Hallo miteinander Ich habe mal wieder eine Verständnisfrage: Wie kommt es, dass bei diversen militärischen Funksystemen sehr hohe Sendeleistungen vorhanden sind, aber die Reichweite nur gering ist. Soll heissen mit z.B 40 Watt kommt man nur 30km weit. Ist das wegen dem Frequenz-Hopping oder hat das andere Gründe? Bei der Berufsschule hatten wir einmal einen AM-Sender gebaut, der mit weniger Leistung (~20mW) ca 5km Reichweite hatte. Dieser war aber fix bei 80MHz. Besten Dank für die Info MFG Patrick
Hallo,
im Detail weis ich das natürlich auch nicht, aber es hängt auf jedem
Fall mit der Bandbreite der Aussendung zusammen.
Dann kommt es auch darauf an wie hoch die Empfangsfeldstärke sein muß um
für die entsprechende Anwendung nutzbar zu sein.
Stell dir mal z.B für eine Radaranwendung vor wie gering die
reflektierte Energie z.B. eines Sportflugzeuges (Ultraleicht) in z.B. 10
km Entfernung ist.
Äuserst gering und da selbst hohe Frequenzen nie "ganz" sauber sind,
also immer auch Störsignale vorhanden sind muß die Nutzfeldstärke sogar
um einiges höher sein als es theoretisch ausreichen würde.
Da hilft nur Leistung, trotz der heutzutage vorhanden Möglichkeiten mit
hochentwickelten Algorithmen und leistungsstarken Rechensystemen die
noch Infos aus den Rauschen herausholen und Störungen (in bestimmten
Grenzen) herausrechnen können.
Desweiteren werden sicherlich einige sehr Breitbandige (und schnelle)
Datenübertragungssysteme genutzt werden, und breitbandige System
benötigen halt mehr Energie um nutzbringend eingesetzt werden zu können.
Nicht zuletzt muß eine Funkverbindung im militärischen Einsatz sehr
stabil und sicher sein, verbindungsabrisse können prblematisch werden,
"Funklöcher" darf es (soweit physikalisch irgendwie möglich) nicht geben
also wird zu sicherheit ein "etwas" kräftigeres Signal erzeugt.
Vielleicht sind hier einige Spezialisten unterwegs die das alles genauer
erklären können .
mfg
Ham
Ham schrieb: > Stell dir mal z.B für eine Radaranwendung vor wie gering die > reflektierte Energie z.B. eines Sportflugzeuges (Ultraleicht) in z.B. 10 > km Entfernung ist. Mit einer entsprechenden Signalverarbeitung sind selbst mit einfachen Dopplerradaren Fussgänger noch in 15km sichtbar. Was die Funkkommunikation betrifft, muss diese sicher sein, d.h. sie ist hoch codiert, birgt nur geringe Redundanz, damit die Codierug nicht so einfach geknackt werden kann. Die Reichweiten sind daher etwas geringer. Die theoretischen Reichweiten, die angegeben sind, sind aber künstlich gering gehalten, weil es die Angaben für worst case unter militärischen Bedingungen und Störungen sind, bei denen noch 100% korrekt übertragen werden kann. Lässt man ein gutes MIL-Funkgerät auf "normale" Bedingungen los, dann ist die Reichweite locker das 3-4 fache und wenn man einige Sprachaussetzer akzeptiert, das 10-20fache des Angegebenen.
H. schrieb: > Ham schrieb: >> Stell dir mal z.B für eine Radaranwendung vor wie gering die >> reflektierte Energie z.B. eines Sportflugzeuges (Ultraleicht) in z.B. 10 >> km Entfernung ist. [snip] > Was die Funkkommunikation betrifft, muss diese sicher sein, d.h. sie ist > hoch codiert, birgt nur geringe Redundanz, damit die Codierug nicht so > einfach geknackt werden kann. Die Reichweiten sind daher etwas geringer. Nein, stimmt nicht. Wenn man Redundanz reinmachen will kann man das auch nach der Verschlüsselung tun, kein Problem. > Die theoretischen Reichweiten, die angegeben sind, sind aber künstlich > gering gehalten, weil es die Angaben für worst case unter militärischen > Bedingungen und Störungen sind, bei denen noch 100% korrekt übertragen > werden kann. Das stimmt, die Militärs können halt nicht wie die Funkamateure einfach warten bis die Bedingungen gut sind. Und im Zweifel müssen sie mit suboptimalen Antennen auskommen usw. Ach ja, anders als andere Leute müssen sie vorgegebene Frequenzen benutzen die auch schonmal mit einem Jammer "beschossen" werden könnten.
Hallo,
das mit den Radar hätte ich jetzt eigentlich nicht erwartet, aber man
lernt immere noch hinzu.
Wie stark sind den die Impulse die ausgesendet werden? Der doch
beträchtliche Antennengewinn einer Radarantenne wird das Signal kräftig
anheben, aber wie hoch ist denn die Leistung die aus dem Sender kommt ?
(ich meine jetzt die "normalen" Radare nicht irgendwelche Küstenschutz
und Überhorizontradare im KW Bereich).
mfg
Ham
Ham schrieb: > Wie stark sind den die Impulse die ausgesendet werden? Beim Impulsradar rechne mal mit einigen kW bis MW und einer Impulsdauer in der Größenordnung der Entfernungsauflösung.
Besten Dank für die Antworten. Interessant ist nur, dass bei einem Funksystem, dass mein Bruder gerade eingesetzt hatte (im Militär) die Reichweite recht genau stimmte, also nur bei gutem Wetter etwas (etwa 1/4) weiter kam. H. schrieb: > Mit einer entsprechenden Signalverarbeitung sind selbst mit einfachen > Dopplerradaren Fussgänger noch in 15km sichtbar. ?? Fussgänger? Habe ich etwas falsch verstanden beim Radar? Ich dachte immer es würde über eine Reflexion ein Objekt gefunden, aber biologisches Gewebe reflektiert doch keine Felder oder etwa doch? Also ich weiss, dass "gute" Radaranlagen Objekte in Grösse eines Golfballs auf >5km erfassen können, aber Menschen... MFG Patrick
Fußgänger im miltärischen Bereich haben selten nur eine Haselnusszwille mit Kieseln dabei...
Krapao schrieb: > Fußgänger im miltärischen Bereich haben selten nur eine Haselnusszwille > mit Kieseln dabei... Im WW3 nicht aber im WW4: Orginalzitat von Albert Einstein "Ich weiß nicht womit die Menschen im 3. Weltkrieg kämpfen, aber im 4. werden es Keulen und Steine sein."
wenn hier von funk mit 40W und 30Km geredet wird, ist aber der ganz normale unverschlüsselte sprechfunk gemeint (analog). hat mich auch immer gewundert, warum wir mit unserem Funkbus samt mast in der regel ähnlich weit kamen wie ne zivile funke aus nem elektronikversender..? von den handfunken garnicht zu reden, bei denen hats immer geheißen das zettel ranbinden + werfen effektiver wäre..
Patrick B. schrieb: > Ich habe mal wieder eine Verständnisfrage: Wie kommt es, dass bei > diversen militärischen Funksystemen sehr hohe Sendeleistungen vorhanden > sind, aber die Reichweite nur gering ist. Soll heissen mit z.B 40 Watt > kommt man nur 30km weit. Die größte Abhängigkeit stellt natürlich die Wellenlänge (ergo die (Träger-)Frequenz) dar. Dann kommen natürlich noch viele andere Faktoren dazu. Auf Seite 5 dieses Dokuments kannst du mal ein wenig lesen (Wellenlänge vs. Ausbreitung) und dich mit ein paar Grundlagen vertraut machen: http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=11555
Patrick B. schrieb: > Ich dachte immer es würde über eine Reflexion ein Objekt gefunden, aber > biologisches Gewebe reflektiert doch keine Felder oder etwa doch? Jeder Körper, egal ob Leiter oder Dielektrikum, dessen Materialkonstanten sich von denen der Umgebung (hier Luft) unterscheiden, reflektiert und streut einen Teil der einfallenden Leistung. Damit ein Körper die ganze Leistung verschluckt, muss er in Form und Materialeigenschaften besonders gestaltet werden. Und auch dann kriegt man die Reflexion bestenfalls sehr klein aber niemals auf Null.
Reichweite von Funksystemen... Haengt eben auch vom Standort ab. Da ist man als Freizeitfunkener an weniger Bedingungen gebunden wie die Armeee. Heisst, als Freizeitfunker kann man auf einen Turm, oder Huegel, Als Armee ist man am moeglicherweise duemmsten Ort. Deshalb braucht man mehr Leistung fuer ein Armeefunkgeraet.
Hi, Patrick, > Wie kommt es, dass bei > diversen militärischen Funksystemen sehr hohe Sendeleistungen vorhanden > sind, aber die Reichweite nur gering ist. Die Wehrbeschaffungsämter sind als sehr knauserig bekannt. Die verschwenden keine Gelder. Sondern die Reichweite einer Funkverbindung ist begrenzt: 1. Je nach Frequenzbereich durch Erdkrümmung und Reichweite. 2. Abschattungen. 3. die gegnerische elektronische Kampfführung mit Stör- und Täuschsendern. In allen Fällen hilft Leistung. Manchmal nur wenig, aber immerhin. Ciao Wolfgang Horn
Wie bitte, mit den Dingern kann wirklich man Funken? Ich dachte immer, dass diese Kanister nur zur körperlicher Ertüchtigung der Truppe mitgeschleppt werden. Ne brauchbare Funkverbindung habe ich damit noch nie erlebt ;-)
Ralf Schwarz schrieb: > Ich dachte immer, dass diese Kanister nur zur körperlicher Ertüchtigung der Truppe mitgeschleppt werden. Das ist sehr verschieden. Wenn Du keine weite Verbindung brauchst, kommst Du mit KW bis Amerika und im nassen Wald kaum einen Waldweg weiter. Frequenz, Leistung, Antenne, Standort, Höhe, Störungen usw. sind ein weites Feld mit vielen Fragen.
Ich denke mal, es ist beim Militär ein gewisser Hang zur Rücksichtslosigkeit. Das Einzige, was da bei der Sendeleistung noch zählt, ist die Frage, wie schwer die Akkus sein dürfen, damit der Funker nicht zusammenbricht.. W.S.
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