärmeleitfähigkeit bei gleichzeitig guten Hochfrequenzeigenschaften 
geschätzt wird, kommt man damit normalerweise aber nicht in Berührung.
BeO kommt als weisse Keramik, die unproblematisch ist, solange man sie 
nicht durch Zerbrechen oder Schleifen pulverisiert. Dem Vernehmen nach 
verursacht der lungengängige Staub mit hoher Wahrscheinlichkeit einen 
Lungenkrebs.

Bei den wenigen BeO-haltigen Bauteilen (Senderöhren, Spannungsregler 
ICs), die mir bisher begegnet sind, stand aber schon im Datenblatt, auf 
dem Karton und auf dem Bauteil selbst eine unmissverständliche Warnung.

Wegen der Giftigkeit und wohl auch des hohen Preises wegen haben die 
Hersteller aber schon sehr lange versucht unproblematischere Materialien 
zu verwenden. Bornitrid war eines davon, und heute verwendet man zur 
Montage und Wärmeverteilung für winzige und hochbelastete Halbleiter, 
wie z.B. Laserdioden, natürlichen oder synthetischen Diamant.
Diamant hat eine 6-fach bessere Wärmeleitfähigkeit wie Kupfer und 
isoliert auch noch!

Bei den gebräuchlicheren Keramikteilen in der Elektronik, auch bei 
Magnetrons, handelt es sich aber um Aluminiumoxid, Al2O3 (Korund).
In reinem Zustand ist auch das eine farblose bzw, weisse Keramik, aber 
durch Spuren von Chrom entsteht aus dem Korund ein Rubin, was die rosa 
Farbe verursacht.
Mit anderen "Verunreinigungen" wird aus dem Korund ein Saphir, der 
andere Farben zeigt: https://de.wikipedia.org/wiki/Saphir

Max M. schrieb:
> Als ich die rosafarbenen Isolierringe und -nupsis gesehen habe, habe ich
> mich an die Beryllium-Geschichte in Magnetrons erinnert.

Keine Sorge, unnötig und viel zu teuer!
Im Übrigen ist BeO für heisse Elektronenröhren evtl gar nicht die erste 
Wahl, denn seine gute Wärmeleitfaähigkeit verschlechtert sich mit 
steigender Temperatur rapide.
Dann kann man auch gleich Aluminiumoxid nehmen.



MAG schrieb:
> Also das ist kein BeO. ...
> Es ist vielmehr Lanthanhexaborid.

Schön wär's.
Aber diese Keramikringe sollen isolieren, nicht Elektronen emittieren.

Autor: nachtmix (Gast)
Datum:

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Silvio K. schrieb:
> Die Bilder zeigen
> nur die interessanten Teile.

Hier sieht man schön, dass dort keine Oxidkathode verwendet wird, 
sondern eine Wendel aus thoriertem Wolframdraht.
Eine Oxidkathode würde das dauernde An-Aus-An der Heizung bei 
gleichzeitig anliegender Anodenspannung nicht lange überleben.

Die Impulsmagnetrons von Radaranlagen hingegen werden kontinuierlich 
geheizt, und verwenden als Kathode einen Metallzylinder, der, ganz wie 
bei gewöhnlichen Rundfunkröhren, mit Bariumoxid beschichtet ist.
Solche Oxidkathoden haben eine viel bessere Emission als solche aus 
Metall, werden aber leicht durch Unterheizung oder Überheizung 
beschädigt.

Vergleichweise benötigt das Dauerstrichmagnetron eines Mikrowellenherdes 
etwa 40W Heizleistung für die üblichen 800..900W HF-Leistung, während 
ein Impulsmagnetron mit vergleichbarer Frequenz und Heizleistung 2,5µs 
lange HF-Impulse von 800kW erzeugen kann.

Autor: nachtmix (Gast)
Datum:

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Falk B. schrieb:
>>> Magnetron hab ich vor über 10 Jahren auch mal aufgesägt.
>
>>Sah es auch so aus?
>
> Ja, so ziemlich genau so.

Dann ist dir sicher auch aufgefallen, wie überaus sauber die 
Kupferbleche, die die Resonatorkammern bilden, in das Rohr eingelötet 
sind.
https://www.mikrocontroller.net/attachment/108813/IMG_8771.jpg
Jegliche Kleckserei mit dem Lötzinn würde die Güte dieser Resonatoren 
verringern.
Folgen wären schlechterer Wirkungsgrad, mehr Verlustwärme, schlechtere 
Frequenzstabilität

Autor: Elektrofan (Gast)
Datum:

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> Oooooch, das ist vor acht(!) Jahren diskutiert worden.

Klasse.
Wenn die Zeit ein hinreichendes Kriterium für Relevanz ist,
ist dasmir Oooooch vööllig egal. L.m.

Autor: Carsten S. (dg3ycs)
Datum:
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nachtmix schrieb:
> BeO kommt als weisse Keramik, die unproblematisch ist, solange man sie
> nicht durch Zerbrechen oder Schleifen pulverisiert. Dem Vernehmen nach
> verursacht der lungengängige Staub mit hoher Wahrscheinlichkeit einen
> Lungenkrebs.

BeO gilt als (sehr wahrscheinlich) Cancerogen und Embryoschädigend.
Wobei das eine "Kann" Folge ist und keine "wird auf jeden Fall 
auftreten" Folge.

Auf jeden Fall ist BeO aber ein Auslöser für die Berryliose.
Eine unheilbare Lungenkrankheit!
Entweder in der Form einer Akuten Lungenentzündung oder in der 
chronischen Form mit Symptomen wie bei einer Sarkoidose mit 
Lungenbeteiligung.
(Und da es mittlerweile recht eindeutige Verdachtsmomente dafür gibt das 
gewisse chronische Krankheitsprozesse die wahrscheinlichkeit für Krebs 
deutlich erhöhen...)

Nicht jede Exposition bedeutet automatisch das es zu diesen Folgen kommt 
aber es gibt einfach keine sichere Dosis. Vereinfacht gesagt sind die 
Risiken von BeO Staub sehr vergleichbar mit denen von Asbeststaub!
Der Große Unterschied (in der Risikobewertung) zwischen Asbest und BeO 
besteht darin das bei BeO in fester Form ohne starke mechanische 
Einwirkung keine Gefahr der Freisetzung von gefährlichen Stäuben kommt.

BTW: BeO wurde eine Zeitlang auch als Material für keramischen 
Zahnersatz verwendet. Berryliose ist deshalb (und auch wegen anderen 
Berylliumhaltigen Materialien) eine annerkannte Berufskrankheit bei 
ZAhntechnikern.

WAs jedoch Quatsch ist, das ist das man nach Einatmen von BeO Staub fast 
sofort tot umfällt. Es kann gar nichts passieren, man wird absehbarer 
Zeit eine akute Lungenentzündung mit ggf. tödlichen Verlauf entwickeln 
oder langfristig an einer chronischen Lungenerkrankung erkranken.
Das ALLES ist nach einmaliger Exposition möglich.
Jedoch steigt die wahrscheinlichkeit mit der Menge/Häufigkeit.

Als Mittel sich einer nervenden Schwiegermutter zuverlässig zu 
entledigen taugt es jedoch nicht. Die Einstufung als "gift" hat BeO 
wegen seiner Cancerogenen und Embryoschädigenden Eigenschaft.
BeO hat eine LD50 von ~2g/kg Körpergewicht.
Zum Vergleich: Kochsalz hat eine LD50 von 3g/kg Körpergewicht!

Das Ändert natürlich nichts an der Tatsache das man tunlichst JEDEN 
Kontakt mit Staubförmigen BeO vermeiden sollte. Also BeO haltige 
Bauteile keinesfalls mechanisch Bearbeiten!

Für Magnetrons aus Massenware Consumer-Mikrowellenöfen für 69 Euro aus 
dem Aldi der letzten Jahre dürfte der Einsatz von BeO tatsächlich 
relativ unwahrscheinlich sein.  Alleine aus Preisgründen. Zudem wären 
diese dann gekennzeichnet.

Jedoch sollte man nicht vergessen das es Mikrowellenöfen schon vor dem 
grossen Boom, seit dem praktisch in jeder Küche so ein Ding steht, 
mehrere Jahrzehnte gab. Da waren das aber keine BilligstMassengeräte 
sondern noch mit wirklichen Qualitätsbauteilen und hoher Präzision 
gefertigte "Hochtechnolgiegeräte" die viele tausend DM gekostet haben.
Das in den 2,4GHz Magnetrons aus dieser Ära kein BeO verwendet wurde 
will wohl niemand heute auch nur mit "einiger wahrscheinlichkeit" 
beschwören.
Und eine Kennzeichnung war da auch noch nicht vorgeschrieben.

Gruß
Carsten

P.S.: Ich habe mal ein Foto eines HF-Endstufenmoduls angehangen das 
definitiv BeO enthält. Bei dem vorliegenden Modul ist eine deutliche 
Warnung angebracht. Ebenfalls im Datenblatt aus den 90ern
In diesem Fall handelt es sich um ein Verstärkermodul für 68 bis 88MHz.
http://www.junradio.com/Discretes/VHF_CAR/9864.pdf

Diese wurden Beispielsweise in einigen BOS Funkgeräten 
(Umgangssprachlich: Polizeifunkgeräten) mit Baujahren zwischen den 
späten 70ern bis frühen 90er eingesetzt. Das vorliegende Modul stammt 
aus einem Bosch FuG8b1z welches Ursprünglich von SEL entwickelt wurde 
und mitte der 90er durch eine mechanisch (äusserlich) identische 
Variante mit völlig anderem Innenleben ersetzt wurde die Motorola Module 
ohne BeO verwendete.
http://www.oppermann-telekom.de/sel-fug8a.html
https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/index.html?https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/bosch8b.html

Ich habe auch noch Module aus älteren GEräten (noch von SEL: FuG8b (ohne 
1) späte 70er Jahre) die keine Kennzeichnung haben. Aber ob da noch 
keine Kennzeichnung erfolgt ist,diese irgendwann mal abgefallen ist, 
oder von irgendeinem Techniker mal entfernt wurde, das weiß ich nicht!

: Bearbeitet durch User
Autor: Boris (Gast)
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Elektrofan schrieb:

> Ich habe mal mit LTSpice herumgespielt:

Bitte die ASC-Datei anhängen.

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