Begehbarer Faradayischer Käfig: Erdung und VDE

OP #2184371
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Hallo,

Wir haben uns eben eine neue, begehbare Messkammer gekauft, die komplett 
elektrisch abgeschirmt ist. War mit 30.000 Euro nicht ganz billig. Jetzt 
gibt es aber ein Problem. Unsere letzte Kammer war nicht geerdet, 
sondern einfach nur ein isolierter, mit Kupferblech verkleideter Raum.
In der neuen gibt es aber eine Entlüftung, Beleuchtung 230V und 
Gleichstrom sowie ein galvanisch getrenntes 230 V Netz in einem 
Alu-Kabelkanal.
Jetzt meint der Hersteller, nach VDE müsste die Kammer insgesamt an 
einer Stelle geerdet werden.
Das passt uns nun aber gar nicht, da wir die Erdung über unsere 
Messkette bewerkstelligen müssen, da die über und durch einen PC läuft, 
der logischerweise am Stromnetz hängt. Bisher haben wir die alte Kammer 
also am Vorverstärker durch die Messkette über den PC an den 
Schutzleiter der Steckdose geerdet und dies würden wir auch gern wieder 
so machen.
Kann mir jemand sagen, wie das geregelt ist? Wieso muss die Kammer 
geerdet sein? Der Hersteller sagt die Geräte wie Belüftung, Trenntrafo 
etc. seien alle seperat mit dem Schutzleiter verbunden und hätten keinen 
elektrischen Kontakt zur Kammer...
Gast #2184589
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Alle berührbaren metallischen Gegenstände müssen miteinander verbunden 
sein (Ausnahme: EIN Gerät hinter einem Trenntrafo, das an nichts 
weiteres angeschlossen ist). Ist einer davon geerdet/am PE, sind es alle 
anderen dann ebenfalls.

Gruß

Achim
Gast #2185052
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Filterplatte haben wir keine, die Durchführung ist nur ein Kabelkanal. 
Alle metallischen Teile sind auf dem selben Bezugspotential. Könnte man 
das nicht als EIN Gerät hinter dem Trenntrafo sehen und erstmal nix 
erden?
#2185162
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>die Durchführung ist nur ein Kabelkanal

So geht's natuerlich nicht. Wenn man aussen ein Mobiltelephon an das 
Kabel haelt, so hat man die Signale schon im Kaefig. Ohne Filterplatte 
kommt man nicht hin. Ein guter Faraday ist uebrigens zweilagig wenn man 
die 180dB Daempfung erreichen will. Und die beiden Lage sind an der 
Filterplatte zusammen an Erde.
Gast #2186553
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Und das ganze auch noch von Eurem Steuergeld. Dankeschön!
Grund ist, dass wir komplexe Kabel reinführen müssen, die keine 
gefilterte Durchführung erlauben. Zudem brauchen wir nur Abschirmung bis 
10 kHz, also Eigentlich nur Netzbrummen mit Oberwellen. Dafür tut das 
wunderbar.
Was mich daran stört ein grüngelbes Kabel anschrauben zu lassen ist, 
dass ich gern wüsste wieso man dieses Ding zwangsweise IMMER und 
niederohmig erden soll. Wo liegt das Problem, die Kammer einfach nicht 
zu erden (sondern erst während der Messung durch den PC)?
#2187336
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Es kann auch ausserhalb passieren. Der Kaefig steht unter Spannung gegen 
Erde, der Monteur kommt und macht was an einem Radiator in der Naehe - 
und wird gegrillt. Das kann man vermeiden, indem man den Faraday mit 
Holz umgibt. Innen und Aussen. Und man muss natuerlich mit grossen 
Tafeln kommunizieren, dass das Spannung drauf ist. Auch lesbar fuer die 
tuerkische Putzfrau.
Normalerweise sind Metallteile immer geerdet. Sei das nun ein Backofen, 
eine Hydraulikeinrichtung, irgendwas.
Die Vorschrift  nennt sich Sicherheit von Maschinen oder so. Die Norm 
muesst ich nachschlagen.
Ich wuerd erden, ohne darueber nachzudenken.
Moderator Persönliche Seite #2187359
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Könnte man den PC nicht über einen Wechselrichter aus Batterien
speisen während der Messung, beispielsweise über eine USV, die während
der Messung primär abgeklemmt wird?  Dann kannst du die Erdung
bedenkenlos über den Käfig machen, und es ensteht auch kein
gefährlicher Zustand, wenn versehentlich die Primärseite der USV noch
angesteckt ist zugleich.  In diesem Falle wird lediglich die Messung
unbrauchbar sein (durch die Ausgleichsströme), d. h. der Beginn der
Messprozedur müsste sicherstellen, dass die Abtrennung der USV vom
Netz erfolgte.
OP #2188222
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Ja, das tun sie leider. Die einzige Möglichkeit die wir bisher gefunden 
haben war, wirklich den Käfig selbst am Vorverstärker und nirgends sonst 
zu erden. Die Idee mit der Erdung des Käfigs hatten wir auch, 
funktionierte aber noch nie vernünftig, da es immer 
Potentialunterschiede zwischen dem Massepunkt des Vorverstärkers und dem 
Erdpunkt des Käfigs gibt. Schließt man aber beide trotzdem zusammen, ist 
der Vorverstärker beidseitig geerdet und eine böse Erdschleife macht 
alles Messen unmöglich.
OP #2188403
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Nicht unbedingt. Ich weiß nicht ob Du weißt wie sowas läuft. Das Gebäude 
wird von Firma X gebaut, die beauftragt Firmy Y mit dem Bau der 
Messkammer. Firma Y kommt mit einem hübschen Prospekt wo außer dem 
Layout nicht viel drinsteht und sagt: ok, machen wir wie bei den letzten 
5 Labors. Ok. Dann schicken die ihre Leute, die bauen was auf und Firma 
Z als Subunternehmer die die Elektrik machen. Die sagen dann: müssen wir 
erden, keine Ahnung wieso und warum. Tja, und dann stehst Du da. So ein 
Labor ist leider etwas umfangreicher als nur die Messkammer. Da lässt 
sich nicht jedes Detail im Vorraus planen, besonders nicht, wenn 
derartige Probleme vorher nicht existierten. Daher ja meine Fragen. Der 
Hersteller von dem Ding kann sie mir jedenfalls nicht über das Level von 
"muss so sein, VDE" beantworten. Endanschluss machen dann nichtmal die 
sondern unser Hauselektriker. Und der ist natürlich "Spezialist" für 
sowas...
Gast #2188670
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Früüüher gab es in Rechenzentren Flächenerder aus dicken Kupferbändern, 
die kreuzweise unter dem Stelzfußboden verlegt wurden. Ob das für Deine 
Meßkammer zweckmäßig wäre, weiß ich nicht.
Persönliche Seite #2188720
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Die Antwort kam doch schon. Pot Ausgleich Schine dahin wo die Leitungen 
in den Käfig gehen.
Dann dort einen Verteiler hin. Den Vorverstärker, die Kabine und den PC 
von dort aus erden. Sternförmig.

Wenn PC und VV schon erdmäsßig verbunden sind, könnte man den PC auch 
zum über nen Trenntrafo ans Netz anschließen. Dann keinen Schutzleiter 
an den PC und den PC "Über den VV erden" Schutzleiter muss es dann ja 
keiner sein. Alle Erdungsleitungen reichlich bemesssen. (Event auch 
breite Bänder obwohl bis 10 kHz ist das noch net soo kritisch....

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