Jeder, der mal etwas entwickeln lassen wollte stößt auf die Geheimhaltungsproblematik. "Was tue ich nur, wenn jemand meine wahnsinnige und einzigartige Idee, ein Auto statt in gelb in grün lackieren zu lassen klaut?!" Da wird dann mit Geheimhaltungsvereinbarungen hantiert, manche geben damit an, wie toll sie NDA auf englisch aussprechen können, Konstrukte wie "Ja aber da müssen wir erstmal eine Än Di Äi austauschen, mir ist die SICHERHEIT sehr wichtig müssen sie wissen"(sic gehört). Aber was passiert denn, wenn jemand etwas klaut? Hat das schonmal jemand von den übervorsichtigen Leutchen versucht, einzuklagen? Wenn ich eine VE mit einem Chinesen vereinbare, dann ist diese VE in der Praxis nutzlos. Auch bei einem Deutschen ist ihr Nutzen nicht zwingend gegeben, man kann sagen, man habe nicht über jenen Punkt gesprochen. Und überhaupt: Wann ist eine Idee wirklich so besonders, daß sie kopiert werden könnte? Man redet immer vom Ideenklau aber wer von den kleinen Privatpersonen, die mal was entwickeln wollen, haben schon so gute Ideen, daß sie jemand kopieren wollte - wer hat es Live erlebt, daß seine Idee ohne ihn realisiert wurde? Die Angst vor Ideenklau ist der Grund Nummer 1, daß viele Dinge gar nicht erst realisiert werden. Man muß die Kirche im Dorf lassen und sich seine Idee wirklich mal genau anschauen, ob sie denn so toll ist. Und dann wenn man gar so Angst hat kann man einen Notar danebensetzen. Aber die meißten Ideen sind völliger Schwachsinn und werden versucht von absoluten Unsympathen umzusetzen. Kein Wunder, daß deren Ideen nicht einmal ein paar Tage überstehen.
Ein Geheimhaltungsvertrag schützt in der Regel nicht nur Ideen (die werden patentiert) sondern ganze Technologien und Firmengeheimnisse wenn man mit Projektpartnern zusammenarbeitet und mehr als nur ein Datenblatt oder eine API Dokumentation offenlegen muss, weil man sonst keine Zusammenarbeit hinbekommt. Firmen, die ein "NDA" ausarbeiten und darauf bestehen, haben dann auch meist die entsprechend große Rechtsabteilung, um bei eventuellen Verstößen ihre Interessen gerichtlich durchzusetzen. Klar, gegen China und Russland ist man da recht machtlos, aber auch das wird sich irgendwann ändern.
Naja, für Unternehmen nützlich, für Private nutzlos. Ich denke, dass fast alle Bastler, die mit ihrer Idee nicht rausrücken, diese eh nicht realisieren können. Da dient die Geheimhaltung eher der Wichtigtuerei. Aber klar - auch da gibts Ausnahmen.
>Klar, gegen China und Russland ist man da recht machtlos, aber auch das
wird sich irgendwann ändern.
Weshalb denn ?
Wenn du eine gutgehende Firma in Russland hast, wirst du irgendwann
aufgefordert sie jemandem zu uebergeben. In der Regel machen die
Betroffenen das dann auch.
China als aufstrebende Weltmacht, darf die Breitwalze spielen.
>Niklas Schulze
schön langsam wird es fad..
ps. was ist nochmal DEINE App-Idee ?
oder ist die etwa geheim ;-)
Ist doch schön, dass er die Welt an seinen Gedankengängen teilhaben lässt. Nur irgendwie fehlt immer die Frage in seinen Beiträgen. Mit dem "Zufall" wars ja auch so :)
Christian R. schrieb: > Ist doch schön, dass er die Welt an seinen Gedankengängen teilhaben > lässt. Nur irgendwie fehlt immer die Frage in seinen Beiträgen. Mit dem > "Zufall" wars ja auch so :) Ich habe keine Fragen, ich habe Antworten.
Niklas Schulze schrieb: > Ich habe keine Fragen, ich habe Antworten. So, so, ein Versicherungsvertreter will uns die Welt erklären. Immer noch auf der Suche nach einer billigen Programmier-Hure für die Wunder-App, oder ist das Thema durch und wir sind jetzt ins Nahrungsmittelergänzungs-Geschäft (vormittags) und Business-Consulting (nachmittags) eingestiegen? Na Hauptsache genug Pomade im Haar und gerade noch genug Geld um die nächste Leasingrate für den 3er BMW zahlen zu können.
Hat er ja eben nicht, sonst würde er ja nicht nach billigen App-Affen suchen oder seine Antworten beim Patentschutz anbieten...
Niklas Schulze schrieb: > Ich habe keine Fragen, ich habe Antworten. Ja, nur hat niemand Fragen gestellt. Ergo braucht auch niemand die Antworten eines Diplom-Dampfplauderers.
Christian R. schrieb: > Ja, nur hat niemand Fragen gestellt.... Diplom-Dampfplauderers. Wenn du sie nicht brauchst, braucht dich auch niemand hier.
Weil "Ideen" viel zu wichtig genommen werden. So einfach, so simpel. Es wird so getan, als ob nur die eigene überlegene Intelligenz in der Lage gewesen wäre, irgendetwas sich einfallen zu lassen. Auf die Idee, dass die gleiche Idee schon tausende andere vorher hatten, nur eben nicht die Möglichkeiten sie umzusetzen, das scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Wieviele Computerspieler haben denn schon den ultimativen WoW-Killer im Kopf? Ein zehntelpromill davon sicher zurecht, das wär's vielleicht tatsächlich. Was sie nicht haben ist das Produktionsmaterial, weder Personal, noch Know-how, noch finanzielle Mittel. Aber wehe jemand stelle sich hin und produziere es, sofort wäre der Vorwurf auf dem Tisch, man hätte die Idee geklaut! Aber es wird weiterhin so getan als ob das Einfallen Lassen einer Idee die ultimative schöpferische Tätigkeit wäre, während die Umsetzung die niedere Arbeit des pöbelhaften Proleten (sprich Programmierer) ist. Liebe BWLler: Wir hatten die Idee auch. Keine Angst. Genau die gleiche. Und im Gegensatz zu Euch könnten wir sie auch umsetzen. Was uns fehlt, und was Ihr habt, sind Absatzstrategien, Marketingmodelle und Rentabilitätsrechnung. Oder, anders gesagt, was uns noch fehlt. Mehr und mehr setzt sich das Direktvertriebsmodell per Internet durch, und der Apple-Store ersetzt das Problem, Absatz, Werbung und Vertrieb zu lösen. Sie werden de facto für den Erzeugenden überflüssig, weil der Dienst angeboten wird. Wozu jemanden dafür sinnlos durchfüttern? Sich aber dadurch vor der Überflüssigkeit zu retten, einfach zu erklären dass man nur selbst Ideen haben könnte und sonst niemand, das hat was von dem Todeskampf der Content-Industry, die feststellt dass sie eigentlich auch mehr und mehr niemand mehr braucht.
naja ... ich hab vor Jahren mal eine Regelung zur Förderleistung von Verdrängerpumpen zur Weinfiltration ersonnen und gebaut, die bis dahin eben noch nicht am Markt erhältlich war. Hat prima funktioniert. Hab dann später mal mit jemand von ner Schule geplaudert und mich verquasselt. Ergebnis, es wird heute die Technik von einem Pumpenhersteller vertickt. Mein alter Herr hat 1981 ne Maschine für die Laubwandbearbeitung der Weinreben ersonnen und gebaut, gabs bis dahin nicht, und die auch eingesetzt. Ergebnis, ein Landmaschinenmechaniker im Nachbarort hat im Folgejahr das Gebrauchsmuster darauf angemeldet und hunderte der Dinger vertickt. --> Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Naja sowas ähnliches hatte ich auch überlegt... g Problem war in jungen Jahren die kontaktlose Energieübertragung fürs Licht auf ein Modell-Riesenrad. Sollte mit auf der Welle angeordneter Schalenkerne kein Problem sein. Ich habs nie gebaut, aber "meine" Idee ein paar Jahre später im Kopfantrieb von VHS-Rekordern wiedergefunden...
Jetzt bin ich mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis sich der Erfinder des Rades outet.
Aber wer will schon Gold? Ddas muss ja in den Tresor. Bescheidenheit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr. Es ist doch immer die Frage ob ein Großzügier eher reich würde denn ein Geiziger. Und wer von beiden woran reich wird, und was es ihm Leben bringt. Namaste
Mein Vater hat mir als Kind immer den Öffner von Schuhcreme Dosen als Beispiel einer richtigen Erfindung genannt. Jahrzehntelang haben sich die Menschen geplagt, die Blechdosen aufzubringen, bis einer die Idee hatte.
Tja, und dann kam auch schon die flüssige Schuhcreme und der Schwamm und die Erfindung war fürn Dutt.
mit eines der erfolgreichsten Erfindungen würde ich eher die Lasche für Getränkedosen sehen ;)
Wer hat Angst vor Ideenklau von euch und deshalb ein oder zwei Projekte nicht aus der Hand gegeben, die deshalbt nie etwas richtig wurden?
Hi, Niklas Schulze schrieb: > Wer hat Angst vor Ideenklau von euch und deshalb ein oder zwei Projekte > nicht aus der Hand gegeben, die deshalbt nie etwas richtig wurden? Fuer mich gibt es andere Gruende als Ideenklau, Projekte nicht aus der Hand zu geben. Ich wuerde auch sagen, dass die meisten meiner Projekte ziemlich erfolgreich abgewickelt wurden. ABER: Es gibt immer Leute, die sich mit anderer Leute Ideen bereichern und danach meinen, sie haetten betreffende Idee gehabt. Oben hatten wir ein Beispiel vom Weinbauer, weitere Beispiele bitte beim DPMA unter Gebrauchsmuster/Patente raussuchen. Darum ist es immer wichtig, sich zu ueberlegen: wem erzaehle ich wieviel? Und mal ehrlich: Angenommen ich habe eine Idee und baue einen Prototyp. Mein Nachbar sieht das, baut genau dasselbe Teil und stellt Antrag auf Patentschutz, das Patent wird erteilt. Wieviele Leute werden dann tatsaechlich gegen das Patent Einspruch erheben? Wieviele Leute wuerden dem Nachbar auf die Fuesse stehen wegen dieser Sache? Keiner. Ganz genau. Und hier liegt der beruehmte Hund begraben... Gute Nacht. Gruesse, TommyS
Wobei die Patentanmelderei auch nochmal so eine Sache ist .... Bis das beim DPMA erteilt ist kann man alt und grau werden, in der Zwischenzeit wird aber offengelegt, sprich jeder der will kann beim DPMA anschauen was da angemeldet wird und wie es funktioniert; damit praktisch auch beliebig nachbauen. Erst NACH der Erteilung hat der Patentinhaber rückwirkend bis zum Anmeldetag die Urheberrechte und muss die Gewinnabtretung beim Kopierer dann einfordern / einklagen, wenn es den dann noch geben sollte. Da gehört mal dringendst nachgebessert beim Patentrecht. Auf der einen Seite kritisiert man die Chinesen zu kopieren, andererseits lässt man die Tresortür offen stehen. Ein Patent ist auch nur soviel Wert wie der Inhaber für dessen Verteidigung beriet ist zu investieren. Nicht selten wird kopiert und der Patentinhaber bekommt das entweder nicht mit oder wedelt nur mit dem Zeigefinger. Patentanwälte sind teuer und rechtliche Schritte langwierig und noch teurer. EDIT: Meinem Nachbar würd ich auf die Schnauze hauen, aber gepfeffert, das geht schnell, kost nix und wirkt nachhaltig.
Fhutdhb Ufzjjuz schrieb: > Ergebnis, ein Landmaschinenmechaniker im Nachbarort hat im Folgejahr das > Gebrauchsmuster darauf angemeldet und hunderte der Dinger vertickt. Wenn man eine Idee hat, die man nicht selber patentieren lassen will, reicht es, sie irgendwo zu veröffentlichen. Einmal Veröffentliches kann nicht mehr patentiert werden. Ein Nachnutzer kann dann nur noch den Gewinn durch die Produktion erzielen. Eine überzogene Gewinnspanne als Rechteinhaber ist nicht möglich. Patentschutz hat sich heutzutage in sein Gegenteil verkehrt, er hemmt die Entwicklung und fördert die Monopolisierung. Peter
Peter Dannegger schrieb: > Wenn man eine Idee hat, die man nicht selber patentieren lassen will, > reicht es, sie irgendwo zu veröffentlichen. > Einmal Veröffentliches kann nicht mehr patentiert werden. > Ein Nachnutzer kann dann nur noch den Gewinn durch die Produktion > erzielen. Eine überzogene Gewinnspanne als Rechteinhaber ist nicht > möglich. Das ist im Prinzip richtig, kann aber auch ordentlich nach Hinten los gehen. Ein Beispiel aus meiner Entwicklung ... Habe 2007 ein Verfahrenspatent angemeldet. In 2009 wurde die Anmeldung offengelegt, noch nicht erteilt. Keine 2 Wochen danach publizierte ein Wettbewerber seine Vorrichtung in der Fachpresse, welche er über den Fachhandel vertreiben wollte, mit exakt der Verfahrensbeschreibung, die ich zuvor anmeldete. Worauf ich diesen Hersteller und seinen Fachhändler von meinem Patentanwalt in Kenntnis setzen ließ, dass hier eine Anmeldung läuft und bei Erteilung entsprechende Ansprüche geltend gemacht würden. Hätten die Doofies ihr Verfahren nicht ausdrücklich genannt und beworben hätts mich ja nicht großartig gestört, aber so gehts halt nicht. Ergebnis: Der Artikel wurde faktisch ausgelistet, nicht mehr beworben. Die Typen waren aber auch etwas doof, hätten sie gefragt hätt ich für nen Obulus mein OK gegeben und die hätten sogar den zusätzlichen Nutzen gehabt hier mit unter den "Schutzschirm" schlüpfen zu können, aber so ists mir auch recht. Es ist mit den Urheberrechten schon so eine Sache und die Grenzen für Ideen, die wirklich schützenswert sind und welche trivial sind wohl sehr fließend. Ich halte sowas z.B. für eher nichtig oder trivial ... oder gar kurios: http://www.patent-de.com/20060601/DE202005011258U1.html Der Name ist aber genial gewählt :o)))))
Ein Patent ist in der Schweiz das erste Jahr nach Anmeldunge geheim, wird erst nach einem Jahr publiziert. Dies ermoeglicht dem Inhaben in dieser Zeit Folgepatente anzumelden, zB in anderen Staaten.
Kara Benemsi schrieb: > Jetzt bin ich mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis sich der > Erfinder des Rades outet. Bitteschön: http://www.newscientist.com/article/dn965-wheel-patented-in-australia.html
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