Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Klebstoff oder ausgelaufener Elko?


von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Ich sitze kürzlich so abends, draussen war es schon etwas kühler 
geworden, in meinem Wochenendhaus und höre Radio. Der Uhrzeit 
entsprechend, ziemlich leise. Plötzlich und unvermittelt wird die Musik 
durch ein scharfes Schnarren ersetzt, geschätzte 100 Hz als Rechteck.

Seitdem ist meinem guten alten DVD-Receiver CAT DVA-804 kein anderes 
Geräusch mehr zu entlocken, egal ob im Tuner-, DVD/CD- oder AUX-Modus. 
Das ist auch sofort beim Einschalten so und es ändert sich nicht in 
Lautstärke oder Klang.

Also habe ich das gute Stück heute mal aufgemacht und untersucht. Das 
Problem scheint im Netzteil für Logik und Kleinvieh zu stecken (die 
Endstufe hat eine eigene ungeregelte Spannungsaufbereitung).

Auf der Netzteil-Platine werden Plus und Minus 12 Volt aufbereitet, 
jeweils mit einem L7812CV, einer davon wird deutlich wärmer (aber nicht 
heiß) als der andere. Die beiden 12V-Spannungen stimmen soweit, habe ich 
mit dem DMM gemessen. Leider habe ich gerade keinen Oszi zu Hand, um die 
Glättung zu beurteilen.

Eine genaue Betrachtung der Platine machte mich stutzig. Um die Elkos 
(2200 yF/25V) herum befindet sich so eine braune Soße auf der Platine, 
auch an den Kanten der Kühlkörper (s. Foto). Ist das nun ein 
(gealterter) Klebstoff oder ausgelaufenes und eingetrocknetes Elktrolyt? 
Leider habe ich schon daran herumgekratzt, so dass man ein evtl. 
"natürliches" Ausfießen nicht mehr nachvollziehen kann.

Was meint ihr? Danke für Tips.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Bitte um Entschuldigung wegen des doppelten Bildes. Bin mit UMTS 
unterwegs - beim ersten Abschichen hats "gehackt" und ich habe den 
Beitrag nochmal abgeschickt. Beitrag ist nur einmal da, Foto zweimal ...

von Werner (Gast)


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Frank Esselbach schrieb:
> geschätzte 100 Hz als Rechteck
> die
> Endstufe hat eine eigene ungeregelte Spannungsaufbereitung
Die 100Hz deuten auf einen defekten Elko jin

von Andreas L. (andi84)


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So auf den ersten Blick würde ich sagen, das was auch am Steckverbinder 
pappt ist irgendein Montagekleber.
Der Sabsch vor den Elkos, der so schöne Flecken auf dem Board gemacht 
hat, nicht unbedingt.
Die Elkos kann man im Zweifel schon mal tauschen, wenn man glaubt, die 
wären es. Wobei das plötzliche ausfallen eher nicht für ELkotod spricht.

Gruß
Andreas

von mhh (Gast)


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Es sieht zu komisch aus für Klebstoffreste.

Elkos raus und ausmessen/ austauschen.

Frank Esselbach schrieb:
> wird die Musik
> durch ein scharfes Schnarren ersetzt,

Kurzschluß/ zuviel gezogener Strom auf einer der Betriebsspannungen wäre 
eine Vermutung. Also in der Richtung mal schauen nach der Abklärung mit 
den o.g. Elkos.

von Programist (Gast)


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Das sind bestimmt nicht Elkos, weil sie nicht geplatzt sind.

von Otto (Gast)


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Anhand des Bildes kann ich leider kein qualifiziertes Urteil abgeben. 
Ich überlasse Spekulationen daher anderen, die aus von mir nicht 
nachzuvollziehenden Gründen glauben, einen sinnvollen Beitrag zum Thema 
leisten zu können.

Otto

von Andreas L. (andi84)


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Nicht alle elkos platzen, bevor sie absaften.
Ich hatte auch schon so exemplare die sich, ohne Dicke Backen zu 
bekommen, untenrum bepinkelt haben.

Gruß
Andreas

von Andreas A. (elw-2)


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Ich würde sie mal prophylaktisch wechseln, schaden kann es nicht und 
wirklich teuer sind sie ja auch nicht.

von Guenter B. (gbl)


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Ist der Inhalt von Elko's eigentlich giftig ?

Gruß

Günter

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ja, der ist giftig. Nach dem Ausbauen am besten auch die Hände waschen.

Übrigens kannst du mit einem Kopfhörer mit Koppelkondensator recht gut 
abhören, ob auf einer Leitung zu viel Wechselspannung ist. Mit einem 
100nF Kondensator und einem 32 Ohm Kopfhörer sollte es bei 
Gleichspannung nur kurz knacken, wenn der Siebkondensator putt ist, 
hörst du ein schönes Brummen.

von Bernd S. (bernd_s)


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Zum plötzlichen Tod von ELKOs kann ich folgendes Beitragen:

Azubi-Kollegen haben während des ersten Lehrjahres in der Lehrwerkstatt 
beim großen S damal nen ELKO in 230V Steckdose gesteckt. Danach hat 
"puff" gemacht und eine Rolle Elektroden/Elektrolytflyssigkeit kam 
herausgeschossen.

Ein plötzlicher Tod kann also mit Überspannung zusammenhängen. Für mich 
sieht das Bild so aus als wären die ELKOs ausgelaufen. Wenn das 
Klebstoff wäre, warum sollte er auf der Platine sein?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Bernd S. schrieb:
> Wenn das
> Klebstoff wäre, warum sollte er auf der Platine sein?

Bei großen Kondensatoren wird gelegentlich Klebstoff benutzt, um sie 
mechanisch zu stabilisieren. Das habe ich schon bei den 
Glättungskondensatoren im Netzteil eines Audio-Verstärkers von Sony 
gesehen.

Auch die Steckverbinder werden gerne mit Klebstoff "gesichert".

Aber ob der restliche Siff auf der Platine nun Klebstoff ist, oder ob 
das Kodensatorsülze ist, kann man anhand des Bildes wirklich nicht 
erkennen.

von narf (Gast)


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Der links unten korrodierte Kühlkörper deutet, so wie ich das sehe, auf 
ausgelaufenes Elektrolyt hin.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Man sieht übrigens auf dem Foto recht gut, das die Hersteller auch an 
den Steckverbindern Klebstoff benutzt haben, die gelbe Paste an den 
Molexen links.

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