Mich verlassen grad meine Kombinatorikkenntnisse. Folgende Probleme:
1. Gegeben seien n Kugeln nummeriert von 1 bis n. Ich ziehe willkürlich
k <= n Kugeln. Wie hoch ist die WSK, dass sich eine bestimmte Kugel i, 1
<= i <= n unter den gezogenen k Kugeln befindet?
2. Gegeben seien n Kugeln nummeriert von 1 bis n. Für jede Kugel besteht
eine Wahrscheinlichkeit p_i in einen Pool aufgenommen zu werden. Aus
diesem Pool ziehe ich willkürlich k <= |Pool| Kugeln. Wie hoch ist die
WSK, dass sich eine bestimmte Kugel i, 1 <= i <= n unter den gezogenen k
Kugeln befindet?
Zu 1:
Beim 1. Zug ist die W'keit, dass Du Kugel i erwischst 1/n. Beim zweiten
1/(n-1), beim dritten 1/(n-2) usw.
Mehr verrate ich nicht. Schliesslich wollen wir ja, dass Du Deine
Kombinatorikkenntnisse wiedererlangst.
Für 2 habe ich keine Zeit mehr. Ein ander Mal vllt.
Die Frage, die mich bei solchen Aufgaben immer beschäftigt hat. Was
bringen diese Aussagen in der Praxis?
Das Ausrechnen einen Widerstandswertes in der Schaltung, oder eines
Trägers in der Statik ok. Aber wenn es heisst (zB), die
Wahrscheinlichkeit, mit dem Auto einen tödlichen Unfall zu haben, ist
1%.
Ja schön? Und nun? nach 99 Fahrten das Auto stehen lassen?
Mir fehlt das irgendwie der Sinn solcher Betrachtungen...
Matthias Lipinsky schrieb:> Mir fehlt das irgendwie der Sinn solcher Betrachtungen...
Versicherungsmathematikern nicht - allen Leuten, die Ausfallraten
jeglicher Art berechnen. Auch diverse andere Methoden Geld zu verdienen
haben eine Affinität zu Statistik, wie Lotto, andere Gewinnspiele und
manches Banking.
> Ja schön? Und nun? nach 99 Fahrten das Auto stehen lassen?
Und zwar so lange bis das Risiko rum ist, d.h. bis es gescheppert hat.
Weil, das muss dann ja kommen, das Schicksal schlägt dann unerbittlich
zu und du solltest dein Auto besser gleich verkaufen. ;-)
>Versicherungsmathematikern nicht - allen Leuten, die Ausfallraten>jeglicher Art berechnen.
Ja schön. Da sind wir auch nicht weiter. Und dann?
Werden die Prämien erhöht.. Wie immer.
Eine nachträgliche Auswertung vom zB Unfällen letztes Jahres ok. Aber
Ausrechnen, ob/wie wahrscheinlich ein Ereignis in Zukunft eintreten
wird...
Naja,...
Daniel R. schrieb:> Zu 1:> Beim 1. Zug ist die W'keit, dass Du Kugel i erwischst 1/n. Beim zweiten> 1/(n-1), beim dritten 1/(n-2) usw.
Das bezweifle ich. Gut der erste Fall ist auch nicht so schwer. Ich
betrachte alle k-Teilmengen in denen die Kugel vorkommt und teile das
durch alle möglichen Teilmengen, dann habe ich die WSK dass eine
bestimmte Kugel in der k-Teilmenge ist und das multipliziert mit 1/k,
sollte die gesuchte WSK sein.
>> Mehr verrate ich nicht. Schliesslich wollen wir ja, dass Du Deine> Kombinatorikkenntnisse wiedererlangst.
Wenn du einfach zugibst, dass du die Fragestellung nicht beantworten
kannst hätte das schon gereicht...
Die 2. Aufgabe ist wie mir scheint jedoch deutlich kniffliger, weil sich
die p_i gegenseitig beeinflussen und aufs Gesamtergebnis auswirken.
Matthias Lipinsky schrieb:> Die Frage, die mich bei solchen Aufgaben immer beschäftigt hat. Was> bringen diese Aussagen in der Praxis?
Zum Beispiel wüßte man gern wie man die Parameter n,k,p_i wählen muss um
für eine bestimmte Kugel eine Ziehwahrscheinlichkeit zu erreichen.
Wenn dus etwas praxisnäher haben willst: Auf einer Spieleseite gibts
Items zu verlosen, aber da die Items unterschiedlich wertvoll sind,
sollen die nicht mit gleicher Wahrscheinlichkeit aus dem Itempool
gezogen werden und jetzt möchte man für jedes Item eine gewisse
Wahrscheinlichkeit erreichen.
Zu Frage 1: Für jede der gezogenen k Kugeln ist die Wahrscheinlichkeit,
dass es sich dabei um die vorgegebenene Kugel i handelt, gleich 1/n. Da
die Kugel i nicht zweimal gezogen werden kann, können die Einzelwahr-
scheinlichkeiten einfach addiert werden, so dass die Wahrscheinlichkeit,
dass irgendeine der k Kugeln die Kugel i ist, gleich k/n ist.
Zu Frage 2: Da in diesem Fall k keine vorgegebene Konstante ist, sondern
u.a. von der Poolgröße abhängt, hängt das Ergebnis davon ab, wie k in
Abhängigkeit von der Poolgröße festgelegt wird. Kannst du mehr Informa-
tionen über den genauen Ablauf des Zufallsexperiments liefern?
Yalu X. schrieb:> Zu Frage 2: Da in diesem Fall k keine vorgegebene Konstante ist, sondern> u.a. von der Poolgröße abhängt, hängt das Ergebnis davon ab, wie k in> Abhängigkeit von der Poolgröße festgelegt wird. Kannst du mehr Informa-> tionen über den genauen Ablauf des Zufallsexperiments liefern?
Gerne:
Ich habe eine Tabelle folgender Form:
Kugel | WSK im Pool zu landen (p)
k1 | 100%
k2 | 80%
k3 | 95%
...
kn | 66%
Wenn nun eine Kugel bestimmt werden soll:
Pool pool;
forall Kugeln k:
wenn random() < p_i: pool.add(k) //0.0 <= random() < 1.0
wenn !pool.empty(): k_chosen = pool.randomElement()
random() und randomElement() liefern gleichverteilte Ergebnisse, also
wenn etwas im Pool landet, dann haben alle Elemente im Pool die gleiche
WSK gezogen zu werden.
Yalu X. schrieb:> Zu Frage 1: Für jede der gezogenen k Kugeln ist die Wahrscheinlichkeit,> dass es sich dabei um die vorgegebenene Kugel i handelt, gleich 1/n.
Ich lese die Aufgabenstellung als "Ziehen ohne zurücklegen".
D.h. beim ersten mal ziehen sind n Kugeln im Beutel.
Die Wahrscheinlichkeit ist daher 1/n da alle Kugeln die gleiche
Wahrscheinlichkeit haben.
Da aber die Kugel nicht zurückgelegt wird, sind beim nächsten mal ziehen
nur noch n-1 Kugeln im Beutel. Die Wahrscheinlichkeit, die gewünschte zu
ziehen ist daher 1/(n-1). Damit verbleiben n-2 Kugel im Beutel etc.
@Karl Heinz Buchegger
Die erste Aufgabe ist doch allein mit Menschenverstand lösbar:
Teile die n Kugeln in einen Haufen mit k und einen mit n-k Kugeln auf.
Die obige Fragestellung entspricht dann der Frage, mit welcher
Wahrscheinlichkeit Kugel i im Haufen mit den k Kugeln enthalten ist. Und
das ist das Verhältnis günstige/alle, also k/n. Wie Yalu oben auch
schrieb.
Ich denke die Argumentation stimmt so nicht.
Wenn du günstig/alle betrachten willst, musst du dich fragen:
Auf wieviele Arten kann ich einen Haufen mit k Kugeln aus den n Kugeln
bilden und in wievielen davon ist die gesuchte Kugel i drinnen.
Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil.
Eine Simulation zeigt, dass ihr recht habt (war ja auch wieder mal
klar.)
Wenn ich mich nicht vertan habe, dann zeigt das Programm
// die ersten k ziehen und nachsehen ob die gesuchte Kugel s dabei ist
39
for(i=0;i<k;++i){
40
if(Kugeln[i]==s){
41
NrFound++;
42
break;
43
}
44
}
45
46
delete[]Kugeln;
47
}
48
49
printf("gezogene Kugeln %d, gefunden %d, p = %lf\n",k,NrFound,(double)NrFound/nrExperiments);
50
}
51
}
das die Wahrscheinlichkeit tatsächlich schön linear ansteigt.
Anstelle des Ziehens, mische ich einfach die Kugeln und 'ziehe' dann die
k Kugeln, in dem ich nachsehe, ob die gesuchte Kugel unter den ersten k
Kugeln ist. Müsste ja eigentlich gleichwertig sein.
Das Experiment wird 100000 mal wiederholt und bei 100 Kugeln ergibt sich
tatsächlich ein einigermassen gleichmässiger Anstieg der
Wahrscheinlichkeit.
@Karl Heinz Buchegger
Man kann es sich noch auf eine andere Art anschaulich überlegen:
Man hat die n Kugeln, fortlaufend nummeriert von 1 bis n. Die Nummern
seien abgeklebt/verdeckt. Man mischt die Kugeln und legt sie dann alle
in eine Reihe. Für jede der n Positionen ist jetzt zunächst die
Wahrscheinlichkeit, dass die dort liegende Kugel mit der Zahl i
beschriftet ist, 1/n. Nun greift man eine der Kugeln und legt sie in
einen Korb. Für die verbliebenen Kugeln hat sich durch die letzte Aktion
aber nichts geändert -- greift man die nächste, so ist die
Wahrscheinlichkeit, dass sie mit der Zahl i beschriftet ist, noch immer
1/n. Hat man auf diese Weise seine k Kugeln im Korb und sieht nach, ob
eine von ihnen mit i beschriftet ist, so ist die Wahrscheinlichkeit
dafür k*(1/n) also k/n.