Forum: Offtopic Glühlampen wehren sich!


von Hans H. (loetkolben)


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Letztens wie immer am späten Abend heimgekommen
und die Wohnzimmerlampe angeschaltet ->
ein Knall ein Blitz und alles im Dunkeln!

Nach dem ersten Schreck folgte der beherzte Griff
zum Sicherungsautomaten der ausgelöst hatte
und siehe da bis auf eine Glühlampe brannten alle
wie immer.

Hab mir die Kleine dann mal genauer angeschaut:

Nicht wie sonst war nur der Lichtbogen innerhalb
des Klobens sondern brannte fröhlich im Sockel.

Fazit: Metalldampf außen am Kolben, ein Loch im
Sockel das vorher noch nicht da war, und 16A
Auslösestrom.

von Thomas S. (thomas_s74)


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Sowas kenne ich, passiert aber eher selten, dass der Lichtbogen im 
Sockel brennt. Meistens brennt er ja im Inneren des Glaskolbens und 
bringt die 2 dünnen Leitungen zu den Haltern vom Wolframdraht zum 
schlmelzen.

Wie kann sich eigentlich ein Lichtbogen auf die weise bilden? Sind die 
Leitungen zu der Lampe etwa so hochinduktiv, dass beim Durchbrennen des 
Glühfadens eine Spannungsspitze bildet, die den Lichtbogen zündet? 
Allerdings glaube ich nicht, dass die Zuleitungen so stark induktiv sein 
können.

von Hans H. (loetkolben)


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Ich denke, daß innerhalb des Kolbens der verdunstende
Glühfaden direkt zum Lichtbogen wird.

Der hohe Strom bring die von dir erwähnten dünnen
Drähte im Sockel zum Abschmelzen.

Vielleicht hat sich diesmal auch im Sockel ein Lichtbogen
gebildet?

Warum bei mir immer die kleinen E14 Dinger so in die ewigen
Jagdgründe gehen, und sich nie eine E27 Lampe so verabschiedet hat,
das ist sehr ominös.

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Thomas S. schrieb:
> Sind die
> Leitungen zu der Lampe etwa so hochinduktiv, dass beim Durchbrennen des
> Glühfadens eine Spannungsspitze bildet, die den Lichtbogen zündet?

Im ersten Augenblick nach dem Durchbrennen ist der Abstand zwischen den
Glühfadenhälften sehr gering => hohe Feldstärke => Lichtbogenzündung.
Dafür reicht schon die normale Netzspannung aus.

von Falk B. (falk)


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@  Yalu X. (yalu) (Moderator)

>Im ersten Augenblick nach dem Durchbrennen ist der Abstand zwischen den
>Glühfadenhälften sehr gering => hohe Feldstärke => Lichtbogenzündung.
>Dafür reicht schon die normale Netzspannung aus.

Ja, aber den Lichtbogen gibt es zum Glück eher selten. Also, welche 
Bedingungen führen zum Lichtbiogen anstatt einem einfachen, 
unspektakulärem Durchbrennen?

Mal ein Schuß ins Blaue. Wenn der Glühdraht an der dünnsten Stelle 
durchbrennt, und da zufällig im Strommaximum der 50 Hz, dann kann der 
sich teilende Draht einen Lichtbogen ziehen, je nach "Federwirkung" des 
Glühdrahtes. Federt er zu schnell auseinander, bricht der Lichtbogen 
wieder ein und es passiert nix.

MFG
Falk

von Timm T. (Gast)


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Falk Brunner schrieb:
> Federt er zu schnell auseinander, bricht der Lichtbogen
> wieder ein und es passiert nix

Wie schnell soll der denn auseinanderfedern? Nach 5ms ist doch eh 
Schluss, weil Nulldurchgang der Netzspannung.

von Falk B. (falk)


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@  Timm Thaler (timm-thaler)

>Wie schnell soll der denn auseinanderfedern? Nach 5ms ist doch eh
>Schluss, weil Nulldurchgang der Netzspannung.

Für den Peng reichen zwei, drei Millisekunden, wenn der Lichtbogen 
richtig brennt und Material (den Glühfaden) atomisieren kann. Es muss 
aber eine Kettenreaktion zustande kommen. Wie das GENAU passiert, ist 
die Quizfrage.

MFG
Falk

von Hans H. (loetkolben)


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Manchmal flackern die kleinen Biester kurz vorm Ableben
so heftig, daß man schon merkt der Glühfaden ist kurz vorm
Aufgeben.
Deshalb ist es auch meine Vermutung aus einem immer dünner werdenden
Glühfaden wird durch Phasenübergang direkt ein Lichtbogen.

von Timm T. (Gast)


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Falk Brunner schrieb:
> Für den Peng reichen zwei, drei Millisekunden

Das bezweifle ich nicht, ich meinte eher die andere Variante: dass die 
Glühfäden in < 5ms durch mechanische Spannung soweit 
auseinanderschnippen, dass eben kein Lichtbogen entsteht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Falk Brunner schrieb:
> Ja, aber den Lichtbogen gibt es zum Glück eher selten.

Nein, Lichtbogen in der durchbrennenden Glühlampe ist die Norm.
Irgendein Gas (wenn auch dünn) ist da drin, dass sich ausreichend
Ionen bilden können, und der heiße Wolframdraht emittiert genügend
Elektronen.

Normalerweise sollte sowas allerdings von einem als Sicherung
ausgebildetem Drahtstück im Sockelbereich abgefangen werden.  Das
war (ist?) das Problem der HV-Halogenlampen, bei denen man
technologisch (verpresstes Quarzglas mit steifen Stiften) keine
solche Sicherung so einfach mit unterbringen kann, dadurch haut's
dann immer den Leitungsschutzschalter 'raus.

von Wilhelm F. (Gast)


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Was mir schon mal auffiel:

Und zwar habe ich hier eine selbst gebastelte Lampe, einfach eine 
E27-Fassung mit 10cm starrem Installationskabel und Netzstecker dran. 
Das Teil steckt man in irgend eine Steckdose, und man hat Licht. Das war 
mal nützlich als eine Art Baustellenlampe bei der Wohnungsrenovierung. 
Z.B. wenn die Deckenlampe abmontiert ist, weil man die Decke tapeziert 
oder anstreicht.

Zur Zeit befindet sich darin eine 100W-Glühbirne, die manchmal durch 
geht. Dann tippe ich sie an, der Glühfaden punktet sich wieder an, und 
sie brennt wieder ganz normal. Das funktionierte bisher schon öfter, mit 
der selben Birne.

Ich habe bei den 100W-Lampen beobachtet, daß es tatsächlich verschiedene 
Glühfadengeometrien gibt. Von ziemlich schwabbelig bis ziemlich fest. 
Damit hängt sicherlich auch einiges zusammen.

Robustere Birnen für den Baustellenbereich haben dickere kürzere 
Drahtwendeln, die etwas mehr Stoß und Schlag aushalten. Wobei die 
Drahtlänge sicher bei allen Birnen ähnlich ist, aber die Wickelform eben 
unterschiedlich.

von Jens G. (jensig)


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>Nicht wie sonst war nur der Lichtbogen innerhalb
>des Klobens sondern brannte fröhlich im Sockel.

>Fazit: Metalldampf außen am Kolben, ein Loch im
>Sockel das vorher noch nicht da war, und 16A
>Auslösestrom.

Das war nicht der Lichtbogen. Das ist ein simpler Produktionsfehler, der 
schon von Anfang an bestand, und dort etwas dünnes Blech (Stärke 0) 
produzierte.
Oder sieht jemand dort die üblichen "Schmauch"spuren, irgendwelches 
geschmolzenes Material, Verfärbung, ...?
Eigentlich ist der Sockel vom Glaskolben-Inneren durch das Glas getrennt 
- da kann sich eigentlich kein Lichtbogen durchfressen, solange das Glas 
selber nicht zerspringt (offensichtlich ist die "Birne" ja noch heile, 
was die Geomnetrie angeht).

von Niklas S. (niklas_s)


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Mein Reissack ist gerade umgefallen, ich fand es wichtig, das zu 
erwähnen.

von Simon H. (simi)


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Niklas Schulze schrieb:
> Mein Reissack ist gerade umgefallen, ich fand es wichtig, das zu
> erwähnen.

Immernoch stinkig, weil Dich hier kaum jemand sonderlich ernst nimmt? 
:-))

von Hans H. (loetkolben)


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Jens G. schrieb:
> Das war nicht der Lichtbogen. Das ist ein simpler Produktionsfehler, der
> schon von Anfang an bestand, und dort etwas dünnes Blech (Stärke 0)
> produzierte.

Ich hab noch nie eine solche Lampe mit durch Produktionsfehler schon 
vorhandenem Loch gesehen.

> Oder sieht jemand dort die üblichen "Schmauch"spuren, irgendwelches
> geschmolzenes Material, Verfärbung, ...?

Die hat man auf dem Glühlampenglas schon gesehen, silbrig glänzender
Metalldampf außen aufgeschlagen, sieht man im Foto nicht so richtig.


> Eigentlich ist der Sockel vom Glaskolben-Inneren durch das Glas getrennt
> - da kann sich eigentlich kein Lichtbogen durchfressen, solange das Glas
> selber nicht zerspringt (offensichtlich ist die "Birne" ja noch heile,
> was die Geomnetrie angeht).

Ach! Der Anschlußdraht im Sockel hat beim schmelzen
einen zweiten Lichtbogen gebildet hat, und damit das Loch eingebrannt.

von Jens G. (jensig)


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>Ich hab noch nie eine solche Lampe mit durch Produktionsfehler schon
>vorhandenem Loch gesehen.

Ich schon. Deswegen meine Idee, daß dies nur ein Prod.-fehler ist.

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