Normalerweise bin ich für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Aber nicht bei Bahnwärtern, die die Schranken bedienen sollen - genau das tun einige dieser Faultiere nämlich nicht, oder eben nur extrem gemütlich. 2 Szenarien, eine im Ort, die andere 2 km weiter außerorts: >> Automatische Schranke - Kosten / Monat ca. 500,- Schranke runter, Zug durch, Schranke hoch. >> Menschlich bediente Schranke - Kosten / Monat ca. 6000,- Schranke runter, warten, noch länger warten, Strab zuckelt durch, weitere 2-3 Minuten warten, 2. Strab zuckelt durch, Schranke nur nicht zu zeitig hoch. 2. Strab ist natürlich nicht immer der Fall, aber ein Zug kostet 3 Minuten. Stauen sich regelmäßig auf beiden Seiten um die 20 - 50 Autos an, in einem relativ ruhigen Nest. Wenn man die 'durch Warterei produzierten Kosten' für LKW Fahrer und andere Berufstätige mal hochrechnet, könnte man... Ist das hier einmalig oder gibts diese Dynamikbolzen der Bahn noch öfters? Oder läuft die Nummer mit der Absicht, das Bruttosozialprodukt durch gewartete verdummbeutelte Arbeitszeit zu steigern? Grüssens, harry
den letzten schrankenkurbler habe ich vor über 20 jahren gesehen - ich kenne nur noch automatische schranken (wg. haftung bei unfällen durch menschliches versagen?) oder gar keine schranken...
Harry Up schrieb: >>> Menschlich bediente Schranke - Kosten / Monat ca. 6000,- Welche Währung denn? Doch nicht etwa Euro?
Daniel F. schrieb: > den letzten schrankenkurbler habe ich vor über 20 jahren gesehen - ich > kenne nur noch automatische schranken (wg. haftung bei unfällen durch > menschliches versagen?) oder gar keine schranken... Dito!
Harry Up schrieb: > Schranke runter, warten, noch länger warten, Strab zuckelt durch, > weitere 2-3 Minuten warten, 2. Strab zuckelt durch, Schranke nur nicht > zu zeitig hoch. Was weißt du, was da als Sicherungssystem dahinter steckt? Wenn es wie bei der Eisenbahn ist, dann wird der Block erst freigegeben, wenn er zuvor vollständig gesichert ist. Dazu gehört: . die Versicherung, dass der Block nicht mit einem Zug belegt ist, . die Inbetriebnahme aller Sicherungseinrichtungen (also Schranke runter, davon überzeugen, dass der Wegübergang gesichert ist) Erst danach ist der Fahrweg frei, kann also der Zug überhaupt in den Block einfahren. Hernach bleibt der Block komplett gesichert, bis der Fahrweg wieder aufgelöst ist, und vor dem Auflösen muss beispielsweise die Meldung durch sein, dass der Zugschluss vorbei ist ("klassisch" durch Beobachtung des Wärters, dass er das Zugschlusssignal erkannt hat, modern durch Achszähler). Erst, nachdem der Fahrweg aufgelöst ist, dürfen die Sicherungsmittel freigegeben werden. Noch schlimmer ist es, wenn die Schranke direkt neben einem Bahnhof ist, im Bereich des sogenannten Durchrutschwegs. Dann wird dieser Bereich nämlich ebenfalls vor der Freigabe des vorangehenden Blocks mit gesichert, damit nichts passiert, falls mit dem Anhalten des Zugs was nicht klappt. (Der würde zwar am Halt zeigenden Ausfahrts- signal zwangsgebremst, käme aber auf den paar Metern danach noch nicht zum Stehen.) Danach ist dann erstmal Fahrgastwechsel, dann fährt er los, und erst dann kann irgendwann die Freigabe wieder erfolgen. Nachteil: das kostet alles Zeit, wie du gemerkt hast. ;-) Vorteil: wenn die Abfolge korrekt eingehalten wird, ist es verdammt sicher.
Jörg Wunsch schrieb: > Noch schlimmer ist es, wenn die Schranke direkt neben einem Bahnhof > ist, im Bereich des sogenannten Durchrutschwegs. 15-20 min, wenn die Regionalbahn Verspätung hat, sind da durchaus üblich. Also jammer mal nicht wegen der 3 Minuten. ;-)
Bei uns ging das so: Nachts war die Schranke ständig zu (Fahrradweg). Wenn man durchwollte, klopfte man mit einem Stock oder Stein oder so laut dagegen. Dann machte der Bahnmensch die Schranke ein bisschen auf, und gleich wieder zu.
Wilhelm Ferkes schrieb: > Harry Up schrieb: > >>>> Menschlich bediente Schranke - Kosten / Monat ca. 6000,- > > Welche Währung denn? Doch nicht etwa Euro? Viel zu wenig für einen in drei Schichten besetzten Arbeitsplatz. Thomas
Hier in meiner Gegend gibt es eine selten befahrene Bahnstrecke, wo die Schranke ständig geschlossen ist. Eine Fahrraddurchfahrt besteht. Mit dem Motorrad käme man auch noch hindurch. An der Schranke befindet sich aber eine Sprechanlage, die man mit einem Knopf betätigen kann. OK, man muß dafür aus dem Auto aussteigen. Es ist auch keine Hauptverkehrsstraße. Thomas P. schrieb: > Wilhelm Ferkes schrieb: >> Harry Up schrieb: >>>>> Menschlich bediente Schranke - Kosten / Monat ca. 6000,- >> Welche Währung denn? Doch nicht etwa Euro? > Viel zu wenig für einen in drei Schichten besetzten Arbeitsplatz. Das stimmt allerdings. So ein Posten ist fast so verantwortungsvoll wie Lokführer. Ein Großonkel war vor Jahrzehnten mal Schrankenwärter und Rangierer. Und der mußte ja vom Geld auch leben können. Hartz-Aufstockung gab es damals noch nicht. Kapitalismus-Banditen auch noch nicht. Ein Kinokarten-Entwerter mußte auch von seinem Geld leben. War aber nicht ganz so verantwortungsvoll wie Schrankenwärter. ;-)
Einfach Brücke bauen, dann beeinflussen sich beide Verkehrswege nicht mehr gegenseitig.
Bei uns im Nachbarkaff sichert auch ein Posten einen BÜ per Girlande. Kostet laut Bahn 7000 Euro brutto / Monat. Die Schranken gehen schon seit mehr als einem Jahr nicht; und jetzt soll der Wärter bis 2013 bleiben. Tja, Bahn und Effizienz ;) Etwas weiter wird derzeit auch ein BÜ von Posten auf Bahnanlage umgerüstet, und dort sichern 4(!) Bahnarbeiter den Übergang. Und wenn kein Zug kommt erstmal Pause machen und Bütterchen schieben. http://www.azonline.de/aktuelles/muensterland/1365586_Beelen_Bahnwaerter_sichert_per_Hand_gefaehrlichen_Bahnuebergang.html http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/beelen/Situation-am-Bahnuebergang-ein-Unding-c5a9580b-6c0d-4c7f-aa35-9e5c2f3bebbd-ds
>Und wenn kein Zug kommt erstmal Pause machen und Bütterchen schieben.
Das geht nach dem Arbeitsrecht sicher nicht. Pausen sind unabhängig von
der Arbeitsbelastung zu gewähren. Das auf dem Zug "warten" ist Teil der
Arbeitsaufgabe. In den festgelegten Pausenzeiten darf der Mitarbeiter
nicht auf "Bereitschaft" sein, da dies die Arbeitsaufgabe wäre, von der
er in der Pause entbunden ist.
> Das geht nach dem Arbeitsrecht sicher nicht. Pausen sind unabhängig von > der Arbeitsbelastung zu gewähren. Das auf dem Zug "warten" ist Teil der > Arbeitsaufgabe. In den festgelegten Pausenzeiten darf der Mitarbeiter > nicht auf "Bereitschaft" sein, da dies die Arbeitsaufgabe wäre, von der > er in der Pause entbunden ist. Wo wird das so eingehalten? Im Staatsdienst vielleicht. In der freien Wirtschaft jedenfalls normalerweise nicht. Bei uns in der Firma auch nicht. Da läuft vieles auf Kulanz. Da hat Arbeitgeber und Arbeitnehmer was davon. Nur die Bezahlung, die ist besch...eiden, knapp über Hartz-IV.
Jan A. schrieb: > Bei uns im Nachbarkaff sichert auch ein Posten einen BÜ per Girlande. Ich befahre täglich einen Bahnübergang, der ebenfalls durch 2 Leute per rot/weißer Girlanden abgesperrt wird, OBWOHL die installierten automatischen Halbschranken funktionieren (und auch jedesmal runtergehen wenn die Leute absperren). Das geht schon seit Monaten so. Keine Ahnung was das soll. Irgendwann steige ich mal bei geschlossenen Schranken aus und frage... Reinhard
Es gibt da schon gute Jobs, wenn der hektische Dienstag nicht wäre. http://www.youtube.com/watch?v=ECrJS8VENhU Gruß Peter
mag schon sein, dass das ein verantwortungsvoller Job ist, ganz nebenbei, es gibt jede Menge Jobs, deren Gefährdungspotential für Dritte um einiges höher ist, wenn sie nicht korrekt ausgeführt würden. Die Notwendigkeit der Sicherung eines Bereiches ist ja schon nachvollziehbar, aber was ist denn verkehrt an der Auffassung, dass ein automatisches System so beschaffen sein muss, dass der Zug im worst-case immer noch zum Stehen kommen kann. Das merkt man auch an den automatischen Anlagen, kommt 'ne Strab, Schranke zu - Strab durch - Schranke auf, max. 60 Sekunden. Bei einem ICE dauerts etwas länger - vorher. Ich denke, mit ein wenig gutem Willen und einigen Ideen von ein paar Leutchens hier wäre so ein System zu bewältigen, und das nicht weniger sicher aber mit deutlich mehr Effiezienz und wesentlich geringeren Kosten. Der Bahnschrankenwärter ist heutzutage etwa so wichtig wie ein Laternenanzünder oder ein Dorn im Spitz. Aber gut, Milliardengewinne wollen ja auch gerechtfertigt und wohlwollend verteilt sein, damit am Ende die Bilanz wieder stimmt. Grüssens, harry
Hallo, Harry Up schrieb: > Ich denke, mit ein wenig gutem Willen und einigen Ideen von ein paar > Leutchens hier wäre so ein System zu bewältigen, und das nicht weniger > sicher aber mit deutlich mehr Effiezienz und wesentlich geringeren > Kosten. Ja das dürfte eigentlich möglich sein aber bedenke das wir im überregulierten Europa leben und so eine Sache gerade im Bahnbereich sich wohl über viele Jahre hinziehen würde und auch einiges an Kapital verschlingen dürfte. Jede irgendwie zuständige Stelle will ihre Prüfung, Unbedenklichkeitsbescheinigung, Überprüfung von dritter Seite, Sicherheit auch gegeben wenn Weihnachten, Ostern und Ramadan zusammenfallen usw. usw. durchziehen. Ist dann alles genehmigt steht eine Euraopaweite Ausschreibung an, nachdem endlich der "beste" Anbieter gefunden ist muß ein Ersatzbahnübergang aufgebaut werden, der eine Genhmigung braucht, eventuell muß dafür eine Behelfstraße eingerichtet werden und in der Zwischenzeit ist irgendein Subunternehmer Pleite gegangen... Also theoretisch innerhalb einiger Wochen machbar, aber nicht in Europa, USA und anderen "ach so modernen" Staaten. Das nur mal als meinen unmaßgeblichen Kommentar (nicht nur) bezüglich der Sicherung des Bahn/Straßenverkehrs. Mit freundlichen Grüßen Dirk
Reinhard R. schrieb: > Irgendwann steige ich mal bei geschlossenen Schranken aus > und frage... Mach das besser nicht. Die haben den Befehl erhalten, zu arbeiten, und wissen auch nicht mehr als du selbst.
Wilhelm Ferkes schrieb: > Reinhard R. schrieb: > >> Irgendwann steige ich mal bei geschlossenen Schranken aus >> und frage... > > Mach das besser nicht. Die haben den Befehl erhalten, zu arbeiten, und > wissen auch nicht mehr als du selbst. OK, brauche ich auch nicht mehr, habe gerade einen Artikel in unserer Lokalzeitung online gefunden. Ist schon über 3 Monate alt, den muß ich damals in der Zeitung übersehen haben: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1300342801948 Was daran schneller gehen soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn die Damen und Herren mit ihren Girlanden verschwunden sind, wartet der vorbildliche Autofahrer trotzdem, bis die Halbschranken offen sind und das Blinklicht aus geht. Ich habe jedenfalls noch keinen bei blinkendem Rotlicht über die Schranken fahren sehen. Das ist ohne diese Posten eher mal passiert, da wurde noch gefahren, als sich die Schranken schon begannen zu neigen. Vielleicht soll Das auch verhindert werden. Reinhard
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