MIDI verstärken des Signals

(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #2215090
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Hagen Re schrieb:
> Vlad Tepesch schrieb:
>> Midi ist doch ein rein digitales Signal, wenn mich nicht alles täuscht.
>> Was spricht denn gegen ein paar Pegelwandler und dazwischen eine Lange
>> Leitung?
>
> MIDI ist Stromgesteuert.

Das ist eine Frage der Definition. Letztlich geht es darum, eine LED in 
einem Optokoppler ein- und auszuschalten. Ein niederimpedanter Treiber 
(6 Gatter CD4050 parallel) sollte dazu in der Lage sein, das Signal auch 
über größere Kabellängen zu treiben. Will man es richtig machen, nimmt 
man differenzielle Treiber (RS485, RS422) und schickt das Signal über 
XLR-Kabel. Damit sind 250m kein Problem. Haben Depeche Mode vor knapp 30 
Jahren schon gemacht ;-)
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #2215105
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Hagen Re schrieb:
> Naja, bei MIDI und solchen Treibern muß man vorsichtig sein. Im
> professionellen Bereich kämpft man bei MIDI immer mit dem Timing das
> sich ungünstig mit jeder Komponente verändert.

Das Timing ist nur dann kritisch, wenn man eine Kette 
MidiOut->MidiIn->MidiThru->MidiIn-MidiThru.... aufbaut, da durch jeden 
Optokoppler das Tastverhältnis des MIDI-Signals etwas verändert wird. 
Die Optokoppler sind das Problem, nicht die Treiber, da diese viel 
schneller schalten, als die Koppler. Baut man also eine einzige 
Verbindung zwischen beispielsweise FOH und Bühne, gibt es keine 
Timing-Probleme. Für diesen Zweck gibt es auch MidiThru-Boxen, die einen 
Eingang und mehrere parallele Ausgänge besitzen, an die dann Synthesizer 
oder Effekte angeschlossen werden, die dann alle zeitgleich dasselbe 
Signal sehen.

Hagen Re schrieb:
> Ich würde schnelle TTL-Optokoppler nehmen mit den geforderten Strömen am
> Ausgang.

Das sowieso. Es ging darum, lange Wege zu überbrücken. Inzwischen gibt 
es auch BT-basierte MIDI-Funkstrecken mit ganz guter Zuverlässigkeit. 
Kabel ist aber einfacher und billiger.
#2215172
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Knut Ballhause schrieb:
> Hagen Re schrieb:
>> Ich würde schnelle TTL-Optokoppler nehmen mit den geforderten Strömen am
>> Ausgang.
>
> Das sowieso. Es ging darum, lange Wege zu überbrücken. Inzwischen gibt
> es auch BT-basierte MIDI-Funkstrecken mit ganz guter Zuverlässigkeit.
> Kabel ist aber einfacher und billiger.

Jo da gebe ich dir Recht, möchte man wirklich lange Strecken dann stimme 
ich deinem Vorschlag (er ist der einfachste und kostengünstigste) 
natürlich zu. Allerdings ergäbe sich folgendes Bild:

1.) nur Optokoppler, ein einziger Repeater in der Mitte der MIDI Leitung
2.) RS484, ein MIDI-RS485 und ein RS485-MIDI Konverter sind nötig

Nun hängt es von der Distanz ab die der OT überbrücken möchte und von 
der Leistungsfähigkeit der Lösung 1.)

Gruß Hagen
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #2215302
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Hagen Re schrieb:
> 1.) nur Optokoppler, ein einziger Repeater in der Mitte der MIDI Leitung

Ähem... die Optokoppler sitzen doch in den Eingängen der MIDI-Geräte. 
Demzufolge braucht man lediglich einen einzigen im Repeater/ der 
Thru-Box.

Hagen Re schrieb:
> 2.) RS484, ein MIDI-RS485 und ein RS485-MIDI Konverter sind nötig

Konkret wäre das 1 Optokoppler auf einen MAX485 (oder ähnlichen 
Baustein) auf XLR-Kabel auf MAX485 auf MIDI-Stecker. Für den Rückweg 
nochmal dasselbe. Wichtig ist dabei eine galvanisch getrennte 
Spannungsversorgung beider Treiberseiten (echter Trafo oder Batterie), 
damit man nicht durch mögliche Potentialunterschiede an beiden Enden der 
Leitung die Treiber (zer-)stört. Die Masseleitung des XLR-Kabels muss an 
beiden Treibermassen angeschlossen sein.
Gast #2216519
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Knut Ballhause schrieb:
> Baut man also eine einzige
> Verbindung zwischen beispielsweise FOH und Bühne, gibt es keine
> Timing-Probleme.

Aber so eine Verbindung darf doch dann nur 15m laut Spezifikation sein, 
oder? Bzw. die Länge wäre dann direkt abhängig vom jeweils verwendeten 
Treiber des Ausgangsgerätes.

Knut Ballhause schrieb:
> Konkret wäre das 1 Optokoppler auf einen MAX485 (oder ähnlichen
> Baustein) auf XLR-Kabel auf MAX485 auf MIDI-Stecker
Gibt es solche Boxen, oder müsste man sich diese selbst bauen?

Gruß
Bernd
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #2216591
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Bernd schrieb:
> Aber so eine Verbindung darf doch dann nur 15m laut Spezifikation sein,
> oder? Bzw. die Länge wäre dann direkt abhängig vom jeweils verwendeten
> Treiber des Ausgangsgerätes.

Darum geht es ja gerade. Ein starker Treiber vergrößert die Länge des 
Kabels. Auf der Optokopplerseite kann man zusätzlich einen 100 Ohm 
Widerstand parallelschalten, um die Leitung niederohmig abzuschließen. 
Das macht sie störunempfindlicher. Richtiger und störsicherer ist die 
differenziale Lösung.

Bernd schrieb:
> Gibt es solche Boxen, oder müsste man sich diese selbst bauen?

Hmmm... Sollte es eigentlich geben, da das Problem nicht neu ist. 
Selberbauen ist aber recht einfach möglich. Da das MIDI-Signal noch 
recht langsam ist, kann man mit DIL-Schaltkreisen und Lochrasterplatinen 
arbeiten. Der zeitliche Aufwand sollte 1 Arbeitstag nicht überschreiten.
(Firma: matzetronics) #3351956
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hoa schrieb:
> Was habt ihr alle mit einem XLR-Kabel.

Eigentlich nur, das XLR Kabel bei den meisten Muckern schon rumliegen.

hoa schrieb:
> Für MAX422/485 wäre ein normales
> CAT5 Netzwerkkabel viel besser...

Auch wahr, da könnte man sogar noch mehr Midi-Outs und -Ins mit 
transportieren und/oder die Versorgung für die Buffer.
Persönliche Seite #5187791
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Mein Beitrag war eigentlich als Ergänzung zu dem Hinweis von Rolf Meuer 
gedacht, denn das S/PDIF-Protokoll läuft bei mir auch über das digitale 
AES/EBU (gleicher Signalstandard).

Dass der thread-Beginn länger zurückliegt, ändert nichts an der 
Aktualität und war ja für Dich auch kein Problem, denn Du selbst hattest 
ja 3 Beiträge über mir 2013 auf eine Wiederaufnahme durch "hoa" nach 
fast 2 Jahren Verzögerung (2011) geantwortet:

Beitrag "Re: MIDI verstärken des Signals"

Um das mal abzurunden:

Für eine sichere Übertragung über große Distanzen in mehrere Räume oder 
einer exponierten Position (Keyboarder im Publikum) an die Racks gibt es 
auch Systeme übers WLAN und bluetooth.

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