Beflügelt von dem Film in der ARD (ARD-exclusiv: Das System Wiesenhof http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8068044) möchte ich mal eine offene Diskussion eröffnen. Wie geht es weiter mit unserer Nahrungsmittelindustrie? Besinnen sie sich irgendwann oder wird der Konsument nur noch mehr hinters Licht geführt? - Auf Lebensmittelverpackungen ist oft vorne groß zu lesen: Ohne Geschmacksverstärker. Hinten findet man dann Hefeextrakt (aus dem Geschmacksverstärker extrahiert werden können) - Auf der Verpackung ist Geflügelwurst zu lesen. Hinten steht dann: enthält zu 18% Schweinefleisch. - Gentechnik ist offiziell bei uns verboten, doch enthält das ganze Tierfutter Sojabohnen/Mais aus Ländern in denen Gentechnik erlaubt ist. - Die Tiere werden gequält und gemästet nur um den Gewinn zu maximieren. - usw. Wann greifen wir Verbraucher mal ein? Von der EU kann man nicht viel erwarten, die reglementieren ja bereits die Krümmung einer Banane. Viele Grüße
naja .... es liegt beim Verbraucher schlussendlich. Es steht ja jedem offen sich ein Schwein zu halten, sich Getreide zu kaufen, sein Mehl zu mahlen und Brot zu backen. Der ganze Humbug geht so lange bis auch beim Verbraucher mal ankommt, dass bei Lebensmittel eben nicht Geiz geil ist, sondern dass es das ist was jeder zum Leben elementar benötigt, nicht einen Smartphonefirlefanz oder 5 Wochen Karibik im Jahr und bewusst Einkaufen auch einen Genuss erzeugen kann.
Fhutdhb Ufzjjuz schrieb: > Es steht ja jedem offen sich ein Schwein zu halten, > sich Getreide zu kaufen, sein Mehl zu mahlen und Brot zu backen. Da gibts doch dieses herrliche Lied vom Schwein Monika von Hannes Wader...
Was die Tierhaltung, Mastställe, Milchwirtschaft, Landwirtschaft, angeht, da schmink Dir mal die Gewinnmaximierung ab, bei wirklich vielen Landwirten ist gerade mal die Überlebenssicherung drinnen, von "Reichtum" keine Rede. In der Landwirtschaft haben wir noch immer ein Betriebesterben und das nicht weil die Einkommen so riesig wären und die Leute sich mit der Asche nach Monaco absetzen würden. Die Gewinnspanne liegt wie so oft, wenn überhaupt, bei der weiterverarbeitenden Industrie, Molkereien, Schlachthöfe etc. Kann man so man gewillt ist auch alles schön im jährlichen Agrarbericht der Bundesregierung nachlesen, macht nur kaum jemand.
> Der ganze Humbug geht so lange bis auch beim Verbraucher mal > ankommt, dass bei Lebensmittel eben nicht Geiz geil ist, Ich vermute, dass ein Steak fuer 5 EUR nicht unbedingt gesuender ist als eines vom Aldi fuer 1.79 EUR. (Wie bei vielen anderen Artikel auch.) Es ist moeglich, dass auch der niederwertigste Schrott hochpreisig verkauft wird. Metzgereien kaufen ihre Sachen oft ganz billig in Supermaerkten ein. Dann mag einer denken, er kauft lieber in der oertlichen Metzgerei, dann bekommt er gute Ware ...
Jürgen G. schrieb: > Dann mag einer denken, er kauft lieber in der oertlichen Metzgerei, dann > bekommt er gute Ware ... Wobei ich dazu sagen muss, dass du zumindest siehst, was du kaufst (jetzt mal auf ein Steak bezogen) - bei ALDI sind die Rumpsteaks z.B. eingefroren und kosten €5 / 400g. Das ist ja nicht soo günstig, aber was da manchmal drin ist, ist nicht so prickelnd.
> Wobei ich dazu sagen muss, dass du zumindest siehst, was du kaufst
naha, halt optisch aufgehübscht.
Auf irgendeinem Programm kam letzte Woche etwas ueber Äpfel.
Da wurden die optisch aufgepeppelten Aepfel in den Maerkten praesentiert
(gerötet, gewachst/glänzend)
Testweise wurden Passanten gefragt, welchen Apfel sie lieber nehmen: auf
der einen Seite die optisch aufgebesserten und auf der anderen Seite
Bio-Äpfel ohne jegliche Modifikation.
Alle wählten die optisch aufgebesserten.
Dann wurde die Geschmachsprobe gemacht: Passanten durften
(geschnittenen) Apfel-Stücken probieren und rein nach Geschmack
auswählen.
Ergebnis: Fast alle wählten die Bio-Äpfel.
Soweit zu Thema "Man sieht ja was man kauft"
Jürgen G. schrieb: > Metzgereien kaufen ihre Sachen oft ganz billig in Supermaerkten ein. Gibts dafür irgendwelche Belege? Außer dem berühmtem Bekannten des Schwagers, der das von der Schwester seines Kollegen gehört hat? Wir haben dieses Jahr unser Fleisch direkt vom Bauernhof gekauft. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, welch krasser Qualitätsunterschied zum Supermarktgammeldreck da besteht. Merkt man schon beim Anbraten, weil kaum Wasser rauskommt. Und der Geschmack ist ebenfalls um Welten besser. Das Bauernfleisch schmeckt sogar nach Tiefkühllagerung noch gut.
Jürgen G. schrieb: > naha, halt optisch aufgehübscht. Naja, also jetzt ein mit Sehnen durchzogenes Fleisch optisch aufzuhübschen...wie?
Früher, so vor 15 - 20 Jahren, da machte Einkaufen richtig Spass. Seitdem ich glaube zu wissen, wie produziert wird, hat sich der Einkauf bei mir zu einem Stressfaktor entwickelt. - Auswaerts Essen nur in Notfaellen. - Soweit als möglich esse ich kein rotes Fleisch; Hühnerfleisch ist tabu. - Fisch musste ich auch aus der Liste streichen, da der türkische Markt mit Zuchtfisch überschwemmt wird, der furchtbar stinkt. - nur Saison Gemüse. Also z.Bsp. zwischen Oktober und Juni keine Tomaten. - Vieles versuche selber herzustellen: Marmelade, Speiseeis, Konserven etc. - Soweit als möglich versuche ich biologische Produkte zu kaufen. - Hinzukommt noch ein politischer Aspekt: keine amerikanischen, französischen und italienischen Produkte. Wie gesagt: purer Stress!
> Naja, also jetzt ein mit Sehnen durchzogenes Fleisch optisch > aufzuhübschen...wie? Weiß ich nicht und interessiert mich nicht, da ich kaum Fleisch esse. Aber geben wird es sicherlich Möglichkeiten: Döner-Stände, die ihr Fleisch vor den Augen der Kunden präsentieren, waren ja von den Gammel-Fleisch Skandalen betroffen. Ob jetzt ein "mit Sehnen durchzogenes Fleisch" gefährlich ist oder geschmacklich schlecht einzustufen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Kritisch sehe ich eher, wenn Wachstums-Hormone verfüttert werden, oder (radioaktives) Billig-Futter aus Japan verwendet wird.
Mehmet Kendi schrieb: > Auswaerts Essen nur in Notfaellen. Vorschlag: Das Essen ganz abgewöhnen :) Ein Bekannter des Schwagers hat von der Schwester seines Kollegen gehört, das das schon mal jemand versucht und auch beinahe geschafft hat. Tragischerweise ist diese Person kurz vor erreichen des Ziels gestorben.
>> Metzgereien kaufen ihre Sachen oft ganz billig in Supermaerkten ein. > Gibts dafür irgendwelche Belege? Außer dem berühmtem Bekannten des Belege sammle ich nur für das Finanzamt. Das ist schon Stress genug ... > Autor: Mehmet Kendi (mkmk) > Datum: 01.09.2011 15:59 > Wie gesagt: purer Stress! Absolut richtig !!
LuXXuS 909 schrieb: > Naja, also jetzt ein mit Sehnen durchzogenes Fleisch optisch > aufzuhübschen...wie? Aufgehübscht wird durch Lagerung unter Sauerstoffatmosphäre. Die Bewirkt, daß das Myoglobin mit Sauerstoff gesättigt wird und schön rot aussieht. Das ist bei eingeschweißtem Supermarktfleisch die Regel. Mehmet Kendi schrieb: > - Soweit als möglich esse ich kein rotes Fleisch; Meinst du das eingeschweißte? > Hühnerfleisch ist tabu. Warum? Ist Geflügelfleisch nicht das einzige Fleisch, das nicht rot ist? (Von Reptilien, Amphibien und Fisch mal abgesehen) > - Soweit als möglich versuche ich biologische Produkte zu kaufen. Ja gibts denn auch abiotische Lebensmittel, etwa aus Gips? ;-)
Uhu Uhuhu schrieb: > Mehmet Kendi schrieb: >> - Soweit als möglich esse ich kein rotes Fleisch; > > Meinst du das eingeschweißte? Nein, unter "rotem Fleisch" verstehe ich Rindsfleisch, Schweinefleisch etc. Uhu Uhuhu schrieb: >> Hühnerfleisch ist tabu. > > Warum? Ist Geflügelfleisch nicht das einzige Fleisch, das nicht rot ist? Ein Fachmann hat mir mal sehr bildlich erklaert, wie Hühner in der Türkei gezüchtet werden. Seitdem rühre ich das Zeug nicht mehr an.
Uhu Uhuhu schrieb: > Aufgehübscht wird durch Lagerung unter Sauerstoffatmosphäre. Die > Bewirkt, daß das Myoglobin mit Sauerstoff gesättigt wird und schön rot > aussieht. Was der Qualität aber keinen Abbruch tut, verriet mir mal ein Lebensmitteltechniker. Eine Schutzatmosphäre aus Inertgas wäre nicht besser. Mehmet Kendi schrieb: >>> - Soweit als möglich esse ich kein rotes Fleisch; > unter "rotem Fleisch" verstehe ich Rindsfleisch, Schweinefleisch etc. Das mit dem Rindfleisch verstehe ich aber nicht ganz, warum findest du das problematisch? > Ein Fachmann hat mir mal sehr bildlich erklaert, wie Hühner in der > Türkei gezüchtet werden. Seitdem rühre ich das Zeug nicht mehr an. Ich glaube kaum, dass das in Deutschland anders ist. Du kannst ja mal kurz in die den Dokufilm im ersten Beitrag reinschauen. In (Süd-)Osteuropa ist das Gemüse viel besser, weil die Landwirtschaft noch nicht so industrialisiert ist. In der Türkei wird es ähnlich sein.
Alexander Schmidt schrieb: > Das mit dem Rindfleisch verstehe ich aber nicht ganz, warum findest du > das problematisch? Die Tierhaltung wurde in der Türkei systematisch ausgemerzt, um den Import anzukurbeln. Das Fleisch, das importiert wird: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Eingesperrt-bei-50-Grad-Hitze-ohne-Wasser/story/11035374 Nebst dem habe ich keine Lust durch den Konsum von Fleisch unkontrolliert Antibiotika einzunehmen. Ich habe im Dorf einen Metzger, der behauptet, sein Fleisch komme aus dem Osten der Türkei. Schmeckt auch sehr gut. Aber ganz traue ich der Sache doch nicht. Deshalb esse ich rotes Fleisch nur 1x die Woche.
Ich esse nie Wiesenhof-Hühnerzeugs da es einfach beschissen schmeckt. Dabei ists mir egal ob die Hühner verdroschen oder vergast werden, sie schmecken schlichtweg nicht und sind total faserig wie Muttis alter Handfeger.
Mit einer FDP/CDU Regierung wird sich nichts ändern. Die stecken doch mit der Agrar-Großproduzentenlobby unter einer Decke!
> Mit einer FDP/CDU Regierung wird sich nichts ändern.
Der Staat hat nicht (und hatte nie) die Aufgabe, auf die Ernährung
seiner Bürger aufzupassen. Der erwachsene Mensch muss selbst aufpassen,
dass er sich richtig ernährt (Quantität UND Qualität).
Wenn das jemand nicht kann, dann ist er selbst schuld.
Kein Staat hat soviel Geld, um jeden Bürger seinen privaten
Ernährungsberater zu finanzieren.
ja der staat hatte diese aufgabe nie, doch mit der fortschreitenden entwicklung ist es druchaus nötig in diesem bereich fuß zu fassen. Es kann ja nicht angehen, dass die bürger in deutschland nicht ausreichend über ihre nahrung informiert werden. Ich finde die hersteller müssen dazu gezwungen werden ihre kunden ganz klar und für jedermann verständlich über inhaltstoffe usw. zu informieren. Sei es in form einer ampel oder einer großen aufschrift auf der packung. Egal wie, aber es gehört gemacht. Momentan ist es einfach nicht möglich zu durchschauen was in meiner nahrung wirklich drin ist und was für mich vielleicht auch gefährlich oder schädlich sein kann. So kann es meiner meinung nach nicht weiter gehen. €: ein gutes beispiel wie ich finde sind autos und der kraftstoff. Früher war es einfach nicht nötig auf schadstoffklassen usw. acht zu geben. Es war egal ob der karren 15 oder 25 liter geschluckt hat. Doch jetzt wo es schon fast zu spät ist, hält man es für nötig zu handeln, was auch mehr als richtig ist. Warum also nicht auch bei der nahrung? Welcher durchschnitts deutsche kann denn schon zwischen den inhaltsstoffen unterscheiden und dementsprechend abwägen was gut und was schlecht ist.
>Der Staat hat nicht (und hatte nie) die Aufgabe, auf die Ernährung >seiner Bürger aufzupassen. Der erwachsene Mensch muss selbst aufpassen, Das ist so nicht richtig. Eine Kernaufgabe des Staates ist es, für einen fairen Markt zu sorgen. Das war schon im Mittelalter so. Ich sag nur Marktrecht etc. Da der Verbraucher sich nicht gegen die Lebensmittelindustrie effektiv zur Wehr setzen kann, kommt es dem Staat zu, diese Rolle zu übernehmen. Versuch doch mal Kalbs-Leberwurst ohne Schweinefleisch zu kaufen etc. Es gibt einfach vielfach nix Ehrliches mehr. Und für jedes Produkt zu einem anderen Bioladen zu rennen - das bringts auch nicht. Zudem sind durch die Vielzahl der Zusatzstoffe dem Verbraucher einfach die intelektuellen Möglichkeiten genommen, sich damit auseinanderzusetzen. Wo ist der Unterschied zwischen Hefeextrakt und Glutamat? Was ist ein naturidentisches Aroma etc.? Daher muss der Staat den Verbraucher vor Übervorteilung schützen.
Mehmet Kendi schrieb: > Ein Fachmann hat mir mal sehr bildlich erklaert, wie Hühner in der > Türkei gezüchtet werden. Oh je, Mehmed, wenn du von allen Lebensmitteln wüßtest, wie sie erzeugt werden, dann würdest du wahrscheinlich verhungern... > Nebst dem habe ich keine Lust durch den Konsum von Fleisch > unkontrolliert Antibiotika einzunehmen. Hm, wobei der Antibiotika-Gehalt im Fleisch nicht das Problem ist, sondern daß durch die ständige Gabe von Antibiotika als Masthilfe sehr schnell antibiotikaresistente Keime gezüchtet werden, die dann die Resistenzgene an andere Bakterien weitergeben können. Alexander Schmidt schrieb: > Was der Qualität aber keinen Abbruch tut, verriet mir mal ein > Lebensmitteltechniker. Andersrum wird ein Schuh draus: Halbvergammeltes Fleisch sieht immer noch appetitlich aus... > Eine Schutzatmosphäre aus Inertgas wäre nicht besser. Richtig, es gibt genügend Bakterien, die Fleisch anaerob zersetzen. j. c. schrieb: > Mit einer FDP/CDU Regierung wird sich nichts ändern. Die stecken doch > mit der Agrar-Großproduzentenlobby unter einer Decke! Das ist ein ziemlich plattes Argument. Das Problem ist, daß man die Masse Menschen, die zu ernähren sind, eben nicht mit handgepäppelten Hühnern und homöopathischer Tiermedizin satt bekommt. Ohne Massentierhaltung gehts einfach nicht, wenn alle Fleisch essen wollen. Jürgen G. schrieb: > Der Staat hat nicht (und hatte nie) die Aufgabe, auf die Ernährung > seiner Bürger aufzupassen. Der erwachsene Mensch muss selbst aufpassen, > dass er sich richtig ernährt (Quantität UND Qualität). Stimmt nicht. Die großen Seuchen wie Cholera und TBC waren nur mit Hilfe staatlicher Aufsicht und notwendigenfalls auch Eingriffen nicht zurückzudrängen. Das ist die klassische Aufgabe der Gesundheitsbehörden. Schlimm ist, daß die - von den neoliberalen Marktschreiern angetrieben - diese Aufgaben mehr und mehr vernachlässigen.
>kann ja nicht angehen, dass die bürger in deutschland nicht ausreichend >über ihre nahrung informiert werden. Hmm, ich glaube, niemals in der Geschichte war ein Volk so umfassend (Über-)informiert wie wir in den westlichen Staaten. Weit über 60% sind mit dem Internet verbunden und in einer Minute weiß man dank Google einfach alles. Viele haben sogar Smartphones und können sich permanent und überall über alles informieren. >Unterschied zwischen Hefeextrakt und Glutamat? Also, wenn ich das bei Google eingebe, weiss ich das in ein paar Sekunden.
ja schon, aber wer googlet schon jeden inhaltsstoff der hinten auf der packung steht? Teilweise steht ja auch nicht der genaue inhaltsstoff auf der packung. Selbst wenn ich das dank smartphone vor ort machen kann, dauert es einfach viel zu lang. Selbst wenn ich es dann weiß, tu ich mir immernoch schwer ein produkt zu finden welches ohne diese inhaltsstoffe auskommt. Das zeug ist doch überall drin...
>Jürgen G. schrieb: >> Der Staat hat nicht (und hatte nie) die Aufgabe, auf die Ernährung >> seiner Bürger aufzupassen. Der erwachsene Mensch muss selbst aufpassen, >> dass er sich richtig ernährt (Quantität UND Qualität). >Stimmt nicht. Die großen Seuchen wie Cholera und TBC waren nur mit Hilfe Der TE schrieb von Geschmachsverstärkern und Geflügelwurst mit 18% Schweinefleisch-Anteil. Letzteres ist vielleicht aus religiösen Gründen relevant, aber ist wirklich keine Sache, wo Gesundheitsbehörden eingreifen. Dass der Staat eingreifen sollte, wenn jemand vergiftete Sachen verkauft und etwas, was die Gesundheit nachweislich stark schädigt, bin ich natürlich Deiner Meinung.
Klaus Ausderkasse schrieb: > Teilweise steht ja auch nicht der genaue inhaltsstoff auf der packung. Nicht nur das. Die Vorschriften, wann eine Substanz aufgeführt werden muß, sind z.T. äußerst kreativ. Das ist eben der Vorteil, wenn die Regierungen gar nicht mehr die Kompetenz haben, Gesetze ordentlich zu formulieren und das einfach die "Betroffenen" machen lassen.
Jürgen G. schrieb: > Ich vermute, dass ein Steak fuer 5 EUR nicht unbedingt gesuender ist als > eines vom Aldi fuer 1.79 EUR. > (Wie bei vielen anderen Artikel auch.) > Es ist moeglich, dass auch der niederwertigste Schrott hochpreisig > verkauft wird. Da helfen doch einfach ein paar gute Werbeslogans auf der Ware, um das Produkt "aufzuwerten": Qualitätsfleisch von ihrem Fleischer-Fachgeschäft. Aber so sehe ich das auch, daß der Artikel für 5€ der gleiche ist, als für 1.79€. > Metzgereien kaufen ihre Sachen oft ganz billig in Supermaerkten ein. > Dann mag einer denken, er kauft lieber in der oertlichen Metzgerei, dann > bekommt er gute Ware ... Na ja, in Supermärkten wird man wohl nicht kaufen. Aber ich war ja lange als Servicetechniker im Außendienst in der Großstadt. Schon vor 20 Jahren. Und habe da vieles gesehen. Meine Kunden waren ja auch Fleischer und Großschlachthöfe. Wer sollen sonst die Abnehmer der Großschlachthöfe sein? Mit Sicherheit nicht nur Discounter. Aldi hatte bis vor 5 Jahren noch keine Fleischkühltheken, und nur ein geringes Sortiment an Wurstwaren. Die Fleischereien in der Stadt (und auch auf dem Land) werden z.B. überwiegend vom Großschlachthof beliefert. Bestenfalls mit Schweinehälften. Da ist nix mit Hausschwein vom Bauern um die Ecke, welches bio und natürlich gefüttert wurde. Denn vor allem sind die kleinen Hausbauern bankrott gegangen, die gibt es also gar nicht mehr in reichlichem Umfang. Auch die weiter verarbeiteten Waren wie Wurst bezogen die Fleischer fertig aus den erweiterten Schlachthofbetrieben, die das schon fertig vorverarbeiteten. Der kleine Fleischer im Stadtteil macht da nicht unbedingt mehr viel selbst, und ist fast ein reiner Verkaufsladen. Er könnte das wirtschaftlich gar nicht leisten, auch wenn er gratis Hartzer vom Arbeitsamt als Fachkräfte bekäme. Denn der Laden hat ja auch noch hohe Betriebskosten ohne Arbeitskräfte. Da können die so viel reden, wie sie wollen. Deswegen ist z.B. Aldi auch einwandfreie Qualität, weil exakt das selbe drinne ist wie sonstwo. Alles andere ist Illusion. Ob jemand für Bio-Qualität mehr ausgibt, muß er selber wissen. Vielleicht verzichtet man für gute Lebensmittel besser mal auf was anderes aus dem Bereich Non-Food. Und last but not least: Die Bundesregierung hatte sich auf die Fahnen geschrieben, daß Lebensmittel so billig als nur möglich werden müssen, sowas gefördert wird. Damit dem (geschröpften) Verbraucher noch mehr Geld für Non-Food-Produkte übrig bleiben. Wo stehen wir deutsche denn international? Ich glaube, wir liegen bei 15% Lebensmittelausgaben vom Lohn. Italien und Frankreich investieren wohl doppelt so viel, und für die ist die Nahrungsaufnahme auch Genuß, für den streng rationellen Deutschen ist es oft nur notwendige Energieaufnahme.
Jürgen G. schrieb: > Letzteres ist vielleicht aus religiösen Gründen relevant, aber ist > wirklich keine Sache, wo Gesundheitsbehörden eingreifen. Gesundheitsbehörden nicht. Aber wenn ich ein Bier kaufe, dann möchte ich doch auch ein Bier haben und nicht ein Bier mit 18% Cola. Es geht einfach um die Deklaration und die entstehende Irreführung. Jürgen G. schrieb: > Ich vermute, dass ein Steak fuer 5 EUR nicht unbedingt gesuender ist als > eines vom Aldi fuer 1.79 EUR. Mag sein, aber es schmeckt besser. Die Steaks beim Aldi kommen unmittelbar nach dem schlachten des Viehs in die Verpackung. Ein gutes Fleisch muss erst ein paar Tage abhängen (und dann lässt es sich auch perfekt braten). Grüße
Alexander Schmidt schrieb: > In (Süd-)Osteuropa ist das Gemüse viel besser, weil die Landwirtschaft > noch nicht so industrialisiert ist. In der Türkei wird es ähnlich sein. Soeben mehr als 1kg Tomaten in den Mülleimer geschmissen. Die Dinger sehen zwar aus wie Tomaten, riechen und schmecken aber nach absolut rein gar nichts.
Mehmet Kendi schrieb: > Die Dinger sehen zwar aus wie Tomaten, riechen und schmecken aber nach > absolut rein gar nichts. Ich kaufe seit einiger Zeit nur noch Mini-Rispentomaten. Die kosten das doppelte, schmecken aber wie das vierfache. Und nur das zählt. Es lohnt sich. Heute abend gibt es bei mir einen Salatkopf aus eigenem Anbau aus Mutters Garten, mit diesen Dingern, und einer klein geschnittenen Zwiebel und Balsamico und Öl. Da braucht man nur noch ein gutes Brötchen dabei. Bei so einem tollen Eigengeschmack ist mir Schafskäse oder Thunfisch im Salat schon zu viel. Die großen Wasserbombentomaten verwende ich allenfalls noch zum Überbacken. Ich wundere mich immer darüber, daß die immer noch gekauft werden. Überbacken geht noch gerade eben so. Aber niemals im frischen Salat, das ist Schrott. Jeder Cent dafür ist einer zu viel. Aber ich verstehe nicht, daß es da bei dir in der Türkei nicht super Tomaten geben soll. Wie in Mittelitalien im Spätsommer. Wenn niemand mehr den Mist kaufen würde, dann würde er doch wenigstens vom Markt verschwinden.
Mehmet Kendi schrieb: > Die Dinger sehen zwar aus wie Tomaten, riechen und schmecken aber nach > absolut rein gar nichts. Das waren die für Demonstrationen. Man läßt sie anfaulen und wirft dann damit.
Wilhelm Ferkes schrieb: > Wenn niemand mehr den Mist kaufen würde, dann würde er doch wenigstens > vom Markt verschwinden. Das Problem ist, dass man den Tomaten die Qualität nicht unbedingt ansieht. Früher konnte man die guten meist noch daran erkennen, dass sie sattrot waren und nicht aus Holland kamen. Inzwischen haben die Holländer gelernt, auch ohne Sonnenlicht eine rote Farbe zu erzeugen, und die Spanier und Italiener haben es teilweise geschafft, jeglichen Geschmack aus ihren Produkten herauszuzüchten (nach Mehmeds Beitrag die Türken offensichtlich auch). Am Ende sind dann wider Erwarten die holländischen Tomaten oft noch die genießbarsten von allen. Aber wenn man die Dinger nicht schon im Laden kosten oder intensiv beschnuppern kann/will, ist der Tomatenkauf eben ein Glücksspiel. Da hilft höchstens selber Anbauen, wenn man den Platz dazu hat.
Wilhelm Ferkes schrieb: > Ich kaufe seit einiger Zeit nur noch Mini-Rispentomaten. This, die sind wirklich 1000 mal besser als die Riesendinger.
Yalu X. schrieb: > Das Problem ist, dass man den Tomaten die Qualität nicht unbedingt > ansieht. Genau das ist es doch! Wer den Sondermüll 5 mal kauft, vielleicht auch noch 10 mal, wenn einer nur sehr langsam reagiert, und ihn dann immer noch bescheiden findet, der ist meines Erachtens völlig merkbefreit. Sicher täuscht die schöne Farbe und das Aussehen Geschmack vor. Aber das weiß man irgendwann. In der Fleischtheke sehe ich auch drei mal sehr genau hin, denn ich weiß, daß die dort rötliches Licht haben für gutes Aussehen der Ware. Ich koche selbst, und möchte, daß mein Essen auch schmeckt. Da merke ich sowas ziemlich bald, und für die Zukunft. > Inzwischen haben die > Holländer gelernt, auch ohne Sonnenlicht eine rote Farbe zu erzeugen, > und die Spanier und Italiener haben es teilweise geschafft, jeglichen > Geschmack aus ihren Produkten herauszuzüchten (nach Mehmeds Beitrag die > Türken offensichtlich auch). Die Holländer geben sich noch wirklich Mühe, aber Spanier erschreckenderweise nicht mehr. Ich kaufe ja auch Paprika aus Holland, und da ist es längst nicht so schlimm wie bei Tomaten. Und überhaupt: Ich kaufe lieber Gemüse aus Holland, als aus Südländern. Ist im Schnitt wirklich besser.
Eine andere Frage ist natürlich, warum die guten Tomaten aus Italien nicht hier zu uns ins Gemüseregal kommen. Vielleicht machen sie Dosentomaten daraus, Ketchup, Tomatenmark. Darin kann man auch keinen Bullshit verarbeiten. Aber die sind auch reif und lecker in einer Tomatensoße. Die Wasserbombentomaten zu Konserven verarbeiten, wäre sicher eine Katastrophe. Denn ich war vor ein paar Jahren in Mittelitalien, kaufte Tomaten dort, und hmmmmmh, solche guten Tomaten sah ich hier im mitteleuropäischen Planeten nie wieder. Auch die Kräuter wie frisches Basilikum oder Rosmarin, eine wahre Pracht. Wir kochten da am Campingplatz selbst, und es war ein Genuß.
Falls ich nicht falsch informiert bin, kommen die Tomatensamen aus Israel. Haben nebst der Eigenart, dass sie keine geschmackliche Eigenart haben, die Eigenart, dass man die Tomatenkerde nicht mehr als Saatgut verwenden kann. Ich werde das naechste Mal nur eine einzelne Tomate kaufen und sie gleich an Ort und Stelle testen. Dieses Jahr hatte ich nur ein einziges Mal das Gefühl gehabt, eine Tomate zu essen. Wilhelm Ferkes schrieb: > oder Thunfisch im Salat Auch Thunfisch ist seit Jahren bei mir auf der schwarzen Liste: esse kein Fleisch eines Tieres, das am Aussterben ist.
Uhu Uhuhu schrieb: > Man läßt sie anfaulen Die Dinger faulen auch nicht. Ich habe gedacht "lass sie mal eine Zeitlang an der Sonne liegen; vielleicht reifen sie etwas nach." Die sind geschrumpft; sahen ganz komisch aus.
Mehmet Kendi schrieb: > Die Dinger faulen auch nicht. Ich habe gedacht "lass sie mal eine > Zeitlang an der Sonne liegen; vielleicht reifen sie etwas nach." > Die sind geschrumpft; sahen ganz komisch aus. Da siehst du mal, wie unsere Lebensmittel wirklich schon verändert wurden. Vielleicht nicht durch Gentechnik, aber durch gezielte Kreuzungen auf eine Produkteigenschaft. Pferde waren ursprünglich in der Natur auch mal klein, etwa wie ein Schaf. Und einen Zuchtstier bekommt man heute so massig wie einen kleinen Elefanten. > Auch Thunfisch ist seit Jahren bei mir auf der schwarzen Liste: esse > kein Fleisch eines Tieres, das am Aussterben ist. Im Grunde hast du Recht. Ich übertreibe es auch nicht. Aber wenn man sieht, was Japaner so veranstalten, da sind wir sowieso mickrig klein.
Mehmet Kendi schrieb: > Die Dinger faulen auch nicht. Ich habe gedacht "lass sie mal eine > Zeitlang an der Sonne liegen; vielleicht reifen sie etwas nach." > Die sind geschrumpft; sahen ganz komisch aus. Das machen sie, damit die Polizei die Demo-Tomaten-Käufer nicht im Supermarkt schnappen und vorsorglich inhaftieren kann... und für spontane Demos natürlich ;-) > Haben nebst der Eigenart, dass sie keine geschmackliche Eigenart > haben, die Eigenart, dass man die Tomatenkerde nicht mehr als Saatgut > verwenden kann. Hybrid-Tomaten, oder wie? Mit Getreide machen sie es auch so. Da steckt bestimmt der Mossad dahinter. Die wollen die Kontrolle über die Demo-Tomaten zurückgewinnen.
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