In Berlin droht das aus der Förderschulen und die Schüler sollen teilweise in Gesamtschulen integriert werden. Jetzt stelle ich mir doch die Frage, wie sollen den die Schüler mit Lernbehinderungen das Tempo von Gesamtschulen mithalten. Werden die Schüler damit nicht mit so einem Konzept in die Verliererecke gedrückt und verlieren sie damit nicht die Lust am lernen wenn sie ständig von den besseren „überrundet“ werden. Kinder können grausam sein wenn sie schwächere traktieren können. Eine Anmerkung noch dazu: In den Förderschulen sind keine Schüler die nicht wollen, sondern die nicht können wie alle anderen.
Ingo Laabs schrieb: > In Berlin droht das aus der Förderschulen und die Schüler sollen > teilweise in Gesamtschulen integriert werden. Auch in BW haben die lieben Grünen das Gesamtschulkonzept mit einer "Basisschule für Alle" im Auge (jeder soll die selben Chancen haben). Blöd nur, dass eben NICHT alle gleich sind. Und wenn ein Kluger nicht gefordert (und auf seinem Niveau gefördert) wird, dann lernt er nichts (obwohl er es könnte)... Ich sehe das sehr kritisch vom anderen Ende der Leistungsskala: da werden solche, denen das Lernen sehr leicht fällt, mit denen, die sich schwer tun, zusammen in einen Topf geworfen und daraus ein Eintopf gekocht. Mit so einer edukativen Tiefpass-Filterfunktion, die alle Aussreisser nach oben und unten konsequent wegbügelt, kann die gesamte Bildung nur noch Mittelmaß sein. > Kinder können grausam sein wenn sie schwächere traktieren können. Streiche "Kinder", setze "Menschen". Streiche den Konjunktiv, nimm den Indikativ.
Wenn man dabei noch bedenkt, dass hier in Berlin ein Neubau für das Bildungsminestrium für 118 Millionen geplant ist..super das
Ingo Laabs schrieb: > In Berlin droht das aus der Förderschulen und die Schüler sollen > teilweise in Gesamtschulen integriert werden. Du meinst vermutlich Sonderschulen und das Konzept der "Inklusion". Das wäre gar nicht so schlecht, wenn denn die anderen Rahmenbedingungen nicht so schlecht wären. Es müsste halt mehr Lehrer geben, besser ausgebildete Lehrer, kleinere Klassen und geeignetere Räumlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Rahmenbedingungen erreicht würden, ist aber praktisch nicht vorhanden, dafür sorgen schon die sogenannten Bildungspolitiker aus den Wirtschafts"liberalen" Ecke. Und damit ist die "Inklusion" eine absolute Katastrophe.
In RLP werden auch die ersten Real- und Hauptschulen zur RealschulePLUS aufgerüstet. Auf den ersten Blick sehe ich da im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, die ich beide erlebt habe: . Schnelles Lerntempo; wenig förderlich für diejenigen, die nicht mithalten können. Führt wohl irgendwann zu unmotivierten Schülern und so weiter. . Langsames Lerntempo; unterfordert diejenigen, die mehr könnten. Führt wohl irgendwann zu unmotivierten Schülern und so weiter. Irgendwo dazwischen liegt dann wohl die Wahrheit. Wenn ich an meine Schulzeit denke, tendiere ich eher zur zweiten Variante. Tolle Sache, das. Und das geht um Real- und Hauptschule bzw. Gymnasium. Da liegt ja so viel garnicht dazwischen. Und nun sollen noch extremere Unterschiede zusammengebügelt werden? Das wird wohl allen Beteiligten mehr schaden als nützen.
Ich denke das das Gesamtkonzept der Schule auf den Prüfstand gehört, weg von Jahrgangsklassen, hin zu Kurssystemen. Dann ist auch die Förderung an Integrativen Schulen nicht mehr in Frage zu stellen, im Gegensatz zur Ghettofizierung währe das eine echte Hilfe für alle. Die einzelnen Kurse sollten halbjährlich organisiert werden und müssten dem Leistungs- und Altersspektrum angepasst werden. Kurswiederholungen wären dann kein Problem und ein punktuell schwaches Kind könnte sich auf dieses Fach konzentrieren, zum Beispiel durch Förderkurse und müsste nicht in anderen Fächern ganze Schuljahre vertrödeln. Auch generell schwache oder starke Schüler könnten ihren Fähigkeiten entsprechen länger oder konzentrierter lernen. Die Kurse sollten mit einer 3 stufigen Zertivizierung enden und den Besuch des nächsten oder bei sehr guten Schülern den übernächsten Kurs zeitgleich mit dem Nächsten ermöglichen oder eben eine Empfehlung zur Kurswiederholung ausgesprochen werden. Prüfungen und Bewertung könnten so flexibel gehandhabt werden und wären aussagekräftiger. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach wäre das ein wesentlich zeitgemäßeres und den Anforderungen besser entsprechendes System darstellen. Doch das bedeutete alte tradierte Zöpfe abzuschneiden und wirkliche lebenstauglichen Nachwuchs zu lehren, statt Lemmingen. Da muß man halt wissen was wirklich man erreichen will. Namaste
Winfried J. schrieb: > Ich denke das das Gesamtkonzept der Schule auf den Prüfstand gehört, weg > von Jahrgangsklassen, hin zu Kurssystemen. Oder einfach nur altersgemischte Systeme. Haben wir bei unseren Kindern an der Schule, und da klappt das auch mit der "Inklusion" prima. Es ist dann auch nicht tragisch, wenn in einer Gruppe der 6-10jährigen ein derartiges Integrationskind einfach mal 4 statt 3 Jahre bleibt. Klassischen Frontalunterricht kann man natürlich auf diese Weise nicht abhalten. Für eine Stino-Schule stelle ich mir das allerdings auch reichlich schwierig vor, das sinnvoll umzusetzen.
Die Schulhoheit gehört den Bundesländern weggenommen, ohne wenn und aber. Jeder neue Landesfürst bzw. Bildungs/Kultusministerium will sich profilieren. Mit unglaublichen Kosten und auf dem Rücken der Kinder. Ich habe 3 Kinder, kommen jetzt in 9./8. und 4. Klasse. Was wir in dieser Zeit in NRW durchhaben, geht auf keine Kuhhaut. Ich muss aufhören, bekomme gerade Bluthochdruck :-(
Dies ist ein ganz übles Kapitel. In Bayern will man ja auch die Hauptschulen abschaffen. Begründung: es gibt ja auch ein Drittel weniger Schüler. Aha, also nur Hauptschüler haben sich nicht fortgepflanzt. Alle reden von integrativem Unterricht. Und wem ein Bein fehlt oder wer wegen Sehschwäche vorne sitzen muss soll bitte auch in eine "normale" Schule gehen. Im "normalen" Schulbetrieb ist es ja schon im Gymnasium so, dass sich die Klasse in 3 Teile aufteilt: 3 bis 4 von einer Klasse kämen auch mit der halben Stundenzahl aus weil sie es einfach checken. 5 oder 6 Schüler kommen an ihre Leistungsgrenzen. (Warum z.B. beim Berechnen des Gesatmwiderstandes einer Parallelschaltung vom "Ergebnis" noch der Kehrwert genommen werden muss (mit Taschenrechner)). Tja, und dann ist der große Pulk, die es mit Übung schnallen und die halt mehr oder weniger Leichtsinnsfehler machen. Selbst im Gymnasium hat man also ein dreigliedriges System und der Unterricht ist so ausgerichtet, dass für jeden was dabei ist. Die Leute, die die Integration von wirklich lernschwachen Schülern so propagieren, sollten sich mal EINEN Tag mit in die Klasse setzen. Gegenüber den lernschwachen Schülern ist diese Integration eine Zumutung und Diskriminierung, da in der Regel keinerlei zusätzliche Maßnahmen getroffen werden um Lernfortschritte einzuleiten (kleinere Klassen, spezielle Arbeitsmittel etc. = Fehlanzeige)
H.joachim Seifert schrieb: > Die Schulhoheit gehört den Bundesländern weggenommen, ohne wenn und > aber. Sehe ich genauso. Wenn mal einer umziehen will, ist es für die Kinder die Katastrophe. Ein Wechsel von Bremen nach Bayern geht so gut wie gar nicht. Und das in einer Zeit, wo Mobilität in Europa gefordert wird und "Bologna" in aller Munde ist.
Jörg Wunsch schrieb: > Klassischen Frontalunterricht kann man > natürlich auf diese Weise nicht abhalten. Stimmt, doch oft sind die Klassen so groß und die räumlichen Bedingungen so ungünstig, dass fast nix anderes geht.
Ich habe ein Wahlplakt der FDP entdeckt... http://www.streim.de/wp-content/uploads/2011/08/wpid-IMG_20110801_093238.jpg
Ingo Laabs schrieb: > Ich habe ein Wahlplakt der FDP entdeckt... Genau. Lieber alles so lassen, wie's ist, statt über ein ordentliches Schulkonzept nachzudenken. "Hat sich ja bewährt."
H.joachim Seifert schrieb: > Die Schulhoheit gehört den Bundesländern weggenommen, ohne wenn und > aber. Man kann froh sein, daß nicht mehr in jedem Fürstentum mit einer eigenen Elle gemessen wird...
In RLP gibt es doch sogar schon ewig ein Kurssystem, die MSS (Mainzer Studienstufe). Klappt wunderbar, man kann immer noch durchfallen und gänzlich ausscheiden, die Abiturnote wird nach einem komplexen System und anhand einiger Tabellen zusammengerechnet. Und was hilft es? Die Lehrer kommen noch später zum Unterricht, weil jede Stunde (jeder Kurs) in einem anderen Raum stattfindet und die Lehrer durch drei Schulgebäude traben müssen...
Wieder dieses Geheule um den Verlust des Elitärstatusses. Sind wahrscheinlich die gleichen, die sich aufregen, weil ihr Dipl.-Ing. Titel nicht auf der Firmenvisitenkarte steht. Ich habe eine Weile eine amerikanische High School besucht, da gab es auch keine Aufteilung in Gymnasium/Realschüler/Hauptschüler. Und da gab es auch Behinderte. Hat auch funktioniert, und ich habe da nicht weniger gelernt als am Gymnasium. Wenn ich darüber nachdenke, eigentlich sogar eher mehr. Jedenfalls sind meine Noten nach der Rückkehr deutlich besser gewesen. Und die oben genannten Sonderschulen gibt es eigentlich nur im deutschen Sprachraum. In allen anderen Ländern scheint das kein Problem zu sein, nur die Deutschen sind anscheinend zu blöd oder zu unwillig, damit umzugehen. Gruss Axel
Hast du denn auch mal Lehrer und Unterricht mit dem deutschen Pendant verglichen? Ich kann mich an Kurse erinnern, die katastrophal für schwächere Mitschüler endeten: "Wer diesen Test schlechter als 4 schreibt, wechselt bitte den Kurs" (O-Ton Lehrkraft). Ich kann mich auch an genügend Mitschüler erinnern, die einfach abgesoffen sind. Da hilft auch 'setz dich mal mit jemandem zusammen' nicht weiter, irgendwan ist 'jemand' auch schlicht und ergreifend am Ende, das habe ich mehrmals festgestellt. Und ich erkläre wirklich gerne und - nach Aussagen von Mitschülern - verständlich und nicht total daneben, das kann ich aber eben nicht beurteilen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es viel zu wenig Lehrer in Deutschland gibt, die so einen Sprung handhaben können. Das, was ich zu meiner Schulzeit an Lehrkörper miterlebt hab, war ja in weiten Teilen kaum im Stande, eine bereits 'gesiebte' Gymnasialstufe vernünftig zu betreuen. Und da mangelte es nicht nur an Fachwissen, wenn Schüler mehr (faktisch korrekt!) wussten, als ihre Lehrer. Naja. Wenn alle Stricke reißen, gibts wieder Klippert-Training.
So ist das halt im leben sind nicht alle Tage gleich lang, dafür aber unterschiedlich breit. Die Frage an das Bildungssystem ist: "Was ist das Ziel der Bildungsarbeit und was darf es kosten" Derzeit werden imho folgende Ansprüche gestellt und teilweise erfüllt: 1. Kleine Elitite tauglich für Führungskader, zu teilen erfüllt. 2. Masse an Lemmningen, welche qualifiziert das tuen können was ihnen angeschafft wird mehr nicht(!), klappt einfach nur im ersten Part wenn überhaupt. 3. Unterschicht ausfiltern als Erpresungspotential und für Schwarzer_Peter_Rolle, gelingte hervorragend. 4. Das Ganze zum Schnäppchenpreis, wird immer wieder versucht gelingt nie. Lebenstauglichkeit für die Nachkommende Genration als Ganzes? Fehlanzeige! Ist auch nicht gewollt. Namaste
Axel Laufenberg schrieb: > Wieder dieses Geheule um den Verlust des Elitärstatusses. Sind > wahrscheinlich die gleichen, die sich aufregen, weil ihr Dipl.-Ing. > Titel nicht auf der Firmenvisitenkarte steht. > Warum soll der Abschluss nicht auf der Visitenkarte stehen? Dann weiß man mit wem man es zu tun hat und muss sich nicht erst durchfragen, obs ein Architekt oder ein Physiker oder ein Jurist ist. > Ich habe eine Weile eine amerikanische High School besucht, da gab es > auch keine Aufteilung in Gymnasium/Realschüler/Hauptschüler. Ist auch nicht notwendig, da das Niveau mit dem des deutschen Gymnasiums kaum zu vergleichen ist. > Und da gab > es auch Behinderte. Hat auch funktioniert, und ich habe da nicht weniger > gelernt als am Gymnasium. Wenn ich darüber nachdenke, eigentlich sogar > eher mehr. Jedenfalls sind meine Noten nach der Rückkehr deutlich besser > gewesen. > Da wäre die Frage, wie viele Schüler denn in einem Kurs gewesen sind. > Und die oben genannten Sonderschulen gibt es eigentlich nur im deutschen > Sprachraum. In allen anderen Ländern scheint das kein Problem zu sein, > nur die Deutschen sind anscheinend zu blöd oder zu unwillig, damit > umzugehen. Ich weiß auch nicht, was in anderen Ländern mit Schülern passiert, die z. B. nach einer Operation wochenlang im Koma lagen und danach erhebliche Sprach- und Sozialstörungen haben. Oder wie man mit Schülern umgeht, die bis zum 3. Lebensjahr bei taubstummen Großeltern aufgewachsen sind und sich mit dem Verstehen und Sprechen von Texten extrem schwertun. Vielleicht kümmert man sich (bisher zumindest) in Deutschland um diese Leute in besonders rührender Weise, während man sie in anderen Ländern ohnehin aus Ausschuß betrachtet und einfach so nebenher mitlaufen lässt. > Gruss > Axel ...Grundproblem ist doch, dass ein Schulsystem erst einmal Geld kostet, die Auswirkungen jedoch erst 15 - 20 Jahre später zu spüren sind. Also zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Politiker die Beamtenpension auf Lebenszeit schon lange verdient haben und keine Verantwortung mehr erkennen für das was sie damals angerichtet haben. Die verschiedenen Reformmodelle drehen und wenden die Sache hin und her, vergeben neue Namen, erfinden neuen Namen für neue Konzepte etc. Was sich jedoch a priori NICHT ändert ist das Betreuungverhältnis. Es gibt DVDs "Treibhäuser der Zukunft" wo die Schulsysteme z. B. in Skandinavien beleuchtet werden. Da sitzen dann 12 Schüler mit 2 Lehrern zusammen und arbeiten - weil der dritte Lehrer heute krank ist. Der klassische Schulalltag spricht von 30 Schülern pro Klasse, die unter schlechten Unterrichtsbedinungen durchgeschleust werden sollen. Da ist es ziemlich wurscht, wie das ganze heißt was der allerletzte pädagogische Schrei ist.
Axel Laufenberg schrieb: > Und die oben genannten Sonderschulen gibt es eigentlich nur im deutschen > Sprachraum. In allen anderen Ländern scheint das kein Problem zu sein, > nur die Deutschen sind anscheinend zu blöd oder zu unwillig, damit > umzugehen. > > Gruss > Axel Jeder der jetzt ein lernbehindertes Kind hat, würde jetzt sagen..dann hau doch wieder ab ins Ami-Land..und Tschüß
Ingo Laabs schrieb: > Axel Laufenberg schrieb: >> Und die oben genannten Sonderschulen gibt es eigentlich nur im deutschen >> Sprachraum. In allen anderen Ländern scheint das kein Problem zu sein, >> nur die Deutschen sind anscheinend zu blöd oder zu unwillig, damit >> umzugehen. >> >> Gruss >> Axel > > Jeder der jetzt ein lernbehindertes Kind hat, würde jetzt sagen..dann > hau doch wieder ab ins Ami-Land..und Tschüß Also die paar die ich kenne, haben unglaublich gekämpft, damit ihr Kind in die normale Schule kann. Konkret ging es dabei z. B. um ein mongoloides Kind. Es entwickelt sich an der normalen Schule ganz hervorragend. Gruss Axel
Sven P. schrieb: > Hast du denn auch mal Lehrer und Unterricht mit dem deutschen Pendant > verglichen? > Ja natürlich einen anderen Vergleich hatte ich ja nicht. Die Klassen sind allerdings tatsächlich kleiner gewesen (so zwischen 20 und 25). Aber ich glaube nicht, dass das das Problem war. Letztlich war zumindest die Highschool viel weniger ideologisch ausgerichtet. Es gab ein Kurssystem, bei dem man relativ frei wählen konnte, was man machen wollte. Man musste ein paar Basiskurse in Englisch, Fremdsprachen, Mathe und so belegen, aber da wurden wirklich nur die Basiskenntnisse vermittelt, die aber gründlich. Wer später auf die Uni will, muss eben entsprechend anspruchsvollere Kurse belegen, sonst schafft er die Aufnahmeprüfung nicht. Der muss dann eben nicht Goethe und Schiller im Original zitieren und auslegen können, wenn er was mit Naturwissenschaften machen will. Nur in Deutschland verlangt man das von einem angehenden Elektroingenieur. > > Ich bin fest davon überzeugt, dass es viel zu wenig Lehrer in > Deutschland gibt, die so einen Sprung handhaben können. Das, was ich zu > meiner Schulzeit an Lehrkörper miterlebt hab, war ja in weiten Teilen > kaum im Stande, eine bereits 'gesiebte' Gymnasialstufe vernünftig zu > betreuen. Und da mangelte es nicht nur an Fachwissen, wenn Schüler mehr > (faktisch korrekt!) wussten, als ihre Lehrer. > > Naja. Wenn alle Stricke reißen, gibts wieder Klippert-Training. Ich bin davon überzeigt, dass das deutsche Schulsystem einfach viel zu überfrachtet ist. Ein deutscher Abiturient hat nichts richtig gelernt, aber unglaublich viel in sich reingefressen. Ich würde vermuten, dass 80% der Abiturienten keinen komplizierteren Dreisatz rechnen können. Zumindest in meiner Abiklasse war das so. Und wenn ich mir ansehe, dass es nach wie vor schick ist, kein Mathe zu können, hat sich das sicher nicht geändert. Dafür haben sie alle mal was von Differenzialgleichungen gehört, ohne ansatzweise verstanden zu haben, worum es dabei geht. Das Resultat sieht man dann ganz plastisch bei den Wirtschaftswissenschaftlern. Gruss Axel
Axel Laufenberg schrieb: > Letztlich war zumindest die Highschool viel weniger ideologisch > ausgerichtet. Was meinst du denn mit ideologisch ausgerichtet?
Michael K-punkt schrieb: >> Ich habe eine Weile eine amerikanische High School besucht, da gab es >> auch keine Aufteilung in Gymnasium/Realschüler/Hauptschüler. > > Ist auch nicht notwendig, da das Niveau mit dem des deutschen Gymnasiums > kaum zu vergleichen ist. Soo ? Du glaubst Du würdest eine Aufnahmeprüfung an einer besseren amerikanischen Uni schaffen ? Da wäre ich aber vorsichtig. Die amerikanischen Nobelpreisträger kommen überwiegend aus amerikanischen Highschools. > >> Und da gab >> es auch Behinderte. Hat auch funktioniert, und ich habe da nicht weniger >> gelernt als am Gymnasium. Wenn ich darüber nachdenke, eigentlich sogar >> eher mehr. Jedenfalls sind meine Noten nach der Rückkehr deutlich besser >> gewesen. >> > > Da wäre die Frage, wie viele Schüler denn in einem Kurs gewesen sind. 20-25 > Oder wie man mit Schülern umgeht, die bis zum 3. Lebensjahr bei > taubstummen Großeltern aufgewachsen sind und sich mit dem Verstehen und > Sprechen von Texten extrem schwertun. Da gab es schlicht keine Probleme. Ich hatte z. B. mit einem Mädchen zu tun, bei der ich erst nach ein paar Tagen merkte, dass sie taub war, als ich sie von hinten angerufen hatte und mich über die ausbleibende Reaktion gewundert hatte. Die haben einfach im Vorfeld gelernt, Lippen zu lesen und zu sprechen. Da sie das in der Schule dauernd brauchten, waren die da ziemlich fit drin. Und da die anderen Kinder das wussten, haben sie darauf Rücksicht genommen. Ich kannte aus der Kirche auch ein paar Kinder, die mit taubstummen Eltern aufgewachsen waren. Denen hat man das nicht angemerkt, warum auch ? Die haben keine Sonderbehandlung bekommen, und sind damit klargekommen. > Vielleicht kümmert man sich (bisher zumindest) in Deutschland um diese > Leute in besonders rührender Weise, während man sie in anderen Ländern > ohnehin aus Ausschuß betrachtet und einfach so nebenher mitlaufen lässt. Als Ausschuss werden die wohl eher in Deutschland betrachtet. Wenn ich Kinder in eine Sonderschule mit einem Sonderstatus stecke, werden sie diesen Status nie wieder los. In den USA habe ich allerdings erlebt, dass man sich rührend um diese Menschen gekümmert hat, damit sie ein eigenes Leben in der Gemeinschaft und nicht separiert von dieser leben können. Wie bereits geschrieben, die Gehörlosen zumindest waren bestens integriert. Die waren mir etwas aufgefallen, weil sich die Kirche, die ich regelmässig besuchen "durfte", darauf fokussiert hat. Aber auch Rollstuhlfahrer gab es an der Schule, Rampen etc. waren sowieso Standard. Was ich in deutschen Schulen übrigens noch nie gesehen habe. Gruss Axel
Uhu Uhuhu schrieb: > Axel Laufenberg schrieb: >> Letztlich war zumindest die Highschool viel weniger ideologisch >> ausgerichtet. > > Was meinst du denn mit ideologisch ausgerichtet? Lehrerideologie. Die Vorstellungen der Lehrer, die ja niemals im wahren Leben angekommen sind, was die Schüler wissen müssen. Da wird dann also in die Lehrpläne geschrieben, dass Differentialgleichungen durchgenommen werden müssen. Die Lehrplanersteller, alles ausrangierte Mathelehrer sind durchweg der Meinung, dass das alle Schüler zum Ausfüllen ihrer Hartz4 Anträge unbedingt brauchen. Aber wenn man die Zahl derer, die das irgendwann im Leben mal brauchen, mit 10% annimmt, ist das wohl schon hoch gegriffen. dennoch müssen 100% der Schüler irgendwie in einem Test nachweisen, dass sie das können, sonst dürfen sie nicht Germanistik studieren. Das meine ich mit Ideologie. Warum lässt man nicht die 10% der Schüler, die das interessiert, Differentialrechnung machen und die restlichen nochmal Dreisatz und Prozentrechnung durchnehmen, was die viel nötiger hätten ? Und wer dann trotzdem E-Technik studieren will, fliegt eben spätestens im Vordiplom raus. Aber die hätten das dann sowieso nicht begriffen. Das ist übrigens das amerikanische System. Man kann auch einen laschen Abschluss machen, nur hilft der einem nichts. Gruss Axel
Axel Laufenberg schrieb: > Das meine ich mit Ideologie. Hm, das ist eine etwas eigenwillige Definition von Ideologie... Ich denke, das Hauptproblem an der Schule ist, daß man versucht alles, aber auch alles irgendwie zu regeln. Das kann nur geballte Mittelmäßigkeit hervorbringen und ein typischer Lehrer ist wohl einer, der nach dem Abitur plötzlich ungeregelt dasteht - wenn ihn früher nicht erst mal die Bundeswehr holte - und sich überlegte: "Soll jetzt etwa der Ernst des Leben losgehen? Nein, das kann nicht sein, ich werde Lehrer". Man kann nicht alle Behinderten einfach in "die Regelschule" stecken, genausowenig, wie man die alle einfach in die Hilfsschule abschiebt. Gehörlose - mich fasziniert es immer wieder, wenn ich sehe, wie sich welche in Gebärdensprache unterhalten - sind ein Fall, die im Leben sehr gut zurecht kommen können und die in eine Hilfs-/Sonder-/Förderschule abzuschieben, ist ein Verbrechen. Die lernen nämlich selbst in unseren bescheuerten Regelschulen wirklich fürs Leben. (Und die weniger/nicht gehandicapten Schüler lernen auch was fürs Leben dabei.) Geistig Behinderte in eine Gymnasialklasse zu stecken wäre genau so ein Verbrechen, wie es eins ist, hochintelligente Kinder in einen Lehrplan zu pressen, der sie deutlich unterfordert, nur weil man damit ein paar Paukerstellen einsparen kann. Es sind wohl uralte Strukturen, die letztlich aus der Zeit der Untertanenschule stammen, von denen sich die Schulbürokraten ums Verrecken einfach nicht trennen wollen. Die hätten am liebsten Schulen nach dem Vorbild der Koranschule, wo nur einfach blind auswendig gelernt wird. Lernen kann Spaß machen und tut es bei ungeschädigten Kindern auch immer. Nur wenn es die einzige Leistung ist, die ein Schulsystem wirklich perfekt beherrscht, auch noch dem letzten Kind den Spaß am Lernen zu verderben¹ und jegliche Neugier mit Stumpf und Stiel auszurotten, dann ist damit in der digitalisierten Welt ganz einfach Hopfen und Malz verloren. -------------------- ¹ Grüne Lehrer sind darin wahre Genies. Die werden dann von den unwissend gehaltenen Schülern für "68-er" gehalten und der (berechtigte) Haß färbt auf die ab, die genau diesen Scheiß schon vor 40 Jahren nicht wollten und nur wegen ihrer politischen Ansichten verfassungswidrig nicht als Lehrer eingestellt wurden. Dank dem Säulenheiligen der westdeutschen Demokratie Willy Brandt und seinen Berufverboten.
Ich habs schonmal erwähnt: Es gibt in Deutschland Kurssysteme! Etwa in Rheinland-Pfalz, wo ich zur Schule gegangen bin. Bringen tut das aber nichts, weil es nur halbherzig umgesetzt ist, oder so ähnlich...
Uhu Uhuhu schrieb: > die genau diesen Scheiß schon vor 40 Jahren nicht > wollten und nur wegen ihrer politischen Ansichten verfassungswidrig > nicht als Lehrer eingestellt wurden. Das hätte ja auch geheißen, das System in Frage zu stellen, statt es zu betonieren, was aber die wahre (nicht vorgebliche) Aufgabe des Lehrkörpers ist. Diesen "Fehler" beging schon Sokrates. Hier liegt die Grundsätzliche Krux des Selbstverständinisses aller Lehrenden, im dialektischen Widerspruch der Generationsinteressen. Namaste
Haku schrob:
>Es gibt in Deutschland Kurssysteme!
Hat man dort statt Lehrbüchern Kursbücher auf dem Tisch?
;-)
Das ist doch alles Mumpitz.Eine 10-klassige, allgemeinbildende
Oberschule
und für die Abituri-Enten noch 2 Jahre auf einer erweiterten Oberschule.
Wer nach der 8.Klasse raus will: Bitte schön.
Gleiche Lehrpläne im ganzen Land und: Ruhe hat's!
MfG Paul
@ Paul, das hatten wir schon. Und wer nicht ins Schema passte oder gar selbst denken wollte wurde geschnitten. Danke, das war nicht besser als heute und es hatte auch den selben Zweck. Kurse dienen der besseren Anpassung an den Bedarf der Lernenden. Schulklassen dienen der Anpassung der Schüler an die Erhaltung des Klassensystems. Namaste
Winfried J. schrieb: > Kurse dienen der besseren Anpassung an den Bedarf der Lernenden. Wenn sie denn auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind...
Winfried schrob: >das hatten wir schon. Ganz grünau. Ich denke, daß das nicht das Schlechteste war. >Und wer nicht ins Schema passte oder gar selbst >denken wollte wurde geschnitten. Irgend ein Schema muß es geben. Du siehst ja selbst, was heute bei dem Wirrwarr von Schulformen herauskommt. Aber lassen wir das; es ist ohnehin vorbei und die sog. schulpolitischen Sprecher und Bildungs-"Eggsberrdn" müssen ja auch noch ein Betätigungsfeld haben. MfG Paul
Paul Baumann schrieb: > Winfried schrob: >>das hatten wir schon. > Ganz grünau. >Ich denke, daß das nicht das Schlechteste war. Ich schon. >>Und wer nicht ins Schema passte oder gar selbst >>denken wollte wurde geschnitten. > Irgend ein Schema muß es geben. Wirklich? Schemata auf Individuen anzuwenden deformiert selbige und hindert sie ihre Fähgkeiten zu entfalten, dies um so mehr je enger die Schemata und je unflexibler deren Anwendung. > Du siehst ja selbst, was heute bei dem Wirrwarr von Schulformen herauskommt. Das Erwünschte, eine leicht manipulierbare Masse Menschen welche nicht selbständiger zu agieren vermögen als zuderen optimaler Ausbeutung nötig. > Aber lassen wir das; Warum? > es ist ohnehin vorbei ist es nicht. Nur das spezielle Einheitsmodell ist vorbei die anderen Uniformierungsmodelle funktionieren nach wie vor, entsprechend der tatsächlichen Aufgabe, natürlich aber nicht der Vorgeblichen. > und die sog. schulpolitischen Sprecher und Bildungs-"Eggsberrdn" müssen > ja auch noch ein Betätigungsfeld haben. ach so? Namaste
Winfried J. schrieb: >> Du siehst ja selbst, was heute bei dem Wirrwarr von Schulformen herauskommt. > Das Erwünschte, eine leicht manipulierbare Masse Menschen welche nicht > selbständiger zu agieren vermögen als zuderen optimaler Ausbeutung > nötig. Meinst du wirklich, daß es tolerierbar ist, daß man mit Kindern nicht von Bremen nach Bayern umziehen kann, weil die Schulsysteme völlig inkompatibel sind? Ich finde, daß sowas einfach nicht sein darf.
Aber es scheint sich noch immer zu lohnen, wenn einige nur dort leben können, wo sie hingefallen sind. Der einzige unteschied ist wie eng mann die Grenzen zieht. Hier in Österreich werden zum Beispiel bis heute Altenpflegerinnen aus D. nicht anerkannt wenn sie ihre in Ausbildung D. vor 2002 abgeschlossen haben. Hingegen konnte ich mich mit 10 Jahren BE selbständig machen ob man mir das in München gestattet hätte weis ich nicht. aber die Berufsannerkennung von der schulform abhängig zu machen ist auf jeden Fall müßig. Kurssysteme könnten zumindest bei den Schulsystemen auch hilfreich sein die diese Schranken zu überwinden, oder eben auch zu verschärfen, je Bedarf von wem auch immer. Namaste
Axel Laufenberg schrieb: > Du glaubst Du würdest eine Aufnahmeprüfung an einer besseren > amerikanischen Uni schaffen ? Da wäre ich aber vorsichtig. Die > amerikanischen Nobelpreisträger kommen überwiegend aus amerikanischen > Highschools. Alles zu seiner Zeit. Zumindest was Mathe anbelangt habe ich mehreren Schülern bei der Vorbereitung auf den SAT-Test geholfen. Der Stoffumfang entspricht in etwas dem, was man nach der 9. Klasse Gymnasium locker draufhat. >> >>> Und da gab >>> es auch Behinderte. Hat auch funktioniert, und ich habe da nicht weniger >>> gelernt als am Gymnasium. Wenn ich darüber nachdenke, eigentlich sogar >>> eher mehr. Jedenfalls sind meine Noten nach der Rückkehr deutlich besser >>> gewesen. Die Frage wäre aber auch, was die Behinderten gelernt haben. Integration oder Inklusion bedeutet doch mehr als dass die "Normalen" keinen weiteren Schaden nehmen. >> Oder wie man mit Schülern umgeht, die bis zum 3. Lebensjahr bei >> taubstummen Großeltern aufgewachsen sind und sich mit dem Verstehen und >> Sprechen von Texten extrem schwertun. > Da gab es schlicht keine Probleme. Oh doch. Dieses Kind hatte erhebliche Probleme und war nur einer Sonderschule überhaupt in der Lage, dieses Trauma aufzuarbeiten. Zudem dürfte sich herumgesprochen haben, dass gerade die ersten Jahre für die Sprachentwicklung extrem wichtig sind. >> Vielleicht kümmert man sich (bisher zumindest) in Deutschland um diese >> Leute in besonders rührender Weise, während man sie in anderen Ländern >> ohnehin aus Ausschuß betrachtet und einfach so nebenher mitlaufen lässt. > Als Ausschuss werden die wohl eher in Deutschland betrachtet. Wenn ich > Kinder in eine Sonderschule mit einem Sonderstatus stecke, werden sie > diesen Status nie wieder los. Deswegen prozessieren auch so viele Eltern ihre Kinder ins Gymnasium - weil sie dann den "Status" des Gymnasiasten nicht mehr los werden. Offenbar geht es bei uns ohnehin viel um "Status". Wenn man sieht dass ein Kind in einer Regelschule nicht mitkommt finde ich es nur fair, wenn man hier eine zusätzliche Ebene einzieht die das Kind auffängt und nach seinen Fähigkeiten fördert und fordert. Zumindest vor Jahren waren die Klassen in den Sonderschulen wirklich klein (12 Schüler) und man konnte wirklich differenzierten Unterricht machen. Denn jedes Kind auf der Sonderschule hat ja seine eigene Geschichte und ganz individuelle Probleme. Hier einfach von den "Doofen" zu reden wäre unfair und unmenschlich. Dass im Zuge des Sparzwangs auch Sonderschulen eher zu Verwahranstalten "verkommen" und es dort noch viel eher aus dem Ruder läuft als z. B. am Gymnasium wissen zwar die Leute vor Ort (also die Lehrer, Schüler und Eltern), aber nicht die lieben Herren und Damen Bildungspolitiker. Und: In den USA geht ja jeder in eine High School. Die Auslese findet über den Ruf der High School und später an der Uni statt. Wenn man hier jedem das Abitur in die Hand drückt, dass ist das Gymnasium auch nix besonderes mehr. Aber genau das ist, was die Bildungspolitiker offenbar wollen: Die Bildung wird zunehmen privatisiert und vor allem soll sie nicht von der Allgemeinheit bezahlt werden (kleine Klassen sind teurer als große) sondern von den Leuten, die dafür genug Kohle haben. > In den USA habe ich allerdings erlebt, > dass man sich rührend um diese Menschen gekümmert hat, damit sie ein > eigenes Leben in der Gemeinschaft und nicht separiert von dieser leben > können. Wie bereits geschrieben, die Gehörlosen zumindest waren bestens > integriert. Die waren mir etwas aufgefallen, weil sich die Kirche, die > ich regelmässig besuchen "durfte", darauf fokussiert hat. Aber auch > Rollstuhlfahrer gab es an der Schule, Rampen etc. waren sowieso > Standard. Was ich in deutschen Schulen übrigens noch nie gesehen habe. Falls es irgendwie machbar ist, finde ich die Integration bzw. das Miteinander sehr positiv. Was aber machbar ist muss sich aus meiner Sicht am Wohl des Kindes orientieren und nicht an dogmatischen Vorgaben.
Winfried J. schrieb: > Kurse dienen der besseren Anpassung an den Bedarf der Lernenden. Klingt plausibel, scheitert aber an einer Kleinigkeit: Ein lernerfolgbasiertes Kurssystem funktioniert nur, wenn ein Lernwille vorhanden ist. Merkst Du was?
Timm Thaler schrieb: > Winfried J. schrieb: >> Kurse dienen der besseren Anpassung an den Bedarf der Lernenden. > > Klingt plausibel, scheitert aber an einer Kleinigkeit: Ein > lernerfolgbasiertes Kurssystem funktioniert nur, wenn ein Lernwille > vorhanden ist. > > Merkst Du was? Das ist klar. Aber der Lernwille wird gerade durch das Klassensysem, welches die Fähigkeiten und Bedürfnisse pauschlisiert vorraussetzt nicht jedoch realistisch erfasst, bei den meißten Kindern systemaisch zerstört, in dem sie konsequent ihrer Erfollgschancen beraubt, nur selten Erfolge zu erziehlen in der Lage sind. Das ist die Folge von systematischer Fehlanpassung der Lerninhalte an die Fähigkeiten der Kinder, denn im (Alters-)Klassensystem findet diese Anpassung schlicht nicht statt und kann es auch gar nicht. Im Gegeneil, die Kinder werden ins pauschale Schema gepresst welches aber auf keines von ihnen passt. So wird hier abgeschnitten was vorsteht(Das Kind wird um die Chance diese Fähigkeit auszubauen beraubt) und dort kann das Kind die Lücke nicht füllen weil es an der notwendigen Unterstützung mangelt. Die Fähigkeiten verkümmern und die Schwächen werden forciert! Am Ende wird ein Soll festgelegt und im Weiteren wird nur bewertet welche Defizite festgesellt werden. Herrausragendes wird mangels Maßstabes gar nicht erfasst. Selbst ein sehr gut bestätigt nur das kein Mangel vorliegt. Alles Dinge welche den Lernwillen systematisch zerstören. Es darf als Wunder gelten, dass es Kinder gibt welche robust genug sind dieses Schulsystem scheinbar ohne massive Beschädigung zu durchstehen, aber diese werden ja auch nicht erfasst und gelten wenn nicht als erwünscht so zumindest als normal. Es sind dies die viel zitierten, desinterressierten, leicht zu beeinflussenden Konsumlemminge, wie sie unser Bildungssystem zu Hauf ausspuckt. Kritiklosigkeit an den herrschenden Zuständen ist heute wie damals das oberste Ziel einer als Bildungseinrichtung getarnten Unterwerfungsinstitution, genannt Schule. Die notwendig Bildung dient nur dem Alibi. Die Abtrennung von Gymnasiasten dient einzig der Möglichkeit auch die Ausbildung der Wunschelite weitestgehend auf Kosten der Allgemeinheit zu gestalten. Besonders deutlich wird das, wenn wie kürzlich bekannt wurde, einer finanziell armen Schülerin eine von der Gemeinde für ihre Leistungen gewährte Unterstützung von 50€ monatlich zur Förderung, durch die ARGE als "Einkommen" angerechnet und so wieder entzogen wird. Genau dies ist Klassenauslese und hat mit Bildung rein gar nichts zu tun. Namaste
Winfried J. schrieb: > Die Abtrennung von Gymnasiasten dient einzig der Möglichkeit auch die > Ausbildung der Wunschelite weitestgehend auf Kosten der Allgemeinheit zu > gestalten. > Besonders deutlich wird das, wenn wie kürzlich bekannt wurde, einer > finanziell armen Schülerin eine von der Gemeinde für ihre Leistungen > gewährte Unterstützung von 50€ monatlich zur Förderung, durch die ARGE > als "Einkommen" angerechnet und so wieder entzogen wird. > > Genau dies ist Klassenauslese und hat mit Bildung rein gar nichts zu > tun. 1. Dass es bei Sozialleistungen Missbrauch gibt - und zwar auf beiden Seiten - ist (leider) klar und jeder dieser Fälle ist bedauernswert. Vom Ansatz her muss man ja z. B. gefundene Pfandflaschen und deren Einlösung im Supermarkt als "Einkommen" angeben. Was tun? die Flaschen liegen lassen? Wie geht der Spruch: Das Geld liegt auf der Straße, man muss sich nur wieder bücken! 2. Früher gab es mal 20% Gymnasiasten, wenn überhaupt. Da lernten dann im Lateinunterricht etwas über den gallischen Krieg um sich so auf eine fesche Offizierslaufbahn vorzubereiten. Da mag diese Sozialisierung der Bildung zugetroffen haben. Heute schickt man bewusst alles aufs Gymnasium, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, verkürzt gleichzeitig die Schulzeit um 11%, stellt nicht genug Lehrer ein (Klassen von mehr als 30 sind keine Seltenheit) und "spart" sich so ein paar Jahre, vielleicht Jahrzehnte ein paar Kröten. Von den schlimmen Zuständen in Hauptschulen mal ganz abgesehen. Als Folge haben wir dann den Fachkräftemangel, schlecht ausgebildete Leute, die vermehrt von Arbeitslosigkeit bedroht und betroffen sind und ein Ausufern der Sozialausgaben für nachträgliche Korrektur von Versäumnissen in der Schulzeit. Von dem System "Wir sorgen für gute Gymnasien - ihr macht Abi und zahlt dann mehr Einkommenssteuer weil ihr mehr verdient" hat man sich wohl verabschiedet zugunsten eines "Wir bieten ein Alibi-Abitur an, die Auswahl besorgt die Uni, und die, die mit dem System nicht klargekommen sind, wursteln wir mit ein paar Sozialarbeitern und Hartz-IV-Sachbearbeitern bis zur Armutsrente durch. Parallel dazu jammern wir über Fachkräftemangel und ringen schon mal mit den Händen." Die Rechnung hierfür zahlen dann wieder mal ALLE. Insofern sollte man gut durchrechnen ob gute Schulausbildung sich nicht auch volkswirtschaftlich doch rentiert. Ich meine, da gibt es auch schon Studien drüber, dass sich Investition in Bildung für ein Land richtig rentiert. Halt langfristig, nicht im Zyklus der Wahlen.
@ M.K. hier kann und will ich in keinen Punkt widersprechen. Namaste
Michael K-punkt schrieb: > Oh doch. Dieses Kind hatte erhebliche Probleme und war nur einer > Sonderschule überhaupt in der Lage, dieses Trauma aufzuarbeiten. Wieso Trauma? Ist es denn von den taubstummen Großeltern mißhandelt worden?
Timm Thaler schrieb: > wenn ein Lernwille vorhanden ist. Der ist bei Kindern von vorn herein und angeboren vorhanden. Nur schaffen es unsere Schulen ziemlich regelmäßig, diesen Willen durch Gängelung und Frustration in sein Gegenteil zu verkehren.
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