Ich habe grade einen interessantn Artikel gelesen.
Mehrere Unternehmen planen die Verlagerung der Produktion nach
Deutschland, weil man hier gute Qualität zu niedrigen Preisen bekommt.
Einige haben es schon getan. Beispielsweise ein skandnavischer
Fleischproduzent.
Andere ausländische Firmen bedienen sich deutscher Leiharbeiter, weil
die so billig sind.
Wird Deutschland das neue Billiglohnland?
Das Lohnnievau ist seit Jahren kräftig am fallen und die Politik tut
alles dafür, damit das so weiter geht. Man versucht jetzt Arbeitskräfte
aus Kriesenländern zu rekrutieren. Die sollen wohl auf dem deutschen
Arbeitsmarkt die Preise weiter kräftig drücken.
> Man versucht jetzt Arbeitskräfte aus Kriesenländern zu rekrutieren.
Wobei der Begriff "Krisenländer" fast schon ein Hohn ist, wenn man sich
mal DAS HIER vor Augen führt
http://www.liveleak.com/view?i=dd3_1310954791
Alltag? Ausnahme?
Ich weiß, geschmacklos, aber die Barbarei kennt leider auch noch andere
Facetten als nur den Arbeitsmarkt.
Die Wohnzimmer der Bundesdeutschen werden davor wohl wie immer verschont
bleiben. ;)
Stefan L. (minefields) schrieb:
Elektronics schrieb:
>> Wird Deutschland das neue Billiglohnland?> Oder wird Deutschland nicht eher wieder konkurrenzfähig?
Bekommen wir dann auch Miet- und Lebensmittelpreise wie dort wo Menschen
einen Monat lang von 100 Euro leben können?
Mark Brandis schrieb:> Quellenangabe or it didn't happen. ;-)
Suche bei Google nach billiglohnland deutschland die russen kommen
Der Artikel mit der Fleischfabrik ist auch überall im Netz
> In diesen Ländern wären sie froh, wenn sie mit dem Luxus eines> Hartz4-Empfängers leben könnten.
Das ist der Vergleich mit sehr starker Armut. Dann musst du umgekehrt
auch mal vergleichen, was ein regulär Verdienender als Luxus gegenüber
einem H4-Empfänger zur freien Verfügung hat. Der regulär VErdienende
nach diesem Maßstab gegenüber den Ärmsten anderer Ländern (dein
Vergleich) nämlich im UNSÄGLICHEN LUXUS. Davon mal abgesehen, wende dich
doch an die Industrievertreter. Wenn die angeblich SO VIELE offene
Stellen haben müsste die doch auch gerne auf H4 Probanden zurückgreifen.
Sind schließlich allein statistisch bedingt auch fähige Leute drunter.
Warum will man die nicht? Weil "Frischfleisch" besser schmeckt?!
.... schrieb:> Das ist der Vergleich mit sehr starker Armut. Dann musst du umgekehrt> auch mal vergleichen, was ein regulär Verdienender als Luxus gegenüber> einem H4-Empfänger zur freien Verfügung hat.
Was ich damit sagen wollte war nur: Es geht uns in Deutschland noch sehr
gut, ein Vergleich mit Ländern, in denen man mit 100 Euro überleben kann
hinkt einfach nur.
Wenn wir konkurrenzfähiger werden kann das also nur gut für uns sein.
.... schrieb:> Sind schließlich allein statistisch bedingt auch fähige Leute drunter.> Warum will man die nicht? Weil "Frischfleisch" besser schmeckt?!
Rein statistisch bedingt findet man nicht auf jede offene Stelle den
passenden Bewerber. Und umgekehrt. Allein schon durch das regionale
Ungleichgewicht und einer (aus welchen Gründen auch immer) nicht
ausreichenden Mobilität der Bewerber.
Wenn das so weiter geht, bekommen wir echt noch Zustände wie in den USA
mit ihrer großen Working Poor Gesellschaftsschicht. Da müssen die Leute
3 Jobs machen um zu überleben. (in den USA haben sie keine so guten
Sozialleistungen)
Working Poor gibts hier auch immer mehr, trotz H4 Stütze .
Hire und Fire bekommen wir in Deutschland ja auch immer mehr.
Gewerkschaften, die kaum noch etwas machen können, dafür
Industrievertreter mit immer mehr Einfluss.
Stefan L. (minefields) schrieb:
> Was ich damit sagen wollte war nur: Es geht uns in Deutschland noch sehr> gut, ein Vergleich mit Ländern, in denen man mit 100 Euro überleben kann> hinkt einfach nur.
Es war aber nun mal DEIN Vergleich, ich hab das Argument halt mal
umgedreht angewandt. Ich weiß schon was du meinst und da bin ich im
Grundsatz auch bei dir. Wenn man die Situation in Griechenland sieht,
die wären bestimmt froh ein besseres Sozialsystem zu haben. Es ist nicht
alles schlecht wenn man mal den Blick darauf wirft was man hat und nicht
immer nur im Auge hat was man gerne hätte. Mein Gefühl ist, es wird viel
zu viel zugelassen, dass die Industrievertreter (was nicht immer
gleichbedeutend mit der Industrie selber ist) den Blick nur auf eine
bestimmte Klientel beim Bewerberprofiel werfen. Daher resultiert dann
auch diese ewig schwer zu glaubende Zahl an immens freien Stellen. Das
Jammern ist ja gerade in diesem Bereich seitens dieser Vertreter viel
größer als das mancher Leistungsempfänger und leider wird auch von der
Politik begünstigt viel zu viel mit intransparenten oder wahrscheinlich
bewusst falschen Zahlen argumentiert. Die Probleme am Arbeitsmarkt kann
man also nicht nur einer Gruppe anlasten. Hier wird zu viel mit falschen
Karten gespielt.
Elektronics schrieb:> Beispielsweise ein skandnavischer> Fleischproduzent.
Ich ahne, wer da gemeint ist. Ein großer dänischer Konzern. Ich
spekuliere nur mal: Sie wollen vielleicht die dortigen guten
Arbeitsmarktstrukturen durchbrechen, und ins aufgeweichte Deutschland.
Das kann ich noch nachvollziehen. Tzzzzzja, die können irgendwann auch
nicht mehr gegen mit Großtransportern heran gekarrte noch billigere
ungarische Zeitsklaven in deutschen Fleischwarenunternehmen anstinken.
Auch wenn das meiste schon vollautomatisiert ist.
Ich hörte vor ein paar Monaten dazu eine interessante Reportage auf DLF.
Wie werden Fleischwaren noch billiger (konkurrenzfähiger nennt man das),
als sie schon sind. Das geht nur mit noch billigeren Arbeitskräften. In
Deutschland werden einheimische Fleischer entlassen, und durch
Billigarbeiter aus Ungarn ersetzt. Möglicherweise haben die aber einen
ähnlichen Ausbildungsstand.
Die Fleischwaren sind allerdings kein deutsches Know-How-Produkt, im
High-Tech-Sinne.
Na Hauptsache wir haben keine Arbeitslosen mehr, denn merke: "Sozial
ist, was Arbeit schafft", lt. Angela Merkel. Ob der davon noch Leben
kann oder der Steuerzahler die Aufstockerei bezahlt, ist egal.
Paul schrieb:> Na Hauptsache wir haben keine Arbeitslosen mehr, denn merke: "Sozial> ist, was Arbeit schafft", lt. Angela Merkel. Ob der davon noch Leben> kann oder der Steuerzahler die Aufstockerei bezahlt, ist egal.
Dann ist eigentlich auch ein Zuhälter sozial, oder?
Er schafft ja Arbeitsplätze für Prostituierten in dem er die Unterkunft
und Freier orgenisiert bzw. in dem Fall anschafft.
Gästchen schrieb:> Dann ist eigentlich auch ein Zuhälter sozial, oder?> Er schafft ja Arbeitsplätze für Prostituierten in dem er die Unterkunft> und Freier orgenisiert bzw. in dem Fall anschafft.
Ein Zuhälter müsste eindeutig sozial sein.
Der schafft nicht nur Arbeitsplätze, der bringt auch Steuern ein.
Es gibt nicht umsonst die Sex Steuer.
Wenn das dann noch als Stundenhotel läuft, gibts auch noch die
Bettensteuer.
Elektronics schrieb:> Beispielsweise ein skandnavischer> Fleischproduzent.
Geht es etwas genauer?
Braucht er Deutsche?
Oder nur hiesige billige Ausländer?
Will er die beschäftigen oder verarbeiten?
.... schrieb:> Wobei der Begriff "Krisenländer" fast schon ein Hohn ist, wenn man sich> mal DAS HIER vor Augen führt>> http://www.liveleak.com/view?i=dd3_1310954791>> Alltag? Ausnahme?>> Ich weiß, geschmacklos, aber die Barbarei kennt leider auch noch andere> Facetten als nur den Arbeitsmarkt.
Wäre eine adäquate Lösung für unser Problem "Finanzelite", die die
Völker systematisch über den Zins aussaugt.
Das Pack in einer Reihe aufstellen und tot umfallen lassen.
>Dann ist eigentlich auch ein Zuhälter sozial, oder?>Er schafft ja Arbeitsplätze für Prostituierten in dem er die Unterkunft>und Freier orgenisiert bzw. in dem Fall anschafft.
Selbst Arbeitslager wären demnach sozial. Dieser Spruch ist einfach ein
Hohn und Schlag ins Gesicht. Er wäre genauso geeignet, als Schild über
dem Eingang eines solchen Lagers angebracht zu werden, wie die bekannten
Sprüche damals.
Sven schrieb:> Ein Zuhälter müsste eindeutig sozial sein.> Der schafft nicht nur Arbeitsplätze, der bringt auch Steuern ein.
Der zahlt unter Umständen überhaupt keinen einzigen Cent, weder Steuern
noch Abgaben. Nicht mal MWST, wenn er seine Waren des täglichen Bedarfs
schwarz bezieht, und eine geklaute Nobelkarosse fährt. Nicht umsonst
heißt das Milieu oft auch "Unterwelt". Im besten Fall kassiert er noch
Sozialhilfe.
Elektronics schrieb:> Ich habe grade einen interessantn Artikel gelesen.> Mehrere Unternehmen planen die Verlagerung der Produktion nach> Deutschland, weil man hier gute Qualität zu niedrigen Preisen bekommt.> Einige haben es schon getan. Beispielsweise ein skandnavischer> Fleischproduzent.
Bevor man so etwas schreibt sollte man erstmal prüfen ob es dort
tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne gibt. In Deutschland im
Lebensmittelbereich m.W. nicht. Im Gegenteil. Hier versucht der Staat
durch Verweigerung von Mindestlöhnen und gezielter Bezuschussung der
dann nicht mal zum Überleben reichenden Löhne die Menschen zu Sklaven zu
machen.
>> Andere ausländische Firmen bedienen sich deutscher Leiharbeiter, weil> die so billig sind.
Sie sind nicht billig, sondern billiger.
>> Wird Deutschland das neue Billiglohnland?
Dienstleistungen lassen sich schlecht exportieren, also wird von der
Kapitalistenfront dieser Sektor über die HartzIV Aufstockerregeln
angegriffen.
>> Das Lohnnievau ist seit Jahren kräftig am fallen und die Politik tut> alles dafür, damit das so weiter geht.
Wes Brot ich ess des Lied ich sing. Der Wechsel in die
Frühstücksdirektorpositionen erfolgt ja mittlerweile völlig unverfroren.
Koch/Schröder/Clement/Riester und wie diese noblen Herren alle so
heißen.
Warum man räüdige Hunde nicht wie räudige Hunde behandelt liegt wohl an
der mangelnden sozialen Hygiene in diesem Land.
> Man versucht jetzt Arbeitskräfte> aus Kriesenländern zu rekrutieren.
Nein, man jagt die entsprechenden Propagandwellen durch die Medien.
Schon die Inder sind nicht gekommen (Kinder aber auch nicht).
> Die sollen wohl auf dem deutschen> Arbeitsmarkt die Preise weiter kräftig drücken.
Ja. aber durch Ankündigung soll die Arbeitnehmerschaft erpresst werden.
Du lebst in der Zeit der Rekonstruktion von Manchesterkapitalismus und
Feudalstaat (bei dem schon die linken Schmarotzer Wasser predigen und
Wein saufen bzw. Hummer fressen)