Ich sitze kürzlich so abends, draussen war es schon etwas kühler geworden, in meinem Wochenendhaus und höre Radio. Der Uhrzeit entsprechend, ziemlich leise. Plötzlich und unvermittelt wird die Musik durch ein scharfes Schnarren ersetzt, geschätzte 100 Hz als Rechteck. Seitdem ist meinem guten alten DVD-Receiver CAT DVA-804 kein anderes Geräusch mehr zu entlocken, egal ob im Tuner-, DVD/CD- oder AUX-Modus. Das ist auch sofort beim Einschalten so und es ändert sich nicht in Lautstärke oder Klang. Also habe ich das gute Stück heute mal aufgemacht und untersucht. Das Problem scheint im Netzteil für Logik und Kleinvieh zu stecken (die Endstufe hat eine eigene ungeregelte Spannungsaufbereitung). Auf der Netzteil-Platine werden Plus und Minus 12 Volt aufbereitet, jeweils mit einem L7812CV, einer davon wird deutlich wärmer (aber nicht heiß) als der andere. Die beiden 12V-Spannungen stimmen soweit, habe ich mit dem DMM gemessen. Leider habe ich gerade keinen Oszi zu Hand, um die Glättung zu beurteilen. Eine genaue Betrachtung der Platine machte mich stutzig. Um die Elkos (2200 yF/25V) herum befindet sich so eine braune Soße auf der Platine, auch an den Kanten der Kühlkörper (s. Foto). Ist das nun ein (gealterter) Klebstoff oder ausgelaufenes und eingetrocknetes Elktrolyt? Leider habe ich schon daran herumgekratzt, so dass man ein evtl. "natürliches" Ausfießen nicht mehr nachvollziehen kann. Was meint ihr? Danke für Tips.
Bitte um Entschuldigung wegen des doppelten Bildes. Bin mit UMTS unterwegs - beim ersten Abschichen hats "gehackt" und ich habe den Beitrag nochmal abgeschickt. Beitrag ist nur einmal da, Foto zweimal ...
Frank Esselbach schrieb: > geschätzte 100 Hz als Rechteck > die > Endstufe hat eine eigene ungeregelte Spannungsaufbereitung Die 100Hz deuten auf einen defekten Elko jin
So auf den ersten Blick würde ich sagen, das was auch am Steckverbinder pappt ist irgendein Montagekleber. Der Sabsch vor den Elkos, der so schöne Flecken auf dem Board gemacht hat, nicht unbedingt. Die Elkos kann man im Zweifel schon mal tauschen, wenn man glaubt, die wären es. Wobei das plötzliche ausfallen eher nicht für ELkotod spricht. Gruß Andreas
Es sieht zu komisch aus für Klebstoffreste. Elkos raus und ausmessen/ austauschen. Frank Esselbach schrieb: > wird die Musik > durch ein scharfes Schnarren ersetzt, Kurzschluß/ zuviel gezogener Strom auf einer der Betriebsspannungen wäre eine Vermutung. Also in der Richtung mal schauen nach der Abklärung mit den o.g. Elkos.
Anhand des Bildes kann ich leider kein qualifiziertes Urteil abgeben. Ich überlasse Spekulationen daher anderen, die aus von mir nicht nachzuvollziehenden Gründen glauben, einen sinnvollen Beitrag zum Thema leisten zu können. Otto
Nicht alle elkos platzen, bevor sie absaften. Ich hatte auch schon so exemplare die sich, ohne Dicke Backen zu bekommen, untenrum bepinkelt haben. Gruß Andreas
Ich würde sie mal prophylaktisch wechseln, schaden kann es nicht und wirklich teuer sind sie ja auch nicht.
Ja, der ist giftig. Nach dem Ausbauen am besten auch die Hände waschen. Übrigens kannst du mit einem Kopfhörer mit Koppelkondensator recht gut abhören, ob auf einer Leitung zu viel Wechselspannung ist. Mit einem 100nF Kondensator und einem 32 Ohm Kopfhörer sollte es bei Gleichspannung nur kurz knacken, wenn der Siebkondensator putt ist, hörst du ein schönes Brummen.
Zum plötzlichen Tod von ELKOs kann ich folgendes Beitragen: Azubi-Kollegen haben während des ersten Lehrjahres in der Lehrwerkstatt beim großen S damal nen ELKO in 230V Steckdose gesteckt. Danach hat "puff" gemacht und eine Rolle Elektroden/Elektrolytflyssigkeit kam herausgeschossen. Ein plötzlicher Tod kann also mit Überspannung zusammenhängen. Für mich sieht das Bild so aus als wären die ELKOs ausgelaufen. Wenn das Klebstoff wäre, warum sollte er auf der Platine sein?
Bernd S. schrieb: > Wenn das > Klebstoff wäre, warum sollte er auf der Platine sein? Bei großen Kondensatoren wird gelegentlich Klebstoff benutzt, um sie mechanisch zu stabilisieren. Das habe ich schon bei den Glättungskondensatoren im Netzteil eines Audio-Verstärkers von Sony gesehen. Auch die Steckverbinder werden gerne mit Klebstoff "gesichert". Aber ob der restliche Siff auf der Platine nun Klebstoff ist, oder ob das Kodensatorsülze ist, kann man anhand des Bildes wirklich nicht erkennen.
Der links unten korrodierte Kühlkörper deutet, so wie ich das sehe, auf ausgelaufenes Elektrolyt hin.
Man sieht übrigens auf dem Foto recht gut, das die Hersteller auch an den Steckverbindern Klebstoff benutzt haben, die gelbe Paste an den Molexen links.
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