Einsteiger schrieb:
> Es geht mir nicht darum den "besten" Compiler zu finden, sondern eine
> Entwicklungsumgebung, in die man sich auch ohne andere Vorkenntnisse
> unproblematisch einarbeiten kann.
Wenn es kostenlos sein muss, bleibt nur der WinAVR. Der ist zwar sehr
verbreitet, aber nicht optimal an die AVR-Spezialitäten angepasst, weil
er eigentlich für ganz andere Architekturen entwickelt worden ist.
Beispiel: Beim AVR wie auch bei einigen anderen
Microcontroller-Architekturen (z.B. die 8 Bit PICs, bei den größeren ist
das eine komplett andere Geschichte) liegen Programm- und Datenspeicher
nicht im gleichen Adressraum. Heißt also: Du kannst nicht einfach ein
Stück Code ins RAM kopieren, um es dort auszuführen (z.B. weil die
Zugriffe auf RAM schneller sind). Geht hier nicht. Der GCC wurde für 32
Bit Prozessoren wie 68000'er, MIPS, SPARC entwickelt, die diese
Restriktionen nicht haben.
Es gibt andere Compiler, die damit besser zurechtkommen. Wenn man weiß,
dass IAR (Schweden) an der Entwicklung der AVR-Architektur in Trondheim
(Norwegen) mitgearbeitet hat und den ersten C-Compiler dafür gebaut hat,
weiß man auch, warum das der mit Abstand beste Compiler für die
AVR-Architektur ist. Klar, AVR hat die Prozessorarchitektur an den
Compiler angepasst, und nicht umgekehrt. Ich wage zu sagen, dass das
IAR-Zeugs auch für Einsteiger einfacher ist. Es ist aber schweinisch
teuer, wirklich. (etwa 3-4 Kiloeuro)
Ich habe auf dem AVR mit dem Imagecraft Compiler angefangen. Der ist an
die Eingenarten der AVR-Architektur auch sehr gut angepasst. Es gibt
auch Codevision - allerdings habe ich damit nichts gemacht.
Aber: Die Alternativen sind alle nicht kostenlos. Zwar durchaus
bezahlbar, aber eben nicht kostenlos. Du hast die Wahl, ob Du Zeit oder
Geld investierst.
Bei Microchip hast Du die Wahl der Qual nicht: da nimmst Du das MPLAB
von denen (kostenlos), den speziell für die Architektur entwickelten und
damit perfekt angepassten C18 Lite Compiler von denen (kostenlos), das
PicKIT3 von denen (die Programmer- und Debuggerhardware, etwa 60),
nimmst die Applikation Library von denen für die Basis-Peripherie, USB,
Ethernet, Grafik,... Das installierst Du, und eine halbe Stunde später
kannst Du loslegen. Alles passt perfekt zusammen, die Dokumentation ist
auch gleich auf Deiner Platte, und bei Fragen gibts die Microchip-Foren.
So gehts auch.
fchk