Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik 3,3V 5V so ein Quatsch


von Thomas W. (thomas0906)


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Hi

Ist euch schonmal aufgefallen, daß immer mehr Fragen zur 
Inkompatibilität von 5V und 3,3V kommen.

Da werkelt man jetzt mit Spannungsteilern rum oder muß sich sonst was 
für Maßnahmen ausdenken auch bei der Versorgung, damit das zusammen 
läuft.

War das wirklich nötig, da jetzt diese zwei "Welten" zu schaffen?
Gab es da keine andere Möglichkeit?

Gruß
Thomas

von Martin S. (sirnails)


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Naja, ich denke, das resultiert auch aus der Tatsache, dass für die 
Computerindustrie die Fertigungsdichten immer höher werden. Es wäre ja 
unsinnig, diese Maschinen nicht auch für andere ICs zu nutzen.

von Ich (Gast)


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Das wird wohl was historisches haben, glaub ich...

Die 5V sind noch aus den guten alten TTL-Zeiten ;)

Während die 3,3V von moderneren Systemen genutzt wird. Ich denke das 
hängt mit der Taktrate zusammen, da ja nur eine begrenzte Anstiegszeit 
zu realisieren ist. D.h. kann man ab einem gewissen Takt keine 
vernünftigen Flanken mehr mit so hoher Spannung (5V) erzeugen, ohne 
größeren Aufwand zu betreiben. Da ist es einfacher die Spannung zu 
reduzieren.

von ich (Gast)


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>Gab es da keine andere Möglichkeit?

nein. Mit immer kleineren und feineren Fertigungstechnologien im 
2-stelligen nm Bereich ist mit 5V eben irgendwann schluss.

Grundsätzlich gilt: Je komplexer desto feiner die internen Structuren.

Warum laufen moderne Prozessoren/ FPGAs wohl mit Corespannungen unter 
einem Volt?

von mueckerich (Gast)


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ich schrieb:
> Warum laufen moderne Prozessoren/ FPGAs wohl mit Corespannungen unter
>
> einem Volt?

Ich denk mal wegen der Verlustleisung und dem thermalem Management des 
Chips sowie unter anderem aus Gründen der Energieersparnis.
Das sind IMHO die hauptsächlichen Gründe warum die Corespannung von den 
Prozessorherstellern immer weiter nach unten gesetzt wurde.

von Martin S. (sirnails)


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> Warum laufen moderne Prozessoren/ FPGAs wohl mit Corespannungen unter
> einem Volt?

Wobei ich mich langsam frage, wie das noch funktioniert. Moderne 
Grafikkarten brauchen bis zu 450W. Das sind fast 500 Ampere...

von Andreas K. (hammerhead)


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Martin Schwaikert schrieb:
> Wobei ich mich langsam frage, wie das noch funktioniert. Moderne
> Grafikkarten brauchen bis zu 450W. Das sind fast 500 Ampere...

Wusste gar nicht, dass Grafikkarten mit 0,9 Volt laufen, wo sie doch 
meistens ein paar 12V und 5V Rails als Versorgung haben.

Selbst wenn sie nur auf 12V Rails laufen würden, wäre man irgendwo bei 
37A und nicht 500. Vor allem, da es AFAIK kein Netzteil gibt, welches 
auf einer Rail 500A ausgeben kann.

Und hinzu kommt, dass die GPU nicht das einzige ist, was auf der 
Grafikkarte so drauf ist.

von Purzel H. (hacky)


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Die 12V werden neben dem Chip dann auf die 1.8V oder runtergeswitchert.

Die 5V Welt ging gut bis zur Jahrtausendwende. Erst nachher kamen die 
tieferen Spannungen.

von Mathias F. (minglifu)


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Hallo,

und wo liegt jetzt das Problem?
Es gibt doch Spannungsgregler die sogar 3.3V und 5V ausspucken. 
TLE7469GV53 zum Bleistift von Infineon. Optimal wenn man zB einen XC164 
steuern will.

Mathias

von Uwe (Gast)


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Die Grafikkarten haben Spannungswandler drauf. 300W-500W spitze bei 
einer Grafikkarte kann schon mal sein und die laufen mit ca. 1V.

von Florian V. (Gast)


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Selbst 3,3V sind an manchen Stellen schon wieder out und der Trend geht 
zu noch niedrigeren Spannungen. Die modernen FPGA Familien sind oft nur 
noch eingeschränkt 3,3V kompatibel an den IOs. Das geht dann nur noch 
mit verringerten Treiberstärken und Vorsicht bei Überschwingern auf den 
Leitungen...

Auf der anderen Seite gibt es immer noch genug aktuelle Analog-ICs, die 
an digitalen Steuereingängen ein 5V Signal verlangen. Dann klappt auch 
ein Design mit reinen 3,3V IOs nicht.

von Xenu (Gast)


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Diese Fragen kommen doch schon seit Jahren. Aber inzwischen gibt es doch 
mehr ICs mit 3,3V (und darunter) als 5V.

So weit ich weiß, waren z.B. die letzten 5V-FPGAs von Xilinx die XC5200, 
und die kamen 1995/96 (!) raus. Spätere hatten dann 5V-tolerante IOs.

Es ist also nicht so, dass die ICs mit Vcc kleiner 5V über Nacht über 
uns hereingebrochen sind.

von Klaus (Gast)


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mueckerich schrieb:
> Ich denk mal wegen der Verlustleisung und dem thermalem Management des
> Chips sowie unter anderem aus Gründen der Energieersparnis.
> Das sind IMHO die hauptsächlichen Gründe warum die Corespannung von den
> Prozessorherstellern immer weiter nach unten gesetzt wurde.

Das ist ein Grund, aber nicht der wirkliche.

ich schrieb:
> nein. Mit immer kleineren und feineren Fertigungstechnologien im
> 2-stelligen nm Bereich ist mit 5V eben irgendwann schluss.

So ist es, die Chipbereiche mit diesen Strukturen vertragen nicht mehr 
Spannung.

MfG Klaus

von Dimpflmoser (Gast)


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Vielleicht ist auch die Spannungsversorgung, die mehr und mehr durch 
Lithiumakkus ersetzt wird ein Punkt. Die Spannung liegt ja meist so im 
Bereich 3,7-2,7 V...

von Sven (Gast)


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Die Spannung wurde aus mehreren Gründen reduziert:

-Kapazitive Umladeverluste, je höher die Frequenz und Spannung, desto 
größere Verluste
-Isolationsspannung der Chipteile. Bei kleineren Strukturen wird 
zwangsläufig auch die Isolationsspannung geringer.

-Je kleiner die Spannung, desto weniger EMV Probleme hat man als 
"Sender".
Allerdings wird man anfälliger für den "Störungs-Empfang", weswegen man 
dann zu differentieller Übertragung greift. Beispiel: PCI vs PCIe.

3,3V ist langsam auch schon "obsolet". Manche uC und DSP haben schon nur 
noch 1,8 V habe ich gehört.

von Klaus (Gast)


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Florian V. schrieb:
> Auf der anderen Seite gibt es immer noch genug aktuelle Analog-ICs, die
> an digitalen Steuereingängen ein 5V Signal verlangen. Dann klappt auch
> ein Design mit reinen 3,3V IOs nicht.

Ich kenne wenige, die 5V verlangen. TTL kompatibel heißt, mehr als 2,4V 
für High, und das kann ein 3,3V CMOS (nicht TTL) Chip immer.

MfG Klaus

von morph1 (Gast)


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Jup, zB alle modernen PIC laufen intern nur mehr mit 1.8V, aber für die 
Dinosaurier unter den Bastlern gibts die Peripherie dennoch weiterhin 
mit 3.3V :)

Allgemein finde ich die niedrigeren Spannungen angenehmer, ab 2.5V 
brauchts z.B. aus einer LiPo-Einzelzelle nur mehr nen einfach Buck statt 
dem blöden Buck-Boost für die 3.3V.

von Martin S. (sirnails)


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Andreas Kist schrieb:
> Martin Schwaikert schrieb:
>> Wobei ich mich langsam frage, wie das noch funktioniert. Moderne
>> Grafikkarten brauchen bis zu 450W. Das sind fast 500 Ampere...
>
> Wusste gar nicht, dass Grafikkarten mit 0,9 Volt laufen, wo sie doch
> meistens ein paar 12V und 5V Rails als Versorgung haben.

Der aktuelle Radeon 6990 Doppelkern-Prozessor läuft standardmäßig mit 
1,12V, lässt sich allerdings auf 1,05V herunterfahren.

> Selbst wenn sie nur auf 12V Rails laufen würden, wäre man irgendwo bei
> 37A und nicht 500. Vor allem, da es AFAIK kein Netzteil gibt, welches
> auf einer Rail 500A ausgeben kann.

Solche Karten haben mindestens drei Versorgungen: PCIE/12V/12V. Die 
einzelnen 12V Stränge dürfen nicht am gleichen Netzteilausgang liegen 
und bestehen darüber hinaus aus 4xMasse + 4x12V mit je 150W maximaler 
Anschlussleistung. In Summe sind es also 150 W * 2 + 75W = 375W, die die 
Karte maximal aufnehmen darf. Die Übertaktung auf 450W wird das Netzteil 
auf Dauer also nicht verkraften, wenn es nicht speziell dafür gebaut 
ist.

> Und hinzu kommt, dass die GPU nicht das einzige ist, was auf der
> Grafikkarte so drauf ist.

Das stimmt schon. Aber 450 Watt ist das TDP der Karte, nicht des 
Prozessors.

von MCUA (Gast)


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>und wo liegt jetzt das Problem?
>Es gibt doch Spannungsgregler die sogar 3.3V und 5V ausspucken.
Moderne Controller haben den Spannungsregler gleich on chip. Somit sind 
bei verschiedenen bis zu 5V VCC möglich (auch wenn die CPU mit viel 
weniger läuft).

>3,3V ist langsam auch schon "obsolet".
Nicht für IO.

>Allgemein finde ich die niedrigeren Spannungen angenehmer...
aber nicht im Hinblick auf Störsicherheit

von firmen-gast (Gast)


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naja "NICHT für IO" würde ich so nicht stehen lassen!
Im low power bereich geht man schon die letzten Jahre von 3.3V weg, auf 
2.8/2.75V, 2.5V. Im ultra low power bereich hab ich z.b. schaltungen wo 
IO level von 1.8V zu hause sind, was aber mit unter schwierigkeiten 
bereitet weil man nicht alles mit 1.8V bekommt dann hat man mixed 
domains mit 3.0V und 1.8V etc. bzw. ganz heavy weil nicht kompatible ein 
board mit 1.8, 2.5V, 2.8V und 3.3V; 2.8V Versorgung CPU, 2.5V Domain zu 
einem OEM Modul, 1.8V zu einem RF Chip und 3.3V zu einem GSM Modul. 
"inrush current" lässt grüßen ...

von Mine Fields (Gast)


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Die zwei Hauptgründe für immer niedrigere Kernspannungen wurden ja schon 
genannt: zum Einen steigt die dynamische Verlustleistung quadratisch zur 
Spannung an (die Leckströme steigen nur linear an, diese werden aber 
auch immer wichtiger bei kleinen Strukturen), zum Anderen werden die 
Feldstärken an den Gates der Transistoren so hoch, dass sie durchbrechen 
können. Das Gateoxid ist schließlich bei modernen Strukturen nur noch 
ein paar Atomlagen dick.

Ganz konkret wurde der Schritt von 5V zu 3.3V damals beim Pentium 1 
gegangen. Die ersten Pentium hatten noch 5V. Da man aber Probleme mit 
der Verlustleistung bekam, ging man bei späteren Modellen auf 3.3V.

von Mosti Flop (Gast)


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Hat sich schon jemand Gedanken zur Feldsterke gemacht ? 1 Volt bei einem 
Abstand von 100nm sind schon 10MV/m, oder 10kV/mm. So nebenbei : Luft 
haelt das nicht.

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