Hallo,
ich wollte gerne wissen, wie ich den kleinsten Schritt eines
Schrittmotors berechnen kann. Damit meine ich, wie weit sich der Rotor
bei einem Schritt bewegt. Ich hoffe ich habe mich deutlich ausgedrückt.
Ja, ich weiß dass es auf den Betriebsmodus ankommt. Ich musste eben
einen Vortrag in der Schule halten, in dem das Thema Schrittmotor kurz
angesprochen wurde. Aus der Klasse wurde dann die Frage gestellt, wie
weit sich der Motor minimal bewegen kann.
Die kleinste Bewegung hängt theoretisch nur davon ab, wie groß die
kleinste mögliche Stromänderung deiner Motorsteuerung ist.
In der Realität gibt es natürlich noch Einschränkungen z.B. durch die
Trägheit des Rotors.
Aber genau beantworten kann man das eben nicht.
Du musst auch unterscheiden, ob es um den kleinsten einstellbaren
Schritt geht, oder um die erreichbare Genauigkeit. Mit 1/128
Mikroschritt erreicht ein normaler 1,8° Motor eine
Schrittweite/Auflösung von 14 Milligrad. Die Genauigkeit bleibt aber
lastabhängig und ist im Worst-case weiterhin ein Vollschritt.
Mehr zum Lastwinkel siehe:
http://www.schrittmotor-blog.de/?tag=lastwinkel
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
Gut, wenn man das also nicht genau bestimmen kann, woher weiß dann
beispielsweise eine CNC-Fräse, wie oft sie einem Schrittmotor sagen
soll, dass er fahren soll bis er bei x/y ist? Diese Maschinen haben ja
keine Sensoren, die Bescheid geben, wenn der Fräskopf an der richtigen
Stelle ist, oder?
@ masterstrike (Gast)
>Gut, wenn man das also nicht genau bestimmen kann,
Doch, kann man. LESEN!
Jeder Schrittmotor macht eine bekannte Anzahl Vollschritte pro
Umdrehung, steht im Datenblatt. Die kann man im Halbschrittbetrieb
verdoppeln. Oder mit Microstepping um den Faktor X vervielfachen, wobei
X endlich ist, typisch 4-256.
> woher weiß dann>beispielsweise eine CNC-Fräse, wie oft sie einem Schrittmotor sagen>soll, dass er fahren soll bis er bei x/y ist?
Das weiß sie schon.
> Diese Maschinen haben ja>keine Sensoren, die Bescheid geben, wenn der Fräskopf an der richtigen>Stelle ist, oder?
Oder. Hast du eine Ahnung, was heute in Positionierantrieben steckt.
U.a. ein Encoder, der die aktuelle Position rückmeldet.
MFG
Falk
"Theoretisch unendlich klein, aber Hauptsächlich abhängig von Auflösung
der DA Wandler bzw. der PWM und der Leistungsversärker. Begrenzt durch
das technisch machbare." würde meine Antwort sein.
masterstrike schrieb:> Gut, wenn man das also nicht genau bestimmen kann, woher weiß dann> beispielsweise eine CNC-Fräse, wie oft sie einem Schrittmotor sagen> soll, dass er fahren soll bis er bei x/y ist? Diese Maschinen haben ja> keine Sensoren, die Bescheid geben, wenn der Fräskopf an der richtigen> Stelle ist, oder?
Ich denke schon, das praktisch alle CNC-Maschinen "Sensoren" zur
Ortsbestimmung haben, meist in Form von Inkrementalmassstäben.
Da das Drehmoment von Schrittmotoren eher gering ist, nehme ich an,
das solche Maschinen auch andere Vorschubantriebe haben.
Gruss
Harald
@ masterstrike (Gast)
>Diese Maschinen haben ja keine Sensoren,>die Bescheid geben,>wenn der Fräskopf an der richtigen Stelle ist, oder?
Wurde zwar schon kurz beantwortet, aber hier etwas detaillierter.
JEDE numerisch gesteuerte Werkzeugmaschine hat mind. je einen Sensor an
jeder Achse !
Das übliche Teil ist entweder Glasmaßstab oder Drehgeber
http://de.wikipedia.org/wiki/Glasma%C3%9Fstabhttp://de.wikipedia.org/wiki/Drehgeber
Es gibt sogar Firmen, die davon gut leben (solche Teile herzustellen und
zu verkaufen)
http://www.heidenhain.de/de_DE/produkte-und-anwendungen/http://www.heidenhain.de/fileadmin/pdb/media/img/349_529-1B.pdf
Übrigens sind an modernen Werkzeugmaschinen Schrittmotoren als Antrieb
der Achsen eher unüblich.
Üblich sind Gleichstrommotoren.
www.ipsta.de/download/aktuell/Anhang_Servoantriebe.pdf
Gruss
Harald Wilhelms schrieb:> Ich denke schon, das praktisch alle CNC-Maschinen "Sensoren" zur> Ortsbestimmung haben, meist in Form von Inkrementalmassstäben.
Das ist so verallgemeinert nicht richtig.
> Da das Drehmoment von Schrittmotoren eher gering ist, nehme ich an,> das solche Maschinen auch andere Vorschubantriebe haben.
Das ist so verallgemeinert nicht richtig.
Hallo Klaus!
>>Diese Maschinen haben ja keine Sensoren,>>die Bescheid geben,>>wenn der Fräskopf an der richtigen Stelle ist, oder?>> Wurde zwar schon kurz beantwortet, aber hier etwas detaillierter.>> JEDE numerisch gesteuerte Werkzeugmaschine hat mind. je einen Sensor an> jeder Achse !> Das übliche Teil ist entweder Glasmaßstab oder Drehgeber> http://de.wikipedia.org/wiki/Glasma%C3%9Fstab> http://de.wikipedia.org/wiki/Drehgeber
Naja, bei low-cost Desktop CNC-Maschinen ("Käsefräsen") ist das eben zu
teuer. Deswegen sind Schrittmotoren da nach wie vor der am meisten
eingesetzte Antrieb. So lange man den Motor nicht überlastet, reicht es
ja, die Schritte zu zählen, um zu wissen wo man ist. Man muss sich halt
nur über den Unterschied zwischen Auflösung und Genauigkeit im Klaren
sind. Aber alleine die Mechanik solcher Maschinen erreicht ja selten
Genauigkeiten, die deutlich unter 1/10mm liegen.
> Übrigens sind an modernen Werkzeugmaschinen Schrittmotoren als Antrieb> der Achsen eher unüblich.> Üblich sind Gleichstrommotoren.
Das ist Unsinn. Wenn man in die Geschichte der WZM zurückblickt, waren
anfangs Schrittmotoren und servohydraulische Schrittmotoren üblich. Die
wurden dann nach und nach von Gleichstrommotoren verdrängt, dier aber
inzwischen wiederum längst durch elektronisch kommutierte Motoren
(Synchron-Servos) abgelöst wurden. Auch bei den Lineardirektantrieben
sind Synchron-Antriebe der Quasi-Standard. Nur bei Hauptspindeln werden
je nach Anwendung Synchron- oder Asynchronmotoren eingesetzt.
http://www.amazon.de/dp/3540225064/
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
Hallo Falk!
>>Gut, wenn man das also nicht genau bestimmen kann,>> Doch, kann man. LESEN!>> Jeder Schrittmotor macht eine bekannte Anzahl Vollschritte pro> Umdrehung, steht im Datenblatt. Die kann man im Halbschrittbetrieb> verdoppeln. Oder mit Microstepping um den Faktor X vervielfachen, wobei> X endlich ist, typisch 4-256.
Vorsicht: Damit erhöhst du die Auflösung, aber nicht die Genauigkeit.
Man muss sich schon darüber im Klaren sein, dass der Motor
(lastabhängig) mehrere Mikroschritte daneben liegen kann. Sobald die
Last weg ist, kehrt der Rotor natürlich (ähnlich wie eine Feder, die
entlastet wird) wieder in seine Ausgangslage zurück.
Bei einer low-cost Fräse spielt das aber keine nennenswerte Rolle.
Kleines Rechenbeispiel: Spindelsteigung 5mm/U, Direktantrieb mit 1,8°
Schrittmotor (200 Vollschritte/U). Das ergibt 40 Vollschritte/mm oder
25µm pro Vollschritt. Bei 1/16 Schritt kann man sogar 1,5625µm Auflösen,
muss aber trotzdem damit rechnen, dass die Achse unter Last bis zu einen
Vollschritt (also 25µm) ausgelenkt wird. Bei den Kräften, die dazu nötig
sind, biegt sich aber die gesamte Mechanik schon in ähnlicher
Größenordnung.
>> woher weiß dann>>beispielsweise eine CNC-Fräse, wie oft sie einem Schrittmotor sagen>>soll, dass er fahren soll bis er bei x/y ist?>> Das weiß sie schon.
Die Maschine weiss garnichts. Der PC mit der CNC-Software zählt die
Schritte und kennt daher die Position der Achse. Aber nur so lange, bis
die Achse überlastet wird (was im Normalfall nicht passieren sollte,
sonst ist der Antrieb falsch ausgelegt).
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann