Hallo!
Ich habe hier einen Komparator und möchte damit eine LED in Abhängigkeit
von einer Eingangsspannung an und aus schalten.
An den einen Eingang lege ich dazu mit einem Spannungsteiler meinen
Schwellwert und an den anderen die zu prüfende Spannung.
Aber jetzt weiß ich nicht, wie hoch die Eingangsspannung mindestens sein
muss.
Wenn ich einen uA741 als Komparator benutze, dann muss der Eingang ja
z.B. mindestens 2-3V betragen, damit das ganze sicher funktioniert. Ich
weiß grad einfach nicht, nach was ich im Datenblatt gucken muss.
Kann mir da einer helfen?
Dann noch die Sache mit dem Pull-Up-Widerstand...Ich kann den Widerstand
ja so wählen, dass direkt der richtige Wert für den LED-Strom
herauskommt, was aber auch bedeutet, dass wenn der Komparator auf low
steht, der Strom ebenfalls fließt, nur halt nicht durch die LED. Also
dahinter besser noch einen Transistor?
Gerd schrieb:> Ich> weiß grad einfach nicht, nach was ich im Datenblatt gucken muss.
Input Common Mode Voltage Range, hier 0 ... UB-1.5V
> Ich kann den Widerstand> ja so wählen, dass direkt der richtige Wert für den LED-Strom> herauskommt,
Ja.
> was aber auch bedeutet, dass wenn der Komparator auf low> steht, der Strom ebenfalls fließt, nur halt nicht durch die LED.
Nicht, wenn du die LED in Reihe zu diesem Pullup nach UB schaltest. Dann
ist allerdings bei LOW am Ausgang die LED ein- und bei HIGH
ausgeschaltet. Das kann man natürlich durch Vertauschen der Eingänge
beheben.
Sollte die LED mit mehr als 10..20mA betrieben werden, musst du sowieso
über einen Transistor nachdenken.
HildeK schrieb:> Input Common Mode Voltage Range, hier 0 ... UB-1.5V
Hey super! Danke! Da konnte ich nicht wirklich was mit anfangen, das
heisst ja irgendwie sowas wie Eingangs-Gleichtakt-Spannnungs-Bereich,
oder? Wieso "gleich"?
HildeK schrieb:> Nicht, wenn du die LED in Reihe zu diesem Pullup nach UB schaltest.
Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, da habe ich garnicht dran
gedacht. Oh man, manchmal ist die Lösung so einfach!
Vielen Dank!
Gerd schrieb:> heisst ja irgendwie sowas wie Eingangs-Gleichtakt-Spannnungs-Bereich,> oder? Wieso "gleich"?
Du kannst Fragen stellen! :-)
Die Differenz der beiden Eingänge wird beim OPA und beim Komparator um
die Leerlaufverstärkung verstärkt. Solange die Differenz Null ist,
sollte sich am Ausgang (theoretisch) nichts tun bzw. bei einer kleinen
Ablage wird der Ausgang dann entsprechend schalten. Der
Gleichtaktbereich ist nun der Bereich der Eingangsspannung, für den das
auch gilt.
Wenn man den Bereich verlässt, dann ist das Verhalten des Bauelements
unvorhersehbar oder zumindest seltsam.
Gerd schrieb:> Also heißt Gleichtaktbereich nur der zulässige Bereich, oder wie darf> ich das verstehen?
Nein, es ist der Bereich, in dem die Schaltung macht, was sie soll.
Zulässig ist meist der Versorgungsspannungsbereich ±0,3V (oder ähnlich),
ohne dass er kaputt geht - der Ausgang kann dann aber unvorhergesehene
Dinge machen. Das ist zweierlei. Beim LM393 kannst du sogar unabhängig
von dessen Versorgungsspannung bis zu 36V auf den Eingang geben. Das
entnehme ich aus der absoluten Spannungsangabe für 'Input Voltage' unter
den Absolute Maximum Ratings. Das mag bei Komparatoren Standard sein -
bei OPAs ist es das meist nicht, erkennbar daran, dass sich der
Wertebereich der Input Voltage auf die Supply Voltage bezieht.
Wenn du beim Komparator außerhalb dieses Bereiches bist, wird er
vermutlich nicht mehr umschalten, auch wenn die Eingangsdifferenz
entsprechend ist.
Bei Operationsverstärkern ist oft eine Gleichtaktunterdrückung
angegeben. Dazu gibt es gelegentlich in den DB eine Testschaltung. Ich
meine mich zu erinnern, dass beide Eingänge zusammengeschaltet und auf
ein Signal gelegt werden und am Ausgang kommt dann idealerweise nichts
raus, bzw. real eben das Eingangssignal um die Gleichtaktunterdrückung
gedämpft.
In der Praxis heißt das, die beiden Eingänge dürfen sich gemeinsam
innerhalb des Bereichs bewegen ohne dass es zu einer Änderung des
(Nutz-)Ausgangssignals kommt. Es sind Differenzverstärker und solange
die Differenz Null ist, gibt's nichts zu verstärken ... (idealerweise).