Hallo Zusammen, Im Umfeld von schnellen Digitalsignalen (PCIe, DDR, SATA, Infiband etc.) liest man des öfteren was von Equalizern, um die Fehler des Übertragungsweges gerade zu biegen. Doch wie funktionieren diese? Werden da R/L/C-Glieder an die Eingänge geschaltet oder funktioniert das gänzlich anders? Mfg Lukas
In erster Linie geht es dabei um Signal-Anhebung/Abschwächung bei Transmitter/Receiver, um die Dämpfung des Übertragungsweges zu kompensieren.
@ MCUA (Gast) >In erster Linie geht es dabei um frequnzabhängige > Signal-Anhebung/Abschwächung bei >Transmitter/Receiver, um die ungleichmässige > Dämpfung des Übertragungsweges zu kompensieren. hochfrequenze Signale werden verstärkt, niederfrequente gedämpft, das Ganze angepasst auf den Frequenzgang des Übertragungskanals, ggf. sogar dynamisch. such mal in google nach "pcie equalization" MFG Falk
Das war mir alles mehr oder minder schon vorher klar ... Doch WIE wird dies praktisch auf den Chips realisiert?
Der Equalizer ist da auch immer nur ein Kasten... Werden da R/L/Cs in den Signalweg geschaltet oder ist das ein wenig mehr dahinter?
Wenns ein digitaler ist, würde ich mal schätzen: sauschnelle FFT im Spektrum mit einem Filter behandeln und Rücktransformation
@ Luk4s K. (Firma: carrotIndustries) (carrotindustries) >Werden da R/L/Cs in den Signalweg geschaltet oder ist das ein wenig mehr >dahinter? Induktivitäten auf einem hochintegierten Digital-IC sind kaum machbar. Das muss man nachbilden. Eine Möglichkeit ist ein absichtliches Übersteuern von Flanken. Sprich, bei einem Pegelwechsel ist die Amplitude höher, sinkt dann nach einer Bitzeit auf den Normalpegel ab (Hochpassverhalten, Höhenanhebung). Das kann man leicht integieren. Ist aber nur eine einfache Beschreibung, die Realität ist etwas komplexer (und ich kenn sie auch nicht ;-) MFG Falk
@ Karl Heinz Buchegger (kbuchegg) (Moderator) >sauschnelle FFT >im Spektrum mit einem Filter behandeln >und Rücktransformation Nee, das ist es ganz sicher nicht, Das machen nur die Theoretiker im Elfenbeiturm so. ;-)
Karl Heinz Buchegger schrieb: > sauschnelle FFT > im Spektrum mit einem Filter behandeln > und Rücktransformation Wofür man die Daten erstmal Digital haben müsste? Da ist doch wohl kaum ein teurer Flash-ADC drinne, die Technik ist doch in praktisch jedem Fernseher/DVD-Player, jeder Festplatte uvm. Mit einem >1Gsps Flash-ADC würde der 22" Flachbildschirm sicherlich mehr als 150€ kosten...
Falk Brunner schrieb: > @ Karl Heinz Buchegger (kbuchegg) (Moderator) > >>sauschnelle FFT >>im Spektrum mit einem Filter behandeln >>und Rücktransformation > > Nee, das ist es ganz sicher nicht, Das machen nur die Theoretiker im > Elfenbeiturm so. ;-) Schade :-( Hätte gut geklungen.
Falk Brunner schrieb: > Eine Möglichkeit ist ein absichtliches > Übersteuern von Flanken. Du beschreibst Preemphasis auf der Senderseite. Die Equalizer schaffen es anscheinend aus einem fast geschlossenen Datenauge wieder ein weit geöffnetes zu zaubern. DSP-Magie mit FFT scheidet bei den Datenraten ja aus...
@ Luk4s K. (Firma: carrotIndustries) (carrotindustries) >Du beschreibst Preemphasis auf der Senderseite. Die Equalizer schaffen >es anscheinend aus einem fast geschlossenen Datenauge wieder ein weit >geöffnetes zu zaubern. Richtig. > DSP-Magie mit FFT scheidet bei den Datenraten ja aus... Es ist andere Magie. http://www.pcisig.com/news_room/faqs/pcie3.0_faq/#EQ12 Man arbeitet dort wahrscheinlich mit FIR-artigen Strukturen im Empfänger und Sender. Nur dass die FlipFlops nicht klassisch mit einem Takt laufen, sondern mit um einigen Dutzend Picosekunden phasenverschobenen Takten des Sendesignals. Geht bei einigen Gbit/s auch gar nicht anders ;-). Über die Wichtung der Ausgänge kann man die Filtercharakteristik anpassen. Das alles geht nur vollintegriert. So ähnlich wie die DLLs/DCMs bei Xilinx FPGAs oder PLLs bei Altera oder der ultrahochauflösende Timer bei Piccolo von TI. MFG Falk
Falk Brunner schrieb: > Man arbeitet dort wahrscheinlich mit FIR-artigen Strukturen im > Empfänger und Sender. Danke, das klingt schonmal deutlich plausibler als R/C-Glieder in den Signalweg zu schalten.
Glaube nicht, dass bei diesen hohen Freq. irgentwas digital gemacht wird. (der DSP bräuchte wohl einige THz) Und um das Signal an FFs zu schicken, müsste es dafür ja schon sauber sein. Für den Sender ist es rel einfach, der muss 'nur' bei bestimmten Bitmustern einen höheren Pegel senden. Der Empfänger hat verschieden mögliche Eingangspegel (oder Verstärkungen, VGA), die auch Bitmuster-abhängig gesteuert werden. Das Ganze wird bei der Trainingsphase noch optimiert. Aber Details dazu werden die Hersteller, schätze ich, nicht rausgeben. Allerdings, Wunder können die auch nicht vollbringen, denn wenn nichts mehr am Empf. ankommt, kann der beste Verstärker nichts brauchbares mehr rausfiltern.
@ MCUA (Gast) >Glaube nicht, dass bei diesen hohen Freq. irgentwas digital gemacht >wird. Bei den Bitraten sind auch digitale Schaltungsteile quasi analog ;-) >(der DSP bräuchte wohl einige THz) Der Ansatz ist Käse. Das geht bestenfalls noch bei Video, und dort nur massiv parallel. >Und um das Signal an FFs zu schicken, müsste es dafür ja schon sauber >sein. Das war nur eine stark vereinfache Beschreibung. Es könnten auch Sample- und Hold Stufen sein, ala Flash-ADC. >Für den Sender ist es rel einfach, der muss 'nur' bei bestimmten >Bitmustern einen höheren Pegel senden. Jain. Auch das macht man bei 10Gbit/s++ nicht mal nebenbei. >Allerdings, Wunder können die auch nicht vollbringen, Es grenzt aber manchmal daran. > denn wenn nichts >mehr am Empf. ankommt, kann der beste Verstärker nichts brauchbares mehr >rausfiltern. Sag das mal den GPS-Empfängern, die teilweise UNTER der Rauschgrenze arbeiten! MFG Falk
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