Spannungsfestigkeit eines Kondensators messen

Gast #2317169
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Ich habe einen Kondensator in SMD, 470n, Gehäuse 2812 oder so, Material 
vermutlich X7R oder ähnliches, natürlich kein Aufdruck. Kann ich 
irgendwie die Spannungsfestigkeit ermitteln, und wie zuverlässig ist 
das?

Ich habe aus dem Isolationsprüfer 5xxV zur Verfügung, mit 5 Mohm 
Vorwiderstand und 10 Mohm Innenwiderstand des Messgerätes gibt das 380V 
am Kondensator. Wenn ich die messe, und nach dem Abschalten der 
Versorgung sich die Spannung "langsam" (einige Sekunden) entlädt, kann 
ich davon ausgehen, dass er nicht durchschlägt. Wie sicher läßt sich das 
jetzt auf einen Dauerbetrieb mit etwa 1/3 (110V Peak) der Prüfspannung 
übertragen?

Der Kondensator ist mal irgendwo von der Platine gefallen, ich brauch 
nur einen und ich hab bei Farnell keinen passenden in SMD gefunden.
Gast #2317250
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Timm Thaler schrieb:
> Kann ich
> irgendwie die Spannungsfestigkeit ermitteln, und wie zuverlässig ist
> das?

Schwierig. Faktor 2,5 halten die bei kleinem Strom und kurzzeitig schon 
nach Datenblatt (typical value) aus.
Vielleicht halten aber 50% auch Faktor 4 oder 5 aus, da fehlen die 
Daten. Ein 80V-Typ geht im Test dann evtl. als brauchbar durch.

Die 380V sollte der Kondensator aber auf jeden Fall aushalten, sonst war 
er eh zu klein.
Test bei 500..700V und hoffen dass es ein Typ >=200V ist wäre gut. Da 
wäre ich mir dann auch einigermaßen sicher, dass die 110V längerfristig 
klappen.

Reihen-/Parallelschaltung kommt mir als Alternative aber irgendwie 
einfacher vor ;)
Gast #2317251
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>ich brauch nur einen und ich hab bei Farnell keinen passenden in SMD >gefunden.

Das sollte dich stutzig machen. Dann gibt es diesen Cap wohl nicht in 
deiner gewünschten Spannungsklasse.

>Wie sicher läßt sich das jetzt auf einen Dauerbetrieb mit etwa 1/3 (110V
>Peak) der Prüfspannung übertragen?

Kaum. Das Durchschlagen ist ein chaotischer Prozess und es gibt hierfür 
keinen festen Schwellwert. Vielmehr dimensioniert man den Kondensator 
bei der Herstellung kräftig über und hofft, daß die 
Ausfallwahrscheinlichkeit bei "Nennspannung" sich im Schwanz der 
Wahrscheinlichkeitsverteilung verliert...
Gast #2317316
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Ina schrieb:
> Das Durchschlagen ist ein chaotischer Prozess und es gibt hierfür
> keinen festen Schwellwert.

Also sowas wie Durchbruch messen bei geringer Stromstärke geht bei 
Keramik-Cs demnach nicht?

Ist keine kritische Anwendung, ein Ausfall wäre akzeptabel.
Gast #2317645
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Timm Thaler schrieb:
> Also sowas wie Durchbruch messen bei geringer Stromstärke geht bei
> Keramik-Cs demnach nicht?

Nicht zuverlässig. Du kannst nur einzelne Kriterien auf deutlich höhere 
Werte prüfen und hoffen, dass die anderen dann zumindest ausreichend 
sind.

Faktor 3 beim Durchschlag ist dafür aber zu wenig.

Timm Thaler schrieb:
> Ist keine kritische Anwendung, ein Ausfall wäre akzeptabel.

Davon bin ich ausgegangen. Die kennst ja auch die übrigen Daten nicht.
Gast #2317691
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Wenn man ausreichend viele Cs einer Serie prüft (die dann kaputt sein 
könnten) erhöht das zwar die Wahrscheinlichkeit, garantiert aber bei 
Impulsbelastungen nicht die selben Ergebnisse wie bei einem simplen 
Gleichstromtest. Nur der Versuch macht klug.

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