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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Optokoppler Schaltzeiten beschleunigen (z.B. CNY17)


Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Hallo zusammen!

Am Wochenende bastelte ich auf Lochrasterkarte eine Probeschaltung, 
wobei ich mit einem µC mit PWM-Ausgängen experimentiere. Um die 
Schaltung galvanisch vom µC-Board zu trennen, damit ich es nicht 
versehentlich töte, bzw. weil ich auch auf der Lochrasterkarte mal eine 
viel höhere Betriebsspannung als 5V verwenden möchte, verwende ich da 
uralte Siemens SFH601-1. Es macht nichts, daß die SFH601-1 uralt sind, 
die sind datenmäßig und vom Pinning mit dem bekannten CNY17 identisch, 
ist vielleicht ein Vorgänger (Bauteilstempel 1985) oder Siemens-interne 
Bezeichnung. Sowas gibt es ja.

Notfalls habe ich noch neue CNY17-4 mit besserem Koppelfaktor, wenn alle 
Stricke reißen, und dies erfolgversprechend sein könnte. Aber die 
SFH601-1 tun es zunächst genau so gut.

Es soll nur etwas Spielerei für die Experimentierfreude sein, mehr 
nicht. Und zwar möchte ich über die PWM des µC auf der Lochrasterkarte 
höhere Leistungen verbraten, z.B. mal Glühlampen ansteuern, oder über 
eine Schaltdrossel und geschlossener Regelschleife mit dem ADC im µC 
eine Spannungsregelung per Software bauen.

Die Spannungsregelung fand ich auf dem PICkit1, sie erzeugen da per 
Software die geregelte Programmierspannung 13V aus 5V von USB zum 
Flashen der Bausteine. Genial einfach, die Hardware ist nur eine Spule, 
Diode, Transistor, und Ladekondensator an einem µC-Pin. Die Software ist 
ein PID-Regler, will da mal etwas mit solchen Dingen spielen, 
Regelverhalten analysieren. Aber auf dem 8051, nicht PIC.

Die Lochrasterkarte besteht im Augenblick nur aus 4 Optokopplern, einem 
ULN2003 Darlington-Array, mit 4 LEDs dran. Eingangsseite der Optokoppler 
mit Vorwiderständen auf 1,6mA begrenzt, wegen der geringen 
Pintreiberleistung des µC. Die Ausgangsseite der Optokoppler ohne 
Vorwiderstände über 5V direkt am ULN2003. Die internen Vorwiderstände im 
ULN2003 werden mit als Pulldown-Widerstände benutzt, bewegen sich etwas 
oberhalb von 3kOhm. Laut Datenblatt des ULN2003 passt das auch so. Am 
Oszi sehen die Signalpegel auch einwandfrei aus.

Leider gibt es aber eine ultralange Turn-Off-Zeit von sagenhaften 60µs, 
die Turn-On-Zeit geht mit 3µs ja noch. Aus dem Datenblatt habe ich was 
mit 20µs, aber bei Maximalstrom. Das ist auch klar, daß er bei 
geringeren Strömen langsam wird.


Jetzt zur Sache:
----------------


Das Datenblatt beinhaltet keine weitere Info zu Schaltungsvorschlägen am 
Optokoppler, besonders im Hinblick auf die am Baustein heraus geführte 
Basis des Ausgangstransistors, die aber für eine ganz einfache 
Standardübertragung stets unbeschaltet bleibt.

Leider fand ich auch noch keine konkreten Schaltungsvorschläge, wo die 
Basis mit einbezogen ist. Ich vermute mal, daß sie beschaltet werden 
kann, um den Optokoppler im Linearbetrieb zu betreiben. Evtl. sogar im 
Schaltbetrieb. Laut Datenblatt ist er im Linearbetrieb auch wesentlich 
schneller als im Schaltbetrieb, aber das ist bei Transistoren klar.

Ob man da was machen kann? Vielleicht stolperte einfach mal jemand über 
eine Schaltung im Internet, die für mich interessant wäre. Sonst muß ich 
mit der langen Abschaltzeit leben, das geht notfalls.

Ich dachte mal daran, im Schaltbetrieb die Basis mit einem RC-Glied im 
Bereich 1µs zu beschalten, um bei Abschaltung die Basisladung schneller 
auszuräumen...

Meine PWM hat eine Auflösung bis zur halben Quarzfrequenz des µC, das 
geht also bis 167ns herunter, und ich wollte da nicht allzu viel 
verschenken. Und das bei dem ollen 80C517, das haben sie gut gemacht.

Immerhin fand ich den CNY17 mal in LTspice, werde mich damit auch noch 
mal beschäftigen.

Ich möchte jetzt einfach mal nur meine einfache simple Lochrasterkarte 
retten, ohne da noch aufwändige Analoghardware hinzu zu fügen. Da ist 
jetzt nachträglich auch kein Platz mehr drauf. Mir war es anfangs 
einfach nicht so bewußt, als ich mal was ganz einfach nur galvanisch 
trennen wollte.

Autor: Silvio K. (exh)
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Nimm nen 6N137.

Autor: Helmut L. (helmi1)
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Du kannst den Optokoppler statt als Fototransistor im Fotodioden Betrieb 
betreiben. Also die Kollektor Basis Diode benutzen. Dazu benötigst du 
allerdings einen Verstärker dahinter. Wenn du dafür sorgst das nichts in 
die Sättigung kommt solltes es schneller werden.

Autor: Elena (Gast)
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Lege einen Widerstand von der Basis nach Masse, wie hier gezeigt:

http://www.digikey.com/Web%20Export/Supplier%20Con...

Autor: Elena (Gast)
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Autor: Elena (Gast)
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Autor: Elena (Gast)
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Autor: Elena (Gast)
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"figure 11...14" sind recht aufschlußreich:

http://optimus.meleeisland.net/downloads/datasheet...

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Silvio K. schrieb:

> Nimm nen 6N137.

Danke auch für deinen Vorschlag. Selbstverständlich weiß ich, daß es am 
Markt sicher was besseres gibt, als den Inhalt meiner Bastelsortimente. 
Ich experimentiere und spiele einfach ein wenig mal mit Optokopplern, 
weil ich das bisher nie tat. Es geht da weder um Hochleistung, noch 
Termin- oder Projektdruck. Durch die Geschichte hier lerne ich 
allenfalls was dazu. Mir war vorher der Analogbetrieb der Bausteine 
nicht so bewußt, und glaubte, ne einfache Digitalübertragung mit 
Schaltbetrieb und ohne weiteren Aufwand genügte. So findet man es auch 
immer in Schaltungsbeispielen.


@Elena:

Danke für die Links, ein Widerstand von der Basis nach Masse bringt 
tatsächlich auch schon eine Verbesserung.


@Helmut:

Die Basis-Kollektor-Diode verwenden, scheint der springende Punkt zu 
sein. Das bringt schon eine Verbesserung der Schaltzeiten um den Faktor 
3. Allerdings sind die Ausgangsströme da sehr schwach (µA), und brauchen 
auf jeden Fall Verstärkung.

Ich habe heute mal etwas mit LTspice simuliert und verschiedenes 
probiert, es führen da wohl viele Wege nach Rom. Die CNY17 sind da 
fertig in der Bauteilbibliothek. Da denke ich jetzt mal nach, ob ich den 
Ausgangstransistor direkt als Analogverstärker betreiben kann, ob ich 
ihn invers betreiben kann, einen einstufigen 
Transistor-Wechselstromverstärker nachschalte, Komparator, OP, 
CMOS-Gatter mit Schmitt-Trigger, was auch immer. Irgendwas in der Art 
geht sicher.

Andererseits kann man auch den Eingang (IF) verstärken, denn bei 
maximalem Strom der LED wird die Schaltzeit auch klein. Allerdings, wer 
möchte heute eine Schaltung, wo die Optokoppler 100mA Strom verzehren? 
Sowas wollte ich auf jeden Fall ganz vermeiden. Aber, ich habe für alle 
Fälle noch CNY17-4, die brauche ich gegen die SFH601-1 einfach nur 
auszuwechseln, da pinkompatibel.

Auf jeden Fall ist es gut, daß ich mich mal für die Optokoppler mit 
heraus geführter Basis entschied. Die anderen (4-Pinner) kann man 
wirklich nur im Schaltbetrieb sinnvoll verwenden, aber nichts mehr groß 
ausrichten.

Autor: Elena (Gast)
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>Ich habe heute mal etwas mit LTspice simuliert und verschiedenes
>probiert, es führen da wohl viele Wege nach Rom.

Kaskodenschaltungen werden gerne noch genommen, um die Schaltzeiten zu 
beschleunigen:

http://www.cel.com/pdf/appnotes/an3009.pdf

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Elena schrieb:
>>Ich habe heute mal etwas mit LTspice simuliert und verschiedenes
>>probiert, es führen da wohl viele Wege nach Rom.
>
> Kaskodenschaltungen werden gerne noch genommen, um die Schaltzeiten zu
> beschleunigen:
>
> http://www.cel.com/pdf/appnotes/an3009.pdf

Vielen Dank! Das war bis jetzt das beste, was mir begegnete. Sehr 
aufschlußreiche Info. Ich setzte es gleich mal in LTspice um, und hänge 
hier für den Fall, daß es jemanden interessieren könnte, die Schaltung 
und den Graphen als Bild mit an.

Wenn jemand meine Simulationsdatei zu LTspice haben möchte, bitte 
Bescheid sagen. Die lade ich auch gerne mal hoch.

Zu den Graphen:

grün:     Eingangsspannung des Optokopplers
blau:     Ausgangsspannung ohne weitere Maßnahmen
rot:      Kaskodeschaltung und Basiswiderstand
hellblau: Einfache Verwendung der Kollektor-Basis-Diode
rosa:     Ausgangsspannung nur mit Basiswiderstand

Die Kombination Kaskodeschaltung und Basiswiderstand (rot) ist die 
beste.

Was man sonst an den Graphen noch sieht: Und zwar könnte ich jetzt in 
der Nähe von Masse und VCC Komparatoren anbringen, die dort an den 
Punkten schnell schalten.

Aber so weit wollte ich es nicht treiben. Ich werde noch mal mit einem 
wechselstromgekoppelten Einfachstverstärker experimentieren. Der sollte 
Flanken auch schnell erkennen.

Das Gebilde aus 3 Widerständen und 2 Dioden rechts unterhalb der 
Optokoppler ist die Eingangsschaltung des ULN2003, auf einfache Weise, 
wobei die Dioden die BE-Strecken der Darlington-Konfiguration 
darstellen. Das sollte für hier genügen. Diese schalten etwa zwischen 
1,5 und 3V, je nach Last, mehr muß ich da zunächst nicht wissen. Denn 
einen ULN2003 fertig fand ich in der Library nicht. Und was da später 
als Last dran kommt, weiß ich auch noch nicht ganz genau. Aber gerne mal 
was bis zu 500mA. LEDs mit ca. 5mA sind jetzt aktuell da dran.

In der Turn-On-Time ist aber die Einfachstschaltung ohne Zusatzbauteile 
noch am besten. Das einzige Problem ist also die Turn-Off-Time.

Autor: Marco S (Gast)
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Wenn es nicht auf den Strom ankommt, ist bei folgender Basisschaltung 
eher die Turn-On Zeit das Problem.

Autor: Helmut L. (helmi1)
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Hallo Wilhelm es geht noch ein bisschen schneller.
Ich komme da auf unter 2 us.


Koennte jetzt wieder ein neuer Wettbewerb werden :-)

Hatten wir schon mal mit TTL Gatter Oszillatoren.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Marco S schrieb:
> Wenn es nicht auf den Strom ankommt, ist bei folgender Basisschaltung
> eher die Turn-On Zeit das Problem.

Ah, da kennt sich jemand aus, und hat schon erweiterte 
Schaltungstechnik.

Vielen Dank!

Q1 ist wohl auch eine Art Kaskodeschaltung, die seltener gebrauchte 
Basisschaltung des Transistors. Wobei die Basisspannung über die 2 
Dioden und C1 etwas zeitlich stabilisiert ist. Aber die Schaltzeiten im 
Graphen, mann, das ist doch schon was!!!

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Helmut, auch vielen Dank. Da kommt ja noch was.

Ich wäre mal gespannt, wie weit wir mit den lahmen Ausgangsbausteinen 
noch kämen. Bei geeigneter und aufwändiger Schaltungstechnik sicherlich 
noch in den Nanosekunden-Bereich...

> Koennte jetzt wieder ein neuer Wettbewerb werden :-)

> Hatten wir schon mal mit TTL Gatter Oszillatoren.

Wenn du möchtest, schreib mal was dazu, finde ich interessant.

Ich machte mit CMOS-Gattern schon mal analoge Verstärker und 
Oszillatoren. Das ist jetzt kein Quatsch, mit einem CMOS-Gatter kann man 
tatsächlich einen simpelsten Analogverstärker bauen. Die Beschaltung 
gleicht der eines invertierenden OP. Der hat natürlich keine besonderen 
Eigenschaften, aber für manche einfache Dinge reicht es. So ähnlich 
arbeitet auch die Eingangsschaltung beim Quarz an µC, haben ein 
invertierendes Gatter als Energielieferant. Und der arbeitet analog, wie 
man sieht, wenn man da mit dem Oszi dran geht. Der weiß nur im 
Mittelpunkt nicht genau, wohin er schalten soll...

Autor: Clemens L. (c_l)
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Ich habe für den Basis-Anschluss bezahlt, dann muss ich ihn auch 
ordentlich benutzen!  :o)

(Basierend auf einer Schaltung von Vernon P. O'Neil, Motorola.)

Autor: Thomas E. (picalic)
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Servus,

sehr effektiv ist auch die Beschaltung des OC mit einer kleinen 
Schottky-Diode (SD101 o.ä.), zwischen Basis und Kollektor (K an 
Kollektor!).
Damit wird verhindert, daß der Transistor in die Sättigung geht und das 
Ausschalten geht dann viel schneller!

Autor: Clemens L. (c_l)
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Kein Geschwindigkeitsrekord, aber symmetrische Verzögerungen beim An- 
und Abschalten, und nur wenige Bauteile.
(Und wie die meisten Vorschläge doch ohne Basis.)

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Autor: Gerd E. (robberknight)
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Ich seh hier bei den ganzen Schaltungen immer nur ein einfachen R zur 
Ansteuerung der LED. Müsste man hier nicht auch noch was rausholen 
können?

Wie wäre es mit einem kleinen C (z.B. 10nF) parallel zum R vor der LED?

Autor: Mark S. (voltwide)
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Helmut L. schrieb:
> Hallo Wilhelm es geht noch ein bisschen schneller.
> Ich komme da auf unter 2 us.
>
> Koennte jetzt wieder ein neuer Wettbewerb werden :-)
>
> Hatten wir schon mal mit TTL Gatter Oszillatoren.

Ich sage es mal so: Je höher und konstanter Vce des OC, um schneller ist 
das Abschaltverhalten. Einige wenige us sind ohne große Tricks zu 
bewältigen.

Autor: MaWin (Gast)
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Thomas E. schrieb:
> Servus,
>
> sehr effektiv ist auch die Beschaltung des OC mit einer kleinen
> Schottky-Diode (SD101 o.ä.), zwischen Basis und Kollektor (K an
> Kollektor!).
> Damit wird verhindert, daß der Transistor in die Sättigung geht und das
> Ausschalten geht dann viel schneller!

Optokoppler verstärken den Leckstrom CB, sättigen also nie (und kommen 
nie unter 0.7V Spannungsabfall).

Autor: Peter D. (peda)
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Ich würde heutzutage Digitalkoppler nehmen (ADUM120x, ADUM140x), die 
gehen bis 25MHz.

: Bearbeitet durch User
Autor: Clemens L. (c_l)
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MaWin schrieb:
> Optokoppler verstärken den Leckstrom CB, sättigen also nie (und kommen
> nie unter 0.7V Spannungsabfall).

Warum sollte der Fototransistor nicht sättigen, wenn der Fotostrom hoch 
genug und der Kollektorstrom vergleichsweise klein ist? Und genau das 
wird auch im Datenblatt spezifiziert.

: Bearbeitet durch User
Autor: MaWin (Gast)
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Sättigung tritt nur auf bei UB > UC, und das kann nicht sein, wenn UB 
aus UC gewonnen wird (wie beim Darlington).

Bei benutztem B(asis) Anschluss kann man natürlich von aussen in die 
Sättigung schalten, daher vielleicht die Datenblattangabe.

Autor: Clemens L. (c_l)
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Das Datenblatt des ILD1 http://www.vishay.com/docs/83646/ild1.pdf macht 
deutlich, dass Sättigung auch ohne Basis-Anschluss funktioniert.

: Bearbeitet durch User
Autor: MaWin (Gast)
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Was auch immer Vishay mit
Fig 3 Fig. 4 - Non-Saturated Switching
Fig 5 Fig. 6 - Saturated Switching
meint, die Halbleiterphysik sagt, daß der Transistor in den Schaltungen 
nicht sättigt (nicht sättigen kann) und beide Schaltungen aus Sicht des 
Transistors vollkommen identisch sind, es ist eine Reihenschaltung und 
die Bauteile wissen nicht, in welcher Reihenfolge sie ein einer 
Reihenschaltung sitzen.

Ich sag mal: Vishay erzählt Unsinn.

Autor: Clemens L. (c_l)
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MaWin schrieb:
> die Halbleiterphysik sagt, daß der Transistor in den Schaltungen
> nicht sättigt (nicht sättigen kann)

Und was macht der Transistor hier?

Autor: Uwe B. (Firma: TU Darmstadt) (uwebonnes)
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Clemens L. schrieb:
> MaWin schrieb:
>> die Halbleiterphysik sagt, daß der Transistor in den Schaltungen
>> nicht sättigt (nicht sättigen kann)
>
> Und was macht der Transistor hier?

Saettigen.

Die Basis-Emitterspannung durch die beleuchtete BE Photodiode bewirkt 
eine positive Spannung zwischen Basis und Kollektor, was ein Kennzeichen 
der Saettigung ist.

Autor: Lurchi (Gast)
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Die "Photodiode" zwischen Kollketor und Basis kann auch in der 
Fotovoltaischen Mode gehen, also als Spannungsquelle und Energiequelle 
dienen. Dann kommt der Ohototransistor auch nich die Sättigung.


Bei der LED zum Treiben könnte man tatsächlich ggf. einen Kondensator 
parallel zum Widerstand haben. Alternativ auch eine Diode parallel um 
die LED schneller aus zu schalten. In der Regel wird das aber nicht so 
viel bringen im Vergleich zur besseren Beschaltung des Empfängrs, denn 
die LEDs sind schon relativ schnell. Ob es was bringt kann man ggf. 
schon am Revrese Recovery verhalten sehen. Da sieht man die Verzögerung 
ziehmlich direkt.

Autor: Clemens L. (c_l)
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Aus meinem letzten Vorschlag 
(Beitrag "Re: Optokoppler Schaltzeiten beschleunigen (z.B. CNY17)")
kann man noch einen Widerstand herausoptimieren.

(Quelle: Vishay Application Note 02: Phototransistor Application 
Examples)

Autor: Clemens L. (c_l)
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Einfacher Stromspiegel. Gar nicht mal so schlecht.

Autor: Clemens L. (c_l)
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Eine "verbesserte" Version des Stromspiegels, von James Vanderzon.

(Quelle: Patent EP2709296A1)

Autor: Clemens L. (c_l)
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Und die Basis kann man doch benutzen!

Motorola schreibt in "AN571A: Isolation Techniques Using Optical 
Couplers":
> The circuit in Figure 19 is a simple pulse amplifier using pos-
> itive, ac feedback into the base of the 4N26. The advantage
> of the feedback is in faster switching time. Without the feed-
> back, the pulse rise time is about 2.0 µs, but with the positive
> feedback, the pulse rise time is about 0.5 µs.

Autor: Mark S. (voltwide)
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Mit einem schnellen Transimpedanzverstärker und einem klitzekleinen 
Trick geht noch mehr!

: Bearbeitet durch User
Autor: Thomas E. (picalic)
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Servus,

ich würde diese ganzen LT-Spice-Spielereien mit Vorsicht genießen, d.h. 
erstmal davon ausgehen, daß die tollen Werte im realen Leben so nicht 
erreichbar sind! Nach meinen Tests gibt es bei den LT-Spice 
Optokopplern, ganz im Gegensatz zu dem realen Modellen, offenbar gar 
keine Sättigungseffekte des Transistors. Nimmt man z.B. eine 
Standard-Schaltung, z.B. 4N26, E an Masse, C über 1k an +5V, beginnt die 
Spannung am Kollektor unmittelbar nach dem  Abschalten des LED-Stroms zu 
steigen! Der echte 4N26 braucht da etliche Mikrosekunden, bis der 
Transistor aus der Sättigung kommt...

Autor: Mark S. (voltwide)
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Da hast Du natürlich Recht, die Grenzen der SimulationsModelle sollte 
man nicht aus dem Auge verlieren. So ist das mit dem Unterschied 
zwischen Theorie und Praxis: Theoretisch gibt es keinen!

Autor: Joachim B. (jar)
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Thomas E. schrieb:
> Der echte 4N26 braucht da etliche Mikrosekunden, bis der
> Transistor aus der Sättigung kommt...

nicht nur der, ich wunderte mich warum meine RS232 Trennung bei 115kBaud 
nicht wollte. Nach dem Abfall an der IR LED wurde der Trasi einfach 
nicht schnell genug freigeräumt, ein niederer pulldown half.

: Bearbeitet durch User
Autor: Clemens L. (c_l)
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Thomas E. schrieb:
> ich würde diese ganzen LT-Spice-Spielereien mit Vorsicht genießen, d.h.
> erstmal davon ausgehen, daß die tollen Werte im realen Leben so nicht
> erreichbar sind!

Natürlich. Aber schnell was zusammenklicken geht halt schneller.  ;-)

> Nach meinen Tests gibt es bei den LT-Spice Optokopplern, ganz im
> Gegensatz zu dem realen Modellen, offenbar gar keine Sättigungseffekte
> des Transistors.

Wobei LTSpice eigentlich dazu in der Lage sein sollte ...

Und in den mitgelieferten Modellen steht der größtmögliche CTR-Wert 
drin.


Aber eine schnelle Schaltung versucht eh, Sättigung zu vermeiden.

Anbei echte Messungen für die Schaltung aus
Beitrag "Re: Optokoppler Schaltzeiten beschleunigen (z.B. CNY17)".
Soweit ich sehe, ist die Simulation bis auf den optimistischen CTR 
ziemlich korrekt.

Autor: Thomas E. (picalic)
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Clemens L. schrieb:
> Wobei LTSpice eigentlich dazu in der Lage sein sollte ...
 Ich war auch ein wenig überrascht, als ich das letztens erst zufällig 
gemerkt habe! Scheint auch nur bei den Optokopplern so zu sein, 
"normale" bipolare Transistoren sättigen offenbar auch in LTSpice.

> Aber eine schnelle Schaltung versucht eh, Sättigung zu vermeiden.
>
> Anbei echte Messungen für die Schaltung aus
> Beitrag "Re: Optokoppler Schaltzeiten beschleunigen (z.B. CNY17)".
> Soweit ich sehe, ist die Simulation bis auf den optimistischen CTR
> ziemlich korrekt.

Eben, weil hier die Schaltung die Sättigung des OC-Transistors 
vermeidet, gibt es keinen großen Unterschied zwischen Simulation und RL.

Autor: Clemens L. (c_l)
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Eine Komparator-Schaltung ist aufwändiger als ein Transistor, aber die 
meisten Mikrocontroller haben schon einen integrierten Komparator (oft 
auch mit flexibler Referenzspannung).

Autor: Clemens L. (c_l)
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Schon in der zweiten Antwort hat helmi1 den Betrieb als Fotodiode 
erwähnt.

Die Kollektor-Basis-Fotodiode hat immer noch eine größere Kapazität als 
eine auf Geschwindigkeit optimierte, 'echte' Fotodiode.
(Und es gibt schnellere Komparatoren.)

: Bearbeitet durch User
Autor: Clemens L. (c_l)
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Thomas E. schrieb:
> sehr effektiv ist auch die Beschaltung des OC mit einer kleinen
> Schottky-Diode

Diese 2 µs machen den Kohl auch nicht fett.

Autor: Thomas E. (picalic)
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Clemens L. schrieb:
> Diese 2 µs machen den Kohl auch nicht fett.

Stimmt - kein sehr spektakulärer Unterschied. Ich vermute, der 
Unterschied wird größer, wenn man den Optokoppler mit höherem Strom mehr 
in die Sättigung treibt. In den 80ern habe ich mal mit 4N26 ein MIDI 
Interface gebastelt, da hat die Diode schon ein paar µs mehr gebracht, 
sonst hätte ich einen anderen Koppler nehmen müssen.

Autor: Joachim B. (jar)
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am Ausgang einen Pulldown R schalten der eine Last darstellt, bringt den 
auch schneller auf low.

Autor: Clemens L. (c_l)
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Thomas E. schrieb:
> In den 80ern habe ich mal mit 4N26 ein MIDI Interface gebastelt,
> da hat die Diode schon ein paar µs mehr gebracht

In der Tat. (Obwohl das für MIDI immer noch grenzwertig ist.)

Autor: Thomas E. (picalic)
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Interessant! Scheint also auch stark vom Optokoppler-Typ abzuhängen, ob 
die Diode viel nützt. Wobei beim Vergleich der Bilder CNY17 vs. 4N25 
auffällt, daß beim CNY17 die fallende Flanke viel weicher bzw. langsamer 
ist. Hat der vielleicht ein kleineres CTR als der 4N25? Wie wohl das 
Signal aussehen würde, wenn die fallende Flanke beim CNY durch mehr 
LED-Strom ähnlich wie die beim 4N25 aussehen würde...? (oder durch 
weniger beim 4N25 auf die Form vom CNY trimmen?)

: Bearbeitet durch User
Autor: Axel S. (a-za-z0-9)
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Thomas E. schrieb:
> Interessant! Scheint also auch stark vom Optokoppler-Typ abzuhängen, ob
> die Diode viel nützt.

Es hängt vor allem auch von der Diode ab. Schottkys haben oft recht hohe 
Kapazität und schaden dann mehr als sie nützen. Hatten wir gerade 
nebenan, als es "nur" um eine Transistor-Schaltstufe ging. Eine 
Schaltdiode wie die BAV70 brachte da (in der Simulation) deutlich 
bessere Ergebnisse.

Bei Optokopplern mit Fototransistor bringt es am meisten, wenn man sie 
einfach im linearen Bereich betreibt - also so wenig wie möglich 
übersteuert. Wirklich schnelle Optokoppler verwenden aber asu gutem 
Grund eine Fotodiode als Empfänger.

Autor: Clemens L. (c_l)
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Axel S. schrieb:
> Schottkys haben oft recht hohe Kapazität und schaden dann mehr als
> sie nützen.

Bei Fototransistoren geht es aber um eine andere Größenordnung.

Und für so etwas verwendet man keine 1N5824; die SD101 hat auch nur 2 
pF.

: Bearbeitet durch User
Autor: Stefanus F. (stefanus)
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Ich halte die Trick-Schaltung 
(Beitrag "Re: Optokoppler Schaltzeiten beschleunigen (z.B. CNY17)") vom 
Marc für völlig unsinnig, weil die von einem gemeinsamen GND Potential 
abhängt. Außerdem kann ich eine Kapazitive Übertragung auch ganz ohne 
Optokoppler realisieren.

: Bearbeitet durch User
Autor: Clemens L. (c_l)
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Thomas E. schrieb:
> Wobei beim Vergleich der Bilder CNY17 vs. 4N25 auffällt, daß beim
> CNY17 die fallende Flanke viel weicher bzw. langsamer ist. Hat der
> vielleicht ein kleineres CTR als der 4N25?

Nein, eher gleich (CNY17-1) oder größer (CNY17-2).

> Wie wohl das Signal aussehen würde, wenn die fallende Flanke beim
> CNY durch mehr LED-Strom ähnlich wie die beim 4N25 aussehen würde...?

Gute Frage. Warum hast du das nicht selbst getestet?  ;-)

Autor: Thomas E. (picalic)
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Danke für die aufschlussreichen Bilder!

Clemens L. schrieb:
> Gute Frage. Warum hast du das nicht selbst getestet?

weil es damals auf dem Elektronikflohmarkt (sowas gab es zu meiner Zeit 
- ist sowas ähnliches wie Ebay ;) ) nur stangenweise 4N46 gab und ich 
deshalb nur diese noch im Keller 'rumfliegen habe...

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