Nabend,
kommt einigen vielleicht komisch vor, aber dennoch:
Warum nutzt man als Standartspannung für viele Systeme 3,3V?
Hat das einen technischen Hintergrund?
3,3V ist ja nicht gerade eine gerade Zahl, so wie z.B. 5V.
Man hätte ja auch 3,1V oder 3,5V nehmen können.
Danke
RTL kam mit 3V aus. Für TTL brauchte man mehr, weil mehr als 2 UBe in
Reihe lagen.
5V war kleiner als die UBEreverse Spannung von bipolaren Transistoren,
also konnte man Rückwärtsdioden als Serrdioden benutzen, daher wurde TTL
mit 5V versorgt.
Die Eingangsspannungsschaltgrenze zwischen HI und LO von RTL, DTL und
TTL lag bei 1.4V.
Als man die Spannung für CMOS reduzieren musste weil die Strukturen auf
dem Chip so klein wurden, daß sie bei 5V nicht mehr ausreichend
isolierten, und andererseits weil das umladen um so grosse Spannungen
nur Verluste einbrachte, hat man sich halbwegs symmetrisch um die 1.4V
gelegt, mit 3.3V, dadurch konnte man die Bauteile nach wie vor
TTL-kompatibel halten.
Heute gibt es 1.8V etc. wegen noch kleinerer Strukturen.
Interessante Frage, habe gerade mal etwas gegoogelt. Die niedrigere
Spannung war ja erforderlich aus Gründen der schnelleren
Schaltgeschwindigkeit, den kleineren Strukturen auf den Chips, der
geringeren Leistungsaufnahme etc.
Bei 3,3V hatte man insbesondere in der Übergangszeit eine gewisse
Kompatibilität mit älteren 5V Systemen, mit 3.3V Versorgung abzgl.
diverser Verluste in den schaltenden Elementen kann man immer noch die
Schwellen der älteren 5V Technik sicher erreichen.
MaWin schrieb:> hat man sich halbwegs symmetrisch um die 1.4V> gelegt
Also hat das einfach einer ohne tieferen Sinn festgelegt?
Tiramisu schrieb:> Dann quadrier mal 3.3 und 5. Jetzt die Schönheit der> "neuen" Normspannung sowie das Leistungsverhältnis> erkannt?
Äh, ich kann dir nicht ganz folgen. Wollte ich die Leistung halbieren
würde ich auf 3,5V kommen.
Eine wirklich tieferen Grund gibt es eigentlich nicht, man hätte auch
3,14 V wählen können. Aber so etwa 3-3,5 V war damals eine gute Wahl
hinsichtlich Leistung, Geschwindigkeit, Herstellbarkeit und Interface
mit alter 5 V Logik.
Auch kann man mit 3,3 V auch noch ganz gut eine LED (rot, grün, gelb)
treiben.
Andere Vermutung: Irgendetwas was offiziell mit 5V funktionierte
funktionierte auch noch mit 3.3V aber nicht mit 3.0V brauchbar und
musste nicht neuentwickelt werden.
Ob man da auch irgendwie eine geometrische Abstufung hinbekommt:
5
3,3
2,7
1,8
1,5
1,2
0,9
naja, irgendwie nicht so richtig, aber vielleicht war es ursprünglich so
geplant...
Stefan Helmert schrieb:> naja, irgendwie nicht so richtig, aber vielleicht war es ursprünglich so> geplant...
Warum sollte das so sein? Dass sich die Spannungen im unteren Bereich
nicht mehr so stark ändern liegt einfach daran, dass eine Schaltung mit
0V oder -2V eben nicht mehr funktioniert. Man nähert sich quasi den 0V
nur an. Das hat aber nix mit irgendeiner geometrischen Reihe zu tun.
holger schrieb:> Wieso fährt ein Auto nicht mit Cola?
Und merkste was? Andere als "Dummfragende" zu degradieren ist manchmal
garnicht so clever. Id**t!!!
When the fabs switched from 0.5um to 0.35um, the thinner gates could
only handle potentials up to 3.6V. That led to supplies at 3.3V +/- 10%.
Das klingt für mich am glaubwürdigsten. Jedoch müsste man zur
untermauerung irgendwo die Angabe finden dass 0,35µm Strukturen wirklich
nur 3,6V vertragen.
Stimmt das, und wenn ja(oder nein), wo stehts?
Die maximale Isolationsspannung (oder genauer: die Feldstärke) an einem
gesperrten PN-Übergang ist limitiert und kann durch noch so gute
Prozesse nicht gesteigert werden.
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Daher muss bei sinkenden Abständen auch die Spannung sinken.
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Andererseits:
Die Bandabstände in den Materialien (Silizim, GaAs) sind physikalisch
ebenfalls fast fest definiert. Bei Si sind es 0,7V.
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Damit kann die minimale Spannung nicht unterschritten werden!
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Das Fenster wird also immer enger. Besser werden geht daher nur noch,
wenn man genauer wird, d.h. alle Strukturen sehr homogen und
gleichmässig sind, sodass man weniger Reserve benötigt und enger an die
Grenzen kommt.
Das ist auch kostentechnisch begrenzt, denn eine Annäherung um wenige
Prozente bedingt sofort mehr Ausschuss.
Man kann z.B. viele Chips, die mit 1,8V gerade nicht laufen mit 2,0 sehr
gut betreiben, wenn auch nicht mit den maximalen Frequenzen, wegen des
Schaltfensters und letztlich auch einmal der Wärme.