Hi,
wie der Betreff schon sagt beschäftige ich mich gerade mit dem aktiven
Freilauf von BLDC´s.
Ich habe zwei Screenshots angehängt:
"Ohne_Freilauf":
Dargestellt sind die Steuersignale der 6 FETs:
- Ux, Vx, Wx sind die drei Motorphasen
- H steht für High Side FET
- L steht für Low Side FET
- Spare 0 ist ein Debugsignal
Die Abschnitte A bis F kennzeichnen den Beginn der BLDC typischen 6
Phasen Ansteuerung. D.h.:
Abschnitt A-B: UH = VCC, WL = GND mit überlagerter PWM
Abschnitt B-C: VL = GND, UH = VCC mit überlagerter PWM
usw.
Mit dieser Ansteuerung läuft der Motor einwandfrei.
"Aktiver_Freilauf":
Entspricht im wesentlichen dem vorherigen Screenshot nur mit dem
Unterschied das in den PWM Off Phasen der korrespondierende FET
eingeschaltet wird um die FET interne Diode zu brücken. Damit kein
Kurzschluss zwischen den yH un yL FETs auftreten kann liegt jeweils eine
Totzeit von 5[us] zwischen den Umschaltzeitpunkten.
Problem:
Wenn der Motor mit dem "aktiven Freilauf" Muster zwangskommutiert wird
(um BEMF Sensing Probleme auszuschliessen) bleibt der Motor schlagartig
mit hoher Stromaufnahme stehen.
Frage:
- Ist dies die korrekte Ansteuerung für "aktiven Freilauf" ?
- Wenn ja hat jemand eine Idee wo das Problem zu suchen ist ?
Überlege mal genau was hier bei deinem konzept passiert.
In dem moment in dem Deine Freilaufansteuerung kommt,
liegt an beiden Motorphasen das gleiche Potential desshalb
bleibt dein Motor hängen.
Veruch doch mal die Ansteuerung für High und Low zu vertauschen.
Soll heißen High side mit PWM und Low immer an.
Dann sind wärend dem Freilauf beide Phasen auf GND.
Nur sone Idee.
Gruß Carsten
(Ich bin auch gerade an dem Thema dran, muss nur gerade eine Zwangspause
einlegen, weil mein Oszi tot ist)
Dein Screen Shot ist ziemlich verwirrend, ich habe mal versucht
damit klar zu kommen,sehr schwer, weil man nicht durchgängig
von jeden Signal sicher den Pegel identifizieren kann.
Ich habe mir die Sache noch mal in Ruhe angeschaut.
Wenn ich Dein Diagramm richtig interpretiere hast Du auf der
Low-Side Deine PWM und schaltest die entsprechend der Drehrichtung
gehörende High-Side dazu, ohne PWM.
Nun passiert bei Dir hier folgendes: nehmen wir an an WL = PWM
ab der ansteigenden Flanke des Ansteuerimpulses liegt an diesem
Motoranschluss GND, im gleichen Moment hast du die UH = Motorspannung
anliegen, es kann ein Strom fießen von UH über Motorspule über WL,
soweit alles in Ordnung.
Gehst Du nun aber hin und schaltest die PWM von WL ab und gleichzeitig
nach einer kleinen Verzögerung WH ein, hast Du wegen UH das ja in dem
Moment noch aufgesteuert ist, folgenden Effect, WH legt an den einen
Motoranschluss High Pegel (Motorspannung) im selben zeitlichen Moment
wird aber an UH überhaupt nicht reagiert was bedeutet hier liegt auch
High Pegel an dem Motoranschluss.
Genau das ist der Zustand mit dem ein BLDC Motor gebremst wird.
Beim Bremsen wird eine Highside des Motoranschlusses durchgeschaltet
und eine andere Highside mit PWM beaufschlagt. Eleganter und auch
weicher
ist natürlich beide HighSide mit PWM anzusteuern.
Du gehst also hin versuchst mit deinem PWM Impuls den Motor zu
beschleunigen
um Ihn kurz nach diesem Impuls sofort wieder zu bremsen.
Das Ergebniss ist Dir bekannt, viel Strom, Endstuffe sehr heiß.
Wie tief hast Du dich mit dieser Materie befasst sind Dir die
Zusammenhänge klar?
Carsten schau Dir mal die Diagramme an, die PWM nach oben
bringt auch nichts das Ansteuerschema ändert sich dadurch ja
nicht also wird der Motor dann auch nicht drehen.
Ohne die Bilder genauer studiert zu haben: wenn er aber sagt, dass es
ohne komplementäres PWM geht, sollte/kann es nicht an der
Kommutationsreihenfolge liegen!?
Sorry habe erst jetzt gesehen das auf meinen Beitrag geantwortet wurde.
Was ist "aktiver Freilauf":
In dem von Eddy genannten Fall gilt:
UH = VCC
WL = PWM
Bei jedem Abschalten der PWM liegt an den Spulen die
Selbstinduktionsspannung an.
Da die Selbstinduktionsspannung eine umgekehrte Polarität besitzt liegt
nun ein Spannungsabfall
von ~0.7[V] an der Freilaufdiode von WH an. Dadurch entsteht an dem FET
eine Verlustleistung.
Da sich die FETs dadurch unnötig erwärmen versucht man das Problem zu
umgehen indem man im
Augenblick der PWM Abschaltung den WH FET schliesst und damit die
interne Diode "kurzschliesst"
Da RDS_ON sehr klein ist, ist auch der Spannungsabfall wesentlich
kleiner in der Folge entsteht
weniger Verlustleistung.
Wie man sieht wird die gespeicherte Energie der Spule mit und ohne
aktiven Freilauf zwischen
den FETs kurzgeschlossen. Der dabei entstehende hohe Strom bleibt somit
auch innerhalb der Endstufe
und wird nicht in die Versorgungsleitung rückgekoppelt (Somit erklärt
dies nicht den von mir gemessenen
hohen Strom). Ich bin der Meinung das diese Ansteuerung, entgegen der
Auführung von Eddy, nichts
mit "aktiven Bremsen" zu tun hat.
Die jeweiligen Fets dürfen nur solange durchgesteuert werden, wie auch
Strom durch die Freilaufdioden fliesst. Also solange wie die Spannung am
Motorterminal U, V oder W größer als die Betriebsspanung ist. Sinn ist
ja, die internen Dioden, die bei diesem Strom gut 1Volt verbraten
müssen, durch die Fets mit der Absicht zu ersetzen, eben diesen
Spannungsabfall auf ein mimum zu reduzieren. Bleiben die Teile nun aber
über diese Zeit hinaus eingeschaltet, bremst der Motor, da
kurzgeschlossen.
BTW. die Abstraktion einer Motordrehung aus den Diagrammen ist wirklich
sehr "anspruchsvoll". Mir fiele auf Anhieb aber auch keine bessere Art
der Visualisierung ein, als dem Logikanalysator zu bemühen.
Axelr.
> "aktiver Freilauf"?
Na bei diesem Thema hast du mit deiner PWM Ansteuerung so ziemlich
daneben gegriffen. Um das, was du hier vorhast sinnvoll umzusetzen,
bedarf es schon ein wenig mehr an Regelelektronik.
Ich sasge nur Vektorsteuerung im Mehrphasensystem, so wie es die großen
Industrieservomotoren auch machen. Mit deiner aktuellen Trapezsteuerunge
kommst du eh nicht weit, außer dass der Motor halt nur ordentlich dreht.
@Axel Rühl
Der Witz ist aber doch das auch OHNE aktiven Freilauf d.h. im "normalen"
Betrieb die Spule über die Diode entladen wird. Durch Brücken mittels
Fet wird dieser Zustand nur optimiert. Mir ist der Unterschied unklar.
@Alex R.
So ziemlich jeder bessere Modellbau BLDC unterstützt mittlerweile dieses
Feature. Ob die dort eine komplexe Vektorsteuerung eingesetzt wird wage
ich zu bezweifeln.
Markus schrieb:> @Axel Rühl> Der Witz ist aber doch das auch OHNE aktiven Freilauf d.h. im "normalen"> Betrieb die Spule über die Diode entladen wird. Durch Brücken mittels> Fet wird dieser Zustand nur optimiert. Mir ist der Unterschied unklar.
naja, mehr solls doch auch nicht sein, die 0.7-1Volt Spannungsabfall
über der Bodydiode sollen durch den Rds_on des Fets ersetzt werden.
Wenn 10 Ampere fliessen, müssen (in diesem Moment) 10A x 0.7V = 7Watt
über die Diode, jedoch nur 10A x 10A x 0.01R = 1Watt über dem Fet in
Wärme umgesetzt und abgeführt werden.
Sollte noch mehr hinter "aktiver Freilauf" stecken, so will ich das
wissen ;)) Bisher ging ich davon aus, das das alles sei.
Viele Grüße
Axelr.
So habe ich dass bisher auch verstanden.
Trotzten noch zwei Fragen dazu:
1. Wo wird denn dann die Energie verbraten und wo entsteht die Wärme?
2. Man erreicht also nach meinem Versändnis auch keine höhere
Akkulaufzeit, weil es ja keine Energie aus dem Akku ist sondern
induzierte aus dem Motor?
Danke und Gruß
Carsten
Carsten H. schrieb:> 2. Man erreicht also nach meinem Versändnis auch keine höhere> Akkulaufzeit, weil es ja keine Energie aus dem Akku ist sondern> induzierte aus dem Motor?
Irgendwo muß die Energie herkommen. Die einzige Energiequelle ist der
Akku. Solange sich im System kein Perpetuum Mobile versteckt, heizt der
Akku die Bodydioden.
MfG Klaus
Ja aber wenn man die beiden Versionen untereinander vergleicht, ist es
in Beszug auf den Akku das Gleiche - die Energie ist weg!
Ohne aktiven Freilauf in Wärme umgewandelt
Mit aktiven Freilauf auch irgendwie weg (aber FETs geschont)
oder?
Carsten H. schrieb:> Ohne aktiven Freilauf in Wärme umgewandelt> Mit aktiven Freilauf auch irgendwie weg (aber FETs geschont)>> oder?
Wie kommt die Energie aus dem System? Entweder als Wärme, egal wo sie
entsteht: in den Halbleitern, den Drähten, durch Ummagnetisierung, durch
Lagerreibung etc. Oder als mechanische Energie, das ist das was ein
Motor leisten soll. Wenn man also die Erwärmung vermindert, erhöht man
den Wirkungsgrad.
MfG Klaus
Dann würde ich gern wissen, wie das, was sonst in den Dioden der FETs in
Wärme umgewandelt wird und verloren geht, im Falle von aktivem Freilauf
dem Motor zugute kommt?
Carsten H. schrieb:> Dann würde ich gern wissen, wie das, was sonst in den Dioden der FETs in> Wärme umgewandelt wird und verloren geht, im Falle von aktivem Freilauf> dem Motor zugute kommt?
Kann ich dir nicht sagen. Der Motor könnte schneller drehen oder weniger
Strom brauchen. Was ich aber sicher weiß, ein Motor wird nicht den
Energieerhaltungssatz verletzen.
MfG Klaus
Carsten H. schrieb:> Dann würde ich gern wissen, wie das, was sonst in den Dioden der FETs in> Wärme umgewandelt wird und verloren geht, im Falle von aktivem Freilauf> dem Motor zugute kommt?
Dem Motor kommt das nicht zugute. Der Sinn des aktiven Freilaufs ist
einzig und allein die Verlustleistung an den FETs zu senken. So bleiben
sie auch im Teillastbereich kühler.
Man kann aber auch "aktiv bremsen" d.h. die gespeicherte Energie aus den
Spulen wieder zurück in den Accu leiten. In diesem Fall wird der Motor
quasi als Generator missbraucht.
> Dem Motor kommt das nicht zugute. Der Sinn des aktiven Freilaufs ist> einzig und allein die Verlustleistung an den FETs zu senken. So bleiben> sie auch im Teillastbereich kühler.
Na endlich einer der mich versteht. Das sehe ich genauso.
Aber nochmal zu meiner Frage von oben: Wo wird die Energie nun
verbraten?
Carsten H. schrieb:> Aber nochmal zu meiner Frage von oben: Wo wird die Energie nun> verbraten?
Die komplette Kurzschlussstrecke d.h. Motorwicklung, Anschlussleitung,
FETs, Leiterplatte d.h. jedes Bauteil an dem ein Spannungsabfall
vorhanden ist erwärmt sich.
Markus schrieb:> Carsten H. schrieb:>> Aber nochmal zu meiner Frage von oben: Wo wird die Energie nun>> verbraten?>> Die komplette Kurzschlussstrecke d.h. Motorwicklung, Anschlussleitung,> FETs, Leiterplatte d.h. jedes Bauteil an dem ein Spannungsabfall> vorhanden ist erwärmt sich.
Und wenn man nun diese Verlustleistung veringern kann so bleibt sie im
Akku = höhere Effizienz der Gesamtanlage.
Markus schrieb:> Dem Motor kommt das nicht zugute. Der Sinn des aktiven Freilaufs ist> einzig und allein die Verlustleistung an den FETs zu senken. So bleiben> sie auch im Teillastbereich kühler.
Wenn nicht dem Motor, dann dem Akku. Es gilt der EnergieerhaltungssatzMarkus schrieb:> Man kann aber auch "aktiv bremsen" d.h. die gespeicherte Energie aus den> Spulen wieder zurück in den Accu leiten. In diesem Fall wird der Motor> quasi als Generator missbraucht.
Was heißt missbraucht? Ein Motor ist immer auch ein Generator. Wenn ich
die Rotationsenergie abbauen will (also bremsen), muß ich sie in eine
andere Energieform transformieren. Entweder in Wärme und die
Bremsscheiben zum glühen bringen, oder in elektrische Energie und zurück
in den Akku oder wie früher bei der Bahn in die Wagonheizung.
MfG Klaus
Carsten H. schrieb:> Ja! Aber die kannst du nicht mit "Aktivem Freilauf" verringern!> Aber darum ging es hier.
Dann erklär mir mal, wo die Energie, die die FETs geheizt hat jetzt
hingeht, wenn aus dem Akku die gleiche Energie entnommen wird und der
Motor nicht mehr leistet.
MfG Klaus
Klaus schrieb:> Wenn nicht dem Motor, dann dem Akku. Es gilt der Energieerhaltungssatz
Nö die Spannung der Spulen wird zwischen den Spulen durch die FETs
kurzgeschlossen. Der Accu wird dadurch nicht geladen. Die Energie der
Spule wird nur in Wärme gewandelt.
> Was heißt missbraucht? Ein Motor ist immer auch ein Generator. Wenn ich> die Rotationsenergie abbauen will (also bremsen), muß ich sie in eine> andere Energieform transformieren. Entweder in Wärme und die> Bremsscheiben zum glühen bringen, oder in elektrische Energie und zurück> in den Akku oder wie früher bei der Bahn in die Wagonheizung.
Korrekt aber das geht nicht indem du die H-Brücken nach dem obigen
Schema ansteuerst. Das hat nichts mit "aktiven Freilauf" zu tun.
Klaus schrieb:> Dann erklär mir mal, wo die Energie, die die FETs geheizt hat jetzt> hingeht, wenn aus dem Akku die gleiche Energie entnommen wird und der> Motor nicht mehr leistet.
Die Energie teilt sich in Form von Verlustleitung über alle übrigen
Komponenten auf. Nur am FET bleibt halt weniger über.
Markus schrieb:> Nö die Spannung der Spulen wird zwischen den Spulen durch die FETs> kurzgeschlossen. Der Accu wird dadurch nicht geladen. Die Energie der> Spule wird nur in Wärme gewandelt.
Und je geringer der Widerstand des Stromkreise, desto weniger Wärme und
desto länger bleibt der Strom hoch. Und desto weniger muß nachgeliefert
werden, wenn die Brücke wieder eingeschaltet wird. Das lädt den Akku
nicht auf, entlastet ihn aber.
Markus schrieb:> Korrekt aber das geht nicht indem du die H-Brücken nach dem obigen> Schema ansteuerst. Das hat nichts mit "aktiven Freilauf" zu tun.
Hab ich das behauptet? Wer hat "aktiv bremsen" hier eingeführt?
MfG Klaus
Markus, um auf deine eigentliche Frage nach dem PWM Schema
zurückzukommen, meine Ansteuerung sieht so aus ...
(mit kleinen Macken, wie ich gerade sehe, das kann aber auch der Logic
Analsyser sein)
> Totzeit von 5[us] zwischen den Umschaltzeitpunkten
Das scheint mir ziemlich viel, im Datenblatt meiner FETs steht was von
30-60 ns!?
@Klaus
Das sind wir uns ja weitesgehend einig.
@Carsten
Die Ansteuerung deckt sich ja quasi mit meinem ersten Bild :) Erzeugst
du das invertierte PWM Signal per SW oder HW ?
Je kürzer ich die Totzeit wähle desto höher wird in meiner Schaltung
auch die Stromaufnahme. Mit 5[us] hat es "einigermaßen" funktioniert.
Aber ich gebe dir Recht die 5[us] sind eigentlich viel zu viel. Da die
FETs in meiner Schaltung direkt vom AVR angesteuert werden ist
möglicherweise der benötigte Strom zu hoch um den FET schnell genug
umzuschalten ?
Geplant war die Hardware zu nutzen. Dazu habe ich mir einen dafür gut
geeigneten (wie ich glaubte) Controller ausgesucht (dsPIC30F2020), der
dazu auch noch bei Reich… für gutes Geld zu haben war. Hätte auch soweit
funktioniert. Aber um das PWM Modul zu benutzen muss der PLL aktiviert
werden.
Allerdings dann wird das Teil heiß ohne Ende und zieht zwischen 200 und
300 mA. Wie ich jetzt weiß ist es „alte“ oder nicht die neueste
Technologie, wie Microchip bestätigt.
Kurzum ich mache nun alles in Software und fühle mich dabei nicht
schlecht. Glaube sogar eine höhere Flexibilität zu haben.
> Da die FETs in meiner Schaltung direkt vom AVR angesteuert werden ist> möglicherweise der benötigte Strom zu hoch um den FET schnell genug umzuschalten
Das solltest du überprüfen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der
Ausgang das direkt kann. Vielleicht sind die FETs ja nicht völlig
durchgeschaltet? Werden die Teile denn sehr warm? Mit welcher Spannung
läuft dein AVR?
Mir ist noch aufgefallen, dass in deinem obigen Bild „Aktiver Freilauf“
die duty cylce der Phasen z.B. WH und WL in den Bereichen A-B und D-E
genau invertiert sind. Soll das so sein? Wenn ja was macht das für ein
Sinn?
Carsten H. schrieb:> Das solltest du überprüfen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der> Ausgang das direkt kann. Vielleicht sind die FETs ja nicht völlig> durchgeschaltet? Werden die Teile denn sehr warm? Mit welcher Spannung> läuft dein AVR?
Ja das kann durchaus sein wobei die FETs nur handwarm werden. Es sind
übrigends FDS6679 (über eine Transistor Vorstufe geschaltet) und IRF7832
(über 33R direkt am AVR). Der AVR läuft mit 5[V].
> Mir ist noch aufgefallen, dass in deinem obigen Bild „Aktiver Freilauf“> die duty cylce der Phasen z.B. WH und WL in den Bereichen A-B und D-E> genau invertiert sind. Soll das so sein? Wenn ja was macht das für ein> Sinn?
Ja das sollte so sein. Die Idee dahinter war das die Verlustleistung
ohne "aktiven Freilauf" gleichmäßig über alle Dioden verteilt wird.
Durch den "aktiven Freilauf" ist das eigentlich hinfällig aber ich habe
die Ansteuerung nicht mehr verändert. Siehst du da irgendwelche Problem
?
> Es sind übrigends FDS6679 (über eine Transistor Vorstufe geschaltet) und IRF7832> (über 33R direkt am AVR). Der AVR läuft mit 5[V].
Ich habe FDD6637 als low side FETs und IRLR7843 für die high side.
Das gleiche Prinzip bei mir. Low sid direkt angesteuert und die high
side über einen Transistor.
Ich frage mich, warum man das so macht (die Hardware ist nicht von mir
entwickelt)?
Ist das nur um die Schaltlogik der high side FETs anzupassen oder gibt
es dafür Spannungs- Stromtechnische Gründe?
Wenn es nämlich nur wegen der Logik ist, könnte ich es demnächst
weglassen, denn das kann ich locker mit der Software realisieren.
> Siehst du da irgendwelche Problem?
Ich hatte erst gedacht, dass du so in den einzelnen Phasen mit
unterschiedlichen duty cylces fährst. Da du aber dann auch den Gegenpol
von low auf high änderst sollte das so funzen.
@all
Ander Frage: Was habt ihr für eine Anfahrstrategie? Ich frage, weil ich
den Motor zwar jedesmal relativ sicher anfahren kann, aber scheinbar die
Kommutierung nicht zum Drehfeld passt und der Controller dann auch keine
zero crossings sieht. Wenn ich den Motor leicht abbremse werden die
Signale besser. Aber ich kann natürlich nicht jedesmal manuell
eingreifen :-)
Wie kann ich verhindern, dass der Motor in einen solchen falschen Takt
gerät?
Zuerst spanne ich den Motor ein, indem ich zwei Phasen bestrome (z.B. UH
und VH high – WL auf Massse). Dann eine Phase ausschalten (hier UH).
Somit sollte der Rotor auf VH-WL stehen. Dann setzt die
Zwangskommutierung mit schneller werdende Intervallen ein, bis eine
mechanische Umdrehung getan ist. In der Zeit sollte, so hoffe ich, der
Controller dann die ersten ZC sehen.
Gruß
> wenn Motor und µC aus der gleichen Spannungsquelle gespeist werden - im> Prinzip ja.
Warum? Damit beide die gleiche Masse haben?
Wenn das der Grund ist, dann denke ich diese Voraussetzung ist bei mir
gegeben. Der Motor hängt direkt am Akku und der µC über einen
Spannungsregler auch.
Ich wär fast dafür, das alle, die hier posten wollen, erstmal die
Artikelsammlung auf der linken Seite mit den Grundlagen durcharbeiten.
Dein µC läuft mit 3.3Volt (gut, ja ok. mit 5V), dein Motor mit 12V
(Beispielsweise).
Wann sperrt dein PMOS, wenn Du ihn direkt an den µC anschliessen
würdest?
Wenn der µC HighPegel oder Low-Pegel "wirft"?
Axelr.
Du scheinst ja ein Schlaumeier zu sein. Aber weißt du was, wenn du keine
Lust hast jemanden was zu erklären, dann behalte deine Weisheiten doch
für dich.
Danke und Gruß.
Beitrag "Re: BLDC Motoren Steuerung"
Ok. nochmal, lassen wir den ersten Satz weg und das andere stehen
Dein µC läuft mit 3.3Volt (gut, ja ok. mit 5V), dein Motor mit 12V
(Beispielsweise).
Wann sperrt dein PMOS, wenn Du ihn direkt an den µC anschliessen
würdest?
Wenn der µC HighPegel oder Low-Pegel "wirft"?
Für den P-Kanal MOSFET sind die (angenommenen) 12V Motorspannung sein
Bezugspotenzial. Um diesen zu sperren, braucxhst Du U_gs < U_gs_th, also
weniger als 2Volt oder sowas, am besten NUll Volt. ABER gegen Source
des PMOSFET gemessen, nicht gegen GND. Es heisst ja im Datenblatt U_gs
und nicht U_ggnd.
Du bekommst aber keine NUllVolt gegen 12V, wenn der Controller nur mit
5V läuft. so bekommst Du -7 Volt, wenn der Controller HIGH Pegel ausgibt
und (fast) -12V, wenn der Controller LOW Pegel ausgibt. Da sperrt kein
PMOSFET!
Du brauchst 12Volt (bzw. Motorbetriebsspannung), um den P-CH zu perren
und 12Volt minus 5V (bei Logiklevel FET) bzw. minus 10V, um den PFET
durchzusteuern. Der Widerstand über Gate source sorgt im nicht
angesteuerten Zustand des "kleinen" NPN Transistors dafür, das der PFET
sicher sperrt. (source und Gate sind über diesen Widerstand quasi
verbunden, Strom fliesst keiner, also fällt da auch keine Spannung ab
--> U_gs == NUll Volt.
wird der steuertransistor mit Basistrom versorgt (high-Pegel am portpin,
BVasisvorwiderstand usw.) leitet der npn steuertransistor und die
Spannung am Gate des PFET fällt. Gegen 12Volt gemessen , unter die im
Datenblatt garantierten Ugs_th, und der PFET fängt an zu leiten.
Man sieht, ohne Steuertransistor gehts nicht.
Schlauschiss Axelr.
Ok got it! Denke ich.
Und da der N-Channel FET (hier IRLR7843) GND als Bezugspotential hat und
U_gs_th laut Datenblatt max 2,3 V sein kann, könnte ich den FET locker
auch mit einem 3,3V betriebenen µC steuern? Im Moment läuft der
controller mit 5 Volt.
> Schlauschiss Axelr.
Kunststück, wenn man es studiert hat!
Danke.
Auch wenn meine nachfolgende Frage nicht im Zusammenhang mit dem aktiven
Freilauf steht so habe ich jetzt ein Phänomen was ich mir nicht erklären
kann. Dazu wieder zwei Plots.
rot = Drehzahl [RPS]
blau = Aktueller PWM Duty Cycle
türkis = Spannung an einem Low Side FET. Dieser ist zu diesem Zeitpunkt
durchgeschaltet. Die Messung erfolgt unmittelbar bevor die PWM den FET
wieder deaktiviert. D.h. es wird die aktuelle Spannung über RDS_ON
gemessen.
Bild 1: Hier beträgt die PWM Frequenz 8kHz
Frage : Wie ist der Peak zum Zeitpunkt 3.8 zu deuten ?
Bild 2: Hier beträgt die PWM Frequenz 12kHz
Frage : Warum ist hier zusätzlich ein Peak zum Zeitpunkt 2.8 erkennbar ?
Wenn ich RDS_ON als konstant annehme so entspricht der Wert "400" auf
der Ordinatenachse einem Strom von ~100[A]. Die Stromaufnahme des
kompletten Regler beträgt jedoch nur ~3[A].
Kann es evt sein das die Motorspule zu den genannten Zeitpunkten in
Resonanz gerät ?
Meine ursprüngliche Idee war über den ermittelten Strom eine
Überlastabschaltung zu implementieren. D.h. wenn Gesamtstrom > 5[A] ->
Motor Stop. Aufgrund der riesigen Spikes erscheint das aber etas
"schwierig" ?!