Ein Professor hat die 12 Facharbeiten von 12 Studenten heillos durcheinandergebracht. Wenn er nun die 12 Arbeiten an die Studenten wahllos austeilt, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens 9 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden? Mein Idee ist, folgende Formel (siehe Lotto) zu nehmen: 12! / 9! / 3! = 220 Es gibt 202 Möglichkeiten mindestens 9 Arbeiten korrekt zurückzugeben, also ist die Wahrscheinlichkeit 1/220. Habe aber ein mulmiges Gefühl mit dieser "Lösung".
...und was genau hat das mit Elektronik zu tun? btw: der Lösungsweg würde mich interessieren...
Eine zur Lösung führende Möglichkeit ist die Hypergeometrische Verteilung für 9, 10, 11 und 12 auszurechnen und zu addieren. Schön ist das aber nicht.
Truestein schrieb: > also ist die Wahrscheinlichkeit 1/220. > > Habe aber ein mulmiges Gefühl mit dieser "Lösung". Das Gefühl hast Du zurecht. Du musst schon die Anzahl der korrekten Möglichkeiten auf die Anzahl aller Möglichkeiten normieren.
was du hast ist - P(genau 9 beliebige Arbeiten sind richtig) achte auf das Wort "mindestens" Wie gross ist P(diese 9 Arbeiten sind richtig verteilt) ;-)
Das Problem wurde schon X mal durchgekaut als "Mantelproblem" oder "Jackenproblem". Einfach Google anwerfen.
Truestein schrieb: > Ein Professor hat die 12 Facharbeiten von 12 Studenten heillos > durcheinandergebracht. Uninteressant. Wenn die nichtmal ihre Matrikelnummer auf die Arbeit schreiben können, haben sie alle nur ein "Ungenügend" verdient.
> wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass > mindestens 9 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden? irgendwas zwischen 0 und 1. Bei binärem Wertebereich des Ergebnisses läßt sich die Antwort nochmal stark vereinfachen, es wird dann einfach auf den passenden Wert gerundet.
Hier meine Lösung einer änlich gestellten Aufgabe. Für die Facharbeiten geht das analog. Hab leider die LaTeX-Quelle verschlunzt...
Ich denke die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch. Unter 12 Studenten sind bestimmt 9 die den Altmeister von der Fachschaft genutzt haben und somit eh das Gleiche auf dem Papier stehen haben... SCNR
Das mantelproblem beschreibt aber die fixpunktfreie Permutation - gefragt war aber, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass mindestens 9 von 12 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden. Bei der fixpunktfreien Permutation errechnet man die Wahrscheinlinhkeit, dass keine Arbeit korrekt zurück gegeben wird. LG, John
John H. schrieb: > Das mantelproblem beschreibt aber die fixpunktfreie Permutation - > gefragt war aber, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass mindestens 9 > von 12 Arbeiten korrekt zurückgegeben werden. Bei der fixpunktfreien > Permutation errechnet man die Wahrscheinlinhkeit, dass keine Arbeit > korrekt zurück gegeben wird. Wie ich bereits schrieb, ist das keine copy-und-paste-Lösung, sondern zeigt den Weg zur Lösung anhand einer vergleichbar gelagerten, ähnlichen Aufgabenstellung auf. Das Mantelproblem: Genau einer bekommt den Mantel oder genau 2 oder genau 3 oder... Und davon das Gegenereignis. Problem des OP: Genau 9 Arbeiten sind korrekt oder genau 10 Arbeiten sind korrekt oder... Die Analogien der beiden Aufgaben und ihrer Lösungen sind groß und so evident, daß ich nicht extra aufhebens darum machte und fälschlicherweise davon ausging, daß eine solche Transferleistung von einem Studenten(?) selbst erbracht werden könnte. Fixpunktfreiheit oder nicht verwirrt nur und hilft auch nicht weiter. Daß die Aufgabe nicht allgemein gestellt ist als "mindestens n von m Studenten" wird die Lösung nochmals einfacher. Beim Mantelproblem ist eine Schwierigkeit, eine explizite Darstellung der Wahrscheinlichkeit zu bekommen. Das kann man machen, indem man diese rät und dann zB per vollständiger Induktion nachweist. Dabei fällt die Formel allerdings vom Himmmel, weshalb ich eine formale Potenzreihe verwendete.
Johann L. schrieb: > Daß die Aufgabe nicht allgemein gestellt ist als "mindestens n von m > Studenten" wird die Lösung nochmals einfacher. Da die maximale Anzahl der falsch ausgeteilten Arbeiten (3) bekannt und klein ist, wird die Aufgabe sogar sehr viel einfacher: Wieviele Möglichkeiten gibt es, alle 12 Arbeiten richtig auszuteilen? -> trivial Wieviele Möglichkeiten gibt es, genau 1 Arbeit falsch auszuteilen? -> trivial Wieviele Möglichkeiten gibt es, genau 2 Arbeiten falsch auszuteilen? -> sehr leicht Wieviele Möglichkeiten gibt es, genau 3 Arbeiten falsch auszuteilen? -> ziemlich leicht <Angebermodus> Aufgaben dieses Stils haben wir bereits in der Schule gelöst :) </Angebermodus> Das Mantelproblem (das ich bisher gar nicht kannte) mit einer beliebigen Anzahl von Personen ist da schon schwieriger, sollte aber von einem MINT-Studenten ohne fremde Hilfe gelöst werden können. Und hier ist noch der faule Lösungsweg für das obige Problem: Da die Anzahl der Studenten nicht allzu groß ist, lässt man einfach den PC alle Möglichkeiten durchzählen:
1 | import Data.List |
2 | import Ratio |
3 | |
4 | prob n m = numOfGood % product [1..n] |
5 | where numOfGood = length $ filter isGood $ permutations [1..n] |
6 | isGood xs = (length $ filter id $ zipWith (==) xs [1..n]) >= m |
7 | |
8 | main = do |
9 | print $ prob 12 9 |
Yalu X. schrieb: > Aufgaben dieses Stils haben wir bereits in der Schule gelöst :) Gibt's heutzutage keine Stochastik/Wahrscheinlichkeitsrechnung/Kombinatorik mehr im Matheunterricht?
Geht doch nichts über ein bisschen Haskellspielerei
In Yalus Diktion von oben ist dann
auszurechnen für n=12 und m=9.
@Johann Wie lautet das Ergebnis deiner Formel? Komme damit einfach nicht klar!
Hier meine Überlegungen zum Thema: Es gibt 12! = 479 001 600 Möglichkeiten die Arbeiten zurückzugeben. Es gibt 12! / 9! / 3! = 220 Möglichkeiten die Arbeiten an 9 Studenten korrekt zugeteilt zurückzugeben. Diese werden mal 2 genommen, da die 3 falsch zugeteilten Arbeiten in zwei Variationen auftauchen Es gibt 12! / 10! / 2! = 66 Möglichkeiten die Arbeiten an 10 Studenten korrekt zugeteilt zurückzugeben. Es gibt 12! / 12! / 1! = 1 Möglichkeit die Arbeiten an 12 Studenten korrekt zugeteilt zurückzugeben. Ergebnis p = 507 / 479 001 600 ~ 1.06 10^-6 Nach obiger Formel von Johann erhalte ich ~ 1.24 10-^10.
Markus Selter schrieb: > Hier meine Überlegungen zum Thema: > > [...] > > Ergebnis p = 507 / 479 001 600 ~ 1.06 10^-6 > > Nach obiger Formel von Johann erhalte ich ~ 1.24 10-^10. Einsetzen in meine Formel aus Beitrag "Re: Wahrscheinlichkeit: 12 Studenten und 12 Facharbeiten" ergibt:
Immerhin ergibt sich aus meiner Formel eine Möglichkeit, diese auf Plausibilität zu testen:
Wenn es gelingt, zu zeigen, daß für irgendein natürliches n diese Summe nicht gleich 1 ist, dann hab ich Mist gebaut :-;
@Johann Zumindest das Ergebnis deiner Formel und meiner Einlassung (507 / 12! = 1.05845158 × 10E-6) stimmen überein. Meine Umsetzung deiner Formel (Programm) hingegen muss ich wohl noch einmal durchsehen.
Markus Selter schrieb: > @Johann > > Zumindest das Ergebnis deiner Formel und meiner Einlassung (507 / 12! = > 1.05845158 × 10E-6) stimmen überein. Meine Umsetzung deiner Formel > (Programm) hingegen muss ich wohl noch einmal durchsehen. Vielleicht liegt's an der Klammerung, daß du einen viel zu kleinen Wert bekommst. Die Formel ist so zu lesen:
Ansonsten wären Klammern um die einzelnen Summenterme. Allerdings ist eine andere Klammerung hier garnicht möglich, da in der rechten Summe ja der Index der linken auftaucht...
Den Fehler habe ich gefunden (in F:statt mit T mit L multipliziert,
dadurch wurden die "Fakultätem" zu groß).
Hier das funktionierende Programm:
{$N+}
VAR
k : INTEGER ;
j : INTEGER ;
p : double ;
s : double ;
CONST
n = 12 ;
m = 9 ;
FUNCTION F( L:INTEGER ):double ;
VAR
R : double ;
T : INTEGER ;
BEGIN
R := 1 ;
IF L > 1 THEN
FOR T := 2 TO L DO
R := R * T ;
F := R ;
END ;
BEGIN
p := 0 ;
FOR k := m TO n DO
BEGIN
s := 0 ;
FOR j := 0 TO n - k DO
IF ( j AND 1 ) = 1 THEN
s := s - ( 1 / F(j) )
ELSE
s := s + ( 1 / F(j) ) ;
p := p + (1 / F(K)) * s ;
END ;
END.
Sehr mathematisch das Programm... kein Bezeichner länger als 1 Buchstabe ;-) Kannst du das mal für ein paar Werte n testen mit der Formal in Beitrag "Re: Wahrscheinlichkeit: 12 Studenten und 12 Facharbeiten" und ob da immer 1 rauskommt?
Johann L. schrieb: > Sehr mathematisch das Programm... kein Bezeichner länger als 1 Buchstabe > ;-) > > Kannst du das mal für ein paar Werte n testen mit der Formal in > Beitrag "Re: Wahrscheinlichkeit: 12 Studenten und 12 Facharbeiten" > und ob da immer 1 rauskommt? Ja. 1.0 und nichts anderes ;)
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