Ich habe eine Schaltung bei der ich eine einzelne Lipozelle mit 500 bis
900mAh verwenden möchte.
Ich habe zwar mehrere Lipo-Lader, die können aber nur 2Zellen Lipos
aufwärts laden.
Desswegen möchte ich mir das Ladegerät selbst bauen.
Ich hatte daran gedacht das Ganze folgendermaßen zu lösen:
Zum Laden möchte ich einen Recom Schaltregler in Konstantstromschaltung
verwenden.
(Genauso wie die guten, alten LM317 mit Strommesswiderstand / Shunt
zwischen Ausgang und Ad. Pin)
Zum Einhalten der Ladeschlussspannung möchte ich einerseits einen AVR
zur Messung und Anzeige und eine OPV-Schwellwertschaltung als
Ausfallssicherung verwenden, die jeweils über ein eigenes Relais die
Spannung abschalten.
Der Ladestrom sollte im Bereich von 1/10C bis 1C liegen
Ist dass so praktikabel?
Die Lipozelle wird in einer Blech-Kasette aus 2mm Stahlblech geladen, um
in Fall des Falles keinen großen Schaden zu verursachen.
Viel zu unegnau.
Die Maximalspannung einer LiIon Zelle muß auf besser als 1% eingehalten
werden.
Deine Spannungsregler (Recom bzw. AVR Referenz) sind nicht mal auf 5%
genau.
Damit besteht die Gefahr daß die Zelle Dank gnadenloser Überladung Feuer
fängt.
Erst mal wäre zu klären, ob es eine Zelle mit elektronischem protection
Schutz PCB ist oder eine "nackte" Zelle.
Dann ist die Frage, welche Bauteile du dir zusammenzubasteln traust, SMD
kann winzig sein, TL431A ist eher für Grobmotoriker auf Lochraster.
Aber egal was: Es wird wohl nicht billiger als ein fertiges Ladegerät.
MaWin schrieb:> Die Maximalspannung einer LiIon Zelle muß auf besser als 1% eingehalten> werden.
Ist mir bekannt.
MaWin schrieb:> Deine Spannungsregler (Recom bzw. AVR Referenz) sind nicht mal auf 5%> genau.
Wenn du meinen Beitrag nocheinmal durchliest, wirst du folgendes
feststellen:
Der Recom erzeugt den Konstantstrom -> Hat mit der Ladeschlussspannung
nichts zu tun.
(Er soll wie die Konstantstromschaltung im LM317 Datenblatt beschalten
werden. Mir ist aber die Wärmeentwicklung / der Verlust des
Linearreglers zu hoch)
Der AVR ist in erster Linie zur Anzeige des Ladezustands und eine
ungefähre Überwachung zuständig.
Die sichere Abschaltung übernimmt eine OPV-Schwellwertschaltung die ein
seperates Relais zum Abschalten erhält.
Mit einer ordentlichen Reverenzspannungsquelle und selektierten
Widerständen müsste das doch eigentlich funktinieren.
MaWin schrieb:> Damit besteht die Gefahr daß die Zelle Dank gnadenloser Überladung Feuer> fängt.
Diese Gefahr besteht immer.
Z.B. wenn die Zelle mechanisch beschädigt wird.
(Obwohl sich da in letzter Zeit viel getan hat.)
MaWin schrieb:> Erst mal wäre zu klären, ob es eine Zelle mit elektronischem protection> Schutz PCB ist oder eine "nackte" Zelle.
Eine nackte Zelle.
MaWin schrieb:> Dann ist die Frage, welche Bauteile du dir zusammenzubasteln traust, SMD> kann winzig sein, TL431A ist eher für Grobmotoriker auf Lochraster.
Baugröße 0805 löte ich regelmäßig ohne Probleme.
Kleiner geht auch, mache ich aber eher Selten, weil die
Platinenherstellung aufwändiger ist.
MaWin schrieb:> Aber egal was: Es wird wohl nicht billiger als ein fertiges Ladegerät.
Dass ist nicht so wichtig.
Ich habe mir nur einmal ein solches "Billigladegerät" angeschaut.
Bei dieser Verarbeitungsqualität wundert es mich dass es nicht öfter
brennt.
Jean Player schrieb:> Nimm nen MAX1811 z.B. , mit dem kannste deinen LIPO am PC via Usb laden.>> Einstellbar 100mA oder 500mA.
Dieser Baustein liest sich interesant.
Den werde ich mir genauer anschaun.
Über USB will ich aber nicht laden.
Das ist ein Bus für Peripherie-Geräte und keine Steckdose.
Außerdem ist es ein ökonomischer Wahnsinn einen Rechner > 100W laufen zu
lassen, nur um einen kleinen Lipo zu laden.
> Mit einer ordentlichen Reverenzspannungsquelle
Du hast keine in deiner Beschreibung gehabt,
du konntest die Spannung des Schwellwertschalters
nur aus den beiden von mir genannten ableiten.
> selektierten Widerständen
können altern und sind dann schlechter als erlaubt.
Der MAX1811 ist i.O., es gibt USB-Steckernetzteile.
Man muß nicht alles schlechter noch mal erfinden.
MaWin schrieb:> können altern und sind dann schlechter als erlaubt.
Da hast du auch wieder recht.
MaWin schrieb:> es gibt USB-Steckernetzteile.
Ich werde mir jetzt nicht umbedingt ein USB-Steckernetzteil kaufen, wenn
es eine normale Wandwarze es auch tut.
MaWin schrieb:> an muß nicht alles schlechter noch mal erfinden.
Ich habe mir bis jetzt 3 Lipolader der <10 Euroklasse angeschaut.
(Nicht von mir gekauft, nur angeschaut weil etwas nicht gestimmt hat.)
Eines bestand aus einem LM317 der auf 4,2V eingestellt war und einem
Serienwiderstand, der den Ladestrom begrenzen sollte.
Ein weiteres hatte zwar einen MAX Laderegler drinnen, aber mehrere
Lötbatzen über große Schaltungsbereiche hinweg.
Und eines schaute ansich sehr ordentlich aus.
Leider wurde der Lipo beim Laden extrem heiß.
Es sind Balancer-/Ladeströme >2A geflossen obwohl der Lader laut
Aufdruck mit nur 500mA läd.
Als das chinesische hier, welchen bei den beiden Akkus beilag,
hat einen ICE2B765 als primären Schaltregler drin der den
Ladestrom begrenzt, und dessen Sekundärspannung von einem
TL431A von auf 4.16 bis 4.24V ohne Abgleich exakt geregelt wird.
Sehr fein, sehr sauber, wenige Bauteile.
Kann mir jemand von euch die Rundum-Schaltung des MAX1811 erklären? Ich
verstehe nicht wie ich nun 500mA einstelle. Ausserdem habe ich Probleme
ihn aufzutreiben, kennt ihr vielleicht ähnliche Bauteile, die leichter
zu beschaffen sind.
Danke im vorraus,
whiterock
Moin,
das ist doch nicht weiter schwierig, steht da doch :) ...
Wenn der Pin Sel_i low ist, dann sind 100 mA eingestellt, ist er High
sind 500 mA eingestellt. Das wars :) . Nimmste nen Pulldown und nen
Jumper und fertsch :)
Gruß
Alex Weissenfels schrieb:> Ausserdem habe ich Probleme> ihn aufzutreiben, kennt ihr vielleicht ähnliche Bauteile, die leichter> zu beschaffen sind.
Der MAX1811 wird hier immer vorgeschlagen, gerade weil er so einfach zu
beschaffen ist. Es gibt zwar schönere/kleinere/bessere/billigere
Ladechips, aber wenn die nur per Farnell aus den USA zu beziehen sind,
nutzen die wenig.
http://www.reichelt.de/ICs-M-MN-/MAX-1811-ESA/index.html?ACTION=3&ARTICLE=57853
für inzwischen recht teure 3,55€
Alex Weissenfels schrieb:> Kann ich auch damit laden (siehe Schaltplan) ?>> mfg Whiterock
Hast Du MaWins beitrag vom 14. 6. nicht gelesen?
Gruss
Harald
Alex Weissenfels schrieb:> Das liefert mir irgendwie keine Antwort. Taugt die Schaltung nun was?MaWin schrieb:> Viel zu unegnau.> ...> Damit besteht die Gefahr daß die Zelle Dank gnadenloser Überladung Feuer> fängt.
Was ist daran so schwer zu verstehen?
LG Christian
Christian L. schrieb:>> Viel zu unegnau.>> ...>> Damit besteht die Gefahr daß die Zelle Dank gnadenloser Überladung Feuer>> fängt.>> Was ist daran so schwer zu verstehen?
Vielleicht wusste Alex nicht, was unegnau ist. :-)
Gruss
Harald
Oder man nimmt einen popeligen ATTiny13 und programmiert ein bisschen.
Das mache ich immer. Da kann man die tollsten Ladeverfahren
programmieren...
Gruß
Jonathan
Ich als Anfänger habe nun komett die Übersicht verloren. Welcher davon
ist denn in DIP Form zu haben, leicht zu bedienen, nicht zu teuer und
auch im lokalen Conrad Store zu kriegen?
mfg Whiterock
Hallo,
leider kann ich dir nur in einen Punkt helfen:
in der lokalen Conrad Filiale wirst du folgende Antwort bekommen :
"haben wir nicht, kann aber bestellt werden".
Ist immer und immer wieder geschehen;-(
Ausserdem wird Conrad nicht umsonst als "Apotheke" bezeichnet, nur bei
einen Punkt fällt Conrad positiv auf : Halbleiter sind tatsächlich immer
von den großen bekannten Herstellern und entsprechen genau den
angegebenen Typen.
Bei Reichelt kann es schon mal passieren das ein "Ersatztyp" von NPX
oder einen noch unbekannteren Hersteller verkauft wird, meist kein
Problem aber bei einigen Schaltungen ist es wichtig das die genauen
Parameter des Orginaltyps eingehalten werden.
Trotz allen vergiss Conrad und bestell bei einen anderen Versender.
mfg
"Bastler"
Alex Weissenfels schrieb:> Welchen verwendet ihr?
Wenn ich bloß eine einzelne Zelle bei bis zu 500mA laden will ist der
MCP73831 gut geeignet. zwei Kondensatoren und ein Widerstand um den
Strom einzustellen. That's all.
Gibt es aber nicht beim C.
LG Christian
Alex Weissenfels schrieb:> Welchen all dieser Ic's kann ich verwenden ohne dass ich nich viel mehr> Bauteile ausserherum brauche?>> Welchen verwendet ihr?>> mfg Whiterock
Hast Du das Posting von Mawin vom 14. 6. immer noch nicht gelesen?
Gruss
Harald
Alex Weissenfels schrieb:> Welcher davon> ist denn in DIP Form zu haben
Diesen Wunsch solltest du auf deiner Prioritätenliste ganz nach unten
setzen. Von den Kunden, mit denen die Halbleiterhersteller Geld
machen (müssen), wird keiner nach "DIP" rufen bei sowas. (Bei
Microcontrollern ist das ein wenig anders, wegen der Evalkits, in
die sich ein DIP nunmal einfacher reinsetzen lässt). Wenn aber kein
Kunde dafür bezahlen will, wird es auch kein Hersteller anbieten.
Die größeren SMD-Gehäuse sind aber allesamt bastlertauglich, auch,
wenn man sich allmählich von Lochraster oder Steckbrettern
verabschieden darf. (Letzteres wäre aber sowieso zu riskant bei
einem LiPo-Lader: wenn versehentlich der falsche Draht rausrutscht,
geht vielleicht der Regler durch und zerheizt dir deine Zelle.)