http://www.welt.de/gesundheit/article13643317/Herzschrittmacher-gestern-und-heute.html "Seitdem hat sich technisch eine Menge getan: links ein Herzschrittmacher aus dem Jahre 1970, rechts ein modernes Gerät, das nur noch 20 Gramm wiegt und wesentlich leistungsfähiger ist." Tatsächlich Lochraster ???
Wie kommst du auf Lochraster? Es sind halt nur in einem Raster geführte Leiterzüge. Vermutlich geklebt auf Kästchen-Karton und von diesem für eine Siebdruckschablone dann fotografisch reproduziert.
> Tatsächlich Lochraster?
Wire-wrapping wäre jedenfalls ungünstig gewesen: Das piekt !
Jörg Wunsch schrieb: > Wie kommst du auf Lochraster? Eben. Das sieht nach einer ganz normal geäzten Platine aus. Die wurden damals von Hand dick verzinnt. Wir haben viele Baugruppen aus den 70ern zur Reparatur, die sehen genauso aus.
Thilo M. schrieb: > Das sieht nach einer ganz normal geäzten Platine aus. Die wurden damals > von Hand dick verzinnt. Schwalllöten könnte es da auch schon gegeben haben.
Jörg Wunsch schrieb: > Schwalllöten könnte es da auch schon gegeben haben. Sicherlich. Ich habe noch Industrieschrott aus dieser Zeit. Z.B. eine Leistungssteuerungskarte von Siemens nur mit diskreten Leistungsbauteilen, keine ICs. TO3-Transistoren mit Kühlkörpern. Keine Ahnung, was das mal war. Da sieht man deutlich, daß auch die Schrauben von Leistungstransistoren mit verlötet bzw. verzinnt wurden. So gleichmäßig konstant kann das nur im Schwallbad werden. Das sieht bei weitem nicht nach Handlötung aus. Aber die Leiterbahnen waren 1970 oft handgeschwungen, weniger streng orthogonale Linien. Die Briten hatten erste gute Layout-Programme, vielleicht wurde es damit gemacht. Ein Kunde etwa 1980 in Köln war mal eine britische Firma, die CAD an ersten Workstations machten. Layout und Maschinenteile. Bevor es den PC gab. Wegen der Ortsansässigkeit, vermutlich für Ford, oder KHD, oder andere Großunternehmen dort. Aber sie hatten schon riesige grüne CRT-Bildschirme mit weit über 20 Zoll. Ich zerlegte viele Transistorradios aus den 1960-er Jahren, das war meistens handgemalt. Die Leiterplatte gab es ja erst kaum 20 Jahre, es ist ein elektronisches Bauteil aus den 1950-er Jahren, davor machte man noch Lötösenstreifen. Röhrenradios. Die ersten Fernseher hatten auch noch handgemalte Layouts. Da habe ich auch noch Bruchstücke. Aber der Herzschrittmacher auf dem Foto beeindruckte mich. So riesig ist er gar nicht mal, mit den damaligen technischen Mitteln, und macht einen guten durchdachten Gesamteindruck.
Wilhelm Ferkes schrieb: > Die ersten Fernseher hatten auch > noch handgemalte Layouts. Naja. Die Fernseher, die ich aus den 1950er Jahren kenne, waren alle noch ohne Leiterplatten. Klassisches Chassis mit Röhrenfassungen.
Die gemalten/geklebten Leiterplatten ware so zwischen 1970 und 1985. Wir kriegen davon viele zur Reparatur, das Leiterplattenmaterial ist damals alles Andere als gut gewesen. Da war Vorsicht mit der Temperatur angesagt. ;-)
Leiterplatten und Röhrentechnik - das war ne lustige Kombination. Ich fand die ersten Leiterplatten, die ich gesehen habe schon beeindruckend (kannte vorher nur den Drahtverhau).
Entschuldigung, aber bin ich der Einzige ausser dem TO, der da noch weitere ungenutzte Löcher auf der Leiterplatte sieht? Außerdem sehen die Leiterbahnen nicht so aus, wie wenn sie auf der Leiterplatte aufliegen. Lochraster, ganz klar :-)
Wenn man bedenkt, dass der erste Herzschrittmacher so um 1960 rum das erste mal implantiert hat, wäre es nicht verwunderlich, wenn das erste Modell auf ner Lochrasterkarte aufgebaut wurde.
ja, ich sehe auch freie löcher und zu einem fliegenden aufbau ist das ja ein echter fortschritt: http://www.biotele.com/pacemakers.htm
Thilo M. schrieb: > das Leiterplattenmaterial ist > damals alles Andere als gut gewesen. Geräte aus dem Konsumbereich haben nach wie vor Pertinaxplatinen. Manche sind noch grün beschichtet, aber das täuscht. Dahinter verbirgt sich das braune Pappzeugs. Die lassen sich mit der bloßen Hand ohne besonderen Kraftaufwand auseinander brechen. Habe erst kürzlich eine elektronische Dartscheibe meiner Neffen repariert, die beim Fall aus etwa 1m Höhe einen unsichtbaren Bruch mit Haarrissen erlitt. Die Platine verbog sich stark mit dem elastischen Gehäuse, mit dem sie verschraubt war.
Wenn man sich das einmal vergrößert ansieht: die Bauteile stehen auf der Platine und die Lötverbindungen liegen über den Bauteilen, also auf Abstand zur Platine. Unter den Verbindungen sind auch noch Löcher zu sehen: das muss Lochraster sein. Die Gewichtsersparnis dürfte wohl kaum eine Rolle spielen bei den Klötzen von Batterien. Gruß debe
Wenn man sich aber zB DEC-Hardware aus den 60ern ansieht, findet man damals schon FR4-Technik vom feinsten. Wundert mich dass noch keiner Herzschrittmacher mit RTG-Batterien erwähnt hat, die es wohl wirklich gab :)
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