Sehralt-Oszilloskop HP 130B

OP Persönliche Seite #2306229
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Hi,

ich habe heute ein HP130B bekommen und zum Testen erstmal einen XR2206 
aufs Steckbrett gepackt und ihn ein Rechteck erzeugen lassen.
Mein Frequenzzähler sagt 996Hz.

Das ist auf dem Foto zu sehen.
Seep Time/CM=0.2mS, Strahl ganz knapp 5cm lang, ~1mS, ~1kHz.

Sobald ich die Frequenz über 300kHz habe, dann flimmert das komplette 
Oszi nur noch. Leider kann ich erst Ende der Woche das Ergebnis mit 
einem DSO halbwegs vergleichen.

Im Netz hab ich eine Anleitung für das selbe Oszi nur im 
Rack-Mount-Gehäuse gefunden. Dort steht bei Bandwith "DC up to 300kc, AC 
2cps to 300kc"
Was sind das für Einheiten?

Da ich mich so gut wie gar nicht mit Oszilloskopen auskenne und schon 
gar nicht mit analogen, würde ich von euch gerne wissen, für was das 
Alte noch taugt, wie ich am besten schaun kann ob noch alles 
funktioniert und ob dieses Oszilloskop einen Sammlerwert hätte oder 
einfach nur Toll im Regal aussieht.

Vielen Dank schonmal im Vorraus!
Angehängte Dateien:
#2306252
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Nils S. schrieb:
> Dort steht bei Bandwith "DC up to 300kc, AC
> 2cps to 300kc"
> Was sind das für Einheiten?

cps  = Cycles per second
kc   = kilo cycles

So haben die Amis ihre Frequenzen damals angegeben. Sie wollten nicht 
die Einheit Hertz weil das ein Deutscher war wegen (WW1 und WW2). Auch 
der Leitwert wurde bei denen anders angegeben als in Siemens.
#2306273
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Auch wenn die Grenzfrequenz für heutige Vorstellungen sehr niedrig ist, 
bringt das Gerät bei Fehlersuche und Abgleich in NF-Verstärkern und 
Steuerungen sehr viel Information.

Freu Dich darüber, da bist Du besser dran als bloß mit dem 
Vielfachinstrument.
OP Persönliche Seite #2306291
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Das mit der Uhr ist mir auch zuerst eingefallen, aber zur Zeit keine 
Zeit für solche Spässe... Umgebaut wird nix, wenn dann "modifiziert". So 
wie ich das gesehen hab, muss ich X/Y vorne verwenden und einen 
Z-Abgriff an das Poti für die Helligkeit innendrin ranmachen.

>Freu Dich darüber, da bist Du besser dran als bloß mit dem
>Vielfachinstrument.
Naja, ein Owon SDS6062, 60Mhz DSO hab ich seit kurzem, weil das 
Multimeter kurz davor war an die Wand geflogen zu werden, aber das HP 
sieht doch noch besser aus :)

Heisst also 300kHz Grenzfrequenz, das würde dann ja mit meinen 
Beochbachtungen mit dem XR2202 übereinstimmen, dass alles nur noch 
flimmert.

Spiele gerade noch ein wenig mit PWM und dem Teil herum, das is Spitze 
:)

Den Eingebauten Kalibrier-Rechteck-Generator hab ich auch schon entdeckt 
:P

//edit:
> USB hast Du auch schon nachgerüstet? Kabel liegt zumindest schon mal
> drauf ;-)
Naaaa, das is der Kabelsalat, der vor dem Oszi dort im Regal lag :)
#2306298
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Nils S. schrieb:
> Das ist auf dem Foto zu sehen.
>
> Seep Time/CM=0.2mS, Strahl ganz knapp 5cm lang, ~1mS, ~1kHz.
Nicht mS, sondern ms. mS meint MilliSiemens = Leitwert = 1/Ohm
ms = Millisekunde...
In so fern alles stimmig

> Im Netz hab ich eine Anleitung für das selbe Oszi nur im
> Rack-Mount-Gehäuse gefunden. Dort steht bei Bandwith "DC up to 300kc, AC
> 2cps to 300kc"
> Was sind das für Einheiten?

Einheiten wurden ja schon geschrieben...
Das meint das dein Oszi in Schalterstellung DC eine Bandbreite von 
0-300Khz hat, in Schalterstellung AC aufgrund des dann 
zwischengeschalteten Kondensators im Signalpfad 0,5 Hz - 300Khz...

Bandbreite bedeutet das es an den Eckpunkten, also bei 300KHz nur noch 
einen Wert von ungefähr 71%(70,7%)  des tatsächliuchen Pegels anzeigt 
(3dB Punkt) Danach fällt die Kurve recht schnell.
Fast alle Skopes -insbesondere rein Analoige- können zwar auch 
Frequenzen oberhalb de rBandbreite anzeigen, allerdings sehen die 
Spannungen dann viel kleiner aus als sie sind.

Wobei man bedenken muss das Triggerschaltung auch betroffen ist und 
gerade bei ganz alten Skopes arbeitet die Frequenzen oberhalb der 
"Eckfrequenz" schnell nicht mehr zuverlässig.

In so fern alles stimmig zu deiner Aussage:
> Sobald ich die Frequenz über 300kHz habe, dann flimmert das komplette
> Oszi nur noch. Leider kann ich erst Ende der Woche das Ergebnis mit
> einem DSO halbwegs vergleichen.

Zu gebrauchen...
Ja, für erste Bastelleien sicherlich solange man sich im NF Bereich 
aufhält. Umschalten von PortPins und Pegel in µC Schaltungen wird man 
damit wohl auch noch erkennen können so lange es nicht zu schnell ist. 
Auch ob evtl. eine RS232 Übertragung stattfindet.
Alles darüber aber nicht mehr. Selbst ob der µC Oszillator schwingt 
dürfte in den meisten Fällen nicht mehr feststellbar sein. Zumindest 
solange dies kein Uhrenquarz ist.

Gruß
Carsten
Moderator #2306309
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Nils S. schrieb:
> Seep Time/CM=0.2mS, Strahl ganz knapp 5cm lang, ~1mS, ~1kHz.

Das ist aber nur die High-Phase. Zusammen mit der Low-Phase (die auf dem
Bild nicht vollständig dargestellt ist, ergeben sich eher 2ms, also
500Hz. Aber vielleicht steht der Vernier-Knopf für die Zeitbasis nicht
in der Grundstellung. Dreh ihn mal bis zum linken Anschlag. Bei neueren
Oszis rastet er dort sogar ein.
OP Persönliche Seite #2306321
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>Aber vielleicht steht der Vernier-Knopf für die Zeitbasis nicht
>in der Grundstellung. Dreh ihn mal bis zum linken Anschlag. Bei neueren
>Oszis rastet er dort sogar ein.
Aaah, ich hab mich grad die ganze Zeit gefragt warum meine PWM falsch 
angezeigt wird. Mit dem "Feinregler" liess sich das dann auch richtig 
einstellen.
Da hab ich mich vorhin wohl doch schneller gefreut, als gedacht :D

Ja, der Knopf rastet ein.

Was anderes, soweit ich weiss, kann man doch mit den getrennten, X/Y 
Eingängen auch schöne Figuren auf analogen Oszilloskopen anzeigen, nach 
was muss ich da suchen? Ich finde da irgendwie nichts...
#2306584
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Nils S. schrieb:
>>Aber vielleicht steht der Vernier-Knopf für die Zeitbasis nicht
>>in der Grundstellung. Dreh ihn mal bis zum linken Anschlag. Bei neueren
>>Oszis rastet er dort sogar ein.
> Aaah, ich hab mich grad die ganze Zeit gefragt warum meine PWM falsch
> angezeigt wird. Mit dem "Feinregler" liess sich das dann auch richtig
> einstellen.
> Da hab ich mich vorhin wohl doch schneller gefreut, als gedacht :D
>
> Ja, der Knopf rastet ein.
>
> Was anderes, soweit ich weiss, kann man doch mit den getrennten, X/Y
> Eingängen auch schöne Figuren auf analogen Oszilloskopen anzeigen, nach
> was muss ich da suchen? Ich finde da irgendwie nichts...

Wikipedia: Lissajousfiguren

Kannst aber auch einen Transistorkennlinienschreiber daraus machen.
Schau mal bei elektronik-labor.de vorbei. "Transistor ein neg. 
Widerstand?
OP Persönliche Seite #2306644
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Auf hparchive.com hab ich die Anleitung als PDF gefunden, zuerst 
gedacht, das wär nur für die Version für Rack-Mountin, aber sind beide 
drin.

>So ein Glück muss man erst haben um so eine Rarität sein Eigen zu
>nennen.
Hehe :)
Nochmal um auf eine meiner Fragen zu kommen, denkt ihr das Teil hat nen 
Sammlerwert? Hergeben würd ichs momentan nicht, aber vielleicht später 
mal... Mal sehen...

>Kannst aber auch einen Transistorkennlinienschreiber daraus machen.
>Schau mal bei elektronik-labor.de vorbei. "Transistor ein neg.
>Widerstand?
Danke, das hört sich auch sehr toll an :)
Gast #2306733
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Nils S. schrieb:

>>So ein Glück muss man erst haben um so eine Rarität sein Eigen zu
>>nennen.
> Hehe :)
> Nochmal um auf eine meiner Fragen zu kommen, denkt ihr das Teil hat nen
> Sammlerwert? Hergeben würd ichs momentan nicht, aber vielleicht später
> mal... Mal sehen...
>


Aha, bist noch jung und brauchst grad kein Geld ;)

Da werden Meinungen wohl auseinander gehen aber einen echten Wert hat 
sowas nur wenn es sich in wirklich gutem Zustand präsentiert; original, 
vollständig und unbeschädigt. Gebrauchswert ist jdf. gleich Null.

Habe ein 122A, vor ein paar Jahren ein gutes für 10 Mark im Sperrmüll 
(Ztg.) gekauft. Wenn die Teile nicht so klobig wären könnte man ja 
gelegentlich damit spielen, naja schöner Staubfänger mehr nicht. Meine 
Meinung.

Viel Spass damit.
Gast #2307461
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Nils S. schrieb:

> Nochmal um auf eine meiner Fragen zu kommen, denkt ihr das Teil hat nen
> Sammlerwert? Hergeben würd ichs momentan nicht, aber vielleicht später
> mal... Mal sehen...

Auch wenn's alt und klobig ist: Meßgeräte kann man erfahrungsgemäß nie 
genug haben. Preis wirst Du keinen mehr erziehlen können.

Ich würd's an Deiner Stelle behalten und wenn Du mal interessierte Enkel 
hast, dann hast Du etwas zum vererben, was es nicht alle Tage gibt :-))
Persönliche Seite #2307707
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Rudi D. schrieb:
> So ein Glück muss man erst haben um so eine Rarität sein Eigen zu
> nennen.

Cool, in der Art hab ich auch noch eins, aber älter glaub ich. Muss ich 
mal aus meinem Sachen-Fundus bei nem Kumpel ausgraben und herrichten 
(oder wie man hier in Bayern sagt: "hinrichten" :-) )

Naja, selbst mein bis vor kurzem verwendetes Grundig GO 20Z steht schon 
im Deutschen Radiomuseum **grins**

PS: Gibt es die Firma "Sehralt" eig. noch? :-)

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