Hallo Leute, ich bin gerade dabei mein Haus abzureißen. Leider kämpfe ich da gerade mit einigen Wurzeln, die ich einfach weghaben möchte. Meine Idee war einen Ankerpunkt zu setzen und an diesem Ankerpunkt aus 3-4 Erdnägeln zu errichten, einen Ketten-Flaschenzug daran zu befestigen, ein Seil an der Wurzel zu befestigen und dann am Flaschenzug zu ziehen. Was meint ihr, würde das funktionieren?
Hast du ein Baumhaus? Spass beiseite, bei flachwurzelnden Bäumen kann es funktionieren, sobald eine Pfahlwurzel im Spiel ist, musst du stärkere Geschütze auffahren. Notfalls ausgraben. Arno
Bei uns hat ein freundlicher Landwirt mal kurz mit seinem Schlepper angelegt und dann war Friede. Ein wenig ausgraben muss man natürlich und dann Ketten drunter durch.
Ich hatte neulich mit zwei Koniferen- (ca. 20cm Durchmesser) und einem Zwetschgenbaumstumpf (ca. 30cm Durchmesser) zu tun. Die Koniferen ließen sich recht gut freigraben, die dicksten Wurzeln dort, wo sie "abtauchen" mit einem Schlangenbohrer und einer kräftigen Maschine so weit wie möglich abgebohrt. Dann mit eine Brechstange (2m lang, 50mm Sechskant zum Weichenstellen) und einem Balken als Unterlage 'rausgehebelt. Der Zwetschgenbaum hatte auch recht einfach freizugrabende, große Wurzeln waagerecht, aber auch unzählige nach unten (nix wackelte). Also freigegraben, mit Rabattensteinen abgestützt und den Stumpf mit einem 12 Tonnen-Hydraulikstempel abgedrückt. Dauert etwas auszugraben, geht aber mit wenig Kraftaufwand. Wurzel ausreißen benötigt wirklich rohe Gewalt, also nicht mit Seilzug an tragenden Konstrukten probieren. ;-)
Dimitri Roschkowski schrieb: > ich bin gerade dabei mein Haus abzureißen. Leider kämpfe ich da gerade > mit einigen Wurzeln, die ich einfach weghaben möchte. Wirklich die Wurzeln, oder nur die Stümpfe? Wenn nur die Stümpfe, dann könntest du eine Baumstumpffräse (alias Stubbenfräse) samt Bedienpersonal kommen lassen.
Thilo M. schrieb: > Wurzel ausreißen benötigt wirklich rohe Gewalt, also nicht mit Seilzug > an tragenden Konstrukten probieren. ;-) Deshalb auch vier Erdnägel (500mm lang, 22mm Durchmesser). Um die Köpfe herum kommt ein Achter-Knoten. Das sollte dann relativ stabil sein. Hannes Jaeger schrieb: > Wirklich die Wurzeln, oder nur die Stümpfe? An der Stelle war ein Haselnussstrauch. Das heißt, ich habe keinen einzelnen Stumpf, sondern viele kleine Äste, die unterirdisch zu einem Bündel zusammenlaufen und dann als Wurzel wieder in der Erde sich verteilen. Ich habe mal versucht das Ding rauszugraben. In einem Radius von ca. 70cm konnte ich den Spaten noch nicht einmal in den Boden treiben, da er auf die Wurzeln von dem Ding stieß. Deshalb dachte ich eben an die rohe Gewalt. Der Flaschenzug / Kettenzug den ich habe, schafft laut Beschreibung 3t. Ich habe aber keine Ahnung, ob das ausreichend ist.
Dimitri Roschkowski schrieb: > Deshalb dachte ich eben an die rohe Gewalt. Der Flaschenzug / Kettenzug > den ich habe, schafft laut Beschreibung 3t. Ich habe aber keine Ahnung, > ob das ausreichend ist. Der Flaschenzug dürfte mit drei Tonnen (schafft auch mehr) schon gehen, deine Erdnägel aber nicht. Außer, du betonierst jeden einzeln ein, Betonklotz von 40x40cm, 1m Tief. Nimm dir Zeit und grabe das Ding aus, das ist im Endeffekt weniger Arbeit. Einfach so weit freilegen, bis die Wurzeln tief genug in der Erde verschwinden, dann durchtrennen. Liegt der Rest frei, kannst du ihn mit relatv wenig Kraft ausreißen. Dimitri Roschkowski schrieb: > In einem Radius > von ca. 70cm konnte ich den Spaten noch nicht einmal in den Boden > treiben Nicht nach unten graben, immer an den Wurzeln entlang. ;-)
Thilo M. schrieb: > Der Flaschenzug dürfte mit drei Tonnen (schafft auch mehr) schon gehen, > deine Erdnägel aber nicht. > Außer, du betonierst jeden einzeln ein, Betonklotz von 40x40cm, 1m Tief. Also ich kann garantieren, dass die Erdnägel 3t halten. Also 20kN haben die schon gehalten. Thilo M. schrieb: > Nimm dir Zeit und grabe das Ding aus, das ist im Endeffekt weniger > Arbeit. oh ich hätte gerne etwas Sprengstoff.....
Dimitri Roschkowski schrieb: > Also ich kann garantieren, dass die Erdnägel 3t halten. Also 20kN haben > die schon gehalten. Ich meinte, wenn du die im Erdreich einfach so versenkst, da gibt die Erde eben nach. Die Nägel selbst halten schon, das ist klar.
Thilo M. schrieb: > Ich meinte, wenn du die im Erdreich einfach so versenkst, da gibt die > Erde eben nach. Die Nägel selbst halten schon, das ist klar. Die Nägel werden mit einem Vorschlaghammer in den Boden reingehauen und zwar so ca. 20-30° schräg gegen die Zugkraft. Also die Dinger halten bombenfest.
Dimitri Roschkowski schrieb: > Thilo M. schrieb: >> Ich meinte, wenn du die im Erdreich einfach so versenkst, da gibt die >> Erde eben nach. Die Nägel selbst halten schon, das ist klar. > > Die Nägel werden mit einem Vorschlaghammer in den Boden reingehauen und > zwar so ca. 20-30° schräg gegen die Zugkraft. Also die Dinger halten > bombenfest. Die Dinger kenn' ich schon. Für Festzelte z.B. verwendet. Bei einer Messe hatten sie so ein Ding zu zweit in den Asphalt gedroschen, u.A. in eine 20kV-Leitung. ;-) Das Ding kam mit Mach-2 aus dem Boden geschossen, gefolgt von einem Feuerball. - aber das ist eine andere Geschichte! Probier's einfach, mehr als schiefgehen kann's nicht! ;-)
Thilo M. schrieb: > Bei einer Messe hatten sie so ein Ding zu zweit in den Asphalt > gedroschen, u.A. in eine 20kV-Leitung. ;-) > Das Ding kam mit Mach-2 aus dem Boden geschossen, gefolgt von einem > Feuerball. Bei einer Messe? Dann war das keine 20kV-Leitung... ;-)
Timm Thaler schrieb: > Bei einer Messe? Dann war das keine 20kV-Leitung... ;-) Messe Sinsheim (nicht mehr existent), eher Industriegebiet als Messegelände. ;-)
Ok, ich geb zu, der war doppelt doppeldeutig: Messe => Papst Feuerball, aus dem Boden => da hat sich jemand gestört gefühlt
Thilo M. schrieb: > Bei einer Messe hatten sie so ein Ding zu zweit in den Asphalt > gedroschen, u.A. in eine 20kV-Leitung. ;-) Hmm... 1) Also ich kenne keinen, der mir erlauben würde, ein Loch in den Asphalt zu schlagen. Ich habe auch irgendwie so meine Zweifel, ob der Nagel überhaupt da durchgeht. 2) Den Nagel zu zweit in den Boden zu hauen ist eh eine schlechte Idee. Normalerweise steht nur eine Person im Gefahrenbereich. Denn es kann vieles passieren. 3) Ich kenne keinen, der eine 20kV Leitung 50cm im Boden führt. Thilo M. schrieb: > Das Ding kam mit Mach-2 aus dem Boden geschossen, gefolgt von einem > Feuerball. 4) Dafür kann es eigentlich nur zwei Gründe geben. Ein Magnetfeld oder eine Druckveränderung. Ein Magnetfeld scheidet hier wohl aus und bei der geringen Luftmenge, die der Nagel mitgeführt hat, habe ich so zweifel, dass der Nagel rausgeschossen wird. In der Regel verschmilzt der Nagel mit den Kabeln.
Andersrum geht es besser. Besorg dir einen gescheiten Hebel ( Vierkantrohr 80x 80 mm ) Jetzt eine Schlinge um die Wurzel, ein paar Kanthölzer und zwei bis drei schwere Jungs. Bei 4 Meter Hebel geht was :)
@ Dimitri: glaub' es oder lass' es. Ich stand in der Halle, während außen das Zelt aufgebaut wurde und es geknallt hat. Ich sagte ja, die Messe ist eine ehemalige Fabrikationshalle aus den 60ern gewesen. Wie dort die Leitungen verlegt wurden weiß ich auch nicht, jedenfalls verbrennt der Nagel an der Stelle, wo er den Kurzschluß zwischen den Phasen macht. Und das gibt eine schöne kleine Explosion mit Feuerball. Dimitri Roschkowski schrieb: > 2) Den Nagel zu zweit in den Boden zu hauen ist eh eine schlechte Idee. > Normalerweise steht nur eine Person im Gefahrenbereich. Denn es kann > vieles passieren. Hast du schon mal einen Messeaufbau erlebt? Und wie dort gearbeitet wird? ;-) Dimitri Roschkowski schrieb: > 1) Also ich kenne keinen, der mir erlauben würde, ein Loch in den > Asphalt zu schlagen. Ich habe auch irgendwie so meine Zweifel, ob der > Nagel überhaupt da durchgeht. Die Messeleitung ordnet den Bau das Zeltes ja höchstselbst an, da wird sie auch die Nägel erlauben. Und die Nägel gehen mit zwei Mann mit 5kg-Hammer problemlos durch.
Thilo M. schrieb: > glaub' es oder lass' es. Ich stand in der Halle, während außen das Zelt > aufgebaut wurde und es geknallt hat. Ich glaube erst einmal garnix ;) Ich finde solche Phänomene nur sehr erstaunlich. Thilo M. schrieb: > Hast du schon mal einen Messeaufbau erlebt? Und wie dort gearbeitet > wird? Ich glaube, ich sollte mir mal den Spaß gönnen. Nen liegestuhl mitnehmen und mir das Chaos mal reinziehen. Aber mal ganz ehrlich: Gibt es da bei euch niemanden, der mal über die Schulter guckt? Berufsgenossenschaft? Gewerkschaft? Die Messeleitung? Ihr selbst? Du kannst dir ja selbst ausrechnen, was für Kräfte du am Hammer hast, wenn er auf den Nagel trifft. Da kann so viel passieren!!!
Dimitri Roschkowski schrieb: > Ich glaube erst einmal garnix ;) Ich finde solche Phänomene nur sehr > erstaunlich. Ingenieurskrankheit! :-) Dimitri Roschkowski schrieb: > Da kann so viel passieren!!! Nur so als Beispiel: ich habe meine Beleuchtungstraversen aufgebaut, dafür muss ich in 8m an einen Träger. Den Hallenwart gefragt, ob ich den Hydrauliklift (bis 15m, selbstfahrend) haben und er mich einweisen kann. Antwort: "steht in Halle drei, wie's funktioniert siehst du schon." Wenn's da richtig hektisch wird interessieren keine Vorschriften oder sonstwas. Kontrollen gibt's nach dem Aufbau wegen Brandschutz usw. Ist zu meiner Tätigkeit im Kraftwerk auch das 100%ige Kontrastprogramm. ;-)
Thilo schrob: >Ist zu meiner Tätigkeit im Kraftwerk auch das 100%ige Kontrastprogramm. >;-) Na, das hoffe ich doch... ;-) MfG Paul
Thilo M. schrieb: > Ingenieurskrankheit! :-) Stimmt! Aber DHE ist auch nicht zu unterschätzen. Thilo M. schrieb: > Wenn's da richtig hektisch wird interessieren keine Vorschriften oder > sonstwas. Und wer zahlt bei euch, wenn es zu einem Unfall kommt? Das Erste, was die Versicherung macht, ist es mal zu fragen, wie es denn zu dem Unfall gekommen ist. Und wenn man dann sagt, dass die Ursache für das Loch im Kopf ein nicht getragener Helm + der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist, dann stellt sich die Versicherung idR. quer.
Dimitri Roschkowski schrieb: > ich bin gerade dabei mein Haus abzureißen. da ich mir nicht vorstellen kann, dass du das haus nur mit hammer und meißel (oder etwas fortschrittlicher presslufthammer) abreißen wirst liegt die lösung doch auf der hand: spendier dem baggerfahrer ein bier und er löst für dich das problem in minutenschnelle. und auf die paar minuten mehr kommts bei einem hausabbruch auch nicht darauf an. noch eine (lustige) alternative: stocksprengen ;-) (nur leider für über 90% der bevälkerung nicht legal machbar)...
Zu den Baumstümpfen: es gibt da so einen Trick.... 1) Löcher mit ca. 2 cm Durchmesser von oben nach unten gerade reinbohren, so weit es geht (Anzahl hängt von der Größe des Baumstumpfes ab) 2) Löcher mit Natriumchlorat (Unkrautsalz) füllen 3) Auf den nächsten Regen warten (damit sich das Zeug schön im Baumstumpf verteilt) 4) Trocknen lassen 5) Anzünden, und zusehen wie der Baumstumpf fast vollständig verbrennt Funktioniert erstaunlich gut :-)
Ewald Kantner schrieb: > 2) Löcher mit Natriumchlorat (Unkrautsalz) füllen Also Natriumchlorat kenne ich nur vom UnkrautEx und noch aus der Schule mit dem netten Gummibärchen Experiment. Unser Lehrer hat uns damals erzählt, dass man den Vertrieb in der EU eingestellt hat, weil man mit dem Zeugs Sprengstoff herstellen könnte. Ich sehe schon die Meldungen in der Presse: Techniker-Extremist baut ein Doomsday Device aus einem Baumstamm ;)
Minibagger und "Wurzelratte" http://www.wurzelratte.de/wurzelrodung/wurzelratte.html helfen auch, falls irgendwo verfügbar. Video angucken, dann wird die Arbeitsweise klar.
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