http://www.sueddeutsche.de/karriere/zukunft-der-arbeit-kluge-koepfe-verzweifelt-gesucht-1.1129289-2
Mein Kommentar dazu:
Im Ingenieurssektor wird immer mehr versucht, Anbieter von Leistungen zu
unterbieten, indem man noch eine weitere Zeitarbeitsforma aufmacht, die
nach noch billigeren Personen sucht.
Da werden dann vorsorglich permanente Stellenanzeigen geschaltet, in
denen händeringend Leute gesucht werden, freilich nur solche, die im
optimalen und verkaufsfähigen Alter sind und zu Gehältern am unteren
Bereich des Marktes arbeiten wollen. Hat man einen gefunden, zieht man
sich einen Auftrag an Land, der direkt einem anderen Anbieter wegfällt.
Dass dies nur eine Umlagerung von Stellen und Arbeit darstellt, mit
Gehaltsverlust für den Ingenieur, interessiert wohl statistisch nicht.
Die Sache ist nur die, dass Firmen immer mehr auslagern und es immer
mehr Anbieter gibt, die mitkassieren wollen, daher steigt die Zahl der
Stellenanzeigen ständig an. In den einschlägigen Stellenbörsen gibt es
fast ausschließlich Anzeigen von Personalvermittlern und
Zeitarbeitsfirmen. Echte Endabnehmer brauchen nicht inserieren, weil sie
genug Initiativbewerbungen von Ingenieuren haben, die der Zeitarbeit
entkommen wollen.
Wer marktgerecht zahlt, hat überhaupt kein Problem, jemanden zu finden.
Durch das Querabwerben und folgliche Nachrücken von anderen, gäbe es
auch wieder mehr Chancen für Erfahrene, sich weiterzuentwickeln und vor
allem Möglichkeiten für Neueinsteiger.
Insgesamt gäbe es auch wieder weniger Fluktuation, als derzeit, wo 30%
der Ingenieure in vielen Firmen knappgehaltene Zeitarbeiter sind, die
allenthalben ausgetauscht werden oder sich was Besseres suchen, sobald
ihnen einer einen Hunderter mehr hinlegt.
neueste Masche der großen wie Siemens und Bosch ist anscheinend,das man
die Entwicklungsabteilungen mit 50% Werkstudenten besetzt,
mindestvorraussetzung Bachelor/Vordiplom, die für 8,5€ brutto die Stunde
knapp über dem üblichen Hiwisatz verdienen. So spart man sich
Sozialabgaben und bekommt Ingenieure zum Nulltarif.
Woher weißt du das? Hast du belastbare Quellen?
Meiner Erfahrung nach ist dies ganz und gar nicht so. Außerdem hätte ich
mich als Student ziemlich gefreut, für 8,50 €/h bei einem großen Konzern
arbeiten zu dürfen. Nicht immer alles glauben, was man von jemandem
hört, der keine Ahnung hat.
Glaubst du wirklich, dass mit 50% Werkstudenten etwas Vernünftiges
entwickelt werden kann, wenn diese nicht gerade die besten 5% eines
Jahrgangs sind?
eben. Quellen hat er keine. Kaum ein Werkstudent ist wirklich sehr
produktiv, er muss erstmal teuer eingearbeitet werden. Bei Konzernen die
ich kenne, bekommt man dennoch mehr als 8.50 die Stunde als Werkstudent,
bei einem mir bekannten Konzern gibts 16 Euro mit Vordiplom bzw.
abgeschlossenem Grundstudium. Das ist doch echt gut für Studenten, ist
gut für den Lebenslauf und ein sehr nettes Sümmchen.
Ich bekam bei nem Mittelständler als 11 Euro die Stunde als Werkstudent
Die Masche mit immer mehr Leiharbeitern und Gründung von immer mehr
Tochterfirmen, die als Leiharbeitsfirmen fungieren und die die
Angestellten dann nur noch billig mit schlechteren Konditionen
verwalten, funktioniert ja nicht nur bei Ingenieuren, sondern auch bei
weniger qualifizierten Jobs. Deutschland entwickelt sich zu einem
Billiglohnland bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten.
Martin schrieb:> Deutschland entwickelt sich zu einem> Billiglohnland bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten.
Jedes Land das, was es verdient. Der deutsche Staatsbürger will es so,
mindestens seit Ende 2000. Oder hat ein extrem schlechtes Gedächtnis,
denn er wählt immer abwechselnd die Schlächter und deren Gehilfen aus
den 2 großen Lagern.
Keiner weiß, warum die Firmen einen eklanten Mangel an
Maschinebauingenieuren beklagen und vereinfachte Bedingungen für
Ausländer haben wollen, wenn hier ausländische Maschinenbauer ewig
arbeitslos sind?
http://www.sueddeutsche.de/karriere/auslaendische-ingenieure-in-deutschland-bewerbungen-drei-neue-anzuege-keine-einzige-stelle-1.1129290
Es geht wohl nur vordergründig um die Ausländer, man will nur die
Gehaltsgrenzen absenken und somit größeren Druck auf die deutschen
Ingenieure ausüben.
Bakersfield schrieb:> Jedes Land das, was es verdient. Der deutsche Staatsbürger will es so,> mindestens seit Ende 2000.
Richtig.
Wäre der Deutsche beim Kündigungsschutz flexibler gewesen, gäbe es keine
Geschäftsgrundlage für Zeitarbeitsfirmen & Dienstleister (DL).
Ein schwacher Kündigungsschutz ist zwar nicht schön, aber wenigstens
wäre man von den Firmen direkt eingestellt worden, noch dazu mit einem
entsprechenden Gehalt.
Für die Firmen ist der direkt aber befristet eingestellte AN immer noch
billiger als der ausgeliehene AN. Ein lockerer Kündigungsschutz hätte
dann auch für die von den Firmen so dringend geforderte Flexibilität
gesorgt.
Es gäbe also die ganze Personaldienstleisterbranche nicht.
Für die Firmen wäre der eingestellte AN billiger als der Ausgeliehene.
Der eingestelle AN würde aber trotzdem ein ordentliches Gehalt auf dem
Niveau der Stammbelegschaft verdienen. Es gäbe keine dritte Partei
(=Dienstleister), die an einer Gehaltsdifferenz mitverdienen würde, denn
diese Gehaltsdifferenz würde dann gar nicht existieren.
Mal schauen, wie die Geschichte weitergeht. Eigentlich braucht niemand
eine Drei-Parteien-Arbeitswelt (AG + DL + AN)!
45455 schrieb:> Bakersfield schrieb:>>> Jedes Land das, was es verdient. Der deutsche Staatsbürger will es so,>> mindestens seit Ende 2000.
Ja, so scheints!
> Richtig.> Wäre der Deutsche beim Kündigungsschutz flexibler gewesen, gäbe es keine> Geschäftsgrundlage für Zeitarbeitsfirmen & Dienstleister (DL).
Nein, der Kündigungsschutz ist nicht der Grund für den Boom der
Zeitarbeit!
> Ein schwacher Kündigungsschutz ist zwar nicht schön, aber wenigstens> wäre man von den Firmen direkt eingestellt worden, noch dazu mit einem> entsprechenden Gehalt.
Die Bindung von MA an das Unternehmen ist im Sinne der Unternehmung.
Dadurch werden die "switching costs" der pot. Stellenwechseler so hoch,
das sie am Markt dies nur durch erhebliche Gehaltsabstriche kompensieren
können! Also der Wechsel sich nicht mehr "rechnet"!
> Für die Firmen ist der direkt aber befristet eingestellte AN immer noch> billiger als der ausgeliehene AN.
Wie,was?
Gegenbeispiel: Berufserfahrener Leihfachkraft mit guten
Anlagenkenntnissen, beim Einsatz keine Einarbeitung nötig.
Dagegen sind für eine befristete Fachkraft die Einarbeitungskosten erst
zu erbringen. Dabei steht auch der Totalverlust der Aufwendungen der
Einarbeitung im Raum, wenn die befr. angestellte Kraft einfach regulär
kündigt!
> Ein lockerer Kündigungsschutz hätte> dann auch für die von den Firmen so dringend geforderte Flexibilität> gesorgt.
Jetzt fehlt noch, die Gewerkschaften sind schuld!
> Es gäbe also die ganze Personaldienstleisterbranche nicht.
Die gabs auch davor schon, nur nannte sich das dann anders.
Anlagenservice
Produktionsservice, Facilityservice, etc. !
> Für die Firmen wäre der eingestellte AN billiger als der Ausgeliehene.> Der eingestelle AN würde aber trotzdem ein ordentliches Gehalt auf dem
Wo sind die Belege für so eine Behauptung!
Seit wann leben wir im Fantasyland, wo die Grundsätze von Angebot und
Nachfrage nicht gelten?
> Niveau der Stammbelegschaft verdienen. Es gäbe keine dritte Partei> (=Dienstleister), die an einer Gehaltsdifferenz mitverdienen würde, denn> diese Gehaltsdifferenz würde dann gar nicht existieren.
Na, da mußt du aber wieder die Kombinate einführen!
Daran glaubt noch nicht mal die Linkspartei!
> Mal schauen, wie die Geschichte weitergeht. Eigentlich braucht niemand> eine Drei-Parteien-Arbeitswelt (AG + DL + AN)!
Höh, denke wir haben doch eine dreigeteilte Arbeitswelt:
Arbeitnehmer - Arbeitgeber - Beamte !
Auch schon vor der Zeitarbeit in der jetzigen Form in D-land!
( Die Arbeitnehmer finanzieren die Sozialeistungen für die Arbeitnehmer
und Beamten!)
Gute Nacht!
Marx W. schrieb:> ( Die Arbeitnehmer finanzieren die Sozialeistungen für die Arbeitnehmer>> und Beamten!)
Meinte: ( Die Arbeitnehmer finanzieren die Sozialeistungen für die
Arbeitgeber und Beamten!)
Ich leg mich jetzt nieder!
Warum Fachkräftemangel?
In China werden Jährlich 1.6 Mio. Ingenieure fertig.
Auch gibt es dort gute Lötfacharbeiter.
Da findet sich bestimmt jemand!
Viele Grüße
Der Artikel ist die gleiche Leier wie immer. Grund für den
prognostizierten Fachkräftemangel sollen also mal wieder die fehlenden
Kinder sein - absoluter Quatsch.
Schon Mitte der 90er ist bei den Ingenieursstudiengängen die Zahl der
Studienanfänger drastisch eingebrochen. Daraufhin gab die damalige
Bunderregierung eine Studie mit Begründungen heraus, wonach viele diese
Studiengänge wegen schlechten Aussichten und zu viel investierter
Studienarbeit nicht mehr antreten wollten.
Der Neue Markt, der dann etwas später zu einem Aufschwung bei den
Informatikern führte, hatte dies auch nicht nachhaltig ändern können,
besonders weil er (wen wundert's) Ende der 90er kollabierte.
Schlechte Bezahlung, hoher Druck in Forschung und Entwicklung und zu
viele Leiharbeitsunternehmen, die sich an der Leistung des Ingenieurs
die Taschen voll machen, sind die wahren Gründe für den Null-Bock an
diesen Berufen.
Wenn ich als Entwicklungsingenieur die Gehälter der Kaufleute alleine in
unserer AG im Vergleich betrachte und deren Weltmannsgehabe, wundert
mich das alles nicht. Wenn diese Leute sich gute Gehälter gönnen mit
Dienstwagen und einigen anderen Privilegien, dann hat doch keiner mehr
Lust, sich als Ingenieur die tollsten Sachen einfallen zu lassen und
diese zum fertigen Produkt zu entwickeln, wenn die, die am Geld sitzen,
vom Sparen reden, wenn's um die Gehälter der Produktentwickler geht,
sich selbst aber gute Provisionen einstreichen!
Wie man dem Artikeln entnehmen kann, hat's die Arbeitagentur noch immer
nicht geschnallt - traurig, wenn die immer noch von Demographieproblemen
reden, zeigt aber auch deren Weltfremdheit.
Mein Bruder ist Altenpfleger in einem großen Altenheim in NRW. Dort
wurden in den letzten Jahren haufenweise examinierte Altenpfleger durch
1,-€-Jobber ersetzt, die dann von einem der übriggebliebenen
examinierten Pfleger auch noch überwacht werden müssen. Ist das etwa ein
Demographieproblem? Die Kostenb für den Heimplatz kann sich kein
normaler Mensch mehr leisten, die Heimleitung fährt mit Audi A8 aus der
Tür heraus.
Nä, die ganze Politik ist korrupt und macht NICHTS! Staatlich geförderte
Ausbeutung auf breiter Front, mehr nicht.
Demographieproblem - ein Witz! Nur langsam wird er langweilig.
45455 schrieb:> Wäre der Deutsche beim Kündigungsschutz flexibler gewesen, gäbe es keine> Geschäftsgrundlage für Zeitarbeitsfirmen & Dienstleister (DL).>> Ein schwacher Kündigungsschutz ist zwar nicht schön, aber wenigstens> wäre man von den Firmen direkt eingestellt worden, noch dazu mit einem> entsprechenden Gehalt.
Wo ist der Beweis? So lange es dies so nie gegeben hat, bleibt's
Spekulation.
In den 90ern hat der Staat auch Zugeständnisse gemacht und die Firmen
durften die Alten früher gehen lassen, um in gleichem Maße Junge
einzustellen. Tatsache war dann aber, dass 10 Alte entlassen wurden und
1 Junger dafür eingestellt wurde.
Deswegen bleibt deine These für mich fraglich, immer, wenn man den
Arbeitgeber in der Vergangenheit die Hand reichte, haben sie's für sich
ausgenutzt.
Abgesehen davon, in oberen Etagen wird das Geld gezahlt, was man bei den
Ingenieuren spart.
6 Monate Probezeit gibt's noch immer, in der beiderseits sofort
gekündigt werden kann. Und Entlassungen bei schlechter Lage des
Unternehmens gab's auch schon damals unter, bevor die
Leiharbeiter-Branche kam.
Gegenbeispiele: Meine Kollegen in Kanada verdienen weniger Gehalt und
haben 14 Tage Urlaubsanspruch, kein Kündigungsschutz. Meine Kollegen in
Schweden verdienen mehr Gehalt und sind sogar noch besser durch
Gwerkschaften abgesichert als wir Deutschen.
In Deutschland wird immer so getan, als wären wir besonders teuer und
sozialverwöhnt, der direkte Vergleich ernüchtert dann doch oft.
Ist halt die Frage, ob sich das Volk lieber für dumm verkaufen lässt
oder doch mal wieder selbst das Denken anfangen möchte.
Was will man denn erwarten?
Klar, studierten nach 1995 immer weniger, wenn man keinen Job bekommt
und Mitte der 90er gab es für niemanden einen Job, egal, welche Noten er
hatte. Also, machen sie was anderes. Die jungen Leute waren damals nicht
mit soviel Internet versorgt und verliessen sich auf ihr Gefühl
Heute lassen sich alle von manipulierten Internetberichten
fehlinformieren und bauen ihre Traumburgen auf.
> Ich habe zuletzt 2005 bei Bosch als Werksstudent gearbeitet
Ich habe bis 1997 an der Uni und in Firmen gearbeitet
> und damals brutto ca. 11 € die Stunde bekommen.
An der Uni gab es 1993 DM 17,50 und 1998 19,50
in den Firmen habe ich 1994 (das weiss ich noch genau) fürs
C-Programmieren 24,- und 1997 fürs Access 29,- bekommen.
Da hatte Bosch ja einen billigen Arbeitssklaven :-)
Andre schrieb:> Heute lassen sich alle von manipulierten Internetberichten> fehlinformieren und bauen ihre Traumburgen auf.
Stimmt.
Unabhängig davon, der Artikel auf gleicher Seite des o.g. Links ruft bei
mir ein grinsendes Kopfschütteln hervor:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/auslaendische-ingenieure-in-deutschland-bewerbungen-drei-neue-anzuege-keine-einzige-stelle-1.1129290
Es zeigt mal wieder, wie Prognosen zutreffen: als unsere dummdämliche
Bundesregierung vor Monaten die Bemessungsgrenze auf 40.000,-€ als
Erlaubnis der Zuwanderung für ausländische Fachkräfte gesenkt hat, weil
die Arbeitgeber den eigenen heimischen nichts mehr zahlen wollen,
diskutierte ich noch mit meinem Vater und wir kamen zu dem Schluß, dass
sie am Ende nur die bekommen werden, die sie nicht gebrauchen können.
Der singende Typ aus Bagdad ist das beste Beispiel dafür. Ich meine,
heute muss man ja schon aufpassen was man sagt, wenn man von einer Firma
aus der Entwicklung in die andere wechselt, trotzdem man fachlich
up-to-date ist. Und was sagt der Bagdad-Ingenieur, wenn er gefragt wird?
Das er bis vor kurzem Schlagerfuzzi war und um wieder reinzukommen mal
eben eine Seminar mitgemacht hat, um wieder auf dem Stand der Technik zu
sein?
Seine naive Betreuerin glaubt das jedenfalls. Wieder ein Beweis für die
Blödheit der eigenen Behörden und Jobvermittler. Wenn die gleichen Leute
unsere Politiker beraten, na dann gute Nacht!
Ich meine, mich wundert schon lange nichts mehr, der Artikel war ein
guter Gute Nacht - Witz, aber das Zeitungen so was noch abdrucken zeigt,
wie wenig sie wirklich von unserem Beruf verstehen. Was für ein blödes
Volk.
;-) Gute Nacht.
Christian W. schrieb:> In China werden Jährlich 1.6 Mio. Ingenieure fertig.
Wobei die von der Qualität zwischen Facharbeiter und Doktor schwanken.
Das ist also eine schlechte Vergleichsgrundlage.
Stefan L. schrieb:> Wobei die von der Qualität zwischen Facharbeiter und Doktor schwanken.> Das ist also eine schlechte Vergleichsgrundlage.
Natürlich muss man das Fachwissen vor einer Anstellung prüfen.
Wird bei uns ja auch in einem Bewerbungsgespräch gemacht.
Mag sein das die jetzt noch nicht mit uns mithalten können, aber wenn es
mit unserer (Aus)Bildung so weitergeht, bin ich sehr zuversichtlich dass
sie uns in spätestens 10 Jahren überholt haben.
Viele Grüße
Die meisten Personalabteilungen haben keine Ahnung und filtern nur nach
Daumenmass, habe ich den Eindruck. Fachliche Bewertung? Bestenfalls
subjektive Eindrücke des Abteilungsleiters sind da relevant. Besser ist
es, man geht zu einem Mittelständler und lässt den Chef selber schätzen,
was man kann.
@ Christian W. (chrisw84)
>Natürlich muss man das Fachwissen vor einer Anstellung prüfen.
Jain.
>Wird bei uns ja auch in einem Bewerbungsgespräch gemacht.
Lustig ;-) Kein Mensch kann das, bestenfalls ansatzweise.
>Mag sein das die jetzt noch nicht mit uns mithalten können, aber wenn es>mit unserer (Aus)Bildung so weitergeht, bin ich sehr zuversichtlich dass>sie uns in spätestens 10 Jahren überholt haben.
Nö, wenn gleich die Entwicklung nicht so doll aussieht. Aber auch China
hat ein großes Problem. Nämlich China. Dort ist der Konkurrenzdruck noch
dreimal größer als hier. Und auch China kann sich der kapitalistischen
Logik keine Sekunde entziehen. Auch dort werden RIESIGE Massen an Leuten
"überproduziert" und überschwemmen den Arbeitsmarkt. Warum sonst gibt es
dort Millionen von Wanderarbeitern. Und auch in besseren Postitionen ist
es nur wenig anders.
Es bleibt spannend, hier wie dort.
MFG
Falk
Falk Brunner schrieb:>>Natürlich muss man das Fachwissen vor einer Anstellung prüfen.>> Jain.>>>Wird bei uns ja auch in einem Bewerbungsgespräch gemacht.>> Lustig ;-) Kein Mensch kann das, bestenfalls ansatzweise.
Haja, bei der Firma Schmiddle in Hintertupfingen natürlich nicht.
Dort wird auch noch ein Kaffee gereicht.
Aber bei internationalen Unternehmen kommen immer mehr diese
Assessment-Center in Mode.
Da spaziert man nicht mal so eben durch!
@ Christian W. (chrisw84)
>Aber bei internationalen Unternehmen kommen immer mehr diese>Assessment-Center in Mode.>Da spaziert man nicht mal so eben durch!
Was führt dich zu der irrigen Annahme, diese "Assessment-Center" wären
so aussagekräftig? Das man da "nicht mal so eben durchspaziert" mag
sein, sagt aber erstmal gar nichts darüber aus, ob dieses Verfahren die
Spreu vom Weizen WIRKLICH trennt oder ob das nur eine der vielen
weltfremden Spinnereien der Personaler bzw. Psychiologen ist.
Nicht alles glauben, was einem erzählt wird.
MFG
Falk
P S Beim "Assessment-Center" der Bundeswehr, genannt Eignungs- und
Verwendungsprüfung war ich mir bei den technischen Fragen recht sicher.
War ja schießlich auf einem technischen Gymnasium. Als dann die
Auswertung kam, waren erstmal alle technischen Ankreuzmöglichkeiten für
meine Verwendung gestrichen. Ufff, sollte ich mich DERMASSEN verhauen
haben? Neee, aber als Brillenträger wirst du automatisch als
"untauglich" für technische Verwendung eingestuft. Naja, dass es der
Bund mit Logik und Personalauswahl nicht so drauf hat, hab ich somit in
der ersten Sekunde erfahren. Und es sollte nicht besser werden . . . 8-0
Falk Brunner schrieb:> Ufff, sollte ich mich DERMASSEN verhauen> haben? Neee, aber als Brillenträger wirst du automatisch als> "untauglich" für technische Verwendung eingestuft.
Wer hat dir denn diese Märchen erzählt? Damit gäbe es ja in technischen
Verwendungen keine Brillenträger und das ist definitiv nicht der Fall.
Mir fallen gleich mehrere ein.
Ich gebe zu dass das "Assessment Center" der Bw nicht die beste Auswahl
trifft, aber an deiner Brille lag es definitiv nicht, so fern du kein
Panzerglas vor den Augen trägst.
@ Ing (Gast)
>Wer hat dir denn diese Märchen erzählt?
Der Onkel hinter dem Tresen damals.
> Damit gäbe es ja in technischen>Verwendungen keine Brillenträger und das ist definitiv nicht der Fall.>Mir fallen gleich mehrere ein.
Tja, weiß der Geier was da los war.
>trifft, aber an deiner Brille lag es definitiv nicht, so fern du kein>Panzerglas vor den Augen trägst.
Keine Bange, sind nur einseitig 3,5 Dioptrien. Also kein Fisheyeobjektiv
;-)
MFG
Falk
Wir haben wirklich einen extremen Mangel. Unsere Abteilung sucht jetzt
schon 3 Monate einen neuen Entwickler und es meldet sich niemand. Dies
ist schon die zweite Stelle, die eröffnet wurde, nachdem seit April eine
Stelle zur Besetzung ausgeschrieben ist. (Diese wurde geschaffen, weil
jemand zum 30.6. aufgehört hat, was bekannt war).
Da jetzt wieder jemand zum 1.10 aufhört, wurde eine weitere Anszeige
geschaltet.
Beide Stellen gehen in den Bereich Elektronik. Die eine mehr in
digitales, PLD, FPGA, VHDL, Mikroprozessoren, die andere mehr ins
Analoge, Power, HF.
Für beide lagen in 3/6 Monaten keine 10 Bewerbungen vor.
Bevor gefoppt wird: Die Herren passen wirklich nicht.
Ein Grund könnte das Gehalt sein. Ich habe selber jemanden aus einer
Altfirma vorgeschlagen, aber der hat mit der PA telefoniert und
abgesagt.
Wieviel muss man denn heute für einen Elektronikentwickler ausgeben?
Unbekannter schrieb:> Wir haben wirklich einen extremen Mangel. Unsere Abteilung sucht jetzt> schon 3 Monate einen neuen Entwickler und es meldet sich niemand.
Wo suchen die denn, an welchem Ort, und in welchen Medien?
> Bevor gefoppt wird: Die Herren passen wirklich nicht.
Wie wäre es denn mal mit etwas Einarbeitung? Für lau bzw. gratis,
bekommt man oft nur Affen. Nachhaltig arbeitende Betriebe tun das,
Einarbeitung! Eigene Erfahrung.
> Für beide lagen in 3/6 Monaten keine 10 Bewerbungen vor.
Das ist für euch noch viel zu viel.
> Ein Grund könnte das Gehalt sein.
Besonders wohl deswegen.
Christian W. schrieb:> Natürlich muss man das Fachwissen vor einer Anstellung prüfen.> Wird bei uns ja auch in einem Bewerbungsgespräch gemacht.Bakersfield schrieb:> Keiner weiß, warum die Firmen einen eklanten Mangel an> Maschinebauingenieuren beklagen und vereinfachte Bedingungen für> Ausländer haben wollen, wenn hier ausländische Maschinenbauer ewig> arbeitslos sind?
Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 2010 eine schöne Rede vor
Arbeitgebern gehalten.
Besonders gut gefiel mir dabei, das sie genau dieses Thema angesprochen
hat.
Sinngemäß:
Wenn der Fachkräftemangel so groß ist, warum muss ein hier in
Deutschland lebender Ingenieur, der an einer unbekannten ausländischen
Hochschule einen Abschluss gemacht hat, diesen unbedingt von einer
staatlichen Stelle anerkennen lassen?
Warum kann man den Ingenieur nicht einfach einladen und ihn testen, ob
er das kann, was gebraucht wird?
Unbekannter schrieb:> Wir haben wirklich einen extremen Mangel. Unsere Abteilung sucht jetzt> schon 3 Monate einen neuen Entwickler und es meldet sich niemand. Dies> ist schon die zweite Stelle, die eröffnet wurde, nachdem seit April eine> Stelle zur Besetzung ausgeschrieben ist. (Diese wurde geschaffen, weil> jemand zum 30.6. aufgehört hat, was bekannt war).
Was mich bei solchen Postings immer wundert ist, dass kein Link auf eine
entsprechende Stellenbeschreibung mitgeliefert wird. Soooo dringend kann
es dann wohl doch nicht sein. ;-)
Unbekannter schrieb:> Beide Stellen gehen in den Bereich Elektronik. Die eine mehr in> digitales, PLD, FPGA, VHDL, Mikroprozessoren,
Welche Hersteller, welche Familien?
>> Für beide lagen in 3/6 Monaten keine 10 Bewerbungen vor.>> Bevor gefoppt wird: Die Herren passen wirklich nicht.
Warum, stand das geforderte nicht in deren Papieren
oder reichten autodidaktisch erlangte Erkenntnisse
und Erfahrungen nicht aus?
> Ein Grund könnte das Gehalt sein. Ich habe selber jemanden aus einer> Altfirma vorgeschlagen, aber der hat mit der PA telefoniert und> abgesagt.
Klar, wenn die Personaler selbst bei akuten Mangel Gehaltsdrückerei
betreiben, ist das nicht verwunderlich. Wenn dem nicht so ist, würde
ich gern mal ein paar plausible Zahlen hören.
> Wieviel muss man denn heute für einen Elektronikentwickler ausgeben?
Elektronikentwickler ist eine betriebliche Funktion die von
Facharbeitern, Technikern oder meist Ingenieuren ausgeübt werden
können, je nach Komplexität und persönlichen Stärken.
Oft werden nur die Ingenieure dafür eingesetzt, wenn genug
rekrutierbar sind. Da kann das Gehalt je nach Region von 20k/Anno
bis 80k/Anno, abhängig von der Berufserfahrung, hoch sein.
Allerdings sind nach meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen
die Entscheider UNFÄHIG oder auch UNWILLIG zu verhandeln.
Fazit: Der Bewerber soll immer ideal sein, auch in seinen
Gehaltsvorstellungen. Wenn nicht, "wir melden uns...".
Mark Brandis schrieb:> Was mich bei solchen Postings immer wundert ist, dass kein Link auf eine> entsprechende Stellenbeschreibung mitgeliefert wird. Soooo dringend kann> es dann wohl doch nicht sein. ;-)
Das liegt wohl daran, das in hierarchisch strukturierten Firmen
der Poster eher Ärger bekommt wenn er sich in die Angelegenheiten
der Personalabteilung einmischt, selbst wenn es gut gemeint ist.
Jeder hat im Unternehmen seine Aufgabe die er zu erfüllen hat und
ein Entwickler wäre auch nicht begeistert wenn sich ein Personaler
in seinen Geltungsbereich einmischen würde. Ist halt eine Frage
der Verantwortung und die trägt jeder.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Wie wäre es denn mal mit etwas Einarbeitung? Für lau bzw. gratis,> bekommt man oft nur Affen. Nachhaltig arbeitende Betriebe tun das,> Einarbeitung! Eigene Erfahrung.Michael S. schrieb:> Warum, stand das geforderte nicht in deren Papieren> oder reichten autodidaktisch erlangte Erkenntnisse> und Erfahrungen nicht aus?
Wer sagt denn, dass es an den fachlichen Qualifikationen lag?
"Die Herren passen nicht" klingt nicht unbedingt nach rein fachlichen
Mängeln.
Mine Fields schrieb:> Wer sagt denn, dass es an den fachlichen Qualifikationen lag?>> "Die Herren passen nicht" klingt nicht unbedingt nach rein fachlichen> Mängeln.
Stefan, geh mal arbeiten, anstatt hier im Forum zu nörgeln. Damit die
Steuerabgaben für meinen Hartz-IV-Satz zustande kommen. Von irgendwas
muß ich ja leben.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Stefan, geh mal arbeiten, anstatt hier im Forum zu nörgeln. Damit die> Steuerabgaben für meinen Hartz-IV-Satz zustande kommen. Von irgendwas> muß ich ja leben.
Von meinen Steuern können fünf HartzIV Empfänger leben. Da bleibt also
genug für dich übrig.
> Lieber lässt man die Stellen unbesetzt, als dass man jemand einarbeitet.
tja, das ist heutzutage wohl der Normalzustand ... deshalb finden die
Firmen ja auch keinen mehr.
Dann gibt es auch noch einen guten Prozentsatz, die sich schon
anderweitig was gesucht haben und keinen Bedarf mehr an Spielchen dieser
Art haben.
Warum wurde hier der Verweis auf
http://www.nachdenkseiten.de/?p=10541#h08 nebst einigen Kommentaren
gelöscht? Passt das Inhaltsmäßig etwa nicht zu diesem
arbeitgeberfreundlichen Forum?
Wilhelm Ferkes schrieb:> Stefan, geh mal arbeiten, anstatt hier im Forum zu nörgeln. Damit die> Steuerabgaben für meinen Hartz-IV-Satz zustande kommen. Von irgendwas> muß ich ja leben.
Hallo Wilhelm,
darf man nun endlich annehmen das du ein richtiger Hartzer bist und
nicht ein fast ... mit zu viel Geld. Dafür müsstes du aber erst deine
frisch reparierte Wohlstandsmühle versilbern, oder?
Michael S. schrieb:> Hallo Wilhelm,> darf man nun endlich annehmen das du ein richtiger Hartzer bist und> nicht ein fast ... mit zu viel Geld.
Ach, das geht hier noch so ein wenig bei mir, allerdings total auf
Sparflamme. Macht aber nichts. Wirklich rein gar nichts. Darin bin ich
ja Spezialist. Ich gehe mit meinen restlichen Ressourcen ingenieursmäßig
und auch richtig kaufmännisch gut um. Kann z.B. für weit unter 100€ im
Monat lecker kochen. Extras und Luxus brauche ich nicht. Der TV flog
schon vor 2 Jahren ganz raus. Werde hier noch ein wenig mit Naturalien
versorgt, und gehe dafür schon mal Rasen mähen oder Hecken schneiden.
Als Schwarzarbeit empfinde ich das auch nicht, wer will mir das dann
verbieten, daß ich z.B. bei meinen Eltern den Garten in Schuß halte, und
dafür was an Naturalien bekomme? Sind Top-Rentner, und knausern auch
nicht an mir wie in Gehaltsverhandlungen. Besser, als an einer Tafel
oder Suppenküche zu stehen, und die Armut Pur auch noch zu sehen.
Ja, ich weiß, die vom Amt platzen sicher darüber, denen schwillt der
Hals, platzt der Kragen, daß sie mich nicht total an der Leine haben,
und mich nicht als Gratis-Arbeitskraft "Hartzer für Unternehmen"
verwenden können. Denn das dürfen sie nur mit angemeldeten Hartzern.
Aber ich mache nichts illegales. Sie wollen, und können nicht, diese
impotenten kastrierten Eunuchen dort! Da habe ich also selbst noch was
zum lachen.
Die hier an meinem Amt ticken schon sehr hart. Das einzige, was ich mal
als Unterstützung angeboten bekam, war ein Englischkurs Level 4, sonst
nichts, keine selbst ausgesuchten Kurse, alles abgeblockt. Mein Berater
hat noch einige Blödkurse auf dem Tisch liegen, die er mir schon immer
mal unterjubeln wollte, aber nicht kann. Eunuchen. Ääääätsch!!! Die
kommen aber am ersten Tag der Hartz-Anmeldung wohl sofort zum Zuge. Da
bin ich mir sicher.
Nächste Woche gehe ich mal Jahresurlaub beantragen, hatte das noch nie
beansprucht. Sicher muß ich mir da etwas auf die Zunge oder auf die
Lippe beißen, damit ich nicht mitten im Laden voll los brülle, wenn
ich mich vor Lachen nicht mehr halten kann. Ich könnte mal noch laut in
Richtung Wartehalle und Publikum nach Urlaubsgeld fragen, aber will
eigentlich nur mal ein paar Tage Ruhe vor dem Laden.
> Dafür müsstes du aber erst deine> frisch reparierte Wohlstandsmühle versilbern, oder?
Nee, zu alt. Ein Kleinwagen mit über 5 Jahren auf dem Buckel übersteigt
den Freibetrag an KFz-Besitz nicht mehr. Den behalte ich mal noch, so
lange es geht. So wie es aus sieht, hat der noch gute Überlebenschancen
für weitere 10 Jahre. Es könnte sich ja mal doch noch was ergeben, wer
weiß? Und in wirklicher Not kann ich ihn immer noch mal umsetzen.
Neuerdings habe ich aber ein Fahrrad, und die Wohlstandsmühle steht
öfters unbenutzt herum. Kostet dann wenigstens keine laufenden
Betriebsmittel. Außer Versicherung und Steuer einmal jährlich. In der
Versicherung bin ich ja schon lange auf 30%, die kostet ganze 140€ im
Jahr.
Eine Idee, mal noch ein paar Euronen zu verdienen, hätte ich ja mit dem
neuen Fahrrad, weil das im Augenblick eine meiner
Lieblingsbeschäftigungen ist. Und zwar wohne ich ja hier in einem
Durchschnittsaltergebiet von etwa 70. Ich frage mal ein paar ältere
Herrschaften, ob ich Einkäufe für sie erledigen kann. Wenn hier und da
mal 5 Euronen heraus springen, ist das vielleicht ein Anfang. Das kann
soweit noch unter der Hand laufen, möchte ja keine Rechnungen
ausstellen. Ich sehe ja hier, wie sich die Leute abmühen. Sie fahren mit
dem Bus in die Stadt, und kommen 5 Stunden später mit schweren
Einkaufstaschen zurück. Und ich: Werde körperlich ordentlich fit. Das
Auto lohnt sich bei sowas nicht, es müßte schon das Fahrrad sein.
Fahrradkuriere fahren ja eben auch Fahrrad, und nicht Auto.
Hier in den Ort kommen "Rollende Supermärkte" für die unbeweglicheren
alten Leute, da ist es viel teurer als die 5 Euro. Man bekommt da auch
nicht alles.
Wenn das Leben ab Januar wieder teurer wird, z.B. die Zwangs-GEZ-Gebühr,
dann muß ich mir endgültig überlegen, doch zum Amt zu gehen. Oder ich
sage einfach, ich kann es nicht leisten. Mal schauen, da nach den Dingen
muß ich noch suchen.
Aber ich werde mich mit Händen und Füßen wehren, fürs Amt mal den
Hartzer für Unternehmen zu geben, wie beispielsweise die Trampolinfirma
aus Stuttgart, die schon mal in einer TV-Doku war. Es gibt hier in
meiner Gegend nur kranke Geizkragenfirmen, die niemanden manierlich
beschäftigen wollen. Wie letztens die Zeitungsanzeige eines Friseurs in
der nahen Innenstadt von Trier, die eine Mitarbeiterin Friseurin
suchten: Die Überschrift lautete groß: Festanstellung mit 1300€
brutto!!! Grenzt das schon an Hartz-Aufstockung? Sicherlich. Denn von
800€ netto unter Vollbeschäftigung mit 42h+ Woche kann auch kaum jemand
anständig leben. Nur wenn man Ehefrau eines mitverdienenden Partners
ist. Die machen mit sowas noch Werbung, man fasst es nicht. Ich müßte
mal nachrechnen.
Ein alter Schulkamerad war bis vor kurzem Fahrer für eine Tiefkühlkette.
Bofrost, Eismann, was weiß ich, wie die alle heißen. Die spekulierten
darauf, daß er seinen Bekanntenkreis beschwätzt und beliefert. Wie bei
neuen Versicherungsvertretern. Ging nicht lange. Er ist augenblicklich
wohl sowas wie Frührentner, Invalide.
Die Fratzen von dem Zwangsvorstellungsgespräch letztens, wo ich erst
anonym postete, davon habe ich auch nichts mehr gehört. Aber wenn ich
jetzt echter Hartzer wäre, und Geldsperren bei jedem Pupser drohten, da
würde mir Angst und Bange. Die sind hier bei mir auf dem Amt hart drauf,
mit denen kannst du kein einziges Wort normal sprechen. Nur wenn du was
gefragt wirst.
Im Grunde brauche ich auch nur noch mal ein minimales Auskommen, daß es
für mich reicht. Und zwar dauerhaft. Die sollen sich hier auf dem
Planeten Fachkräfte malen, wenn jemand sie braucht. Ich brauche jetzt
Ü50 weniger Performance als mit 25, keine Technik mehr, keine
Entwicklung, keinen Chef. Adios, ihr alten Spezeln, war nett, euch im
Leben mal begegnet zu sein. Meine gute Bildung bleibt ja. ;-)
So, ich fahre jetzt noch etwas "mit dem Rad raus, Würmer schießen".
Sagen die Bonner, wenn man nicht weiß, wo ein Kollege gerade ist, den
man sucht. ;-)
Aber, Michael, wenn ich Hartz anmelden gehe, setze ich dich als ersten
davon in Kenntnis, ganz bestimmt. ;-)
Wilhelm Ferkes schrieb:> Kann z.B. für weit unter 100€ im> Monat lecker kochen.
Das gebe ich pro Woche raus - ohne dabei etwas besonders exotisches
einzukaufen. Sollte ich es mir nicht mehr leisten können Fleisch bei
Metzger und Brot nicht mehr beim Bäcker (einem richtigen Bäcker und
nicht diesen Aufbackstuben) kaufen zu können, dann würde ich meine Leben
als endgültig gescheitert abschreiben...
Klaus schrieb:> kaufen zu können, dann würde ich meine Leben> als endgültig gescheitert abschreiben...
und dann?
als Elektrotechniker getreu zum nächsten Umspannwerk rennen?
Oder ins Auto und ab in den Gegenverkehr?
Oder Widerstand gegen das Unrechtssystem leisten wie es manche schon
vereinzelt in Großstädten tun?
Dieser Fachkräftemangel ist Unsinn und reines vom Staat subventioniertes
Lohndumping.
Ich habe im Juli meine Lehre als Elektroniker für Geräte und Systeme mit
dem besten Prüfungsergebnis vom ganzen Betrieb dieses Jahr
abgeschlossen.
Da schließt man die Ausbildung ab, bewirbt sich bei ein paar Firmen
natürlich vorher, ist Lehrjahrsbester bei der Gesellenprüfung, die
Agentur für Arbeit macht sich nicht mal die Mühe, eine Stelle zu suchen,
die geben gleich einer bekannten Zeitarbeitsfirma bescheid, dass se da
einen hätten, die von der Agentur loben Zeitarbeit in den Himmel wie es
nur geht. Eine normale Stelle hab ich gar nicht angeboten bekommen
sondern nur Zeitarbeit.
Als ich da war, wurde ich an einer Tour angelogen und man hat mich dazu
gedrängt, eine Bewerberkarte zu unterschreiben, was ich jedoch nicht
getan hab, denn darauf war eine Datenschutzerklärung, die mir mit
"brauchen wir nur um der Firma "konkreter Name, sehr bekannte Firma aus
dem Elektrobereich" den Namen und den gelernten Beruf (Elektroniker für
Geräte und Systeme) mitteilen zu dürfen" beschrieben wurde. Ich wurde
mehrere Minuten bedrängt dass ich das sofort zu unterschreiben hab, ich
habe natürlich abgelehnt, denn ich unterschreib doch kein Dokument das
ich nicht mal durchlesen darf welches in der Rechtsabteilung in
mehrwöchiger Arbeit von Leuten die Jura usw. studiert haben
ausgearbeitet wurde als juristischer Laie. Auf mein wiederholtes
Verlangen das nach Hause zu nehmen dürfen wurde mir die Bewerberkarte
dann doch ausgehändigt. Diese habe ich dann an jemanden vom Fach gegeben
damit der die prüfen kann - diese Datenschutzerklärung ist nicht nur für
eine Weitergabe des Namens an eine Firma, sondern ein Freibrief, sprich
die Zeitarbeitsfirma darf ALLES mit meinen persönlichen Unterlagen ala
Lichtbild, Zeugnissen oder auch dem Lebenslauf machen - publizieren, ins
Internet erstellen und ich hätte dagegen keine rechtliche Handhabe
gehabt, hätte ich da unterschrieben.
Dabei wurde in dieser Bewerberkarte nicht meine abgeschlossene
Berufsausbildung aufgeführt (->Bezahlung als Hilfsarbeiter, sprich 7,60€
und nicht 9,80€ wie mir vorgerechnet wurde), zudem wurde mir bei Fragen
die nicht beantwortet werden müssen als der Sachbearbeiter der
Zeitarbeitsfirma diesen ausgefüllt hat nicht mitgeteilt (er hat mir das
Dokument nicht in die Hände gegeben) nicht mitgeteilt, dass diese
Angaben freiwillig seien.
Dann wurde mir der Lohn den ich verdienen könnte schöngerechnet, 9,80€
Brutto seien für eine Facharbeiter aus dem Bereich der Elektrotechnik
ein sehr hoher Stundenlohn (zum Vergleich: IG Metall Stundenlohn für
Jungfacharbeiter ohne Berufserfahrung: 17,19€), dann wurde mir
vorgegaukelt dass ich jeden Tag 24€ für die Fahrten bekommen könnte und
mir wurde dabei suggeriert, dass ich die zur freien Verfügung hab, was
in dem Arbeitsvertrag den ich auch nur auf mehrmaliges Verlangen
mitbekommen hab anderst geregelt ist, da bekommt man maximal 24€ und die
auch nur, wenn man nachweisen kann, dass man die 24€ mitm Zug usw.
verfährt, sprich die zahlen nur so viel wie man verbraucht, sprich
anderst als durch den Sachbearbeiter behauptet bekomm ich nicht diese
24€ sondern eben halt ne Monatsfahrkarte. Er hat damit aber den
Stundenlohn schön gerechnet.
Als er mir dann den Arbeitsvertrag "erklärt" hat, hat er da noch
andauernd mit Lügen immer noch einen drauf gesetzt, denn er hat mir
gegenüber andauernd um mich zu ködern erzählt, dass ich bei einer
speziellen Firma als Urlaubsvertretung tätig werden würde und die ganz
schnell jemanden brauchen und ich am besten gleich an dem Tag bei ihm
im Büro unterschreiben soll.
So gut wie keine Aussage hat gestimmt, nahezu alles waren Lügen.
Bei dieser großen Firma aus dem Bereich der Elektronik kenn ich jemanden
aus einer höheren Position, da hab ich mir doch gedacht, überprüfen wir
mal ob die wirklich eine Urlaubsvertretung brauchen, ruf den an, dann
ist es ihm neu dass sie überhaupts mit dieser Zeitarbeitsfirma
zusammenarbeiten würden und Urlaubsvertretung würden sie momentan keine
suchen, nicht mal sonstige Stellen, er hätte mir halt eine langfristige
anbieten können als Servicekraft, was jedoch nicht möglich ist da ich ab
September einer anderen Beschäftigung nachgehe.
Sprich auch da wurde ich knallhart von dem von der Zeitarbeitsfirma
angelogen. Der wollte nur meine Unterschrift damit er mich nach diesem
Ausbeutervertrag ausbeuten hätte können (da waren Klauseln drin, die
möchte ich gar nicht ausführen, die hat er alle schöngeredet und dass
das gar nicht so und so sei). Daraufhin hab ich ihm einen Brief
geschrieben in dem ich um eine Stellungnahme zu dem Sachverhalt gebeten
hab. Als Reaktion auf diesen Brief wollte er das telefonisch klären, ich
bestand jedoch auf eine schriftliche Stellungsnahme, denn am Telefon
kann man ja auch alles erzählen ohne sich daran halten zu müssen (einem
Mitschnitt hat er nicht zugestimmt), daraufhin wurde er ausfallend am
Telefon wieso ich das denn schriftlich wolle usw. und dass er mir jetzt
einfach eine Absage zuschicken würde, was mir einfällt eine
Stellungnahme zu den Lügen die mir erzählt wurden (hab es natürlich
nicht als Lügen bezeichnet sondern das entsprechend mit jemandem vom
Fach formuliert) zu fordern.
Für mich war das Vertrauensverhältnis durch das Verhalten und auch die
Lügen des Sachbearbeiters vollkommen zerstört. Die von der Agentur hat
das daraufhin wieder schöngeredet wie toll Zeitarbeit doch sei usw. und
dass sie da nichts machen können.
Wir halten fest - ich soll für einen Hungerslohn arbeiten den ich
vermutlich nicht mal bekommen würde und einklagen müsste, denn Vertrauen
zu einer solchen Firma hab ich keins in dieser Hinsicht und da spricht
man von einem Fachkräftemangel? Bei einem Mangel gilt genauso Angebot
und Nachfrage und somit wäre es doch ein Klacks für einen AG diese
17,19€ brutto zu bezahlen. Aber dies scheint ja nicht der Fall zu
sein...
Und das traurige: Der Staat subventioniert den Scheiss auch noch. Wir
brauchen keine Fachkräfte aus dem Ausland, wir brauchen einfach höhere
Löhne. 9,80€ kann mir niemand erzählen dass das für einen Facharbeiter
normal sei - ich kenn Firmen bei denen eine Reinigungsfachkraft die
eingearbeitet wird 15€ brutto bekommt - wozu mach ich da dann eine 3
jährige Ausbildung wenn ich dann auch noch weniger bekomm als jemand der
mal fix eingearbeitet wurde?
> Auf mein wiederholtes> Verlangen das nach Hause zu nehmen dürfen wurde mir die Bewerberkarte> dann doch ausgehändigt. Diese habe ich dann an jemanden vom Fach gegeben> damit der die prüfen kann - diese Datenschutzerklärung ist nicht nur für> eine Weitergabe des Namens an eine Firma, sondern ein Freibrief, sprich> die Zeitarbeitsfirma darf ALLES mit meinen persönlichen Unterlagen ala> Lichtbild, Zeugnissen oder auch dem Lebenslauf machen - publizieren, ins> Internet erstellen und ich hätte dagegen keine rechtliche Handhabe> gehabt, hätte ich da unterschrieben.
heftig! Danke für Deine Info. Vielleicht wäre ich sonst noch auf sowas
reingefallen, weil meine Nerven mitunter nicht die besten sind.
Ich hab mich auf Verlangen des Arbeitsamtes mal auf eine
Zeitarbeitsfirma bewerben müssen ... jetzt auf einmal eine Flut von
Anfragen anderer Zeitarbeitsfirmen.
Ich werde das Gefühl nicht los, daß meine Daten von den
Zeitarbeitsfirmen illegal weitergereicht werden ... kann es aber nicht
beweisen.
> 9,80€ kann mir niemand erzählen dass das für einen Facharbeiter> normal sei - ich kenn Firmen bei denen eine Reinigungsfachkraft die> eingearbeitet wird 15€ brutto bekommt - wozu mach ich da dann eine 3> jährige Ausbildung wenn ich dann auch noch weniger bekomm als jemand der> mal fix eingearbeitet wurde?
tja, in letzter Konsequenz dann eben auf den Reinigungsjob umschwenken,
so traurig wie sich das anhört.
Ich werde mein Wissen jedenfalls nicht zum Nulltarif verhökern.
smörre schrieb:> ich kenn Firmen bei denen eine Reinigungsfachkraft die>> eingearbeitet wird 15€ brutto bekommt
Wer zahlt freiwillig für eine Reinigungskraft 15€/h brutto
(+Arbeitgeberkosten)?
Wenn Du das auch bekommst, gehe putzen.
Kenne auch Firmen, da bekommt eine Reinigungskraft über 15€/h -
Industriereiniger, einen Job, der selbst dafür bestimmt nicht
überbezahlt ist.
> Die von der Agentur hat das daraufhin wieder schöngeredet wie toll> Zeitarbeit doch sei usw. und dass sie da nichts machen können.
ich frag mich ja manchmal, ob die Leute von der Agentur für Arbeit
selbst glauben, was sie da alles erzählen oder ob die das per Schulung
eingetrichtert bekommen.
>> Die von der Agentur hat das daraufhin wieder schöngeredet wie toll>> Zeitarbeit doch sei usw. und dass sie da nichts machen können.> ich frag mich ja manchmal, ob die Leute von der Agentur für Arbeit> selbst glauben, was sie da alles erzählen oder ob die das per Schulung> eingetrichtert bekommen.
Teils , teils
smörre schrieb:> was sie da alles erzählen oder ob die das per Schulung> eingetrichtert bekommen.
Wenn du mal den SA wechselst(z.B. wenn einer im Urlaub oder krank ist)
dann wirst du merken das die da alles nach Schema F abwickeln.
Sogar die EGV ist immer die gleiche. Das beweist, das die gar keinen
Plan haben, geschweige denn Kontakte zur Wirtschaft. Wenn doch mal
ein Vorschlag kommt, dient das nur einer Stichprobe, um zu sehen ob
sich da was bewegt, oder ob man da Geld sparen kann mit ner Sperre.
Horst Müller schrieb:> So gut wie keine Aussage hat gestimmt, nahezu alles waren Lügen.
Erstaunlich das deine Wissensbasis so breit ist das du das erkennen
konntest. Also ich hätte da Schwierigkeiten.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Da bin ich mir sicher.
Täusch dich da man nicht. Nicht die Bezugsdauer ist da entscheidend,
sondern die Dauer der Arbeitslosigkeit.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Aber, Michael, wenn ich Hartz anmelden gehe, setze ich dich als ersten> davon in Kenntnis, ganz bestimmt. ;-
Aber bitte noch bevor ich in Rente gehe. Wenn du dem Staat für seine
lausige Leistung auch noch Geld schenkst, dann ist das nur zu deinem
Nachteil.
Die Stütze ist eigentlich keine Sozialleistung, sondern Schadenersatz,
dafür das man auf dem Markt chancenlos ist.