Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Explosionsschutz Strahlungsleistung LED


von Doro (Gast)


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Hallo zusammen,
ich soll für den Explosionsschutz nachweisen das folgende LED 
http://de.farnell.com/avago-technologies/hlmp-eg08-wz000/led-5mm-rot/dp/1003319?Ntt=1003319 
eine Strahlungsleistung von 35 mW nicht überschreitet.

Also die Leistungsaufnahme der LED: P=1,9V*20mA= 38 mW

Jetzt hab ich nachgelesen, dass die Strahlungsleistung die die LED 
abgibt als Lichtstrom (Einheit:Lumen) angegeben wird. Bei einem 
Abstrahlwinkel von 8° ergibt sich ein sr-Faktor von 0,0153. Durch 
Multipplikation mit der Lichtstärke von 16cd ergibt sich ein Lichtstrom 
von 0,245 Lumen.

Aber ich bräuchte die Strahlungsleistung in mW.
Kann mir da jemand weiterhelfen?


Gruß

von Karl H. (kbuchegg)


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Doro schrieb:
> Hallo zusammen,
> ich soll für den Explosionsschutz nachweisen das folgende LED
> 
http://de.farnell.com/avago-technologies/hlmp-eg08-wz000/led-5mm-rot/dp/1003319?Ntt=1003319
> eine Strahlungsleistung von 35 mW nicht überschreitet.
>
> Also die Leistungsaufnahme der LED: P=1,9V*20mA= 38 mW

Argumentiere entweder mit dem Wirkungsgrad oder mach 18mA draus. Auch 
der strengste Prüfer kommt an der Energieerhaltung nicht vorbei. Wenn du 
nur 34mW reinsteckst, können auch nicht mehr rauskommen. Ob 20mA oder 
18mA ist optisch völlig irrelevant. Ohne eine Vergleichsled daneben und 
gute Augen kannst du das nicht unterscheiden.

von Ulrich (Gast)


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Für LEDs liegt das Limit beim Wirkungsgrad allerdings nicht bei 100%, 
sondern etwas drüber.  Von der Theorie (Thermodynamik) spricht nichts 
dagegen das eine LED etwas über 100% Wirkungsgrad hat, und sich dann im 
Betrieb etwas abkühlt.  Ich bin mir nicht sicher ob die 100% Grenze 
nicht im IR Bereich nicht doch schon überschritten wurde - ernsthafte 
Versuche dazu gab es jedenfalls schon.

Im Datenblatt zu der LED ist der Lichtstrom nicht angegeben, aber 
immerhin die zu den Wellenlängen passende Umrechnung von Lumen in W. Für 
die rote sind das 150 Lumen/W. Damit entsprechen die 0,245 Lumen gerade 
mal etwas über 1,6 mW. So wirklich genau ist die Umrechnung über den 
Raumwinkel nicht, aber im Datenblatt fehlt halt die direkte Angabe der 
Strahlungsleistung oder des Lichtflusses.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Ulrich schrieb:
> Für LEDs liegt das Limit beim Wirkungsgrad allerdings nicht bei 100%,
> sondern etwas drüber.  Von der Theorie (Thermodynamik) spricht nichts
> dagegen das eine LED etwas über 100% Wirkungsgrad hat ...

Könntest Du diese interessante These mal etwas elaborieren?

von Peter II (Gast)


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Ulrich schrieb:
> Für LEDs liegt das Limit beim Wirkungsgrad allerdings nicht bei 100%,
> sondern etwas drüber.  Von der Theorie (Thermodynamik) spricht nichts
> dagegen das eine LED etwas über 100% Wirkungsgrad hat, und sich dann im
> Betrieb etwas abkühlt.

das sollte schon die Thermodynamik dagen sprechen, denn es darf nicht 
sein das man Kälte (ohne noch mehr wärme) erzeugen kann. Und mit dieser 
LED könnte man ja gleichzeitig Kühlen und noch Licht erzeugen. Das ist 
ja schon ein (perpetuum mobile)²

von Doro (Gast)


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Ulrich schrieb:
> Damit entsprechen die 0,245 Lumen gerade
> mal etwas über 1,6 mW.

Könntest du mir sagen wie du auf die 1,6 mW kommst?

von Doro (Gast)


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Habs nun alleine rausbekommen. Danke für die Hilfe!

von cyblord (Gast)


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Ulrich schrieb:
> Für LEDs liegt das Limit beim Wirkungsgrad allerdings nicht bei 100%,
> sondern etwas drüber.

Hast du da mal nen Link welcher diese mehr als abenteuerliche These 
stützt?

von Stefan (Gast)


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Hallo,

ich glaube dass Die Frage des Fragestellers

Doro schrieb:
> ich soll für den Explosionsschutz nachweisen das folgende LED
> http://de.farnell.com/avago-technologies/hlmp-eg08...
> eine Strahlungsleistung von 35 mW nicht überschreitet.

schon falsch gestellt ist bzw. nicht zielführend ist.

Den das wesentlichste Merkmal von eigensicheren Stromkreisen in 
EEx-Bereichen ist die sichere Begrenzung von Strom und Spannung, und 
damit der zugeführten Energie, sodass weder unter normalen Bedingungen 
noch unter Berücksichtigung bestimmter Fehlerfälle beim Öffnen oder 
Schließen des Stromkreises oder bei Kurzschlüssen gegen Erde zündfähige 
Funken entstehen können. Zur Vermeidung der Funkenzündung muss auch die 
im Stromkreis gespeicherte Energie begrenzt bleiben.
Für die Einhaltung der zutreffenden Kriterien ist zwangsläufig nicht nur 
das einzelne im eigensicheren Stromkreis enthaltene Betriebsmittel (hier 
Led), sondern das komplette Zusammenwirken aller beteiligten 
Betriebsmittel einschließlich der Verbindungsleitungen zu betrachten.

Wer über EEx-Bereiche (Bereiche mit zündfähigen Gas-Luftgemischen) redet 
sollte sich unbedigt mit den Normen

ATEX 94/9/EG              (Explosionsschutzrichtlinie)
EN 60079-14/IEC 60079-14  (Nachweis der Eigensicherheit)
EN 60079-11/IEC 60079-11  (explosionsfähige Atmosphäre, Zündgrenzkurven)

beschäftigen und sich die darin enthaltene Denkweise zu eigen machen.

Gruss Stefan

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Bei Infrarot-LEDs ist es sehr oft so, daß die absolute 
Gesamtstrahlungsleistung angegeben ist (Das ist dann in der Einheit 
Watt). Bei sichtbaren LEDs habe ich das noch nicht gesehen. Keine Ahnung 
warum es so ist. Aus dem Strahlungsdiagramm winkel->relative Leistung 
kann man durch Integrieren dann die absolute Leistung bestimmen. Viel 
Spaß beim Kästchen zählen.

Alle mir bekannten LEDs werden im Betrieb warm! Bitte nennt mir eine, 
die kälter wird!

Und dann könnte die LED auch pulsen! Sozusagen ne Blink-LED ;-)

Es gibt übrigens auch LEDs die wie Laser arbeiten.

Und nicht jede LED einer Serie hat den gleichen Wirkungsgrad.

von Thomas B. (thb3)


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Er meint wohl, dass ja jedes Objekt Wärmestrahlung abgibt. Wenn man dann 
Strom durch die LED schickt kommt das sichtbare Licht + IR raus --> mehr 
als 100%. Ist natürlich Blödsinn. Und die Effizienz liegt natürlich weit 
unter 100%.

Bei LED die im sichtbaren Spektrum emittieren verwendet man Lumen für 
Angabe wieviel Licht rauskommt. Lumen ist mit der Empfindlichkeit des 
menschlichen Auges normalisiert. Eine IR-LED hat also immer 0 Lumen. 
Deshalb verwendet man dort mW.

von Ulrich (Gast)


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Das Licht das eine LED abgibt, ist im thermodynamischen Sinne keine 
Arbeit, sondern als Wärmestrom bei einer, wenn auch relativ hohen 
Temperatur zu sehen. Je niedriger die Leuchtdichte ist, desto niedriger 
ist die Temperatur die man dem Licht zuordnen muss.  Das Licht der LED 
lässt sich auch prinzipiell (aus gründen der Thermodynamik) auch nicht 
wieder mit einer Solarzelle oder ähnlichem zu 100% zurück in Elektrische 
Energie Umwandeln.

Bei den IR LEDs kommt man mit dem internen Quantenwirkungsgrad schon 
recht nahe an 100% heran, d.h. deutlich über 90%. Nur bei der 
Auskopplung aus der LED klappt das noch nicht so richtig und da kommt 
oft eher weniger als 50% heraus - hier spricht aber nicht viel gegen 
eine weitere Verbesserung.
Bei nicht zu hohem Strom ist die Flußspannung von LEDs auch deutlich 
geringer als die Spannung die zur Bandlücke bzw. der Quantenenergie 
gehört: bei den IR LEDs entsprechend die 950 nm gut 1,3 eV - die 
Flusspannung liegt aber eher bei 1-1,2 V.

Den Artikel dazu müsste ich noch mal raussuchen, ist aber was älteres 
aus den 80er Jahren.

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