Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Warum Bootloader ?


von Anfänger (Gast)


Lesenswert?

Hallo,

warum brauch ich einen Bootloader für einen Atmega8, wenn ich den Chip 
über ISP auch mit USB ASP recht flott flashen kann ?

von Der Weise (Gast)


Lesenswert?

Offenbar brauchst DU keinen. Aber vielleicht hat man manchmal keinen USB 
ASP da, und der fest in ein Gerät eingebaute Mikrocontroller ist z.B. 
nur über einen RS232-Anschluss mit dem PC verbunden.

von Anfänger (Gast)


Lesenswert?

Sind Bootloader immer für RS232-Programmierung ?

von Paul Baumann (Gast)


Lesenswert?

Dann brauchst Du ihn auch nicht. Es gibt aber Leute, die den Kontroller
über die serielle Schnittstelle flashen wollen, weil die Pins für die
ISP-Schnittstelle so beschaltet sind, daß man beim Programmieren irgend-
welche anderen Peripherieschaltungen aus Versehen mit ansteuern würde 
und
das Schäden anrichten kann.

MfG Paul

von Tom M. (tomm) Benutzerseite


Lesenswert?

> warum brauch ich einen Bootloader...

Wenn du den SPI nutzt, kann es problematisch sein, auch den ISP 
einzusetzen, weil man die SPI Geräte meistens nicht trennen kann. (SPI 
und ISP teilen sich einige Pins, siehe Datenblatt zum MC). Drum brenne 
ich gerne einen bootloader auf den "nackten MC", alles weitere dann via 
UART, den ich ohnehin verkable (USB nach Seriell/TTL).

Kurzum, ich brauche ihn, weil es für mich so sehr praktisch ist.

> Sind Bootloader immer für RS232-Programmierung ?

Nein, muss nicht, aber ist meistens so.

von Der Neue (Gast)


Lesenswert?

Tom M. schrieb:
>> Sind Bootloader immer für RS232-Programmierung ?
>
> Nein, muss nicht, aber ist meistens so.

Gibt es aber auch für Speicherkarten wie SD, CAN, LIN, usw...

von W.S. (Gast)


Lesenswert?

Anfänger schrieb:
> Sind Bootloader immer für RS232-Programmierung ?

Fast immer, weil es die einfachste und praktischste Schnittstelle ist 
für's Programmieren von Controllern. Mittlerweile gibt es auch einige 
Controller, die USB eingebaut haben und sich auf ein spezielles 
USB-Protokoll verstehen. die steckt man zum Programmieren an den USB und 
der Quasi-Bootlader tut so, als wäre er ein Massenspeicher, wo man die 
Firmware nur draufzukopieren braucht. Nett, aber aufwendig. Viel 
aufwendiger als ein Bootlader, der per V24 arbeitet und deshalb nur bei 
"größeren" Controllern anzutreffen.

W.S.

von spess53 (Gast)


Lesenswert?

Hi

>Wenn du den SPI nutzt, kann es problematisch sein, auch den ISP
>einzusetzen, weil man die SPI Geräte meistens nicht trennen kann. (SPI
>und ISP teilen sich einige Pins, siehe Datenblatt zum MC). Drum brenne
>ich gerne einen bootloader auf den "nackten MC", alles weitere dann via
>UART, den ich ohnehin verkable (USB nach Seriell/TTL).

Man kann Probleme auch herbei reden. Ausserdem ist SPI bei den meisten 
AVRs nicht die einzig mögliche Programmierschnittstelle.

MfG Spess

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


Lesenswert?

Habe letztens den 1wire Bootloader von Peter Dannegger für ein Projekt 
mit einem Tiny85 genutzt.

Der Tiny wurde nachträglich in einem sehr kompakten kommerziellen Gerät 
verbaut um dieses mit einem passiven analogen externen Zusatzmodul zu 
verbinden. Es konnte nur EIN freier Pin eines bereits vorhandenen 
Steckverbinders für die Verbindung nach aussen genutzt werden. 
Firmwareänderungen wären ohne Bootloader (welcher hier die selbe Leitung 
nutzt) nur durch komplette Demontage des Gerätes und anschließendem 
auslöten / HV Programmieren möglich gewesen.

GERADE DESWEGEN sind Bootloader nützlich!

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.