Hallo, in irgend einem Thread wurde behauptet die Abgabenlast eines Erwerbstätigen läge bei ca. 70 %. Ich habe jetzt mal schnell nachgeschaut. Es stimmt tatsächlich: Ausgehend von 100 % Bruttolohn kommen ca. 23 % AG-Anteil Sozialabgaben dazu, also wird das Unternehmen mit 123 % belastet. Der AN zahlt noch einmal 20,625 %, also sind nur noch ca. 79,4 % übrig. Bei einem Einkommenssteuersatz (+Solidaritätszuschlag) von 47.47 %, der sich auf den Bruttolohn bezieht, bleiben noch rund 32 % normiert man die 123 % AG-Kosten auf 100 %, bleiben noch ca. 26 % davon für den AN. Zieht man jetzt noch die Umsatzsteuer von 19 % ab, bleiben noch 21 % übrig. (Berechnung stimmt evtl. nicht ganz, da Krankenversicherung gedeckelt ist) ca. 4/5 versickern also! Positiv betrachtet steckt da viel Potential drin: Schwarzarbeit lohnt sich richtig. Es lohnt sich vor allem auch der Empfänger dieser Abgaben zu sein. Nun bleibt noch die Frage: Leben wir noch in einer (sozialen) Marktwirtschaft? Sobald die Abgabenlast über 50 % steigt, übersteigt die Fremd-/Zentralverwaltung der marktabhängigen Steuerung.
Wie kommst du darauf, daß dein Rentenbeitrag versickert ? Wenn du von 25 bis 65 arbeitest, und von 65 bis 80 in Rente bist, hättest du 18% als Rentenbeitrag zurücklegen müssen um 67% Rentenniveau erreichen zu können. (Zins=Inflation) und sogar 27% um denselben Betrag ausgeben zu können wie zuvor. Nur die Idioten, die nichts zurückgelegt hätten sondern alles versoffen hätten, glauben, daß Rente unnötig ist. Und wieso glaubst du, daß Krankenkassenbeiträge nicht für dich sind ? Weil du beim ersten ernsten Schnupfen sterben willst, weil du NIE Geld für einen Arzt ausgeben würdest ? Im Durchschnitt gibt der Deutsche 11% vom Einkommen für Gesundheitsleistungen aus. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/Gesundheit/Diagramme/AnteilBIP,templateId=renderPrint.psml Klar, DU hast das nicht nötig.
Und vergiß nicht die Mehrwertsteuer, die sowieso an fast allem greift, was du mit dem Nettolohn noch anstellst...
MaWin : Mit deiner Argumentation versickern die Steuern aber auch nicht;)
Stefan Helmert schrieb: > normiert man die 123 % AG-Kosten auf 100 %, bleiben noch ca. 26 % davon > für den AN. Zieht man jetzt noch die Umsatzsteuer von 19 % ab, bleiben > noch 21 % übrig. Erinnert mich etwas an den Schulklassiker, bei dem man die Arbeitszeit von Lehrern auf 3 Tage runterrechnet. ;-) > Nun bleibt noch die Frage: Leben wir noch in einer (sozialen) > Marktwirtschaft? Sobald die Abgabenlast über 50 % steigt, übersteigt die > Fremd-/Zentralverwaltung der marktabhängigen Steuerung. Wenn du im beschriebenen Einkommensbereich liegst, dann kannst du jederzeit die derart berechnete "Abgabenlast" reduzieren, indem du dich privat krankenversicherst. Bleibt viel mehr Netto vom Brutto - zumindest nach deiner Rechnung. Wenn du jung bist, dann stimmt das auch. Richtig ist: Diese Ausgaben sind fremdbestimmt. Es gibt freiheitlicher gewirkte Marktwirtschaften, also welche in denen Krankenversicherung keine Pflicht ist, keine Arbeitslosenversicherung besteht usw. Das Ergebnis sind in den USA zig Millionen nicht Krankenversicherte, die dann halbtot den Notaufnahmen der Krankenhäuser zur Last fallen.
A. K. schrieb: > Das > Ergebnis sind in den USA zig Millionen nicht Krankenversicherte, die > dann halbtot den Notaufnahmen der Krankenhäuser zur Last fallen. Und damit als MRSA Brutstätte wirken.
Zur Marktwirtschaft: Ein Markt funktioniert dann gut, wenn man auf die Ware verzichtet, wenn der Preis zu hoch wird. Er funktioniert schlecht, wenn die Nachfrage vom Preis unabhängig ist, weil man nicht verzichten kann. Einfaches Beispiel für Letzteres ist der Markt für harte Drogen: Steigende Preise führen nicht zu sinkender Nachfrage sondern zu steigender Beschaffungskriminalität, weil der Kunden die Waren zwingend benötigt. Mit der Gesundheit ist es ähnlich (nicht so krass allerdings, weil es durchaus optionale Leistungen gibt, aber eben nicht im Kernbereich). Wer verzichtet schon auf eine erforderliche Behandlung bloss weil sie teuer ist, solange er das irgendwie bezahlen kann. Infolgedessen können die Anbieter der Leistungen in einer freien ungeregelten Marktwirtschaft hohe Preise verlangen, ohne dass die Nachfrage allzu sehr absinkt. Im Gesundheitswesen läuft es also darauf hinaus, dass eine freie ungeregelte Wirtschaft bei gleicher Leistung insgesamt teurer ist als eine staatlich geregelte. Wenn Freiheit über allem steht, der akzeptiert das, und akzeptiert die Nebenwirkungen. In Europa hat man sich freilich auf andere Modelle verständigt. Für manche Amerikaner ist das bereits teuflischer Sozialismus.
Zu anderen "Abgaben" wie Rentenversicherung: Eine Alternative wäre ein nicht staatlich verordnetes umlagefinanziertes sondern ausschliesslich freiwillig angespartes Rentensystem. Freie Wahl also. Spare wenn du gut verdienst, lege das Geld gut an, damit du im Alter dieses angesparte Geld verfutterst. Hat natürlich ein paar Haken. Viele würden das nicht machen, wenn sie die Wahl haben zwischen Rente in 40 Jahren und iPhone 5 jetzt. Andere würden das Geld auf isländische Banken legen, weils da so viel Zinsen gibt. Auf guten Verdienst in 40-50 Lebensjahren Vollbeschäftigung hoffen, dann aber dauerarbeitslos werden. So ein System funktioniert daher nur, wenn man bereit ist, diese Leute notfalls verhungern zu lassen, oder auf freiwillige Spendenaktionen setzt. Und genau da sind wie beim "sozialen" Aspekt. Die europäischen Gesellschaften haben soziale Zwangsregelungen, die krasse Auswüchse verhindert. Kann man anders machen.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2362114:
> Ja das ist leider so. Aber das Geld was uns der Staat abpresst
Huh? Ein FDP-Anhänger outet sich? Ich dachte schon die gibts kaum noch.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2362114:
> Revulution, am besten so im Stile von 1789.
Yep. Rübe ab. Als erstes kommen die Grosskopfeten dran, danach ist
freilich deine fällig, schon aus Selbstschutz. Aber das stört dich
bestimmt nicht, wenn so das Ziel einer gerechteren Gesellschaft erreicht
wird.
Modellrechnung für einen „Normalverdiener“ Die folgende Berechnung, die nach dem vorstehenden Grundmodell aufgebaut ist, ermittelt das wirkliche Einkommen eines Arbeitnehmers mit einem Brutto-Monatseinkommen i.H.v. 2.000 Euro, der Autofahrer ist, keine Kinder hat und in Steuerklasse I eingeordnet wird: Brutto-Monatsgehalt: 2.000,00 €
1 | ./. Lohnsteuer (Tabelle 2009): 253,08 € |
2 | ./. Kirchensteuer: 9,0% 22,78 € |
3 | ./. Solidaritätszuschlag: 5,50% 13,92 € |
4 | ./. AN-RV: 19,90% 199,00 € |
5 | ./. AN-KV (Einheitsbeitrag): 14,00% 140,00 € |
6 | ./. AN-KV (Sonderbeitrag): 0,90% 18,00 € |
7 | ./. AN-ALV: 2,80% 28,00 € |
8 | ./. AN-PV (keine Kinder): 2,20% 22,00 € |
9 | = Netto-Auszahlung: 1.303,22 € |
10 | ./. Praxisgebühren (monatl.): 3,33 € |
11 | ./. Sonst. Gesundheitskosten: 20,00 € |
12 | ./. Kfz-Steuer (Schätzung): 30,00 € |
13 | ./. Kfz-Versicherung (Schätzung): 60,00 € |
14 | = Netto minus direkte Abzüge: 1.189,89 € |
15 | ./. USt.: 19% 75% 142,49 € |
16 | ./. USt.: 7% 25% 19,46 € |
17 | ./. MineralölSt.: 0,7210 € 80 Liter 57,68 € |
18 | ./. Verbrauchssteuer (Schätzung): 100,00 € |
19 | ./. AfA Auto: 4 Jahre 8.000 € 166,67 € |
20 | = Verwertbares Realeinkommen: 703,60 € |
21 | = Brutto-Abgabenquote: 64,82% |
22 | Berufsgenossenschaft: 3% 60,00 € |
23 | = AG-SV inkl. BG: 449,00 € |
24 | = Gesamter Personalaufwand: 2.449,00 € |
25 | = Real-Abgabenquote: 71,27% |
aus http://www.zingel.de/pdf/02vre.pdf Das ist aber eine reine Abgababenrechnung. Bei einer Leistungsbilanz wieviel jeder zahlt und wieder zurück erhält sieht die Sache anders aus. Für Normalverdiener dramatisch schlechter. Weder z.B. Oper, Theater, Bildung, Polizei, bessere ärtzl. Versorgung der "Leistungsträger" - das sind jene welche die Leistung anderer vor sich her tragen - sind berücksichtigt. Auch die Staatsschulden, von denen Rentner, EU, Militär Beamte und Pensionäre überproportional profitieren während in den Sozialversicherungen jede Menge Zweckentfremdung stattfinden sind unberücksichtigt.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2362128: > Ich bin weder ein Anhänger von CDU,CSU,FDP,SPD, > SED usw. Dann bleiben ja nur noch die Piraten?
> freiwillig angespartes Rentensystem
Vergiss es. Das hat bereits bewiesenermaßen nicht funktioniert.
Was alleine heute an ehemals Selbständigen und nun nicht mehr
Erwerbstauglichen in Grundsicherung steckt, weil sie "vergessen" haben
zu sparen, ist unglaublich.
Man könnte eher sagen: Lege mindestens 19% zurück, du darfst aber mehr
einzahlen, wenn du glaubst, dein jetzt so gutes Einkommen muß
Einkommensausfälle in anderen Zeiten ausgleichen. Also statt privater
Zusatzversicherung einfach private Zusatzeinzahlungen die
Zusatzansprüche ergeben. Die Frage ist halt, wem man mehr traut, den
Banken&Versicherungen oder dem Staat.
iaoffline schrieb: > ./. Kfz-Versicherung (Schätzung): 60,00 € > ./. AfA Auto: 4 Jahre 8.000 € 166,67 € Nette Rechnung, die Ausgaben fürs eigene Auto vorsorglich gleich mit als "Abgaben" zu deklarieren. Warum nicht auch gleich die Miete oder die Schuldzinsen fürs Eigenheim, den Frisör, den Metzger oder die Klamotten?
Thomas B. schrieb: > Dann bleiben ja nur noch die Piraten? Du hast die Grünen vergessen! Zuckerle legt Wert auch ökologischen Anbau.
MaWin schrieb: > Vergiss es. Das hat bereits bewiesenermaßen nicht funktioniert. Klar, genau das wollte ich damit ja deutlich machen. Ein vollständig freiwilliges System funktioniert nicht, riskiert Zustände wie in der Dritten Welt. > Zusatzansprüche ergeben. Die Frage ist halt, wem man mehr traut, den > Banken&Versicherungen oder dem Staat. Wie sonst auch: Die Vielfalt macht es. Aller Besitz, der in Geld gerechnet wird, kann mit Währungsreformen und ähnlichen Wirren vollständig verschwinden. Das staatliche Rentensystem ist neben Sachbesitz noch am ehesten in der Lage, zumindest rudimentäre Versorgung herzustellen, ob gerecht oder nicht, ob mit Verschwendung oder nicht. Dafür ist die Verzinsung untermittelprächtig, was man durch andere aber riskantere Formen ausgleichen kann.
Zuckerle schrieb:
> ... oder das der Staat wirtschaftlich zusammenbricht
Das ist garantiert wenn keiner mehr Steuern zahlt.
Handel - Tauschgeschäft besiegelt durch Handschlag.
Nix Überweisung. :-)
Hast Du schon Tauschobjekte angehäuft, z.B. Kaffeefilter zum Trinkwasser
reinigen? Derzeit noch günstig zu bekommen.
Zuckerle (Gast) schrieb: A. K. schrieb: >> Huh? Ein FDP-Anhänger outet sich? Ich dachte schon die gibts kaum noch. > Hör doch bloss mit der FDP auf. Die Partei vom Guidomobil. Fairerweise muss man feststellen, dass sie da aber noch besser dastanden als heute - prozentemäßig gesehen. :) > Der Einzige > der > da noch Schneid hatte, war der Mümmelmann. Immerhin hatte der Charisma. Aber seine Kampa damals gegen Friedman war überflüssig wie ein Kropf. Wie's geendet hat ist bekannt. > Guckt euch doch mal den grossen Feldherrn Saddam Hussein an. > Lässt sich wie den letzen Wurzelsepp aus dem Erdloch ziehen und wehrt > sich > nicht mal, obwohl er ne Spitze dabei hatte. Man muss ihm dann noch > umständlich den Prozess machen bevor man ihn aufhängt. Das hat mich auch damals gewundert, wie so ein einst "dominanter Feldherr" sich so jämmerlich vorführen lässt. Aber letztlich ist das Ende von Schergen meistens alles andere als heldenhaft. Ich erinnere an das Video eines sichtlich gealternden Bin Laden der sich selbst aus der Zeit seiner besseren Tage zappend mit der Fernbedienung im Fernsehen anschaut - in zusammengekauerter Haltung, schützend mit einer alten Decke eingehüllt. Hatte vielleicht gerade Schnupfen der "arme". :) > Aber jetzt mal ganz ehrlich, ich glaube nicht an die Reformierbarkeit > des politischen Systems. Ist mir zu unkonkret, zu schwammig. Bleiben wir aktuell und sprechen wir von der dringend erforderlichen Reform des Umgangs mit den Finanzmärkten. Der eigentliche Hirnriss den die Politik augenblicklich begeht ist sich nur auf die Bekämpfung der Auswirkungen der Finanz- und Eurokrise zu stürzen, große wahnwitzige Rettungspakete zu schnüren, anstatt die Ursachen des ganzen Desasters zu bekämpfen, nämlich die Finanzmärkte wieder ein einen Ordnungsrahmen zu überführen, vom dem aus sie eben nicht Staaten angreifen und Währungen in Schieflage bringen können. Die Freiheiten die hier einmal gewährt wurden haben die Büchse der Pandorra geöffnet und die muss wieder geschlossen werden und zwar um JEDEN PREIS. > Ich bin weder ein Anhänger von CDU,CSU,FDP,SPD, > SED usw. Ich hoffe das die Leute dieses Pack verjagen, oder das der > Staat wirtschaftlich zusammenbricht. Vielleicht kommt dann was > besseres. Wie die Partei heißt ist im Grunde genommen völlig egal. Es muss das richtige getan werden. Darauf kommt es an. Inzwischen hat sogar die CDU Positionen übernommen die sie noch von wenigen Jahren aus purer Ideologie völlig abgelehnt hat, nämlich Finanztransaktionen zu besteuern (wenn man sie schon nicht verbieten kann). Aber warum soll man nicht auch für die Gesellschaft bedrohende Tatbestände von Großbanken schlicht verbieten können? Die Börse selber kann wenn erforderlich den Handel eigenhändig aussetzen und einfach sagen SCHLUSS FÜR HEUTE! Warum dürfen 3 private Ratingagenturen mit Sitz in New York über das finanzielle Schicksal von Europa entscheiden? Wer hat diesen Privatunternehmen von denen keiner genau weiß wer da die Hand führt eigentlich so viel Macht verliehen? DAS sind Fragen die unsere Politiker beantworten müssen. Die Zeit der Neokonservativ-Neoliberal gläubigen Marktfetischisten ist endgültig vorbei. Die haben abgewirtschaftet wie einst die Falken unter Busch im weißen Haus. Sie sind gerade am sterben und schlagen deshalb wie ein wildes Tier im Todeskampf um sich, mit ihrer Palin-Graswurzel-Foxnews-Lügenbewegung und hoffen wohl darauf, dass mit dem Abgang des Euros für sie wieder mehr anglo-amerikanischer Raum geschaffen wird in der kommenden Zeit, indem sie lieber ihr eigenes Land mit einer Betonkopf-Blockadehaltung gegen Obama's Versuche die US-Konjunktur wieder in Schwung zu bekommen vor die Wand fahren lassen. Aus den Reihen heraus dieser Finanzplätze/Leitbörsen/Großbanken ist seit der Lehman-Pleite nur Ungemach gekommen. Erst haben sie uns mit ihren Schrottpapieren überschüttet. Dann mussten sie durch unvorstellbar viel Geld gerettet werden und nun lauern sie darauf mit den vorhandenen jeweiligen Staatsschulden als Hebel den Euro zu zerstören, indem sie sich ein Land nach dem anderen Herauspicken und attackieren. Das ist ein globaler Finanzkrieg der da entfacht ist und gegen Kriege gibt es nur ein Mittel, nämlich GEGENANGRIFF. Schlagt diesen Schergen ihre Instrumente aus der Hand bevor es zu spät ist!
Zuckerle schrieb >Revulution, am besten so im Stile von 1789. Dazu sind die Leute in >diesem Land zu dumm, die lassen sich lieber bei lebendigem Leib das >Fell über die Ohren ziehen. Hast Du schon mit der Revolution angefangen?
Das Problem liegt vielmehr in der Korruption - Ich verstehe auch nicht, warum immer behauptet wird, sowas gäbe es in der westlichen Staatenkultur nicht/kaum. Abgeordnete dürfen "Nebenjobs" haben . Hallo?? Das ist doch nichts anderes als legalisierte Bestechung! [Ironie] Klar, wenn ich im Aufsichtsrat der Firma X sitze (und 100TEUR Jahresgehalt bekomme) werde ich immer meine persönliche politische Einstellung durchsetzen und nie im Interesse der Firma handeln! [/Ironie] Daher ist's auch völlig egal, welche Partei an der Macht ist! Auch der Grüne "vergisst" beim Anblick von 100TEUR schnell mal seine Grundsätze!
Das klappt auch in Bezug auf Griechenland: Das Athener U-Bahn System wurde von der Deutschen Bahn gebaut. Griechenland zahlt dafür immer noch den Kredit ab - und zwar an die Deutsche Bank. Wenn jetzt Griechenland pleite gähe würde der Ackermann sehr traurig werden. Also sagt er den Politikern, die vin ihm geschmiert (anders kann mans nicht nennen!) werden, sie sollen zusehen, eine Griechenland-Pleite zu verhindern! Es gibt sicher noch viele ähnliche Beispiele! Meine Meinung!
Kapitalgedeckte Rentenversichtungen sind halt Spekulationsobjekte. Wenn man Glück hat, und man hatte keine Währungsreform oder Wirtschaftscrash dazwischen, dann ist das toll und es funktioniert. Ob wir in den nächsten 50 Jahren so etwas haben werden weiß niemand, zwischen den Crashs steigen die Kurse jedoch. Ich glaube nicht, dass das Sozialsystem, selbst wenn wir Dinge wie bedingungsloses Grundeinkommen europaweit hätten, irgend ein relevantes Problem ist. Wenn wir es nur schaffen, auch in der Politik, vernünftig zu handeln, nach echten wissenschaftlichen Verfahren, so haben wir keine Probleme mehr. Die "Abgabenlast" ist kein Kriterium für Wohlstand. Wenn man überhaupt einen Zusammenhang sehen will, so kann man sich Statistiken zur subjektiven Zufriedenheit der Bevölkerung anschauen. (Ja, so was gibts) Da sind Länder mit großer Abgabenlast tendenziell weit vorne.
Christian Berger schrieb: > Da sind Länder mit großer Abgabenlast tendenziell weit vorne. Wobei kulturelle Unterschiede dabei eine gewisse Rolle spielen. Deutsche sind notorisch unzufrieden und immer am mosern. Das gehört sich hier so, sonst wird man als Ausländer angesehen. ;-)
agp schrieb: > Ist mir zu unkonkret, zu schwammig. Bleiben wir aktuell und sprechen wir > von der dringend erforderlichen Reform des Umgangs mit den > Finanzmärkten. Der eigentliche Hirnriss den die Politik augenblicklich > begeht ist sich nur auf die Bekämpfung der Auswirkungen der Finanz- und > Eurokrise zu stürzen, große wahnwitzige Rettungspakete zu schnüren, > anstatt die Ursachen des ganzen Desasters zu bekämpfen, nämlich die > Finanzmärkte wieder ein einen Ordnungsrahmen zu überführen, vom dem aus > sie eben nicht Staaten angreifen und Währungen in Schieflage bringen > können. Die Freiheiten die hier einmal gewährt wurden haben die Büchse > der Pandorra geöffnet und die muss wieder geschlossen werden und zwar um > JEDEN PREIS. Mir stellt sich die Frage: warum sind die Staaten abgreifbar? Sie sind es, weil sie allesamt seit Jahrzehnten Schulden um Schulden machen, ständig in der irren Hoffnung, das werde sich später schon irgendwie regeln. Ok, tut es ja auch, wie man jetzt sieht. Aber plötzlich ist das Geschrei gross. Da stellt sich eine begnadete Kanzlerin hin und sagt, man müsse die Finanzmärkte regulieren und wir haben den ersten Schritt mit der Bankenabgabe gemacht und die Finanztransaktionssteuer werde den Rest erledigen...??? Das Grundübel ist für mich der Staat/die sogenannte Demokratie, in der Politiker aller Farben ständig nur an das eigene Fortkommen und die nächste Wahl denken. Und am Ende mit goldenem Handschlag in der Versenkung verschwinden, wohlversorgt bis ans Lebensende, niemals haftbar gemacht werden kann, egal welchen Scherbenhaufen man hinterlässt. Daraus folgt eine 100prozentige Unfähigkeit zu echten Reformen. Alles, was es an "Reformen" gibt: wie kann noch mehr Geld abgezogen werden, um das gegenwärtige System weiter laufen zu lassen. Mal ökologisch, mal als soziale Wohltat, mal als Gerechtigkeit verpackt. Immer schön im Wechsel, nicht zu viel auf einmal. Deutschland stellt sich gerne als Vorbild solider Haushaltspolitik hin - solide nenn ich anders. Solide ist, nicht mehr auszugeben, als man einnimmt. Zumindest über einen längeren Zeitraum gesehen.
H.joachim Seifert schrieb: > Das Grundübel ist für mich der Staat/die sogenannte Demokratie, in der > Politiker aller Farben ständig nur an das eigene Fortkommen und die > nächste Wahl denken. <Hier bitte den Churchill einsetzen> Was wäre denn die Alternative, also die bessere wohlgemerkt?
Das ist ja das Problem, es gibt keine Alternative. Viele haben erkannt, dass man durch Wahlen nichts, aber auch gar nichts ändern kann. Der Anteil der Nichtwähler steigt nicht ohne Grund auf ständig neue Rekordmarken (und diese einfach alle als wahlfaul abzutun ist zu kurz gedacht). Also wird irgendwann der Bogen überspannt sein und dann knallts. Und dann geht das Gleich von vorne los :-)
Dieses dämliche Genöle über die Abgabenlast ist doch alles nur Propaganda der Banken die unsinnige "steuersparende" "Produkte" verkaufen wollen. (wenn man am Ende pleite ist zahlt man in der Tat keine Steuern mehr) Sowie Propaganda der Steuerberaterzunft . Eben allen, die an der schlechten Laune die daraus entsteht verdienen. Leute, wer 8 Stunden arbeitet, 60k Euro verdient , sich ein Haus , ein Auto, ne Familie und 2 Urlaube im Jahr leisten kann: der ist doch gut dran. Soll doch froh sein daß er/sie Steuern zahlen kann, anstatt Hartz 4 zu kassieren, kein Haus, kein Urlaub etc. Die Griechen, die zahlen keine/kaum Abgaben, und wozu das führt das sehen wir ja. Siehe auch USA: miese öffentliche Schulen, verrottende Infrastruktur, Kalifornien pleite. Also einfach nicht soviel rumrechnen, alle Anderen müssen auch zahlen, wir sitzen alle in demselben Boot.
Martin schrieb: > Leute, wer 8 Stunden arbeitet, 60k Euro verdient , sich ein Haus , ein > Auto, ne Familie und 2 Urlaube im Jahr leisten kann: der ist doch gut > dran. Sollte man meinen. Aber wenn man dann die Klagen liest, man könne davon doch unmöglich die Putzfrau, zwei Autos und das Pferd der Tochter finanzieren...
>Viele haben erkannt, dass man durch Wahlen nichts, aber auch gar nichts >ändern kann. "Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten" (?)
Stefan Helmert schrieb: > Bei einem > Einkommenssteuersatz (+Solidaritätszuschlag) von 47.47 % Du weiss aber schon, wie das mit der Einkommenssteuer funktioniert, oder?
Timm Thaler schrieb: > Du weiss aber schon, wie das mit der Einkommenssteuer funktioniert, > oder? Da er 47,47% angegeben hat müssen es mindestens 47,465% sein. Müsste theoretischschon gehen, selbst als Arbeitnehmer, wenn sein Steuerberater zu blöd ist. Mag jemand mal ausrechnen, was er mindestens verdienen muss um dort anzukommen?
A. K. schrieb: > Müsste > theoretischschon gehen, selbst als Arbeitnehmer, wenn sein Steuerberater > zu blöd ist. Geht nicht mal praktisch: http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuertarif Wikipedia: "Die Spitzenbelastung inkl. Solidaritätszuschlag beträgt dementsprechend ... 45 % + (5,5 % von 45 %) = 47,475 % (ab 2007)" Das ist aber der Spitzensteuersatz, den er auf alles über 250TEur zahlt. Er kommt also effektiv rein mathematisch nie an diesen Satz heran. Sorry, aber: 1. Leute mit derart hohen Einkommen können sich locker den Steuerberater leisten, der ihnen das wieder aufs Existenzminimum runterrechnet. 2. Leute mit derart hohem Einkommen möchten mir bitte mal erklären, warum gerade sie so viel Geld "verdienen". Mein Mitleid hält sich ehrlich gesagt in Grenzen.
A. K. schrieb: > Nette Rechnung, die Ausgaben fürs eigene Auto vorsorglich gleich mit als > "Abgaben" zu deklarieren. Warum nicht auch gleich die Miete oder die > Schuldzinsen fürs Eigenheim, den Frisör, den Metzger oder die Klamotten? Bin damit auch nicht konform, aber in der Systematik des Autors ist das eher folgerichtig da ein Großteil der abhängig Beschäftigten auf das KFZ angewiesen ist und die Fahrkarte kostet auch (Geld UND Zeit). Zum Ausgleich vielleicht: Viele nicht abzugsfähige Kosten sind unberücksichtigt, z. B. Anzüge und sonst nötige Kleidung oder ein Arbeitsraum zu Hause ist für viele auch nicht absetzbar usw. Die Richtung stimmt aber. Abgaben ohne Ende. Martin schrieb: > Leute, wer 8 Stunden arbeitet, 60k Euro verdient , sich ein Haus , ein > Auto, ne Familie und 2 Urlaube im Jahr leisten kann: der ist doch gut > dran. Ironietags vergessen? Wer 5000 im Monat hat kann sich sicher mehr Leisten Selbst der Neusprech der Staatspropaganda kann da nicht anders: >Die Mehrheit: >Über die Hälfte der Haushalte hat ein monatliches Nettoeinkommen von >unter 2.600 Euro. http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Gesellschaft__und__Zukunft/120__Definition__Mitte.htm Wohlgemerkt Haushaltseinkommen wo selten nur einer arbeitet bzw eine Familie davon (und noch weit weniger) lebt.
Jens Martin schrieb: > Über die Hälfte der Haushalte hat ein monatliches Nettoeinkommen von > unter 2.600 Euro. Die zahlen dann aber auch keine 42% Einkommenssteuer... Oder um es mit Volker Pispers zu sagen: Leiden Sie auch so unter dem Spitzensteuersatz? http://www.youtube.com/watch?v=uFRmESErGK4 http://www.youtube.com/watch?v=9sXuWoKJT28
>Oder um es mit Volker Pispers zu sagen: Leiden Sie auch so unter dem >Spitzensteuersatz? Ja. Er hatte ihn ja sogar schon im Kinderzimmer.
Dabei gibt es eine Möglichkeit die Abgabelast auf 0% zu drücken, aber davon seit ihr wohl noch weit entfernt. - Aufhören zu Arbeiten, denn die gezahlte Steuer geht ohnehin nur für Griechenland drauf - Investieren in echtes Geld, das ist nach einem Jahr steuerfrei. Aber Menschen die grad mal 700 am Ende vom Monat zum Essen übrig haben, brauchen daran auch nicht mal im Traum denken. Somit: Sucht euch einen Chef, der euch ordentlich entlohnt für die Leistung oder nehmt doch besser gleich Harz-V. Wenn niemand mehr für 3000 Butto arbeiten möchte, dann werden die schon mehr zahlen müssen. Für 700 Rest würde ich niemals täglich 8 Stunden den Arschkriecher spielen. Nicht vergessen: Offizielle Inflation 2,4%, Inofizielle 10..20% Somit sollte wohl jeder von euch Jährlich 10% mehr bekommen, weil es wahrscheinlich die letzten Jahre nichts gab, sollte gleich mal 30% beaufschlagt werden (Netto! nicht brutto). Siehe auch hier: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/09/26224/ Ich bin mal gespannt, wenn ALLE auf einen Schlag kündigen würden. Nur so aus Spass für einen Monat. Dann können die Politiker mal schauen ob vielleicht nicht Griechenland uns unterstützen könnte? zumindest mit 1..2 Millarden?
Hier auch andere Meinungen: http://213.145.232.18/Infos-DE.html Eintrag von heute, 13:15 Leserzuschrift - Rückzug und 12:15 Leserzuschrift - Zur gestrigen Leserzuschrift "Steuern abliefern"
Markus Müller schrieb: > "Steuern abliefern" "Eine kritische Masse von Steuerverweigerern muss entstehen, sonst behält der Staat die Oberhand." Das hat schon bei Thoreau nicht funktioniert. Was glaubst Du, wie schnell man Dich am Arsch hat, wenn Du nicht die Steuern zahlst, von denen der Staat glaubt, dass sie ihm zustehen. 3 Monate, dann Kontopfändung. Wenn da nicht genug drauf, Kontosperrung. Mit allen Folgen wie Nichtbedienung von Einzugsermächtigungen, Karteneinzug. Wenn weiter nichts zu holen, Pfändung Deines Eigentums. Vergiss es, die wissen nicht nur, wo Du wohnst...
Timm Thaler schrieb: > Die zahlen dann aber auch keine 42% Einkommenssteue Warum diese Diskussion von Spitzensteuerzahlern immer aufkommt verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Es ist kein Problem den Steuersatz bei hohen Einkommen zu senken indem z.B. Wohnungen gekauft werden die in den ersten Jahren Verlust machen. Der Käufer setzt da mehr als das doppelte ein um Steuern "zu sparen". Ist auch Finanzpolitisch so gewollt, schließlich fliest dieser Betrag in der Regel (da nur die Zinsen und Abschreibung geltend gemacht werden können) an die Banken in Form von Zinsen. Die übliche strukturelle Korruption in allen Lebenslagen Marke Germany. Anschließend holt sich der Staat (er hat ja Zeit) die Steuerersparnis in Form von Steuern aus "Einkommen aus Vermietung und Verpachtung" wieder zurück. Markus Müller schrieb: > Dabei gibt es eine Möglichkeit die Abgabelast auf 0% zu drücken, aber > davon seit ihr wohl noch weit entfernt. > > - Aufhören zu Arbeiten, denn die gezahlte Steuer geht ohnehin nur Konsumverzicht, ich kenne ein paar die das so handhaben. Einige siehst du nur ein paar Monate in Deutschland (zum Geldverdienen), sonst "liegen Sie am Strand". > - Investieren in echtes Geld, Gibt es das noch? Schweizer Franken könnte damit gemeint sein.. Die Frage nach der Abgabenlast ist aber meiner Meinung nach eher unwichtig. Sinnvoll wäre eher die nach dem freien verfügbaren Einkommen. In dem Nachweis von Herrn Zingel weiter oben fehlen z.B. völlig die kommunalen Abgaben wie meist überteuerte Preise für Strom, Wasser, Gas, Müllabfuhr etc. In diesen sind weitere "Abgaben" versteckt. Auch z.B. die LKW-Maut zahlt letztlich der Verbraucher, sie ist ebenfalls nicht aufgeführt.
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