Forum: Offtopic Vernünftige Nutzung nutzloser CNC-Fräsen


von Uhu U. (uhu)


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Kürzlich war ich auf einer Exkursion über Exoten im Wald. Dabei kamen 
wir an einem Edelkastanienbaum vorbei, der reichlich reife Maronen 
abgeworfen hatte.

Nach der Exkursion ging ich direkt nochmal dort vorbei, um weiter 
einzusammeln. Es dauerte nicht lange, da kam noch ein Pärchen von der 
Exkursion. Der Typ fragte nach einiger Zeit seine Freundin, ob sie am 
Abend Moraonen auf die Fete mitnehmen sollten. Sie meinte, sie würde ja 
gerne teilen - aber Maronen?


Mittlerweile hab ich schon dreimal frische Maronen gefuttert und 
experimentiert, wie man sie am besten zubereitet.

Beim ersten Versuch hatte ich sie einfach mit einem scharfen Messer 
angeschnitten, dann 10 Minuten in Salzwasser gekocht und anschließend 15 
Minuten im Backofen bei 230° gebraten.

Die Maronen von der Schale zu befreien, war eine elende Fummelei, hat 
keinen Spaß gemacht.

Beim zweiten Versuch habe ich die meisten einseitig mit einem 
Tomatenmesser kreuzweise geritzt und beim Rest doppelseitig kreuzweise 
geritzt und anschließend wie beim ersten mal gekocht und gebraten.

Die einseitig geritzten gingen leidlich zu knacken, bei den 
doppelseitigen ging es ganz leicht.

Dumm ist nur, daß diese Ritzerei ein ziemlich zeitraubendes und 
langweiliges Geschäft ist.

Könnte man nicht eine der vielen nutzlosenen CNC-Fräsen, die hier immer 
wieder zum Platinenfräsen benutzt werden, endlich einer sinnvollen 
Beschäftigung zuführen?

Die Aufgabe ist sicherlich anspruchsvoll, denn man bräuchte auch noch 
irgendwas, was den Fräser über die individuell geformten Früchte führt, 
damit nichts von der köstlichen Frucht weggefräst wird.

Hat nicht jemand Lust, sowas zu bauen?

von Harry U. (harryup)


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hi,
vllt. kann man die Stromaufnahme des Fräsermotors messen, sobald die 
ansteigt, unterstellen wir: Schale gefräst. Und ab jetzt darf nur noch 
in Minischritten weitergefräst werden, damit deine Frucht erhalten 
bleibt.
Möglicherweise sinkt die Stromaufnahme auch wieder, wenn der Fräser die 
Frucht zermetzgert, käme mal auf einen Versuch an.
Aber wie immer im Leben, du musst halt erstmal massig Maronen sammeln, 
damit du nachher auch 'ne ordentliche Testserie anleiern kannst.
Die Fräsen findet man ja wohl an jeder Ecke, die dürften nicht das 
Problem sein...
Grüssens, harry

von Simon K. (simon) Benutzerseite


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Auf dem Mittelaltermarkt, wo wir jährlich hingehen, gibt es auch 
Maronen. Die kann man aber problemlos "abpellen".

Vielleicht noch ein paar andere Rezepte ausprobieren.

von Peter L. (Gast)


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Geht auch ohne Anschneiden oder ritzen, einfach in einer gelochten 
Pfanne über offenem Feuer braten.
Die Kastanien sollten grob vorsortiert sein
(grosse brauchen natürlich länger, bis sie gar sind)


1. die Kastanien müssen ein paar Tage abgelegen sein (frisch haben Sie 
zu viel Feuchtigkeit)


2. Am Anfang benötigt man ein starkes (heisses)Feuer
   dadurch wird die Schale an einer Stelle durchgebrannt, da kann später 
der Dampf entweichen

3. Kastanien immer wieder vom Feuer nehmen, müssen sich langsam 
erwärmen, sonst explodieren sie, weil der Wasserdampf nicht schnell 
genug entweichen kann.

4. nicht schütteln und nur wenig rühren, da die Schale als Schutz bis 
zuletzt auf der Kastanie bleibt (wo die Schale fehlt, verbrennt sie)

das Ganze dauert ca 7-10 Minuten je nach Grösse.
Jetzt ist die Schale schwarz und fast verbrannt.
Erst jetzt beginnt das Abschütteln der Schalen.
Die fertigen Kastanien kommen in ein Gefäß zum "schwitzen".
Wenns richtig gemacht wurde, bleiben oft nur weniger als 10% der Schalen 
und die lassen sich spielend ablösen.
Dazu passendes Getränk = Schilchersturm.

Prost und Mahlzeit

von Michael K. (charles_b)


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Das mit dem vorher Kochen war mir neu. Wenn ich ab und dann ein 
Beutelchen aus der Metro mitbringe dann kommen sie angeritzt (Kreuz auf 
der flachen Seite) in den Backofen.

Alternativ habe ich ein Metallgitter in einen Topf gelegt (ca. 1 cm 
Abstand zum Boden), Wasser auf 5 mm Höhe eingefüllt und die Dinger dann 
gedämpft. Ebenfalls sehr lecker.

Die Maronen in die Pfanne zu geben und direkt zu erwärmen hat bei mir in 
erster Linie verbrannte Objekte ergeben bzw. man musste extrem 
aufpassen. Also kein besonders fool-proofes Verfahren für mich.

Die Schalen sind eigentlich immer recht problemlos abgegangen. 
Allerdings sind die Dinger aus der Metro natürlich nicht sooo frisch wie 
direkt aus dem Wald.

Aber auf den nächsten Maronenabend zusammen mit einem guten Schluck Wein 
freu ich mich schon.

von Wilhelm F. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Die Maronen von der Schale zu befreien, war eine elende Fummelei, hat
> keinen Spaß gemacht.

Die Kastanienbäume mit den schönen eßbaren Maronen brachten in der 
Trierer Region die Römer aus ihrer Heimat mit, weil die auch wußten, was 
gut ist. So stehen hier in der Gegend etliche Kastanienbäume in den 
heimischen Wäldern. Trier, älteste Stadt, war ja auch mal so eine 
Hauptgegend der Römer. Es gibt hier auch Gegenden mit den nicht eßbaren 
Kastanien. Da muß man etwas aufpassen, wie beim Pilze suchen.

Meine Mutter kocht auch heute noch gelegentlich Maronen als besonderes 
Zwischenereignis. Die sind meistens vom Markt, und oft halb faul. Am 
besten geht man sie frisch selbst suchen, aber die alten Herrschaften 
sind nicht mehr so mobil. Mal sehen, ob ich das nicht machen kann.

Sie werden aber nur in Salzwasser gekocht, und nicht noch sonstwie 
geröstet. Und lassen sich dann auch leicht mit einem spitzen 
Küchenmesser schälen.

Auf Jahrmärkten gab es wohl früher Maronenhändler, die haben allerdings 
kein siedendes Salzwasser dabei. Keine Ahnung, wie die sich schälen 
lassen, hatte die nie probiert.

Wenn es dich interessiert: Nächste Woche erreiche ich meine Mutter 
wieder. Und kann die mal fragen, wie lange die Maronen kochen, und wie 
viel Salz im Wasser sein muß.

Auch bei der Oma gab es in den 1960-er Jahren schon Maronen. Die konnte 
das auch. Es war eine kleine Leckerei außerhalb der üblichen 
Essenszeiten. So wie man heute mal Chips oder Erdnüsse öffnet.

von Karl H. (kbuchegg)


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Peter L. schrieb:

> Dazu passendes Getränk = Schilchersturm.

Aaaah. Ein Südsteirer!

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Hier am Niederrhein gibts reichlich Maronenbäume. Einen haben wir so im 
Garten und inzwischen schmeisst der so ca. 10kg (dieses Jahr übrigens 
ca. 14 Tage früher als sonst)

Können wir nicht mehr vertilgen, also reichlich verschenkt.
Aber das Problem mit nicht richtig schälen können haben wir auch. 
Gekaufte (französische oder türkische) haben damit kein Problem (dafür 
ist bei denen oft bis 50% mit Maden befallen, bei unseren eigenen gibts 
das Problem überhaupt nicht).
Tja, ist die Frage - liegts an der Maronenart oder an der sachegmässen 
Lagerung bis zum Rösten? Gekocht (da geht das halbwegs mit dem Schälen) 
schmecken sie mir nicht, da fehlt das gewisse etwas.

Weiss jemand, wie man die Dinger richtig lagert?

von Uhu U. (uhu)


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Da muß man etwas aufpassen, wie beim Pilze suchen.

Wer eine Roßkastanie nicht von einer Edelkastanie unterscheiden kann, 
der sollte lieber zu McFett fressen gehen...

H.joachim Seifert schrieb:
> (dafür
> ist bei denen oft bis 50% mit Maden befallen, bei unseren eigenen gibts
> das Problem überhaupt nicht).

Na ja, die Maden sind doch gut mit Maronen gemästet - ich esse die 
einfach als Fleischbeilage mit...

> Gekocht (da geht das halbwegs mit dem Schälen)
> schmecken sie mir nicht, da fehlt das gewisse etwas.

Ich koche die beidseitig kreuzgeritzten Kastanien zuerst 10 Minuten, 
dann kommen sie 15 min. in den Backofen auf Stufe 5 (~230°) - der macht 
dann den feinen knusprigen Geschmack. Dabei rollen sich sie 
Schnittkanten der Schalen hoch und man kann sei ganz leicht ganz 
durchbrechen und schälen. Ich habe das allerdings nicht mit gelagerten 
Maronen probiert.

Eigentlich sind Maronen so eine Art Wald-Süßkartoffeln und so ähnlich 
kann man sie auch zubereiten. Es gibt Kochrezepte mit Maronen als 
Beilage, dazu werden sie meist nur gekocht.


Nachdem ich nochmal über das optimale Ritzwerkzeug nachgedacht habe, bin 
ich von der CNC-Fräse abgekommen. Besser wäre ein Sägeklinge, die 0,5 mm 
aus einer Führung herausragt. Die zieht man einfach kreuzweise über die 
Kastanie und muß sich nicht mit der Schnittiefe beschäftigen.

von Läubi .. (laeubi) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Besser wäre ein Sägeklinge, die 0,5 mm
> aus einer Führung herausragt. Die zieht man einfach kreuzweise über die
> Kastanie und muß sich nicht mit der Schnittiefe beschäftigen

Wie wäre es hiermit:
http://wingi.1on.de/archives/440-USB-Werkzeuge.html ;P

von Uhu U. (uhu)


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Läubi .. schrieb:
> Wie wäre es hiermit:
> http://wingi.1on.de/archives/440-USB-Werkzeuge.html ;P

Aber nur, wenn der Laden auch Kneifzangen zum Hoseanziehen im Sortiment 
hat...

von j. c. (jesuschristus)


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Es gibt in Leipzig auf dem Weihnachtsmarkt so einen seltsamen Kauz, der 
da mit einer Art Eisenbahnlok-Maronibräterei steht. Der hat ein 
Gebrauchsmuster auf eine automatische Anritzvorrichtung, wo die Maronis 
auf einem Band an 2? Messern vorbeigeführt werden. Leider süppelt er 
glaubt ich ein wenig, was mit einer gewissen Nachlässigkeit gegenüber 
der Wartung des Geräts einherzugehen scheint. Sprich: Messer stumpf, 
Maronis kaum zu knacken.

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