Forum: Offtopic Handwerker - Schadensersatz?


von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Es sollten an unserem Haus Dachreparaturarbeiten durchgeführt werden.
Besichtigt, Angebot erhalten, Auftrag erteilt, Termin abgesprochen, 
Urlaub genommen - und den ganzen Tag umsonst gewartet. Es kam kein 
Handwerker, kein Telefonat, keine mail, nichts.
Am Abend dann: Sorry, Autopanne, Handy vergessen...naja. Kann sein, kann 
man glauben.
Neuer Termin für heute. Wieder frei genommen, wieder nichts. Kein 
Handwerker, kein Telefonat, keine mail, nichts.
Jetzt bin ich wirkich stinkesauer.
Wie würdet ihr vorgehen? Den Auftrag bekommt jetzt sowieso ein anderer, 
aber 2 Tage für nichts hier rum hocken - dass geht mir ehrlich zu weit, 
um es einfach mit einem Lächeln wegzudrücken.
Meisterbetrieb, eingetragen bei der Handwerkskammer.

von Michael S. (technicans)


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Dem war dein Auftrag wohl nur ein Lückenfüller, hats aber nicht gepackt.
Ich bin nicht sicher, aber man muss, glaube ich nur zwei
Erfüllungsversuche hinnehmen.
Lösung: Frist setzen. Auf Erfüllung bestehen, ansonsten Kündigung
und Schadenersatz wegen Nichterfüllung. Schadenersatz wäre nur
die Differenz zwischen den Auftragnehmern, vermutlich nicht mal
ein 3-stelliger Betrag und freiwillig wird der Handwerker das Geld
wohl auch nicht raus rücken. Auch ein Anwalt wird dem Handwerker
kaum ein zuverlässiges Geschäftsgebaren bei bringen. Solche Geschichte
sind leider verbreitet im Handwerk.

von Günther N. (guenti)


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Wenn durch das "Nichterscheinen" des Handwerkers finanzielle Einbußen 
eingetreten sind,so kann man die vom Handwerker einklagen.Allerdings ist 
man da in der Nachweispflicht,mann muss also konkret nachweisen weshalb 
dadurch Einbußen eingetreten sind und konkret in welcher Höhe!.Für 
Otto-Normalbürger ist das nahezu unmöglich und eventuell auch mit hohen 
Kosten verbunden.Wenn also jemand 2 Tage Urlaub verplempert hat lohnt 
sich vermutlich eine Klage gegen den Handwerker nicht.

von Uhu U. (uhu)


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Ich versteh nicht, wieso man mit dem Klempner nicht ausmachen kann, daß 
er einen auf der Arbeit rechtzeitig anruft, wenn er im Anmarsch ist und 
stattdessen ins Blaue hinein einen Tag Urlaub nimmt.

Daß die Brüder höchst unzuverlässig sind, ist doch nicht erst seit heute 
bekannt.

von Michael S. (technicans)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Ich versteh nicht, wieso man mit dem Klempner nicht ausmachen kann, daß
> er einen auf der Arbeit rechtzeitig anruft, wenn er im Anmarsch ist und
> stattdessen ins Blaue hinein einen Tag Urlaub nimmt.
Denken mit Verstand hilft zuweilen in solchen Fällen...
> Daß die Brüder höchst unzuverlässig sind, ist doch nicht erst seit heute
> bekannt.
Wenn man Handwerklich nichts auf der Pfanne hat und für jede Kleinigkeit
einen Handwerker benötigt, dann weiß man das auch, aber selten vorher.

von Wilhelm F. (Gast)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Daß die Brüder höchst unzuverlässig sind, ist doch nicht erst seit heute
> bekannt.

Das liegt aber ein wenig auch in der Natur der Dinge.

Ein Arzt oder Versicherungsvertreter kann seine Termine auf jeden Fall 
besser planen, als manch ein Handwerker, weil er seinen Zeitaufwand 
exakter abschätzen kann.

Und zwar war ich ja jahrelang als Fernmelder im Kundendienst. Morgens 
bekam man zwei oder drei Kundenaufträge mit, und (grob geraten) jeder 
dritte Auftrag war mit festem Termin. Tatsächlich konnten wir einem 
Auftrag nur selten äußerlich den Arbeitsaufwand ansehen, der war völlig 
unbekannt. Zwei Aufträge mit gleichem Inhalt konnten im Zeitaufwand 
schon mal um den Faktor 10 auseinander liegen.

Aber wir bekamen es immer geregelt, niemanden zu verprellen. Für 
Aufträge mit Termin brachen wir eine andere Baustelle ohne Termin mal in 
der Hälfte ab, und sagten, wir kommen morgen wieder. Denn zweiteilen 
konnten wir uns ja nicht. Aber es gab immer die Möglichkeit, mit dem 
Kunden zu reden, und zwar vernünftig. Z.B. daß man den hohen Aufwand 
vorher nicht abgesehen hat, und leider noch wo anders hin muß. Irgendwas 
geht immer.

Nur, den Kunden einfach stehen lassen, das war ein absolutes No Go. Daß 
jemand einen Tag umsonst Urlaub nehmen mußte, das gab es einfach nicht. 
Wenn, dann machten wir mit solchen Kunden wieder feste Termine, und zwar 
kurzfristig, wenn die Arbeit beim ersten Termin nicht fertig wurde (z.B. 
länger als einen Tag braucht).

Später im Großanlagenbau wurden Termine schon von der Einsatzleitung mit 
dem Kunden geplant. Dort führ auch ein Vertriebsberater hin, und 
schätzte im Vorfeld den Aufwand ab.

Wenn ein Handwerker will, dann kann er das schon in den Griff bekommen. 
Sonst ist er schlechtest organisiert, hat kein Büro oder Terminkalender, 
oder zu viele Aufträge angenommen.



Ich ärgerte mich anderswo auch schon über komische Terminpraktiken. 
Meistens mit Möbelstücken. Für jeden Krempel, der nur 10 Minuten dauert, 
Anlieferung eines Kühlschrankes, muß man da einen ganzen Tag zu Hause 
bleiben. Die wollen das einfach nicht planen, und sich den Freiraum 
selbst behalten.



H.joachim Seifert schrieb:

> Wie würdet ihr vorgehen?

Mir fällt da im Augenblick nur mal eine Anfrage bei der 
Verbraucherzentrale ein. Wenn du etwas Zeit hast, und sich eine Filiale 
in deiner Nähe befindet, geh doch mal hin. So ne Kurzberatung kostet 
wohl 5€.

Und gibt es fürs Handwerk nicht auch Schiedsstellen? Ich denke da neben 
dem Ärger immer auch an Kosten. Einen Anwalt (mit Kanonen auf Spatzen 
schießen) braucht man wohl nicht gleich.

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