Bei Fotodioden wie der BPW34 erzeugen die Alpha- oder Betateilchen
bewegliche Ladungen in der I-Sperrschicht, die eine sehr geringe
Gesamtladung darstellen und an der Kapazität am Eingang des folgenden
Verstärkers nur sehr kleine Impulse bilden. (im uV-Bereich)
An einem Verstärker (3 BC848, mit einer Rauschspannung von Uss ca.200mV
am Ausgang) bekommt man Impulse nur mit etwa 1V Höhe.
Durch die große Kapazität einer Solarzelle wird die Höhe der Impulse
wahrscheinlich auf so kleine Werte absinken, dass sie nicht mehr
erkennbar sind.
Ich weiß nicht, ob Solarzellen überhaupt in PIN-Struktur aufgebaut sind,
wie die BPW34. Bei einfacher PN-Sperrschicht ist dann die Kapazität der
Diode/Solarzelle sowieso viel zu groß als dass auswertbare Impulse
entstehen könnten.
Hallo Peter,
leider ist mir auch zu spät aufgefallen, dass in dem Artikel ein
PIN-Diode verwendet wird. Ich war im Elektronikgeschäft und habe auf
Verdacht eine BPW21 erstanden, die mich doch glatt 5€ gekostet hat.
Leider habe ich erst danach den Artikel noch mal gelesen.
PIN-Dioden sind wohl durch die kleinere Sperrschichtkapazität deutlich
schneller, was auch in dem von Elektor referenziertn Artikel steht:
http://thm.ankara.edu.tr/tac/YAZOKULU/yazokulu6/dersler/06-09-2010/erhan-emirhan-cenap-ozben-pin-photodiode.pdf
Wie wären eigentlich Avalanche Dioden geeignet? Die sind ja noch
schneller. Empfindlicher eventuell auch, könnte ich mir vorstellen.
Oben habe ich mich mit dem Link zu der Elektorseite etwas vertan:
http://www.elektor.de/jahrgang/2011/juni/fotodiode-misst-gammastrahlung.1812240.lynkx
Die BPW 21 ist durch den speziellen Filter relativ teuer.
So schlimm ist es nicht wenn es eine PN Diode ist. Auch da ist da
Grundmaterial nicht so hoch dotiert und die Geschwindigkeit meist nicht
so langsam. Zumindest bei Alpha Teilchen sind die Pulse groß genug, das
man sich auch relativ lange Zeit lassen kann mit der Auswertung, ohne
das sie im Rauschen untergehen. Die Alphas werden ja auch dicht an der
Oberfläche absorbiert und kommen gar nicht weit ins Material. Bei Beta
Strahlung ist die Eindringtiefe schon größer und das Signal schwächer -
da wäre eine PIN Diode sicher besser, ggf. sogar 2 oder 3
hintereinander.
Ich habe mal mit der BPW24 einen ähnlichen Sensor für alpha Partikel
aufgebaut. Da wurden die Pulse dann halt mit einem realiv langsamen
Transimpedanzverstärker so weit gestreckt das eine Auswertung per µC,
auch ohne extra analoge Schaltung zur Spitzenwert-erfassung ging.
Eine normale Solarzelle wird da eher nicht gehen. Da ist einfach die
Fläche zu groß und der Leckstrom und damit da Rauschen zu hoch.
Avalanche-Dioden sind wahrscheinlich weniger geeignet.
Bei ihnen besteht der maßgebende Mechanismus darin, dass die
Sperrschicht mit so hoher Spannung betrieben wird, dass die
photoelektrisch beweglich gemachten Ladungsträger durch Stoßionisation
etwa um den Faktor 100 vervielfacht werden. Es würden also bei
ausreichender Betriebsspannung stärkere Impulse als bei einer PIN-Diode
entstehen, aber:
Durch die hohe Spannung wird zwar die Sperrschicht am PN-Übergang
relativ breit sein, aber bei weitem nicht so breit wie bei einer
PIN-Struktur. Deswegen ist das für Strahlung empfindliche Volumen
deutlich geringer.
Guten Morgen,
ich bin neu in dem Forum, interessiere mich für den Geiger Müller
Zähler.
Habe durch Zufall bei der Bucht den Type 5 Pocket Geiger gefunden.
Dieser hat einen Sensor: First Sensor AG (Germany) X100-7.
Das ist ja im Prinzip eine Photodiode nur "verbessert" um mehr zu
erkennen.
Auf der HP von First Sensor gibt es noch weitere Sensoren den X100.72
u.s.w.
Hat hier Jemand schonmal was mit so einem Sensor gemacht? wie ist der im
vergleich zu einem mit Zählrohr?
Thomas Müller schrieb:> Hat hier Jemand schonmal was mit so einem Sensor gemacht?
Bernd Kainka hat da einige Versuche gemacht. Schau Dich doch mal
auf seinen Seiten um.
Gruss
Harald
Thomas Müller schrieb:> wie ist der im vergleich zu einem mit Zählrohr?
Diese Halbleitersensoren sind die modernen Zählrohre.
Wie jede Photodiode haben sie einen Dunkelstrom,
der aber im Gegensatz zu dem Elektormüll minimiert ist.
Dieses dauernde Hintergrundrauschen verschlechtert etwas
die Erkennung von geringen Intensitäten.
Dafür haben sie oftmals Szintillationskristalle,
also Chemie die Gammastrahlen in Lichtblitze umsetzt,
denk an floureszierende Materialíen.
Die Beschaltung ist auf Grund der geringen Spannung einfacher
als bei Geiger-Müller-Zählrohren, auch mit dem Löschen haben
sie keine Probleme, dafür tut es Halbleitersensoren gut wenn
sie gekühlt werden.
Andi schrieb:> Der Bernd heißt aber Burkhard.
Du hast natürlich recht. Witzigerweise habe ich mit google und
Bernd Kainka jede Menge Links auf Burkhards Seiten gefunden. :-)
Könnte man eigentlich auch mit einem aus der Metallhülle genommenen
Schwingquarz Radioaktivität detektieren?
Regt radioaktive Strahlung einen Quarz eventuell kurz zu einer gedämften
Schwingung an, die man dann hinter einem Filter gut erkennen kann?
Gerri schrieb:> Könnte man eigentlich auch mit einem aus der Metallhülle genommenen> Schwingquarz Radioaktivität detektieren?
Wenn Du genügend verstärkst, könntest Du vermutlich jeden beliebigen
Gegenstand als Detektor verwenden. Doch, wozu sollte das gut sein?
Ich schlage vor, zukünftig statt LEDs gewöhnliche (Glas-)Dioden
zu verwenden. Wenn man genügend Strom durchschickt, leuchten die auch.
Gruss
Harald
Nana, so völlig aus der Welt ist die Idee mit dem Quarz nicht (praktisch
aber schon..). Im Prinzip will man ja "ionisierende Strahlung"
nachweisen. Wenn also ein derartiges Teilchen durch ein Medium fliegt,
wo es an den Atomen anrempelt und dadurch Ladungsträger aus ihrem
Verbund schlägt, dann würde man diese Ladungsträger bloß per angelegtem
elektrischen Feld absaugen müssen und man hätte damit einen Strom, der
proportional zur mittleren Ionisierung ist. Nun sind Quarze aber recht
gute Isolatoren...
W.S.
Nachdem ich auch schon seit längerem damit experimentiere:
https://www.mouser.at/ProductDetail/First-Sensor/PS100B-7-CERPINE?qs=hIohqi1S7IpESqboln%2FhyQ%3D%3D
Nun habe ich erstmals eine so große (100mm2) Diode zu einem halbwegs
erträglichem Preis gefunden, die letzte in der Art von Hamamatsu die ich
angefragt habe lag bei >400 Euro.
Die wäre sogar schon lichtdicht verpackt und immerhin mehr als 14*
größer als eine BPW34.
Einzig störend ist die minimale Betriebstemperatur von -20°C da müsste
ich für meine Anwendung wohl heizen, naja.
Glaubt Ihr diese Diode wäre einen Versuch wert?
A. K. schrieb:> Nachdem ich auch schon seit längerem damit experimentiere:>> https://www.mouser.at/ProductDetail/First-Sensor/PS100B-7-CERPINE?qs=hIohqi1S7IpESqboln%2FhyQ%3D%3D>> Nun habe ich erstmals eine so große (100mm2) Diode zu einem halbwegs> erträglichem Preis gefunden
Schöner Sensor (würde ich bei mir auch gern mal probieren), aber:
Die Fläche ist ziemlich groß und damit auch die Kapazität und der
Dunkelstrom. Die große Fläche bringt dir mehr Messereignisse, die Fläche
mehr Kapazität und damit kleineres Signal (weil die Teilchen bestimmte
Ladungen generieren) und der Dunkelstrom mehr Rauschen.
Im Ergebnis bekommst du mehr Pulse, die aber viel kleiner sind und dazu
noch mehr Rauschen als bei einer BPW34. Willst du das? Und kann deine
Schaltung das? Die immer wieder genannten vom B. Kainka keinesfalls. Da
kommt ja schon bei fetten Alphas ohne Abdeckung des Sensor in der
lichtabgeschirmten Kiste nur noch ein schnarchlangsames Minibisschen
raus. Die besten Pulse, die der je zeigte hatten ein SNR von ca. 14dB
bei 100µs Anstiegszeit.
Ich hab mir einen Sensor und eine schnelle Schaltung gebastelt, die bei
Umgebungslicht funktioniert und 100-mal schneller ist und dabei auch
noch den 10-fachen SNR liefert (Bild 1). Damit kann man sogar die
einzelnen Teilchentypen ohne Platten davor auseinanderhalten (Bild 2).
Also, je nachdem was und wie du messen willst, kann der Sensor besser
oder schlechter als eine BPW34/BPX61 sein.
Elliot schrieb:> Ich hab mir einen Sensor und eine schnelle Schaltung gebastelt, die bei> Umgebungslicht funktioniert und 100-mal schneller ist und dabei auch> noch den 10-fachen SNR liefert (Bild 1).
Sehr schöne Ergebnisse, ich habe bisher mit 2 Stück ADA4817
experimentiert, mit gemischtem Erfolg. Ich habe als Prüfstrahler "nur"
einen Uranglaswürfel, bin mir also nicht sicher ob es an meiner
Schaltung oder am Strahler liegt.
Generell fehlen mir belastbare Infos bzgl. Dimensionierung, selbst Paper
von zB. Researchgate also "echten Wissenschaftlern" wiedersprechen sich
teilweise, nichtmal bei der Einbaurichtung der Diode scheint man sich
hier einig zu sein.
Ich habe meine BPW34 in eine SMA Abdeckkappe mit schwarzem Loctite
Dichtstoff eingeklebt, das IR Signal einer Fernbedienung ist allerdings
trotzdem ganz leicht sichtbar.
Würdest du deine Schaltung hier teilen?
LG und Danke für die Antwort.
A. K. schrieb:> Generell fehlen mir belastbare Infos bzgl. Dimensionierung
Das kenne ich, hab vor etlichen Jahren auch mal sowas gesucht und dann
aufgegeben und mir selbst was überlegt. War auch besser so.
A. K. schrieb:> Würdest du deine Schaltung hier teilen?
Nicht wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Gerade auch wegen Bild 2
(da sind 2 Kurven!).
Aber ich habe die Erfahrung gemacht, daß man das nicht braucht. Wenn man
überzeugt ist daß es geht und man´s unbedingt will, schafft man´s auch.
Elliot schrieb:> Nicht wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Gerade auch wegen Bild 2> (da sind 2 Kurven!).
Ok, das ist wohl wirtschaftlich interessant, ich könnte dir auch meine
email hinterlassen, nicht das es deine Schaltung in ein paar Wochen auf
Ebay aus China gibt:)
Könntest du etwas über die Topologie/Konzept erzählen?
LG
Geigerzähler mit Dioden auf zu bauen ist einfacher als mit Zählrohren
wegen deren hoher Spannung.
Was dabei gerne übersehen wird, ist die Tatsache, das das "Zählrohr"
auch getroffen werden muss. Da brauchts dann schon mal ein "Klein
Chernobyl" um da bei einer Pin Diode von der Größe einer 1N4148 einen
Tick zu erzeugen.
Schaltungen für die Hochspannung gibt es genug im INET, zumal ein
Zählrohr praktisch keinen Strom braucht. Ein abgewandeltes Nixie
Netzteil funzt auch.