Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Induktivität im Nulldurchgang der Spannung hinzuschalten


von Daniel (Gast)


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When a transformer is first energized a transient current up to 10 to 50 
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times larger than the rated transformer current can flow for several 
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cycles. This happens when the primary winding is connected around the 
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zero-crossing of the primary voltage. For large transformers, inrush 
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current can last for several seconds.

http://en.wikipedia.org/wiki/Inrush_current

Der Punkt mit "zero crossing of primary voltage" ist mir nicht klar.
Ok, primary hat eine Induktivität L und unterliegt der Bbeziehung
v=L*i'
v wird vom Netz aufgeprägt! Folgt doch daraus dann i'=0
Für i davor gilt = 0.

Wo ist das Problem, im Null Durchgang eine Induktivität hinzuzuschalten?

Gruß,
Daniel

von MaWin (Gast)


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> Wo ist das Problem, im Null Durchgang eine Induktivität hinzuzuschalten?

VOR dem Einschalten war der Strom Null.

Direkt NACH dem Einschalten müsste aber der Strom wie hoch sein, wenn es 
der Induktivität/dem Trafo normal erging, er also schon länger an wäre ?

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9.4

von Reinhard Kern (Gast)


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Hallo,

im Normalbetrieb, worauf der Trafo ausgelegt ist, ist zum Nulldurchgang 
der Spannung der Strom eben nicht null, er hinkt ja dem Spannungsverlauf 
hinterher. Der Kern ist also zum Nulldurchgang noch in Gegenrichtung 
magnetisiert, ummagnetisiert wird er erst zu einem späteren Zeitpunkt in 
der Halbwelle.

Beim Einschalten am Nulldurchgang ist das nicht der Fall, die 
Magnetisierung beginnt sofort, und das kann die Zeit dafür so 
verlängern, dass der Kern in die Sättigung gerät und der induktive 
Widerstand zusammenbricht.

Gruss Reinhard

von Ben _. (burning_silicon)


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von Udo S. (urschmitt)


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Reinhard Kern schrieb:
> Beim Einschalten am Nulldurchgang ist das nicht der Fall, die
> Magnetisierung beginnt sofort, und das kann die Zeit dafür so
> verlängern, dass der Kern in die Sättigung gerät und der induktive
> Widerstand zusammenbricht.

Und noch schlimmer, es kann sein daß beim Einschalten der Kern in der 
gleichen Richtung (Nord Süd) vormagnetisiert ist wie der einsetzende 
Strom ihn magnetisiert. Dadurch erreicht er seine Sättigung noch früher.

Stichwörter: "Hysterese-Kurve" "Zusammengang von H und B bei Eisen"

von Random .. (thorstendb) Benutzerseite


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Hehe,

"For large transformers, inrush current can last for several seconds."

erinnert mich an meinen 1.5kW Trafo für meinen Argon-Laser.
bääuuuuunnnnnnnnnnnng beim Einschalten ^^

Nachdem man 3x zum Sicherungskasten gelaufen ist und die 16A wieder 
reingedrückt hat, weil man trotz Scope daneben doch nicht den 
Scheitelpunkt beim Einschalten getroffen hat **grins**

Schaltet man im Nulldurchgang, hat das den maximalen Stromfluss zur 
Folge...

von Daniel (Gast)


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Reinhard Kern schrieb:
> Beim Einschalten am Nulldurchgang ist das nicht der Fall, die
> Magnetisierung beginnt sofort, und das kann die Zeit dafür so
> verlängern, dass der Kern in die Sättigung gerät und der induktive
> Widerstand zusammenbricht.

Das Problem an meiner Betrachtung ist also die "ideale" Induktivität,
die nie in die Sättigung geht. Sonst wären ja die Anfangsbedingungen
i(t=0)=0
i'(t=0)=0

Danke MaWin und Reinhard

von Arno H. (arno_h)


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Hier findest du Informationen in leichter verständlicherer Sprache:
http://www.emeko.de/index.php?id=94&L=0

Arno

von Ben _. (burning_silicon)


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Im Spannungsmaximum schalten ist auch nicht viel besser... Das System 
ist halt einfach nicht eingeschwungen. Am schönsten ist es den Trafo mit 
einem Gleichstrom ein paar Halbwellen lang vorzumagnetisieren und ihn 
dann entgegengesetzt einzuschalten.

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