Forum: Offtopic Radioaktivität, misst das hier wer?


von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Hallo,
ich habe seit Jahren ein Geiger-Müller Zähler, ab und zu schalte ich den 
mal an und habe im schnitt ein Wert von 120...140 auf der Anzeige. Die 
Messdauer beträgt dabei jeweils 10min. Heute hab ich ihn wieder benutzt 
und hatte Werte von 234 und 215 gemessen. Da es hier diverse Beiträge 
über Zähler gibt wollte ich mal fragen ob noch jemand  Messergebnisse 
hat und ob auch anderswo ein Anstieg feststellbar ist.

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Hier ist eine Seite, auf der man die Ortsdosisleistung sehen kann:
 http://odlinfo.bfs.de/index.php

MfG Paul

von Simon K. (simon) Benutzerseite


Lesenswert?

Fred Feuerstein schrieb:
> hat und ob auch anderswo ein Anstieg feststellbar ist.

Ja, in Japan ;-)

von U. B. (Gast)


Lesenswert?

Kurzfristig an manchen Eisenbahnstrecken ?   ;-)

von Uwe R. (aisnmann)


Lesenswert?

Meint ihr es koennte sich lohnen einen gebrauchten Geigerzaehler 
anzuschaffen? Nachdem die Aufregung vorbei ist, wie wird da die 
Marktlage bei Gebrauchtgeraeten sein?
(ich meine, weil die Dinger doch zeitweise ausverkauft waren)

bye uwe

von Thilo M. (Gast)


Lesenswert?

Stellt sich die Frage:
was ist im Vergleich zur letzten Messung anders?
- wann, wo und was wurde gemessen
- Witterung (Niederschlag, Sonne, Windrichtung)
- Richtung der Messung
- Vegetation
- Änderung der Gegend (Bauten, Erdbewegung)
- Landwirtschaft (Dünger)

Wie hieß das damals in der ELO? - Wer misst, misst Mist! - ;-)

Das Ganze ist eine Wissenschaft für sich, besonders in so kleinen 
Bereichen.

von A. B. (funky)


Lesenswert?

ich brauch sowas nicht. mein schicker aluminiumfolienhut samt stilechtem 
bügel schützt mich noch vor ganzen anderen strahlen als son bisserl 
radioaktivität

von Wilhelm F. (Gast)


Lesenswert?

Meine Physikprofessoren an der FH machten täglich Messungen und 
Aufzeichnungen, fingen nach Tschernobyl an. Sie sorgten damals dafür, 
daß z.B. Salatlieferungen aus der Mensa entfernt und nicht als Essen 
zubereitet wurden. Nicht rigide zum Schaden des Mensabetriebes, sondern 
in Absprache und eher zum Schaden des Lieferanten, das war ja in aller 
Interesse. Immerhin.

Die trauten dem Braten nicht so recht, wir liegen hier auch nur ein paar 
km moselabwärts von Cattenom (Frankreich). Und sie haben Recht, es 
wurden auch schon Unregelmäßigkeiten detektiert, vielleicht nicht 
gemeldete Störfälle.

Auch Luftmessungen mit Tricks, die muß man eine Stunde mit dem 
Staubsauger durch ein Papierfeinfilter saugen, und dann den Filter mit 
einem Detektor messen. Haben wir im Kerntechnik-Labor gemacht, und das 
Ergebnis aus der Umgebungsluft ist erschreckend genug.

Die Lunge des Menschen verträgt nicht nur Zigarettenqualm, sondern auch 
ordentlich Radioaktivität aus der Atemluft. Auch wenn Rauchen verboten 
wird. Den Reinstraum gibt es nur in der Halbleiterherstellung, aber 
nicht sonst im Leben.

Kurz nach Tschernobyl wurde auch mal gesagt, daß man einen 
KFz-Luftfilter nicht lange in der Hand halten sollte, z.B. wenn man ihn 
selbst wechselt, oder ein KFz-Mechaniker ihn wechselt. Hat eine 
gefährlich hohe Strahlungsaktivität. Nur aus der Luft. Ich stamme aus 
der Zeit, bekam da ein paar Dinge mit. Manches scheint heute ganz 
vergessen, oder?

Wenn ich mein Studium noch mal machen würde, hätte ich fürs Physiklabor 
einen KFz-Luftfilter als Objekt der Begierde vorgeschlagen. Aber die 
Idee war nach Tschernobyl noch zu neu. Denn wir atmen ja Luft, und 
messen nicht nur Flächen an Feststoffen.

Zu denen Herren Professoren habe ich aktuell keinen Kontakt, sind heute 
auch pensioniert oder verstorben, hatte aber da mit denen Röntgen- und 
Kernstrahlungsseminare.

Um eine Schwankung um den Faktor 3 sollte man aber nichts geben. Im 
menschlichen Körper finden auch durch die über die Nahrung aufgenommenen 
radioaktiven Strahler Zerfälle statt. Manche wohnen auch in einem Gebiet 
mit sehr erhöhter natürlicher Radioaktivität. Im Hunsrück und 
Ostdeutschland gibt es ein paar Gebiete. Die Menschen bekommen dort 10- 
oder 100-fache Strahlungsdosen ab. Es scheint noch nicht mal besonders 
mit dem allgemeinen Durchschnittslebensalter zu korrelieren. Da gibt es 
aber im Internet die Deutschlandkarte mit den Werten. Hab sie nur nicht 
unter Favoriten gespeichert.

Schlimm war verseuchtes Milchpulver. Es gab da nach Tschernobyl mal 
einen großen Eisenbahnzug mit vielen Waggons in Quarantäne, wobei man 
sich später entscheiden wollte, die Ladung ins Ausland zu 
transportieren, zur Weiterverarbeitung. Was genau daraus wurde, weiß ich 
bis heute nicht. Strontium aus der selben Hauptgruppe des PSE wie 
Calcium lagert sich bei Nahrungsaufnahme anstatt dessen in den Knochen 
ein, und hat ausgerechnet eine Zerfallszeit unterhalb der menschlichen 
Lebensdauer. Und das nahmen ja Rindviecher zur Milchproduktion draußen 
auf der Naturwiese auf, gelangt wie Calcium in die Milch.

Den Rindviechern macht das ja nichts, werden kaum älter als zwei Jahre. 
Die sind schon lange verfrühstückt.

Die Eisenbahntransporte sollte man auch keineswegs unterschätzen. Alles 
Personal drum herum müßte Strahlenschutzanzüge tragen, wohl auch der 
Lokführer. Denn es kann mal sein, daß es neben einem Castorbehälter 
gemütlich warm ist, oder man sich daran die Hände wärmen kann. Und wenn 
es warm ist, passiert da auch noch was anderes.

Nein, ich war nie an Aktivitäten mit Gegnern beteiligt, machte nur mal 
ein E-Technik-Studium mit viel Physik. Und das war sehr interessant, 
nicht mal nur eine Schaltung oder einen µC in Betrieb nehmen. Das ist 
der kleine Unterschied zum Meister oder Techniker, breites Spektrum der 
Naturwissenschaften.

von Thilo M. (Gast)


Lesenswert?

Wilhelm Ferkes schrieb:
> Die Eisenbahntransporte sollte man auch keineswegs unterschätzen. Alles
> Personal drum herum müßte Strahlenschutzanzüge tragen, wohl auch der
> Lokführer. Denn es kann mal sein, daß es neben einem Castorbehälter
> gemütlich warm ist, oder man sich daran die Hände wärmen kann. Und wenn
> es warm ist, passiert da auch noch was anderes.

Bleiwesten für Demonstranten? :-)

Ich (und viele Kollegen) habe Wochenlang an beladenen Castoren 
gearbeitet (Druckschschalter zur Dichtheitsüberwachung montiert).
Wir leben alle noch, keiner Krank und die Nachkommen sind auch gesund.

Dass die Strahlung in der Nähe von beladenen Castoren gefährlich ist 
gehört ins Reich der Mythen.

von Wilhelm F. (Gast)


Lesenswert?

Thilo M. schrieb:

> Dass die Strahlung in der Nähe von beladenen Castoren gefährlich ist
> gehört ins Reich der Mythen.

Und Jesus kam in Sandalen, und ging über Wasser...

von Thilo M. (Gast)


Lesenswert?

Wilhelm Ferkes schrieb:
> Und Jesus kam in Sandalen, und ging über Wasser...

DAS kann nicht belegt werden. ;-)

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Thilo M. schrieb:

> DAS kann nicht belegt werden. ;-)

Aber ja doch. Schriftlich belegt, mit 12 Zeugen.
Ausserdem waren Sandalen damals ziemlich verbreitet.

von Wilhelm F. (Gast)


Lesenswert?

Thilo M. schrieb:

> DAS kann nicht belegt werden. ;-)

Ist auch genau so schizophren wie dein Gefahrlosigkeitsgedanke. ;-)

Also: Beleg mal was.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Ich hab grad belegte Atemwege ;-)

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Thilo M. schrieb:
> Wir leben alle noch, keiner Krank und die Nachkommen sind auch gesund.

Das wird sich ändern ;-)

von K. L. (trollen) Benutzerseite


Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Das wird sich ändern ;-)

Du zählst nicht!

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

K. Laus schrieb:
> Du zählst nicht!

Ich spendier dir ne Portion DDT.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.