Zittermann schrieb:
> Wie kommt man auf die 0,625 Volt für die Offsetspannung?
Man kann da natürlich Kirchhoffsche Gleichungen aufstellen und das Ganze
dann nach der unbekannten Spannung auflösen.
Bei so einfachen Dingen mache ich das aber mit folgendem Ansatz:
- Spannungshub am Eingang: 1...-5V = -6V
- Spannungshub am Ausgang: 0...+10V = 10V
- daraus: Verstärkung = 10/6 = 1,6666... und invertierend
- beim invertierenden Verstärker ist das das Verhältnis von R2/R1
- für die Offset-Berechnung wähle ich einen möglichst "einfachen"
Arbeitspunkt, z.B.: Eingang = 1V => Ausgang = 0V
- R1 und R2 bilden jetzt einen Spannungsteiler gegen 0V.
- an R2 fällt jetzt ab: (1V / 2,66666) * 1,66666 = 0,625V
- das ist auch die Spannung am (-)-Eingang (Ausgang = 0V!).
Diese Spannung muss nun auch am (+)-Eingang anliegen,
damit der OP richtig arbeitet.
Wenn jemand damit nichts anfangen kann: OK.
Aber ich kann die Arbeitsweise eines OP auf diese Weise am Besten
"miterleben". So "sehe" ich die Spannungen an den Widerständen wie die
Auslenkung bei einem mechanischen Modell: in diesem Fall bilden R1 und
R2 eine Wippe, deren Drehpunkt der (+)-Eingang ist. Die Werte der
Widerstände entsprechen den Längen der beiden Wippenschenkel.
Ist der Eingang jetzt z.B. auf dem Potenzial des (+)-Eingangs, hat der
Ausgang die gleiche Spannung (Wippe waagerecht). "Drücke" ich den
Eingang herunter, geht der Ausgang hoch. Je länger der "Hebel" am
Ausgang (d.h. je größer der Widerstand), um so weiter geht das Ende
hoch, und umgekehrt.
Das geht auch noch weiter: wenn ich den Eingang festhalte und hebe den
(+)-Eingang (Drehpunkt) an, geht der Ausgang auch entsprechend hoch. Das
wäre jetzt die nichtinvertierende Verstärkerschaltung.
Gruß Dietrich