Wenn man zwei gleichartige GPS-Receiver ein paar Meter voneinander betreibt und davon einen als DGPS-Referenz benutzt. Was kann man an Positionsgenauigkeit erwarten? Z.B. um einen Roboter zu steuern. Hat da wer Erfahrungswerte?
Hallo, Meine Erfahrung : Horizontal 6 - 8m zur Genauigkeit schau mal in http://www.zogg-jm.ch/Dateien/Update_Zogg_Deutsche_Version_Jan_09_Version_Z4x.pdf DGPS Kapitel 7 Gruesse Hans
Wir hatten mal einen GPS-Experten im Haus. Eine seiner Aussagen lautete in etwa (ist schon eine Weile her): mit "normalen" Receivern liegt die Genauigkeit im Mittel im Meterbereich. Einzelwerte können aber locker mal 20m daneben liegen. Be- oder Widerlegen kann ich diese Aussage aber nicht.
Kommt immer auf die Komponenten an. Also GPS Antenne und GPS Reciver etc. Es können auch Einzelgeräte Genauigkeiten im Submeter liefern, allerdings kosten diese >1k€
Entsprechend aufwändige Geräte für Landvermesser erreichen ca. 10-20 cm. Kosten aber 10K und mehr ...
Abdul K. schrieb: > Wenn man zwei gleichartige GPS-Receiver ein paar Meter voneinander > betreibt und davon einen als DGPS-Referenz benutzt. Wie machst du das? Mein Kenntnisstand ist daß DGPS einen terrestrischen genau vermessenen Sender benötigt, den der DGPS Empfängre mit auswertet. Das passiert z.B. bei Landvermessung. Mit einem herkömmlichen Garmin Handgerät kommt man auf eine kurzzeitige Wiederholgenauigkeit von 1 - 2m. Genauso gut soll es sein wenn man WAA/EGNOS Satelliten mitnutzt. Die Ungenauigkeit von 10 - 20 m hängt soviel ich weiß im Wesentlichen von unterschiedlichen und schwankenden Brechungsverhältnissen in der Ionosphäre ab. Und die ändert sich nur langsam (Stundenbereich) und die EGNOS Daten ermöglichen dem Empfänger das rauszurechnen. Aber genauer als 1-2 meter wird wohl die Hardware nicht zulassen.
Udo Schmitt schrieb: > Die Ungenauigkeit von 10 - 20 m hängt > soviel ich weiß im Wesentlichen von unterschiedlichen und schwankenden > Brechungsverhältnissen in der Ionosphäre ab. Und die ändert sich nur > langsam (Stundenbereich) und die EGNOS Daten ermöglichen dem Empfänger > das rauszurechnen. Die Ionosphäre hat bei den Abweichungen den größten Anteil macht aber Gesamt weniger als die Hälfte aus. Mehr Informationen findest du unter folgender Seite: http://www.kowoma.de/gps/Fehlerquellen.htm Am Ende dieser Seite findest du eine Zusammenfassung über die Fehlerquellen und die erreichbare Genauigkeit. Im folgenden Thread versucht auch jemand einen Roboter über DGPS zu steuern: http://www.roboternetz.de/community/threads/26743-GPS-genauigkeit-steigern-!
Hallo mat, Danke für den Link, so genau wusste ich es noch nicht. Ich denke jetzt habe ich auch den Ansatz von Abdul verstanden. Ich ermittle den augenblicklichen Fehler des feststehenden Moduls (Über einen vorher ausgemessenen Mittelwert oder eines einfach angenommenen 0-Punkts. Unter der Annahme daß beide Empfänger den gleichen Fehler messen ziehe ich den Fehler bei meinem 2. Gerät ab. Geht aber nur wenn beide die selben Satelliten nutzen.
Wenn ich das richtig verstehe, möchtest du folgendes machen: Du nimmst zwei Handelsübliche GPS Receiver. Einen positionierst du fest an einem bestimmten Referenzpunkt (Basisstation). Der zweite ist beweglich (der sogenannte Rover). Über die Referenz der Basisstation kannst du die Abweichung der GPS Daten der Basisstation errechnen und diese schickst du an deinen Rover, der dann damit seine GPS Daten korrigiert? Um es kurz zu sagen: Geht nicht :-) Das Problem ist recht simpel: Jeder GPS Empfänger bestimmt für sich die ihm am besten schmeckenden Satelliten und errechnet daraus siene Position. D.h. Empfänger 1 nimmt eventuell ganz andere Satelliten (mit natürlich ganz anderen Abweichungen) und errechnet daraus seine Position. Wenn du wirklich ein DGPS System aufbauen möchtest, musst du GPS Receiver verwenden, die dir die Rohdaten der Satelliten geben, die dann durch eine spezielle PC Software jagen (in Japan gibt es mMn ein open source Projekt dafür) und DANN kannst du die genaue Position des Rovers bestimmen.
peterguy schrieb: > Wenn ich das richtig verstehe, möchtest du folgendes machen: > Du nimmst zwei Handelsübliche GPS Receiver. > Einen positionierst du fest an einem bestimmten Referenzpunkt > (Basisstation). > Der zweite ist beweglich (der sogenannte Rover). > Über die Referenz der Basisstation kannst du die Abweichung der GPS > Daten der Basisstation errechnen und diese schickst du an deinen Rover, > der dann damit seine GPS Daten korrigiert? > Ja genau. > Um es kurz zu sagen: > Geht nicht :-) > Hast du es praktisch probiert? > Das Problem ist recht simpel: > Jeder GPS Empfänger bestimmt für sich die ihm am besten schmeckenden > Satelliten und errechnet daraus siene Position. > D.h. Empfänger 1 nimmt eventuell ganz andere Satelliten (mit natürlich > ganz anderen Abweichungen) und errechnet daraus seine Position. > Der Einwand ist gut. Eventuell sind bestimmte Empfänger-Module besser geeignet. Mich erstaunt, daß dieser Ansatz anscheinend 'neu' ist. Naja, der Thread ist kurz. Warten wir ab.
> > Um es kurz zu sagen: > > Geht nicht :-) > > > > Hast du es praktisch probiert? Ich habe mich vor ein paar Jahren näher mit dem Thema auseinandergesetzt. Praktisch probiert habe ich dein Vorhaben nicht, nach der Literaturrecherche war mir klar daß man sich den Aufwand sparen kann. Neu ist dein Ansatz übrigens nicht, google mal nach "poor mans DPGS". dort findest du auch die infos, die mich damals bewogen haben, zwei GPS Module zu verwenden, die auch Rohdaten ausgeben können. Damit gabs dann auch Probleme, das ist aber eine andere Geschichte ;-) Ich kann nur soviel sagen: Der Weg zu einem funktionierenden Do-it-yourself DGPS ist sehr sehr steinig. Viel Erfolg!
peterguy schrieb: >> > Um es kurz zu sagen: >> > Geht nicht :-) >> > >> >> Hast du es praktisch probiert? > > Ich habe mich vor ein paar Jahren näher mit dem Thema > auseinandergesetzt. > > Praktisch probiert habe ich dein Vorhaben nicht, nach der > Literaturrecherche war mir klar daß man sich den Aufwand sparen kann. > > Neu ist dein Ansatz übrigens nicht, google mal nach "poor mans DPGS". > dort findest du auch die infos, die mich damals bewogen haben, zwei GPS > Module zu verwenden, die auch Rohdaten ausgeben können. > Damit gabs dann auch Probleme, das ist aber eine andere Geschichte ;-) > Ich kann nur soviel sagen: Der Weg zu einem funktionierenden > Do-it-yourself DGPS ist sehr sehr steinig. Vielleicht gehts ja mit Galileo (in ein paar Jahren)einfacher. Gruss Harald
Von ublox gibt es aus der 4er-Serie Module, die die Rohdaten ausgeben können und ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass es die auch aus der 5er-Serie gibt. Welche Genauigkeit willst du egtl. erreichen? Harald Wilhelms schrieb: > Vielleicht gehts ja mit Galileo (in ein paar Jahren)einfacher. Das glaube ich nicht. Das Problem bleibt ja dasselbe...
Du kannst die Rohdaten von zwei Empfängern nehmen und die Messwerte von den Satelliten herausfiltern, die gerade von BEIDEN Empfängern empfangen werden. Du musst dann allerdings deine eigene Positions-Lösung rechnen.
Hallo, hatte mich mal vor Jahren mit dem System beschäftigt, als die GPS-Daten noch verwischt waren und noch nicht so genau gesendet wurden. Damals gab es von Motorola die ONCORE-Serie, wo bestimmte Receiver die Rohdaten lieferten. Die habe ich dann mit einem Programm ins RTCM-Format übertragen und per Amateurfunk gesendet. Meine Referenzstation lief jahrelang an der gleichen Antennenposition und kannte dadurch ihre Position sehr genau (Mittelwertbildung). Mit den beweglichen Stationen konnte ich Genauigkeiten im Submeterbereich erreichen, durch Einspielen der DGPS-Daten in die Empfänger. Entsprechende Baugruppen gab es damals auch von der TAPR (http://www.tapr.org/gps_dgps.html).
Ah. Langsam wirds interessanter. Manche Empfänger kann man wohl auch auf bestimmte Satelliten ansetzen. Wenn man dann beiden Empfängern die gleichen Sats freigibt (Was natürlich dynamisch passieren müßte, denn die wechseln ja ständig). Außerdem werden die Satelliten sukzessive im Laufe der Jahre immer besser. Was davon am Boden praktisch ankommt, weiß ich nicht zu beurteilen. Momentan habe ich damit nichts vor, aber es könnte mal ein Roboter fürs Rasenmähen werden. Sind einfach nur wirre nächtliche Ideen. Einem Greifvogel ein GPS zu verpassen, ist dagegen ein reales Projekt.
Abdul K. schrieb: > Einem Greifvogel ein GPS zu verpassen, ist dagegen ein reales Projekt. Das hat aber nichts mit dem Beitrag "Micro GPS Sender" zu tun?
Alexander Schmidt schrieb: > Abdul K. schrieb: >> Einem Greifvogel ein GPS zu verpassen, ist dagegen ein reales Projekt. > > Das hat aber nichts mit dem Beitrag "Micro GPS Sender" > zu tun? Bislang nicht, kann aber noch kommen. Wo nehmt ihr immer die Threads her? Schlaft ihr nie?
> Wo nehmt ihr immer die Threads her? Schlaft ihr nie?
Es ist eher so, daß die besonders abwegigen Threads im Gedächnis haften
bleiben.
Stichwort Kuriositätenkabinett :-))
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