Wahrscheinlichkeit: 12 Studenten und 12 Facharbeiten

Gast #2316866
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Ein Professor hat die 12 Facharbeiten von 12 Studenten heillos 
durcheinandergebracht. Wenn er nun die 12 Arbeiten an die Studenten 
wahllos austeilt, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass 
mindestens 9 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden?

Mein Idee ist, folgende Formel (siehe Lotto) zu nehmen:

12! / 9! / 3! = 220

Es gibt 202 Möglichkeiten mindestens 9 Arbeiten korrekt zurückzugeben, 
also ist die Wahrscheinlichkeit 1/220.

Habe aber ein mulmiges Gefühl mit dieser "Lösung".
#2319516
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Das mantelproblem beschreibt aber die fixpunktfreie Permutation - 
gefragt war aber, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass mindestens 9 
von 12 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden. Bei der fixpunktfreien 
Permutation errechnet man die Wahrscheinlinhkeit, dass keine Arbeit 
korrekt zurück gegeben wird.

LG,
John
Persönliche Seite #2319572
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John H. schrieb:
> Das mantelproblem beschreibt aber die fixpunktfreie Permutation -
> gefragt war aber, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass mindestens 9
> von 12 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden. Bei der fixpunktfreien
> Permutation errechnet man die Wahrscheinlinhkeit, dass keine Arbeit
> korrekt zurück gegeben wird.

Wie ich bereits schrieb, ist das keine copy-und-paste-Lösung, sondern 
zeigt den Weg zur Lösung anhand einer vergleichbar gelagerten, ähnlichen 
Aufgabenstellung auf.

Das Mantelproblem: Genau einer bekommt den Mantel oder genau 2 oder 
genau 3 oder...  Und davon das Gegenereignis.

Problem des OP: Genau 9 Arbeiten sind korrekt oder genau 10 Arbeiten 
sind korrekt oder...

Die Analogien der beiden Aufgaben und ihrer Lösungen sind groß und so 
evident, daß ich nicht extra aufhebens darum machte und 
fälschlicherweise davon ausging, daß eine solche Transferleistung von 
einem Studenten(?) selbst erbracht werden könnte.

Fixpunktfreiheit oder nicht verwirrt nur und hilft auch nicht weiter.

Daß die Aufgabe nicht allgemein gestellt ist als "mindestens n von m 
Studenten" wird die Lösung nochmals einfacher.

Beim Mantelproblem ist eine Schwierigkeit, eine explizite Darstellung 
der Wahrscheinlichkeit zu bekommen.  Das kann man machen, indem man 
diese rät und dann zB per vollständiger Induktion nachweist. Dabei fällt 
die Formel allerdings vom Himmmel, weshalb ich eine formale Potenzreihe 
verwendete.
Moderator #2319797
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Johann L. schrieb:
> Daß die Aufgabe nicht allgemein gestellt ist als "mindestens n von m
> Studenten" wird die Lösung nochmals einfacher.

Da die maximale Anzahl der falsch ausgeteilten Arbeiten (3) bekannt und
klein ist, wird die Aufgabe sogar sehr viel einfacher:

  Wieviele Möglichkeiten gibt es, alle 12 Arbeiten richtig auszuteilen?
  -> trivial

  Wieviele Möglichkeiten gibt es, genau 1 Arbeit falsch auszuteilen?
  -> trivial

  Wieviele Möglichkeiten gibt es, genau 2 Arbeiten falsch auszuteilen?
  -> sehr leicht

  Wieviele Möglichkeiten gibt es, genau 3 Arbeiten falsch auszuteilen?
  -> ziemlich leicht

<Angebermodus>
Aufgaben dieses Stils haben wir bereits in der Schule gelöst :)
</Angebermodus>

Das Mantelproblem (das ich bisher gar nicht kannte) mit einer beliebigen
Anzahl von Personen ist da schon schwieriger, sollte aber von einem
MINT-Studenten ohne fremde Hilfe gelöst werden können.


Und hier ist noch der faule Lösungsweg für das obige Problem:

Da die Anzahl der Studenten nicht allzu groß ist, lässt man einfach den
PC alle Möglichkeiten durchzählen:
1
import Data.List
2
import Ratio
3

4
prob n m = numOfGood % product [1..n]
5
  where numOfGood = length $ filter isGood $ permutations [1..n]
6
        isGood xs = (length $ filter id $ zipWith (==) xs [1..n]) >= m
7

8
main = do
9
  print $ prob 12 9
#2320850
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Hier meine Überlegungen zum Thema:

Es gibt 12! = 479 001 600 Möglichkeiten die Arbeiten zurückzugeben.

Es gibt 12! / 9! / 3! = 220 Möglichkeiten die Arbeiten an 9 Studenten 
korrekt zugeteilt zurückzugeben. Diese werden mal 2 genommen, da die 3 
falsch zugeteilten Arbeiten in zwei Variationen auftauchen

Es gibt 12! / 10! / 2! = 66 Möglichkeiten die Arbeiten an 10 Studenten 
korrekt zugeteilt zurückzugeben.

Es gibt 12! / 12! / 1! = 1 Möglichkeit die Arbeiten an 12 Studenten 
korrekt zugeteilt zurückzugeben.

Ergebnis p = 507 / 479 001 600 ~ 1.06 10^-6

Nach obiger Formel von Johann erhalte ich ~ 1.24 10-^10.
Persönliche Seite #2320902
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Markus Selter schrieb:
> Hier meine Überlegungen zum Thema:
>
> [...]
>
> Ergebnis p = 507 / 479 001 600 ~ 1.06 10^-6
>
> Nach obiger Formel von Johann erhalte ich ~ 1.24 10-^10.

Einsetzen in meine Formel aus 
Beitrag "Re: Wahrscheinlichkeit: 12 Studenten und 12 Facharbeiten" ergibt:
Persönliche Seite #2320935
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Immerhin ergibt sich aus meiner Formel eine Möglichkeit, diese auf 
Plausibilität zu testen:
Wenn es gelingt, zu zeigen, daß für irgendein natürliches n diese Summe 
nicht gleich 1 ist, dann hab ich Mist gebaut :-;
Persönliche Seite #2321147
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Markus Selter schrieb:
> @Johann
>
> Zumindest das Ergebnis deiner Formel und meiner Einlassung (507 / 12! =
> 1.05845158 × 10E-6) stimmen überein. Meine Umsetzung deiner Formel
> (Programm) hingegen muss ich wohl noch einmal durchsehen.

Vielleicht liegt's an der Klammerung, daß du einen viel zu kleinen Wert 
bekommst. Die Formel ist so zu lesen:
Ansonsten wären Klammern um die einzelnen Summenterme. Allerdings ist 
eine  andere Klammerung hier garnicht möglich, da in der rechten Summe 
ja der Index der linken auftaucht...
#2321224
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Den Fehler habe ich gefunden (in F:statt mit T mit L multipliziert, 
dadurch wurden die "Fakultätem" zu groß).

Hier das funktionierende Programm:

{$N+}
VAR

 k : INTEGER ;
 j : INTEGER ;

 p : double ;
 s : double ;

CONST

 n = 12 ;
 m = 9 ;

FUNCTION F( L:INTEGER ):double ;

VAR

 R : double ;
 T : INTEGER ;

BEGIN
  R := 1 ;

  IF L > 1 THEN
    FOR T := 2 TO L DO
      R := R * T ;

  F := R ;
END ;

BEGIN
  p := 0 ;

  FOR k := m TO n DO
    BEGIN
      s := 0 ;

      FOR j := 0 TO n - k DO
        IF ( j AND 1 ) = 1 THEN
          s := s - ( 1 / F(j) )
        ELSE
          s := s + ( 1 / F(j) ) ;

      p := p + (1 / F(K)) * s ;
    END ;

END.

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