Forum: Offtopic verlorenen Drohne gekapert?


von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

die Iraner behaupten die den Amis entfleuchte Drohne übernommen zu haben
hm war da noch das Firmwarepasswort aktiv?
Klar ist da viel Propaganda im Spiel, aber das Ding ist bei ihnen und 
wenn es keine Pappatrappe ist? ....

"Nach Angaben eines Armee-Vertreters wurde das Fluggerät durch einen 
Cyberangriff unter iranische Kontrolle gebracht."


http://www.vol.at/iran-will-abgefangene-us-drohne-kopieren-und-serienmaessig-produzieren/3116791

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Und?

von Wilhelm F. (Gast)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> und
> wenn es keine Pappatrappe ist?

Das Gerät war in Vorderansicht immerhin die Seite 2 meiner Tageszeitung 
wert. Und im Artikel dazu steht auch, daß man wohl eine vermißt. Nur 
nichts genaues.

Technik: Wer glaubt, daß die im Iran noch alle als Bauern mit der 
Sackkarre herum laufen, ist sicher schief gewickelt.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

@ A.K.

ich halte es für mindestens ertaunlich dass sie es hinbekommen haben, 
das Ding am Stück zu Boden gebracht zu haben, ohne dass es die Amis 
geschafft hätten es zu zerstören. Da scheinen mir ein paar Leute sich 
ihrer Sache zu sicher gefühlt zu haben.

Klar ist es nicht ungewöhnlich, dass so etwas passiert aber bezeichnend 
ist wer die Akteure dabei sind. Ich hätte fast den Verdacht die Amis 
haben denen ein trojanisches Pferd vors Tor gestellt?

von Jörg S. (joerg-s)


Lesenswert?

Wilhelm Ferkes schrieb:
> Technik: Wer glaubt, daß die im Iran noch alle als Bauern mit der
> Sackkarre herum laufen, ist sicher schief gewickelt.
Zum vollständigen Reverse-Engeneering einer Drohne ist es aber dann doch 
noch ein gutes Stück arbeit. Die Aussage das der Iran bald alles 
entschlüsselt hat und nachbauen kann ist mit Sicherheit zu 99% 
Propaganda.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Jörg S. schrieb:
> Wilhelm Ferkes schrieb:
>> Technik: Wer glaubt, daß die im Iran noch alle als Bauern mit der
>> Sackkarre herum laufen, ist sicher schief gewickelt.
> Zum vollständigen Reverse-Engeneering einer Drohne ist es aber dann doch
> noch ein gutes Stück arbeit. Die Aussage das der Iran bald alles
> entschlüsselt hat und nachbauen kann ist mit Sicherheit zu 99%
> Propaganda.

Das sehe ich auch so und eventuell haben sie das Ding auch schlicht in 
der Luft eingefangen, aber es bleibt aber, dass sie das Ding scheinbar 
äußerlich unzerstört in ihren Besitz bringen konnten, wäre ich der 
Eigentümer,so würde es mich nicht beruhigen, es sei denn, ich habe 
heimlich doch noch eine gewisse Kontrolle über den Kern des Gerätes?

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Hehe, Stuxnet 2. Wer weiß womit die Software von dem Ding alles 
verseucht ist.
Die ganze Sache ist äußerst dudios. Klar ist wohl, dass die Iraner 
zumindest Reste einer Sentinel Drohne gekapert haben, die bei ihnen 
spioniert hat. Soweit nix außergewöhnliches.
Dumm ist für die Amis natürlich der Verlust der Technologie, aber es 
wird keine Katastrophe sein, denn:

1. die Sentinel ist eine "Billigdrohne", bei der man auf die Verwendung 
allzu geheimer Technologie verzichtet hat. Der Verlust war von anfang an 
eingeplant.

2. die eigentliche Stärke der Drohne liegt in dem System in das sie 
integriert ist. Sprich: ohne leistungsstarke Satelliten fliegt so ein 
Ding keinen Meter. Was wollen die Iraner also damit? Dass die schon 
lange wissen, wie man die Radarsignatur eines Fluggeräts reduziert, 
davon kann man ausgehen. Flugzeuge bauen sie aber eh keine wirklich 
selbst.

3. die Drohne ist ein Nurflügler mit einigem an komplexer Sensorik. Das 
bedeutet, dass diese Drohne kritisch auf ihre Firmware angewiesen ist. 
Und die können die Iraner höchstwahrscheinlich nicht auslesen bzw. 
verwerten.

Alles was sie haben ist also ein Propagandaerfolg, einen 
Millionenschaden für die USA (wayne, bei dem Staatsdefizit) und ein 
Modellflugzeug mit reduzierter Radarsignatur und einer Modellturbine. Na 
herzlichen Glückwunsch! Am besten sind vermutlich noh etwaige 
Wärmebildkameras zu reverse-engineeren.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Ich könnte mir vorstellen, dass die in Serbien abgestürzte F117 
(Stealth) den Amerikaner damals sehr viel mehr Sorgen bereitete als dies 
hier. Drohnen sind auf Verlust gebaut, drum setzt man ja unbemannte 
Geräte ein.

Dieses Theaterspiel adressiert die eigenen Leute: "Seht alle her wie 
grossartig wir sind!" Das ist im sachlichen Gehalt nicht viel mehr als 
der sprichwörtliche Sack Reis in China.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> ich halte es für mindestens ertaunlich dass sie es hinbekommen haben,
> das Ding am Stück zu Boden gebracht zu haben, ohne dass es die Amis
> geschafft hätten es zu zerstören.

Natürlich kann man in solche Geräte Selbstzerstörungsmechnismen 
einbauen. Die dann greifen, wenn die Kommunikation nachhaltig ausfällt. 
Dummerweise weiss man dann aber nicht, wann genau die hochgeht und wenn 
das zufällig eine Schule ist und alle Kinder ringsum neugierig zusehen, 
dann hast du den Salat. Im Gefechtsfeld ist das weniger ein Problem, 
wohl aber wenn du einen Staat überfliegst, mit dem du grad nicht Krieg 
führst.

Ob von den wenigen interessanteren Innereien genug übrig für sinnvolles 
reverse engineering ist, das wissen wir ausserdem nicht.

Dass das Dings nicht in Fetzen sondern leidlich intakt runterkam heisst 
einfach nur, dass es autark eine stabile Fluglage einhält und sich 
entschloss, nicht ins nächste Haus zu brettern, sondern irgendwo aufs 
Flachland flummte. Untenrum wird das weniger elegant aussehen, sonst wär 
da nicht überall eine Schürze drum.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

So schwierig ist es nun auch nicht so eine Drohne zum Fliegen zu 
bringen... interessant waere allenfalls Einblick in deren 
Kommunikationsfaehhigkeiten zu erlangen. Sprich Protokolle, 
Modulationen, Frequenzbaender. Aber das Ganze weniger um eine 
Eigenentwicklung zu vereinfachen als sich dort einzuklinken. Das wollten 
die Iranis aber nicht, sonst haetten sie den Fund geheimgehalten.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Mikro Oschi schrieb:

> So schwierig ist es nun auch nicht so eine Drohne zum Fliegen zu
> bringen...

Macht ja schliesslich jeder Flugmodellbauer. Und auch da sind 
Live-Kameras an Bord längst nicht mehr exotisch.

von Bernd T. (bastelmensch)


Lesenswert?

Das Kapern von Militärtechnik gab es ja schon immer.
War doch klar das irgendwann jamnd mal erfolg hat so ein Ding 
runterzuholen.

Die Frage ist doch nur ob die Iraner das irgendwie verwenden können oder 
auch wirklich wollen.
Propaganda muß ja nicht nur nach aussen gerichtet sein. ;-)
Wenn ich einem ehemaligen Kollegen glaube (und ich habe keinen Grund das 
nicht zu tun) ist im Iran auch nicht jeder von den Mullahs begeistert.
Da macht sich ein "Erfolg" über den Erzfeind Innerpolitisch natürlich 
immer gut.

Das so eine Drohne auch mal irgendwo landet wo sie nicht solltet ist 
auch jedem klar der so was einsetzt.
Die Ami werden jetzt sicher das eine oder andere Protokoll etc ändern 
damit sich niemand durch diese Aktion einen Vorteil verschaffen kann.
Obwohl, denen traue ich zu das die nicht mal die Passwörter ändern. ;-)

Persönlich finde ich die Ziehung der Lottozahlen spannender. :-)

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Bernd T. schrieb:

> Obwohl, denen traue ich zu das die nicht mal die Passwörter ändern. ;-)

Wobei in den letzten Jahren mal zu lesen war, dass zumindest die 
Bilddatenübertragung irgendwelcher Drohnen in Afghanistan überhaupt 
nicht verschlüsselt war und die Ausspionierten auch schon selber live 
zugesehen haben (evtl. mit freundlicher Hilfe anderer neugieriger 
Staaten).

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Eben. Wie gesagt, ohne Satelliten zum Steuern ist das ein tolles 
Modellflugzeug. Nurflügeldesign einfach mal so kopieren dürfte auch 
nicht einfach sein. Ich denke mal, die Iraner wissen, dass sie nicht 
allzuviel damit anstellen können und schlachten die Sache jetzt für die 
Propaganda noch aus.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Nee. Satelliten braucht man dazu nicht, ein paar Berge mit ner Antenne 
drauf passen auch ... was fuer ein Zufall, dass Iran gebirgig ist.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Ich könnte mir vorstellen, dass die in Serbien abgestürzte F117
> (Stealth) den Amerikaner damals sehr viel mehr Sorgen bereitete als dies
> hier. Drohnen sind auf Verlust gebaut, drum setzt man ja unbemannte
> Geräte ein.

Nicht nur. Sie haben den großen Vorteil, daß kein Personal an Bord ist, 
dessen Gefangennahme erst so richtige Komplikationen bringen würde und 
man kann sich immer darauf herausreden, daß das Ding sich verflogen hat 
- was sie ja auch gemacht haben.

Daß es ein Fake Irans ist, glaube ich nicht, wie immer sie es vom Himmel 
geholt haben und daß es so schwierig sein soll, an den Code in der 
Hardware zu kommen, daß ein Staat wie Iran das auch ohne Gottes Hilfe 
schafft, glaub ich auch nicht.

Sie werden Assistenz aus Rußland und/oder China bekommen und die Helfer 
werden natürlich nach außen schön den Schnabel halten und Iran den 
Propagandaerfolg gönnen, während sie sich selbst mit dem Detailwissen 
über das Teil zufrieden geben - das ist nämlich unendlich mal mehr wert, 
als jede Propagandachose.

Mikro Oschi schrieb:
> Aber das Ganze weniger um eine
> Eigenentwicklung zu vereinfachen als sich dort einzuklinken. Das wollten
> die Iranis aber nicht, sonst haetten sie den Fund geheimgehalten.

Es ist eine prima Gelegenheit, der Welt zu beweisen, was die USA dort 
unten treiben und ein schöner Kontrapunkt zu der lächerlichen Nummer mit 
der angeblich geplanten Entfürung irgend eines saudiarabischen 
Bohrturmbesitzers.

j. c. schrieb:
> Wie gesagt, ohne Satelliten zum Steuern ist das ein tolles
> Modellflugzeug.

Wieso denn das? Der Datenkanal, der zur Steuerung gebraucht wird, darf 
nicht breitbandig sein, damit die Aktion möglichst wenig auffällt und 
die gewonnen Daten werden natürlich nicht darüber geschickt, sondern an 
Bord gespeichert.


M.a.W.: Die Amis kochen auch nur mit Wasser und der Militärapparat ist 
nur dann recht fix, wenns um primitive Draufhauaktionen geht, während 
sie auf die Idee, die Videostreams ihrer Lufschnüffler zu verschlüsseln 
erst kamen, als sie in Irak ein Laptop erbeuteten, auf dem sie 
Mitschnitte davon fanden.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

>j. c. schrieb:
>> Wie gesagt, ohne Satelliten zum Steuern ist das ein tolles
>> Modellflugzeug.

>Wieso denn das? Der Datenkanal, der zur Steuerung gebraucht wird, darf
>nicht breitbandig sein, damit die Aktion möglichst wenig auffällt und
>die gewonnen Daten werden natürlich nicht darüber geschickt, sondern an
>Bord gespeichert.

Breitbandig bedeutet nicht zwingend auffaellig. Eher das Gegenteil. Ich 
wuerd das Nutzsignal mt einer Pseudozufallsfolge multiplizieren und 
damit spreizen. Wenn das Signal so im Rauschen verschwindet ist auch 
gut.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Mikro Oschi schrieb:
> Breitbandig bedeutet nicht zwingend auffaellig.

Breitbandig im Sinne von MB/s.

Mich würde nicht wundern, wenn das Ding sogar auf solchen Missionen 
weitgehend autonom fliegt.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

>Breitbandig im Sinne von MB/s.

Auch dann nicht. Ich kann 10MBit mit 800MHz spreizen und dann auf 10GHz 
aufmodulieren.
Sicher kann so eine Mission autonom geflogen werden.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Ein Sender auf so einem Ding konterkariert doch das Stealth-Prinzip, 
weil es die Kiste anpeilbar macht - oder sehe ich das falsch?

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

>Nee. Satelliten braucht man dazu nicht, ein paar Berge mit ner Antenne
>drauf passen auch ... was fuer ein Zufall, dass Iran gebirgig ist.

Jaaaa, na klar. Und dann können sie sich mit Drohnen selbst 
ausspionieren, oder was?
Der Grund wieso die Drohnen mit Satellitenhilfe gesteuert werden ist, 
dass sie so robust gegen Störsignale von unten sind, sie selbst als 
Sender nicht auffallen und die Basisstation nicht zerstört werden kann. 
Antenne auf nem Berg. Na klar.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Der Grund wieso die Drohnen mit Satellitenhilfe gesteuert werden ist,
> dass sie so robust gegen Störsignale von unten sind, sie selbst als
> Sender nicht auffallen und die Basisstation nicht zerstört werden kann.

Nö, der Grund ist ganz simpel der, daß die Steuermannschaften der 
KAMPFdrohnen in USA sitzen...

Bei Spionageeinsätzen tut man gut u.U. daran, auf diese Bequemlichkeit 
zu verzichten - v.a., wenn man das Nachbarland besetzt hat...

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Nagut, Du scheinst das nicht diskutieren zu wollen, sondern die Wahrheit 
schon zu kennen. Lassen wir das also einfach so stehen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

ich denke die Kiste kann sowohl als auch

selbst autonom fliegen und funkstille wahren als auch nachzeitplan oder 
auf komando munter drauflosplaudern, und auch eingehende komanods 
verarbeiten
so schwer ist das nicht.

Ddie Frage lautet doch waren die Amis wieder mal zu faul die 
Kommunikation zu sichern, oder haben die Bärtigen eine Eingebung gehabt, 
wie sie das Ding den Amis mausen oder/und sich einklinken können? 
Schlicht, haben sie nur deren Kommunikation gestört, oder haben sie das 
Teil echt übernommen und die Amis ausgesperrt. Letztere hätte eine neue 
Qualität in der Elektronischen Kriegführung zur Folge und die Amis 
müssten darüber nachdenken, wie sie wieder Oberwasser bekommen.

Namaste

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> Ddie Frage lautet doch waren die Amis wieder mal zu faul die
> Kommunikation zu sichern

Ist es für dich wirklich unvorstellbar, dass aufgrund eines Defekts 
beispielsweise die Kommunikation abbrach, das Triebwerk versagte, ...? 
Drohnen muss man nicht redundant auslegen.

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

wikipedia:
"Aviation Week postulates that these elements suggest the designers have 
avoided 'highly sensitive technologies' due to the near certainty of 
eventual operational loss inherent with a single engine design "

von Dave B. (gaston)


Lesenswert?

Wenn ich das richtig verstanden hatte, haben die Iraner doch damit noch 
ein bisschen rumgeprahlt und wollen das dann offiziel an China 
übergeben, die werden ja eher was damit anstellen können. Haben ja auch 
passende Industrie und demnächst eigenes Satellitennetz für solche 
Spielereien.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Winfried J. schrieb:
>
>> Ddie Frage lautet doch waren die Amis wieder mal zu faul die
>> Kommunikation zu sichern
>
> Ist es für dich wirklich unvorstellbar, dass aufgrund eines Defekts
> beispielsweise die Kommunikation abbrach, das Triebwerk versagte, ...?
> Drohnen muss man nicht redundant auslegen.

Keineswegs, aber dann würde ich auch ein anderes Schadensbild erwarten. 
Einen Nurflügler ohne aktiven Antrieb, im Segelflug  autonom zu landen 
ohne die Schnauze zu ramponieren, da habe ich meine Zweifel.

Zu dem wurde es ja angeblich über afgahnischem Gebiet verloren, kam aber 
steuerungslos nach Iran? o.k. imgrenznahen Gebiet. Trotzdem spricht 
einiges dafür das es kein technisches Versagen war. Auch wenn es auf dem 
Bauch landete, sieht es vorn, oben und oben ja sogar von der Seite 
erstaunlich gut aus. Ein Abschuß oder eine Bruchlandung sollten andere 
Spuren hinterlassen.


MfG Winne

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Eine spekulative aber plausible Erklärung gibts bei Wikipedia: man hat 
das Ding irgendwie gestört, bis das Benzin alle war und dann ist es im 
Gleitflug runtergekommen, da die Elektronik ja noch funktioniert hat.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Eine spekulative aber plausible Erklärung gibts bei Wikipedia: man hat
> das Ding irgendwie gestört, bis das Benzin alle war und dann ist es im
> Gleitflug runtergekommen, da die Elektronik ja noch funktioniert hat.

Das würde man aber erwarten. Wenn die com ausfällt wegen emp z.B. würde 
man auf ein sekundäres Protokoll schalten und zu einem sicheren 
Landeplatz fliegen.

Ich sehe eher das man derzeit massiv aufklärt und dabei ein paar Drohnen 
opfert. Das sie so unzerstört ist. passt aber fast nur wenn sie ins 
Wasser gefallen wäre - eine Übernahme halte ich für unwahrscheinlich.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Aber dir ist schon klar das da nicht mit einem stationäre Jammer zu 
bewerkstelligen ist, sondern auch das schon Kenntnisse der Frequenzen 
und eine Transportablen Ssender erfordert? Nur allein um das Signal am 
Empfänger konsequent so zu stören das kein "Kommnachhause-kommando" 
durchkommt.

Hallo, so profan ist das keineswegs ein PWM model ohne eigene navigation 
aus dem verkehr zu zien ist das eine einen selbstnavigierenden 
fliegenden Satellitenämpfänger lange genug zu stören, dass er nicht mehr 
heimfindet ist schon etwas komplexer.

Aber das machen ja Hobbyexperten hier mit links. Zumal die ja jederzeit 
auf solch einen Einsatz vorbereitet sind und nur darauf warten, dass sie 
einen grauen Vogel am Himmel erspähen um mit dem stehenden Träger eines 
walki-talkis das Ding taub zu machen. Gleich glaub ich's

Namaste

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> Keineswegs, aber dann würde ich auch ein anderes Schadensbild erwarten.
> Einen Nurflügler ohne aktiven Antrieb, im Segelflug  autonom zu landen
> ohne die Schnauze zu ramponieren, da habe ich meine Zweifel.

Nurflügel sind nicht notwendigerweise instabil. Zudem ist das nur ein 
Problem, wenn die Steuerung ein funktionsfähiges Triebwerk voraussetzt.

> Zu dem wurde es ja angeblich über afgahnischem Gebiet verloren, kam aber
> steuerungslos nach Iran? o.k. imgrenznahen Gebiet. Trotzdem spricht
> einiges dafür das es kein technisches Versagen war.

Neigst du auch dazu, Knochen zu werfen um die Zukunft vorherzusehen? 
Viel präziser als das ist die Nachrichtenlage darüber nämlich nicht. Auf 
beiden Seiten.

> Ein Abschuß oder eine Bruchlandung sollten andere
> Spuren hinterlassen.

Woraus sich nur schliessen lässt, dass - wenn echt und kein Mockup - 
weder Abschuss noch katastrophale Bruchlandung war. Aber wenn Flugzeuge 
mit guten Segelflugeigenschaften unweigerlich in Bruchstücken auf dem 
Boden ankämen, dann gäbe es mich nicht und die Geschichte insbesondere 
der deutschen Fliegerei wäre anders verlaufen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael Lieter schrieb:
> Das sie so unzerstört ist. passt aber fast nur wenn sie ins
> Wasser gefallen wäre

Ja dann hätten sie es wohl auf die räder gestellt und nicht auf ein 
podest gelegt. Soviel würde ich ihnen zutrauen, dass sie das Fahrwerk 
herrausbekommen, wenn es denn intakt ist.
Nene, wer immer den Vogel gefangen hat hat eine Bauchlandung mangels 
Fahrwerkskontrolle durchgezogen.die spuren derer aber will mann nicht 
zeigen deshalb der ganze Tüll.

Namaste

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:
> Hallo, so profan ist das keineswegs ein PWM model ohne eigene navigation
> aus dem verkehr zu zien ist das eine einen selbstnavigierenden
> fliegenden Satellitenämpfänger lange genug zu stören, dass er nicht mehr
> heimfindet ist schon etwas komplexer.

Das sehe ich ganz genauso. Eine Übernahme verhindert man, indem man die 
Komandocodes mit einer Lockup-Table verschlüsselt.

Es gibt aber noch eine Möglichkeit auf die bisher keiner kam:

Ein Maulwurf hat das 'Ding' unter Simmulation einer Fehlfunktion dort 
gelandet.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:
> Nene, wer immer den Vogel gefangen hat hat eine Bauchlandung mangels
> Fahrwerkskontrolle durchgezogen.die spuren derer aber will mann nicht
> zeigen deshalb der ganze Tüll.

Entweder das - oder man will 'den Anderen' nicht zeigen wie intakt man 
es hat - weil es ganz intakt nur wäre, wenn ordentlich gelandet.

So wissen die Amis nicht ob es nicht einfach abgestürzt ist, sie einen 
Maulwurf haben oder die Iraner die Codes geknackt haben - letzteres 
halte ich aber für unwahrscheinlich - aber das dachte man ja auch über 
die Enigma.

Wer weiß...

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

soweit ich hörte gab es Gründe weshal die Nurflügler etwas länger 
brauchten sich am Himmel zu etablieren, einer davon war wohl die 
Differenz zwischen Flugeigenschaften und prinzipieller Sparsamkeit. 
Wollte man so einen Nurflügler sicher steuern können wurden die Vorteile 
des Nnurflüglers schnell vom zusätzlichen Luftwiderstand aufgefressen...

Auch wenn die Hortens bereits seit den 20ern des letzten Jh. daran 
bastelten und nach dem II.Wk. die Entwicklung stagnierte waren 
Flugeigenschaften immer ein heikles Thema dieses Flugprinzips.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Neigst du auch dazu, Knochen zu werfen um die Zukunft vorherzusehen?
> Viel präziser als das ist die Nachrichtenlage darüber nämlich nicht. Auf
> beiden Seiten.

Das Schlauste ist wohl, sich auf die Frage zu beschränken, ob es ein 
Fake war, oder nicht - ich tendiere zu letzterem - und sich darüber zu 
freuen, daß die Amis nicht allmächtig sind.

Auch sollte man in Betracht ziehen, daß evtl. Russen, oder Chinesen die 
eigentliche Arbeit gemacht haben. An gegnerischer Hochtechnologie gibt 
es bei denen genügend Interesse und das Know How dafür haben sie auch.

Und wer weiß, vieleicht haben die Amis ja auch schon die Produktion der 
Steuereinheit der Dinger nach China ausgelagert, weil die sie biller 
produzieren...

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> Auch wenn die Hortens bereits seit den 20ern des letzten Jh. daran
> bastelten und nach dem II.Wk. die Entwicklung stagnierte waren
> Flugeigenschaften immer ein heikles Thema dieses Flugprinzips.

Dass die Dinger problematischer sind als konventionelle Fluggeräte ist 
wohl unstrittig. Das macht sie aber nicht zwangsläufig inhärent 
instabil.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Dass die Dinger problematischer sind als konventionelle Fluggeräte ist
> wohl unstrittig. Das macht sie aber nicht zwangsläufig inhärent
> instabil.

Das nicht, aber Segler dieser diese Flugprinzieps benötigen deutlich 
mehr Flügel als ein turbinengetriebenes Modell, was darauf schließen 
läßt das so ein Gerät kaum gute Segeleigenschaften aufweisen dürfte. 
Bestenfalls trudelt es aufrecht zu Boden, wenn es sich nicht gleich 
überschlägt.

Namaste

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> Das nicht, aber Segler dieser diese Flugprinzieps benötigen deutlich
> mehr Flügel als ein turbinengetriebenes Modell, was darauf schließen
> läßt das so ein Gerät kaum gute Segeleigenschaften aufweisen dürfte.
> Bestenfalls trudelt es aufrecht zu Boden, wenn es sich nicht gleich
> überschlägt.

Kann ich nicht nachvollziehen. Den Bilder nach zu schliessen liegen 
sowohl der Schub als auch das Triebwerk ungefähr in Schwerpunktslage. 
Ein Ausfall des Triebwerks muss also nicht notwendigerweise fatale 
Konsequenzen für die Flugeigenschaften haben.

Dass man mit einem toten Triebwerk an Bord im Wettbewerb mit heutigen 
Segelfliegern den Kürzeren ziehen wird ist klar, aber selbst ein Airbus 
gewinnt dabei noch gegen manchen Segelflugtrainer von anno 1930. Und das 
Dings wird sehr wahrscheinlich eine weitaus bessere Gleitzahl haben als 
ein Airbus.

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Die Störung könnten die Iraner durchaus per Flugzeug realisiert haben. 
Das ist mobil und kann von oben das GPS stören. Aber vielleicht ist es 
auch einfach nur durch einen Maschinenschaden abgestürzt und weich in 
irgendeinen Sandnapf gefallen.

von Michael L. (Firma: Desert Irrigation Systems) (overingenieur)


Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Und wer weiß, vieleicht haben die Amis ja auch schon die Produktion der
> Steuereinheit der Dinger nach China ausgelagert, weil die sie biller
> produzieren...

Genau in dem Fall hätten sie es so einfach übernehmen und landen können.

Vielleicht war es auch nur ein Test für den im Frühjahr möglichen 
Luftangriff - Beurteilung der wahrscheinlichen Verluste, indem man mal 
100 Drohnen fliegen lässt und sieht wieviele "verloren" gehen.

Man weiß es ja derzeit nicht, ob man den Iran auch so einfach 
demokratisieren kann wie Lybien oder den Irak - wegen des Öls würde es 
sich ja schon lohnen.

von Sven F. (doncarlos)


Lesenswert?

den Hammer in dem einen Kommentar habt ihr wohl doch glatt übersehen ?

> Wahrscheinlich ein, von den Arabern kopierter, fliegender Teppich!

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Jetzt tut nicht so. Eine solche Drohne ist keine so abgehobene 
Technologie. Sowas wuerde ich mit ein paar Kollegen auch hinkriegen. 
Ohne eine Zeile Code knacken zu muessen. Und nicht alle Iraner sind 
Ziegenhueter. Eigentlich sind die wenigsten Ziegenhueter. Die haben Unis 
wie wir.

von Hannes L. (hannes)


Lesenswert?

Mikro Oschi schrieb:
> Eigentlich sind die wenigsten Ziegenhueter. Die haben Unis
> wie wir.

Sonst hätten die Amis ja nicht so viel Angst vor Denen...

...

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Die Iraner mit Uniabschluss aus Iran, die ich kennengelernt habe, waren 
meilenweit von einem europäischen HS-Abschluss entfernt.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Die Iraner mit Uniabschluss aus Iran, die ich kennengelernt habe, waren
> meilenweit von einem europäischen HS-Abschluss entfernt.

es kommt immer auch auf die Richtung des Abstandes und nicht nur auf den 
Betrag.

Und dann gibts da ja noch die Birnestrategie: "A bissl infantil luagen, 
aba schlau tua."

Es gehört übrigens zur Infantilität der abendländischen Kultur sich 
schlauer zu geben als man ist, was dann leider oft auch auffällig wird, 
da es schwieriger ist als die Birnestragie, dies glaubhaft 
durchzuhalten.

Namaste

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:

> Es gehört übrigens zur Infantilität der abendländischen Kultur sich
> schlauer zu geben als man ist, was dann leider oft auch auffällig wird,
> da es schwieriger ist als die Birnestragie, dies glaubhaft
> durchzuhalten.

Och, das findet sich auch sehr stark bei den "Kindern" der asiatischen 
Kultur. Verbunden mit dem Nicht-Nein-Sagen-Können wird das zu einer 
"tollen" Mischung.

"Yes, it is no problem for us"

Mhm, schon klar.

Dann ist mir ein "Nein, können wir nicht." oder auch "Haben wir keinen 
Bock drauf!" deutlich lieber. Da weiss ich wenigstens, woran ich bin.

Chris D.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

eben

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Chris D. schrieb:

> Dann ist mir ein "Nein, können wir nicht." oder auch "Haben wir keinen
> Bock drauf!" deutlich lieber. Da weiss ich wenigstens, woran ich bin.

Aufträge kriegt man so aber nicht. Die Darwin'sche Auslese.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

eventuell nicht jeden Auftrag, aber der Ruf wird geschont, wenn man 
nicht zu viel Scheiß abliefert.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Hannes Lux schrieb:
> Sonst hätten die Amis ja nicht so viel Angst vor Denen...

Na, na, na, auch Saddam Hussein hatte angeblich das ganze Land mit 
Massenvernichtungswaffen geradezu vollgestopft und sei in der Lage 
gewesen mit seinen denen der USA weit überlegenen Langstreckenrakten 
Mitteleuropa binnen einer halben Stunde in Schutt und Asche legen...

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Nachtrag: zu dem kann man sich auf Kerngeschäft konzentrieren.

Namaste

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Haha,lustig. Also Bescheidenheit ist auch keine iranische Tugend! Die 
sind uns da sehr ähnlich, vielleicht sogar den Amerikanern mehr als uns.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Hybris bei Andern sieht man gern,.... den Balken im eigenen Auge eher 
selten.

SCNR

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Hehe, spielst Du da nicht unabsichtlich auf den hier gern verbreiteten 
Antisemitismus und Antiamerikanismus an (die fast identisch sind...)?

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Eher auf Leute, die meinen es gebe eine Schnittmengen zwischen 
Kulurzugehörigkeit auf der einen Seite und "Besseren oder weniger guten 
Menschen" auf der anderen Seite. Nur die weiseren unter Allen erkenne 
die Gleichheit des Dorfes im Wesentlichen. Wobei alle diameralen 
Gegensätze relativ homogen über die Menscheit verteilt sind, nicht 
wurden.

saluez

Ach ja, mein "Antiamerikanismus", zu dem ich stehe, bezieht sich nicht 
auf die Menschen welche in Amerika leben sondern auf die Art und Weise 
wie ihre Repräsentanten in der restlichen Welt agieren.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:
> Ach ja, mein "Antiamerikanismus", zu dem ich stehe, bezieht sich nicht
> auf die Menschen welche in Amerika leben sondern auf die Art und Weise
> wie ihre Repräsentanten in der restlichen Welt agieren.

Aber das ist vor allem den politisch korrekt denkenden MENSCHEN zu 
schwierig...

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Aber das ist vor allem den politisch korrekt denkenden MENSCHEN zu
> schwierig...

Ja, das kontakarrieren der eigenen Ideale im Umgang mit Andersdenkenden 
ist genauso verbreitet wie der Hang zum missionieren. Und da steht imho 
die westliche Kultur der mittelöstlichen "kaum" nach.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

... hängt das eventuell mit dem monotheistischen Weltbild beider 
Kulturkreise zusammen?

Namaste

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Die Desinformationspolitik wird immer lustiger:

RQ-170 Sentinel down in Afghanistan?
http://www.heise.de/tp/blogs/8/print/151037

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Sicherlich. Monotheismus ist schon lang im Fokus wenn es um derartige 
Probleme geht. Im Polytheismus hat man nicht "die eine, einzige 
Wahrheit", für die man die Ketzer töten kann. Da ist das alles etwas 
relativer - was die Leute nicht abhält sich wegen anderer Dinge eine 
vorn Latz zu knallen.

>wie ihre Repräsentanten in der restlichen Welt agieren

Das mag ja sein. Aber das tun andere Staaten noch ERHEBLICH schlimmer 
und unmoralischer. Nur bei denen sagt niemand was. Freunde, dahinter 
stehen Ideen, die sich aus dem abendländischen Antisemitismus ableiten! 
Lest Euch mal schlau!
Das Buch hier ist wirklich zu empfehlen:
http://www.amazon.de/neue-Antisemitismus-Hinter-Kulissen-Normalit%C3%A4t/dp/3451054930

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

>Desinformationspoliti

Blödsinn. Das ist das unseriöse Equivalent zur Bildzeitung. In den 
Amimedien gibts ne Menge Spekulationen. Die Wahrheit gibts nur in den 
iranischen Staatsmedien! Allah u akbar!

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>
>> Dann ist mir ein "Nein, können wir nicht." oder auch "Haben wir keinen
>> Bock drauf!" deutlich lieber. Da weiss ich wenigstens, woran ich bin.
>
> Aufträge kriegt man so aber nicht. Die Darwin'sche Auslese.

Viel schlimmer als den Auftrag nicht zu erhalten, ist es, dann 
mangelhafte Arbeit abzuliefern.

Erstmal gibt das dann meist Ärger mit dem Kunden und
Zweitens versaut man sich dadurch den guten Ruf bei anderen.

Auch heute noch (oder vielleicht gerade in Zeiten des Internet) ist 
Mund-zu-Mund-Propaganda die mit Abstand effizienteste Werbeform.

Hier bei uns generieren sich etwa 50% der Neukunden aus dieser Werbeform 
("die Firma XY hat Sie uns empfohlen").

Da wäre auch jeder mangelhaft ausgeführte Auftrag äußerst schädlich.

Davon ganz abgesehen kann man sich durchaus auch mal "rar" machen und 
einem Kunden bedeuten: "Du, es geht auch ohne Dich. Andere nehmen unsere 
Produkte/Leistungen mit Kusshand". Letztendlich muss es so sein, dass 
der Kunde nicht mehr über einem steht, sondern dass man auf Augenhöhe 
redet.

Die meisten Kunden sind aber ganz normale Menschen/Techniker, die auch 
mal gerne am Telefon schnacken. Manchmal kommt man von einem Thema auf 
das nächste und nach einer halben Stunde haben beide Seiten wieder so 
viele neue Ideen, dass der eigentliche Kauf zur Nebensache gerät und 
glatt durchgeht (im Sinne von: is gekauft!).

Ehrlich bleiben und sagen, dass man das oder das nicht kann oder einfach 
nicht möchte, weil es zu weit vom Kerngebiet abweicht, währt immer noch 
am längsten und ist vor allem nachhaltig.

Als Beleg dafür, dass ich mich offenbar auch ganz gut auf die 
Kundenbetreuung verstehe, nehme ich, dass ich in meinem Jahren der 
Selbstständigkeit bisher weder einen verärgerten noch lauten Anruf, noch 
eine solche E-Mail erhalten habe.

Chris D.

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Tja, Deine Firma ist anscheinend noch sehr klein.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Tja, Deine Firma ist anscheinend noch sehr klein.

Klein, aber fein :-)

Und ist nicht einmal eine Firma ...

Chris D.

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Genau das ist nämlich der Punkt. Solche Mails hängen nicht nur von Dir 
ab, sondern auch von Deinen Kunden. Es gibt eben Leute die so agieren, 
da kannst Du nix machen. Versucht man denen mit noch mehr Service 
entgegenzukommen, nur um lauten Telefongesprächen oder patzigen Emails 
aus dem Weg zu gehen, macht man ein schlechteres Geschäft.
Sollte man nie vergessen!

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Genau das ist nämlich der Punkt. Solche Mails hängen nicht nur von Dir
> ab, sondern auch von Deinen Kunden. Es gibt eben Leute die so agieren,
> da kannst Du nix machen. Versucht man denen mit noch mehr Service
> entgegenzukommen, nur um lauten Telefongesprächen oder patzigen Emails
> aus dem Weg zu gehen, macht man ein schlechteres Geschäft.
> Sollte man nie vergessen!

Sicherlich. Aber von "aus dem Weg gehen" kann keine Rede sein. Schrieb 
ich ja in dem Text auch: immer schön auf Augenhöhe.

Ich sage durchaus Kunden ab, von denen mir mein Bauchgefühl sagt: "Der 
macht nur Ärger." Vielleicht sind das später tatsächlich genau die mit 
den lauten Telefonaten und bösen E-Mails und ich (bzw. mein Bauch) 
sortiert die vorher aus. Möglich.

Dass wir praktisch keine Reklamationen haben, liegt vielleicht auch 
daran, dass wir Produkte erst dann auf den Markt bringen, wenn sie 
wirklich ausgereift sind :-)

Dadurch, dass wir praktisch nicht projektbezogen arbeiten haben wir bei 
der Entwicklung von Geräten das, was anderen fehlt: Zeit

Chris D.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Sicherlich. Monotheismus ist schon lang im Fokus wenn es um derartige
> Probleme geht. Im Polytheismus hat man nicht "die eine, einzige
> Wahrheit", für die man die Ketzer töten kann. Da ist das alles etwas
> relativer - was die Leute nicht abhält sich wegen anderer Dinge eine
> vorn Latz zu knallen.

Ich fürchte eher der Monotheismus selbst ist die Folge von 
Machtinteressen. Dafür ist ein Unfehlbahrkeitsanspruch und ein 
monotheistischer Glaube ein ideales Werkzeug.

>>wie ihre Repräsentanten in der restlichen Welt agieren
>
> Das mag ja sein. Aber das tun andere Staaten noch ERHEBLICH schlimmer
> und unmoralischer.

das relativieren der eigenen Schandtate ist auch so eine Sache ohne 
Moral und Ethik

> Nur bei denen sagt niemand was. Freunde, dahinter
> stehen Ideen, die sich aus dem abendländischen Antisemitismus ableiten!

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der abendländische Monothismus ist die 
Ursache des Antisemitismus in Europa.

Während der nahöstliche Antisemitismus seine Hauptursache derzeit aus 
dem Zionismus bezieht, auch wenn er selbst auf schon viel länger 
existiert, quasie seit es dort differenzen um den glauben gibt, doch 
dahinter standen steets damals wie heute Machtinteressen auf beiden 
Seiten.


Meine Einstellung gegenüber jedweder Person determiniere ich mit deren 
Auftreten gegenüber meiner Person. Glaubensdinge sind da völlig fehl am 
Platz, genau wie kulturelle Herkunft.

Somit sehe ich keinen Grund mich Antisemit zu schimpfen, gleichwohl ich 
auch den Zionismus ablehne, denn er leitet Politik und Rechte der 
Menschen von deren Glauben ab, nicht anders als es auch einige Christen 
und einige Muslime tun, aber eben nicht alle und da gilt es zu 
unterscheiden.

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.

Namaste

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Zionismus ablehnen, hehe, das was der vornehme Judenfeind von heute 
sagt, wenn er es sich nicht traut, die ganze Wahrheit auszusprechen. 
Warum protestierst Du eigentlich nicht gegen den Umgang von Al Shabab in 
Somalia mit den Menschen da? Immer nur Israel und die USA. Erzählt was 
Ihr wollt, aber die Projektionsfläche ist doch immer die gleiche.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Zionismus ablehnen, hehe, das was der vornehme Judenfeind von heute
> sagt, wenn er es sich nicht traut, die ganze Wahrheit auszusprechen.

Du machst es dir doch etwas leicht mit deiner Political Correctnes. 
Spricht stark für kognitive Defizite...

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Wäre wohl besser, das Thema wieder zur Drohne zurück zu bewegen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Zionismus ablehnen, hehe, das was der vornehme Judenfeind von heute
> sagt, wenn er es sich nicht traut, die ganze Wahrheit auszusprechen.
> Warum protestierst Du eigentlich nicht gegen den Umgang von Al Shabab in
> Somalia mit den Menschen da? Immer nur Israel und die USA. Erzählt was
> Ihr wollt, aber die Projektionsfläche ist doch immer die gleiche.


Nur weil ich eine radikale Doktrin ablehne heißt das noch lange nicht 
das eine andere ebenso radikale Doktrin befürworte! Außerdem hast du 
hier erst den Nebenschauplatz Antisemitismus eröffnet, wovon ich mich 
schärfstens distanziere, ich darf nichts desto trotz eine Meinung zu 
dieser Doktrin vertretreten ohne die Menschen, welche sie vertreten zu 
verachten.

Und zum Relativieren als Rechtfertigung habe ich dir schon weiter oben 
etwas gesagt. Aber du hast Recht es gibt noch mehr Schauplätze von 
Unrecht auf dieser Welt.

Die besagte Drohne jedoch ist nun einmal amerkanischer Herkunft und in 
einem Konflikt mit dem Iran zum Einsatz gekommen. Wer dort welche 
Interressen vertritt ist ja wohl offensichtlich. Auf beiden Seiten geht 
es um die Hegemonie im die Nahen Osten.

Namaste

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Zionismus ablehnen, hehe, das was der vornehme Judenfeind von heute
> sagt, wenn er es sich nicht traut, die ganze Wahrheit auszusprechen.

Die Aussage ist nicht wirklich lustig - eher peinlich für den Verfasser.

> Warum protestierst Du eigentlich nicht gegen den Umgang von Al Shabab in
> Somalia mit den Menschen da? Immer nur Israel und die USA.

Hmmmm, könnte das vielleicht daran liegen, dass Du es warst, der als 
erster genau darauf verwiesen hat?:

j. c. schrieb:
> Hehe, spielst Du da nicht unabsichtlich auf den hier gern verbreiteten
> Antisemitismus und Antiamerikanismus an (die fast identisch sind...)?

Und sich dann weiter unten beschweren, dass andere sich genau darauf und 
nicht die Chinesen, Somalia oder den Rest der Welt beziehen.

Ich muss sagen, das hat schon was - diesmal tatsächlich Belustigendes.

Zurück zum Thema:
Ich vermute, dass die Drohne durch eine Fehlfunktiion nicht mehr 
steuerbar war, aber Sie doch halbwegs "gesittet" gesegelt ist. Beim 
Aufprall hat es dann vermutlich das Fahrwerk abgerissen (ist ja auch 
nicht zu sehen) und die Irakis haben das Teil wieder so hergerichtet, 
dass es ansehnlich ist.

Chris D.

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

>Auf beiden Seiten geht
>es um die Hegemonie im die Nahen Osten.

Na endlich sieht es mal einer ein! Da ist der eine nicht besser als der 
andere! Mit dem feinen Unterschied, dass ich lieber in den USA lebe als 
im Iran.

Den Film Persepolis kann man übrigens sehr empfehlen! Da erfährt man 
einiges über den Iran.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

j. c. schrieb:

> Den Film Persepolis kann man übrigens sehr empfehlen!

Oh ja!

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

j. c. schrieb:
> Da ist der eine nicht besser als der
> andere! Mit dem feinen Unterschied, dass ich lieber in den USA lebe als
> im Iran.

Jetzt vermengst du aber mal wieder fröhlich zwei Dinge, die nichts 
miteinander zu tun haben...

Um zwei Kontrahenten in internationalen Konflikten zu beurteilen, würde 
ich immer mit dem Machtpotential der jeweiligen Seite gewichten. Das ist 
realistischer. Ein Großmaul wie Gaddafi kann zwar für Menschen, die in 
seinem Machtbereich leben, sehr gefählich werden, aber verglichen mit 
der langen Latte übelster Verbrechen, die von den USA seit dem 2. 
Weltkrieg begangen wurden, war er doch ein ganz winziges Lichtchen.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Jetzt gibts da zu mal was Neues, was - wenn zutreffend - immerhin darauf 
hinaus liefe, dass der Iran das Ding per GPS-Manipulation geklaut hätte:
http://www.csmonitor.com/World/Middle-East/2011/1215/Exclusive-Iran-hijacked-US-drone-says-Iranian-engineer

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Na super - da sag noch einer, die Iraner säßen noch auf den Bäumen...

von Vlad T. (vlad_tepesch)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Jetzt gibts da zu mal was Neues, was - wenn zutreffend - immerhin darauf
> hinaus liefe, dass der Iran das Ding per GPS-Manipulation geklaut hätte:
> http://www.csmonitor.com/World/Middle-East/2011/12...

das klingt zumindest plausibel.

edit:
hier hab ich es gelesen:
http://www.golem.de/1112/88491.html

Frag mich nur, warum ein Techniker das Geheimnis ausplaudert.
hätten so ja eventuell noch ein paar Drohnen erbeuten können, bis die 
Amis auf den Trichter gekommen wären.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Vlad Tepesch schrieb:

> hier hab ich es gelesen:
> http://www.golem.de/1112/88491.html

Dort hatte auch ich es entdeckt, aber wenn bei sowas ich die Wahl 
zwischen einem englischen Original im CSM und einer deutschen 
Verwurstung in Golem habe, dann ziehe ich das Original vor.

> Frag mich nur, warum ein Techniker das Geheimnis ausplaudert.
> hätten so ja eventuell noch ein paar Drohnen erbeuten können, bis die
> Amis auf den Trichter gekommen wären.

Freundlicher und rechtzeitiger Hinweis an die Amis (und Israelis), dass 
eventuelle weniger friedliche Aktionen an die Adresse der dortigen 
Kernwaffenentwicklung in die Fritten gehen können? Dafür müsste es noch 
nicht einmal stimmen, glaubhaft erfinden würde reichen um zumindest 
Verwirrung zu stiften.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Vlad Tepesch schrieb:
> Frag mich nur, warum ein Techniker das Geheimnis ausplaudert.

Da die Amis die Schwachpunkte von GPS selbst kennen, werden sie sich 
hinter den Kulissen schon gedacht haben, wie man sowas bewerkstelligen 
kann und natürlich schnellstmöglich dafür sorgen, daß solche Lücken 
gestopft werden, was aber in dem Fall wohl nicht in fünf Minuten zu 
bewerkstelligen ist.

Wenn also die Information des Ingenieurs richtig ist, dann wird sie 
weiteren iranischen Aktionen nicht mehr schaden, als wenn sie nicht 
gegeben worden wären. Sie zu geben, könnte immerhin zur Folge haben, daß 
die Amis sich nicht mehr so sicher fühlen mit ihren Spionagevehikeln und 
vielleicht etwas zurückhaltender werden und es sich vor allem ein 
paarmal mehr und besser überlegen, ob sie Iran evtl. sogar direkt 
angreifen.

Wenn die Information falsch ist, dann haben die Iraner zumindest der 
Welt gezeigt, daß sie sehr wohl mithalten können und daß es sich für 
Verbündete lohnen könnte, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Zudem werden durch die Aussagen natürlich die Gegendesinformationen des 
US-Propagandaapparates als das entlarvt, was sie sind - sozusagen als 
Botschaft an den Rest der Welt.

Auf jeden Fall kommt die Info nicht von einem klatschsücktigen 
Schwachkopf, sondern es wurde mit Sicherheit auf höchster Ebene 
entschieden, was man öffentlich macht.

von Hagen R. (hagen)


Lesenswert?

Man gibt jede Information die hinlänglich sowieso bekannt ist immer dann 
als Erster preis wenn man damit einen politischen Nutzen ziehen kann. 
Insofern stimme ich Uhu zu, Iran will Potenz signalisieren, Insider 
werden sich aber darum einen Dreck kümmern da sie eh schon wussten was 
man machen kann.

Viel wichtiger ist aber die logisch ableitbare Erkenntnis das diese 
Drohnen mit hoher Wahrscheinlichkeit eben nicht permanent live gesteuert 
werden können sondern vollautomatisch ihren Dienst verrichten. Das hätte 
direkte militärstrategische Konsequenzen.

In dem Artikel wird nämlich auch gesagt das man nicht die 
Steurerungskommunikation der Drohne gestört hätte. Die Art&Weise wie das 
ausgedrückt wurde lässt mich vermuten das dem auch so war.

Gruß Hagen

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Hagen Re schrieb:
> Viel wichtiger ist aber die logisch ableitbare Erkenntnis das diese
> Drohnen mit hoher Wahrscheinlichkeit eben nicht permanent live gesteuert
> werden können sondern vollautomatisch ihren Dienst verrichten.

Live-Steuerung würde auch mit der Stealth-Technologie nicht 
zusammenpassen, denn die setzt zumindest in den Gebieten, in denen sie 
was verschleiern soll, Funkstille voraus.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

@Uhu

Da war ich auch schon mal.

Beitrag "Re: verlorenen Drohne gekapert?"

 Jedem der gedient hat sollte bekannt sein, dass Kommunikation immer 
Aktivität signalisisert. Deshalb lautet die erste Regel bei 
Geheimoprationen Klappe halten und autonom agieren. das gilt besonders 
für drahtlose Komm. da mann nie weis wer alles mit "im Raum" zuhört.

als hinkefus scheint zu wirken dass die Navigation nicht autonom abläuft
oder zumindest im Fallback auf Korrekturdaten aus externen Quellen (hier 
Sattelliten) angewiesen ist. Offenbar wurde die plausiblität dieser 
Daten nicht verifiziert. dumm dumm dumm.

Ein Seemann verlässt sich besser nicht auf nur ein Orientierungssystem. 
Das lernt man im Grundlehrgang Navigation. Ein Standort kann nur als 
valid gelten wenn er auf Grund zweier unabhängiger Verfahren innerhalb 
einer zulässigen Tolleranz ermittelt werden  kann! z.B. Durch Koppeln 
und ein elektronisches Verfahren, oder ein elektronisches Verfahren und 
Landmarken.
etc. pp.

Da sieht mann mal wieder wohin Hybris und Technikgläubigkeit führt, in 
die persische Wüste.

Ich sag doch das riecht wie ein trojanisches Pferd. Es will mir nicht 
einleuchten das die Amis so naiv agiert haben sollen, wenn doch, dann 
schliefe ich jetz ruhiger, weil der Angriff auf den Iran mindestens ein 
halbes Jahr verschoben würde, was ich aber noch nicht glaube.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Winfried J. schrieb:
> Jedem der gedient hat sollte bekannt sein, dass Kommunikation immer
> Aktivität signalisisert.

Das weiß sogar ich, als überzeugter Drückeberger ;-)

> Da sieht mann mal wieder wohin Hybris und Technikgläubigkeit führt, in
> die persische Wüste.

Hybris? Glaub ich in dem Fall nichtmal, denn es gibt eigentlich gute 
ökonomische Argumente, in dem Fall so zu verfahren. Der Witz dieser 
Drohnen ist ja, daß es keine Mannschaft gibt, die geschützt werden muß - 
man kann also auf das alte 20%-Blindgänger-Prinzip zurückgreifen.

Und welches zweite Navigationsverfahren würde sich da anbieten?

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

>Live-Steuerung würde auch mit der Stealth-Technologie nicht
zusammenpassen, denn die setzt zumindest in den Gebieten, in denen sie
was verschleiern soll, Funkstille voraus.

Was macht dich so sicher, dass man jeden Funk empfangen kann ? Es gibt 
da verschiedene Moeglichkeiten...

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Und welches zweite Navigationsverfahren würde sich da anbieten?

fürs grobe Koppeln von kurs und geschwindigkeit über 
beschleunigungssensoren und kompassensorem, das sollte zum periodisch 
autonomen verifizieren des standortes genügen. auch ein 
plasiblitätscheck wäre damit autonom machbar.

Die geograhische Breite lässt bei tag sich optisch bestimmen (sonne über 
horizont) für die Länge brauchts eine autonome Uhr dann läst auch die 
sich ermitteln auf diesem weg ermitteln. Zum verifizieren würde eine 
Lookup Tabelle mit dem vermuteten Standort genügen. achja wenns regnet 
muss mann halt die tropssphäre verlassen. ;-)

Wege gäbe es immer. Man muss nur bemerken das die scheinbaren 
"Sattelliten" lügen. Dazu muss man das halt einkalkulieren.

Jeder der ein Navi benutzt hat schon erlebt wie es springt wenn man in 
störende Felder gelangt.

auch vor GPS Konte man standorte bestimmen, nur nicht so einfach. dafür 
zuverlässiger.

Namaste

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Mikro Oschi schrieb:
> Was macht dich so sicher, dass man jeden Funk empfangen kann ? Es gibt
> da verschiedene Moeglichkeiten...

Welche?

Winfried J. schrieb:
> Wege gäbe es immer. Man muss nur bemerken das die scheinbaren
> "Sattelliten" lügen. Dazu muss man das halt einkalkulieren.

Das allein reicht höchstens dazu aus, einen Selbstzerstörungemechanismus 
zu aktivieren.

GPS ist einfach so bequem anzuwenden, daß alle anderen echten 
Navigationsverfahren einen riesenhaften Aufwand bedeuten.

Regenwetter werden sie bei sowas wohl nicht einkalkulieren müssen - das 
würde Aufklärungsflüge sowieso nicht gerade sehr ergiebig machen.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:

> Und welches zweite Navigationsverfahren würde sich da anbieten?

In friedlichen Zeiten die Klassiker: Flugnavigationsfunkfeuer nutzen, 
TV/Radiosender einpeilen, ... Kann der Gegner zwar alles abschalten oder 
faken, aber bissel auffällig wärs schon, wenn immer wieder mal das ganze 
Land ausfällt und die internationale Zivilluftfahrt in der Region auf 
Grossvaters Art nach nach den Sternen navigieren muss.

Ausserdem wären da noch die russischen und demnächst europäischen 
Navisats in der Zivilversion. Je mehr Checks man einbaut, desto 
schwieriger wird es, das alles koordiniert zu fälschen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Tja,

 dann ist doch ein Sonnenstandssensor welcher mitgekoppelt wird eine 
einfache Geschichte und kann sogar rein mathematisch vorrausberechnet 
werden.
 Jedem Ort und jeder Zeit ist genau ein Sonnenstandaus Höhe über 
Horizont und Azimut zuzuordnem gibt ein nettes Array, für jeden Tag ein 
neues.
und fürs verifizieren reicht es allemal auch ein go home  ist damit 
autark möglich, bis man über "Sicherem Gebiet" ist.

Hm?

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> In friedlichen Zeiten die Klassiker

Die kommen in dem Fall aber wohle eher nicht in Frage.

Schon eher interessant für solche Zwecke wären Systeme, die das 
Landschaftsrelief kennen und mittels Kameras den Kurs verfolgen. Nach 
dem Prinzip scheinen doch einige Marschflugkörper zu funktionieren, nur 
daß dort Radar verwendet wird und das Gerät im Tiefflug daher kommt und 
die Landschaft als Deckung ausnutzt.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

>>Mikro Oschi schrieb:
>> Was macht dich so sicher, dass man jeden Funk empfangen kann ? Es gibt
>> da verschiedene Moeglichkeiten...
>
>Welche?

Spread spektrum und Ultrawideband. Wir reden von ein paar Bytes hin und 
wieder, nicht von kontinuierlichem Download von Megabytes.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Na ja, das setzt dann aber doch weitgehend autonomen Betrieb voraus.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Mir scheint es sollte genuegen die neuen Koordinaten anzugeben.

Das AWACS sendet meines Wissens ganze Streams ueber Spread Spectrum. Die 
machen das, indem sie das Datensignal mit einem Pseudorandomgenerator 
auf 600MBit aufblaehen und dann ueber einen 600MHz breiten 
Mikrowellenkanal gehen. Das gespreizte Signal soll im Rauschen 
verschwinden.

von Hagen R. (hagen)


Lesenswert?

Mikro Oschi schrieb:
> Mir scheint es sollte genuegen die neuen Koordinaten anzugeben.
>
> Das AWACS sendet meines Wissens ganze Streams ueber Spread Spectrum. Die
> machen das, indem sie das Datensignal mit einem Pseudorandomgenerator
> auf 600MBit aufblaehen und dann ueber einen 600MHz breiten
> Mikrowellenkanal gehen. Das gespreizte Signal soll im Rauschen
> verschwinden.

Nun denken mir wal weiter. Angenommen über diese par Koordinaten weiß 
der Steuerende das das Gerät falsche GPS Koordinaten erhalten hat. 
Welche Alternativen hat der Operator zu reagieren ?

1.) Drohne zerstören mit 100%'tiger Wahrscheinlichkeit auf Verlust

2.) Zurück navigieren geht nur bedingt da dazu ein sauberes GPS 
notwendig wäre, Wahrscheinlichkeit Totalverlust < 100%

3.) Drohne nicht zerstören da sie erstens sowieso als Massenprodukt mit 
nicht geheimzuhaltenden Daten gebaut wurde (was mit heutiger 
Kryptographie ohne Probleme machbar ist), udn zweitens die 
Wahrscheinlichkeit das das GPS nur temporär gestört ist > 0% ist. Und 
somit die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes < 100% ist, statt mit 
Alternative 1.

Angenommen Alternativen 2. und 3. haben gleichwertige 
Wahrscheinlichkeiten eines Totalverlustes dann heist dies: es ist egal 
ob mal Alternative 2 oder 3 wählt zum jeweiligen Zeitpunkt.

Ergo: es ist prinzipiell keine ständige Kommunikation notwendig und man 
kann es gleich so bauen das es vollautonom läuft.

Gruß hagen

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Naja. Moeglicherweise waere es auch noetig im notfall die Drohne 
fernzusteuern, ohne das GPS. Das waere dann eine Frage der erreichbaren 
Flughoehe. Wenn die Drohne die Berge ueberqueren kann, dann in die Hoehe 
und Richtung Westen oder so. Falls die Flughoehe nicht ausreicht ... 
muesste man per Videostream navigieren.
Nichtsdestotrotz. Nun ist bekannt, dass das GPS nicht als zuverlaessig 
angenommen werden kann. Allenfalls als zusaetzlicher Input, der einer 
Ueberpruefung unterzogen werden muss. Das bedeutet nun der 
Ruestungswettlauf der Drohnen hat begonnen. Offensichtlich ist die 
heutige Klasse nur tauglich gegen ungebildete Kameltreiber. Man wird 
also das Gelaendemodell laden muessen, Bildverarbeitung, ..., Kompass, 
Funkfeuer, Radiostationen, muss alles ausgewertet werden.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Nano Oschi schrieb:
> Das gespreizte Signal soll im Rauschen
> verschwinden.

Ein Signal, was im Rauschen verschwindet, ist aber eben nur mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit wieder zu korrelieren.  Außerdem kann es
jeder, der den Korrelationsschlüssel kennt, wieder decodieren.  Das
hat also nichts mit "security" zu tun, sondern nur mit "security by
obscurity", und dass die nicht funktioniert, wissen zumindest die
Kryptoanalytiker seit Jahrzehnten.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Jörg Wunsch schrieb:

> Ein Signal, was im Rauschen verschwindet, ist aber eben nur mit einer
> gewissen Wahrscheinlichkeit wieder zu korrelieren.  Außerdem kann es
> jeder, der den Korrelationsschlüssel kennt, wieder decodieren.  Das
> hat also nichts mit "security" zu tun, sondern nur mit "security by
> obscurity", und dass die nicht funktioniert, wissen zumindest die
> Kryptoanalytiker seit Jahrzehnten.

Dieser Logik zufolge wären Verschlüsselungsverfahren wie DES/AES 
völliger Unfug, denn die beruhen genau darauf, dass ein Unbefugter zwar 
das Verfahren kennt, nicht aber den verwendeten Schlüssel.

Nope. Das Thema "security by obscurity" bezieht sich nicht auf beliebig 
wählbare Schlüssel, sondern auf festgelegte aber geheim gehaltene 
Verfahren.

Wenn ich den Text oben richtig verstanden habe, dann wäre so ein 
Funksignal überhaupt nur als künstliches Signal identifizierbar, wenn 
man neben dem Verfahren selbst auch den frei wählbaren Schlüssel kennt. 
Das entspräche dann ungefähr der Sicherheitslogik von Verfahren wie AES 
- wenn auch wohl nicht dem Niveau an Sicherheit.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Die Frage der Entschlüsselbarkeit solcher Signale ist hier doch erst mal 
uninteressant.

Die Frage ist doch viel mehr, ob die Drohne senden kann, ohne daß nahe 
Lauschstationen den Ursprung des Signals ermitteln und damit die Drohne 
ausfindig machen können.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Zu bedenken wäre bei solchen Überlegungen, dass es echte Tarnkappen 
nicht gibt. Die Dinger mögen reduzierte Radar- und Infrarotsignaturen 
haben, aber wenn nah genug dran oder aus falschem Winkel betrachtet, 
dann werden sie sichtbar. Ist ein Bisschen wie in Geschichten: Da mag 
jemand eine Tarnkappe aufhaben, so dass man ihn nicht sieht, aber die 
Fusspuren im Sand sind sichtbar.

So sind Stealth-Flugkörper darauf ausgelegt, gegenüber Bodenradar auf 
gewisse Distanz kaum erkennbar zu sein. Aber es gibt eine 
Mindestdistanz, je nach Qualität des gegnerischen Sensorik. Was im 
Einsatzfall schon mal dazu führt, dass so ein Vogel in Schlangelinien um 
bekannte Radarstationen rumfliegen muss, weil er ihnen nicht zu nah 
kommen darf. Ebenso könnte hoch fliegendes Radar einen besseren Blick 
darauf geniessen.

Man kann also so oder so nicht hoffen, stets unentdeckt zu bleiben.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Naja ein Signal aus dem Rauschen zu korrelieren ist nicht so trivial, 
ich wuerd sagen ohne bekannte Parameter unmoeglich. Denn weder kennst du 
die Zentralfrequenz, noch die Chip-Frequenz, noch die Randomcodierung 
der Chips. Und nur wenn alles drei Parameter uebereinstimmen erhaelt man 
ueberhaupt ein Signal ausm Rauschen raus. Falls das eine stationaere 
Verbindung waere, dann haette man fuer T gegen unendlich eine Chance 
indem man alles durchpermutiert. Ist es aber nicht, und es bewegt sich. 
Und dieses Signal kann auch noch codert sein.

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Es gibt nichts, was für eine Radarstation im cm-Wellenbereich unsichtbar
ist. Es gibt nur Objekte, die schlechter sichtbar sind als andere. 
Selbst
kleine Wetterballons sind sichtbar, wenn man ohne Windkompensation 
arbeitet.

Ich habe das in Natura erlebt.

MfG Paul

von Hagen R. (hagen)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Jörg Wunsch schrieb:
>
>> Ein Signal, was im Rauschen verschwindet, ist aber eben nur mit einer
>> gewissen Wahrscheinlichkeit wieder zu korrelieren.  Außerdem kann es
>> jeder, der den Korrelationsschlüssel kennt, wieder decodieren.  Das
>> hat also nichts mit "security" zu tun, sondern nur mit "security by
>> obscurity", und dass die nicht funktioniert, wissen zumindest die
>> Kryptoanalytiker seit Jahrzehnten.
>
> Dieser Logik zufolge wären Verschlüsselungsverfahren wie DES/AES
> völliger Unfug, denn die beruhen genau darauf, dass ein Unbefugter zwar
> das Verfahren kennt, nicht aber den verwendeten Schlüssel.
>
> Nope. Das Thema "security by obscurity" bezieht sich nicht auf beliebig
> wählbare Schlüssel, sondern auf festgelegte aber geheim gehaltene
> Verfahren.
>
> Wenn ich den Text oben richtig verstanden habe, dann wäre so ein
> Funksignal überhaupt nur als künstliches Signal identifizierbar, wenn
> man neben dem Verfahren selbst auch den frei wählbaren Schlüssel kennt.
> Das entspräche dann ungefähr der Sicherheitslogik von Verfahren wie AES
> - wenn auch wohl nicht dem Niveau an Sicherheit.

Dem kann ich nur Zustimmen. Steganographie funktioniert exakt so und 
würde ich eben zur Kryptographie dazu rechenen, auch wenn das großteils 
anders gesehen wird. Nach Shannons Theorem kann man keine Informationen 
die unterhalb der Rauschgrenze liegen dekodieren. Erst die  Dekodierung 
durch Korrelation mit einer bekannten Sequenz kann diese Rauschgrenze 
wieder durchbrechen. Aber dazu muß man mathematisch bewiesen diese 
Sequenz auch kennen. Ich sehe es also so wie A.K.

Gruß hagen

von Hagen R. (hagen)


Lesenswert?

Nano Oschi schrieb:
> Naja ein Signal aus dem Rauschen zu korrelieren ist nicht so trivial,
> ich wuerd sagen ohne bekannte Parameter unmoeglich.

Es ist unmöglich und solange Shannons Theorem stimmt wird es auch nie 
detektierbar sein, ausser man kennt den Faltungs-/Korrelationscode.
Moderne Steganographie, die Kunst des Versteckens von Daten, macht exakt 
das.

>Denn weder kennst du
> die Zentralfrequenz, noch die Chip-Frequenz, noch die Randomcodierung
> der Chips. Und nur wenn alles drei Parameter uebereinstimmen erhaelt man
> ueberhaupt ein Signal ausm Rauschen raus. Falls das eine stationaere
> Verbindung waere, dann haette man fuer T gegen unendlich eine Chance
> indem man alles durchpermutiert. Ist es aber nicht, und es bewegt sich.
> Und dieses Signal kann auch noch codert sein.

Bei einer unendlichen Spreizung des Signals überträgst du in unendlich 
langer Zeit gerademal 1 Datenbit, nurmal so zu deinen Vergleichen ;)

Das mit dem Spreizspektrum ist auch begrenzt. Einen Datenkanal für live 
Video kommt da schnell an seine Grenzen des Machbaren. Diesen Datenkanal 
benötigt aber der Operator um beim Störfall erstmal alle Videos der 
letzten Zeit runterzuladen und zu analysieren um dann mit den Live 
Bildern entscheiden zu können wo er sich befindet um dann manuell die 
Drohne nach Hause zu lenken. Das halte ich für ein unwahrscheinliches 
Szenario beim Einsatz vieler solcher Drohnen. Ich tippe auf 
Vollautomatik mit teil-intelligentem Pilot. und das erklärt die 
derzeitge Abhängigkeit vom GPS. Entscheidend ist doch folgendes:

- die Technologie da drinnen kann nur nach produziert werden wenn der 
Gegner auf mindest gleichem technologischen Niveau ist
- die geheimen Daten die man zu einem Zeitpunkt knacken könnte sind 
diejenigen die nur für kurze Zeit relevant sind
- die wesentlichen Geheimnisse werden mit sicherer symmetrischer 
Technologie verschlüsselt. Das geht dann nur zu entschlüsseln beim 
Empfänger da die Drohnen garnicht die richtigen Schlüssel gespeichert 
haben.

Ich sehe überhaupt kein problem bei der Sicherheit dieser Drohnen. Die 
Kryptographie ist vorhanden um die Probleme sicher zu lösen und die 
meisten Gegner sind techologisch soweit unterlegen das sie nicht mal die 
Fertigung eines Nachbaues beherrschen könnten.


Gruß Hagen

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


Lesenswert?

Hagen Re schrieb:
> Ich sehe überhaupt kein problem bei der Sicherheit dieser Drohnen. Die
> Kryptographie ist vorhanden um die Probleme sicher zu lösen und die
> meisten Gegner sind techologisch soweit unterlegen das sie nicht mal die
> Fertigung eines Nachbaues beherrschen könnten.
>
> Gruß Hagen


hehe

Ohne auf Details deiner übrigen Aussagen einzugehen,
ist genau das der Punkt weshalb der Korpus Delikti nicht heimkam, die 
Annahme die anderen sein zu doof und es fehle Ihnen am Know-How.

MFG Winne

von j. c. (jesuschristus)


Lesenswert?

Das ist doch spekulation. Wie ich oben schrieb sind die Dinger gerade so 
gebaut, dass sie verloren werden können, ohne wirklich wichtige 
Geheimnisse zu verraten. Zum anderen, ist es doch unklar, ob das Ding 
nicht einfach so abgestürzt ist. Die GPS Theorie erklärt auch nicht die 
geringen Schäden. Zudem wirft sie einen haufen neue Fragen auf!

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Dieser Logik zufolge wären Verschlüsselungsverfahren wie DES/AES
> völliger Unfug, denn die beruhen genau darauf, dass ein Unbefugter zwar
> das Verfahren kennt, nicht aber den verwendeten Schlüssel.

Da haben wir aneinander vorbei geredet.  Ich wollte nur ausdrücken,
dass ein Signal nicht automatisch nur durch die Spreizung "unsichtbar"
wird.  Es funktioniert in der Tat wie eine symmetrische
Verschlüsselung: sowie jemand den Schlüssel kennt, kann er es
entschlüsseln.  Damit hat es aber auch die gleiche Schwäche wie eine
symmetrische Verschlüsselung: der wesentliche Angriffspunkt ist es,
den Schlüssel auszuspionieren.  Läuft also wieder darauf hinaus,
mittels asymmetrischer Verschlüsselung einen Schlüsselaustausch zu
organisieren.

Allerdings hat das noch einen weiteren Haken: wenn man mit nur so
einem schwachen Signal senden will, dass es von Rauschen nicht
unterscheidbar ist, dann kann jemand anders ein dickes Signal
drüberlegen und damit den Empfänger zustopfen, sodass dieser es trotz
der bekannten Korrelationsparameter nicht mehr finden wird.
Insbesondere aufgrund der 1/r^2-Signalstärkenabnahme hat dabei
derjenige die deutlich besseren Karten, der näher dran ist am
Empfänger.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Jörg Wunsch schrieb:

> Läuft also wieder darauf hinaus,
> mittels asymmetrischer Verschlüsselung einen Schlüsselaustausch zu
> organisieren.

Nicht hier. Der Haken an symmetrischen Chiffres ist zwar der 
Schlüsselaustausch, aber das ist nur ein Problem, wenn beide Seiten sich 
nicht öfter mal über den Weg laufen. Tun sie hier aber. Jeder Drohne 
einen eigenen Schlüssel zu verpassen, ggf. direkt vor Abflug, ist nicht 
wirklich schwer.

von Johannes O. (jojo_2)


Lesenswert?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,804556,00.html

TLDR;
GPS-Signal wurde so durch Rauschen überlagert so dass die 
Positionsbestimmung ausfällt. Daraufhin hat man falsche GPS-Daten 
gesendet, so dass die Drohne meinte ihren Heimatflughafen anzufliegen 
und dann im Iran gelandet ist.

Seem legit...

Vor allem da GPS ja auch keinen Militärmodus hat der genau vor sowas 
schützen würde... Und man GPS-Daten auch so einfach mal schnell fälscht, 
so dass der Vogel passend landet.

Auf den Bildern siehts auch merkwürdig aus:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-76463.html
Bild 1: Klebeband/Loch am Flügel?
Bild 5: Abrieb an der Unterseite
Und insgesamt kein sichtbares Fahrwerk. Das Ding ist einfach abgestürtzt 
oder abgeschossen worden.
Aber dass die Iraner das GPS so unter ihre Kontrolle bringen können 
halte ich nicht für möglich. Stören ja, manipulieren nein.

von Purzel H. (hacky)


Lesenswert?

Ich wuerd den GPS Empfaenge auf der Oberseite des Fliegers anbringen, 
dadurch sollte er von unten schon mal immun sein. Dann wuerde faelschen 
bedeuten, das Signal kommt von oben. Machbar mit einem anderen Flieger.

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


Lesenswert?

Der von Uhu befürchtete offene Angriff innerhalb eines halben Jahres 
fand wohl noch nicht statt.
Ich bin durch Zufall auf diesen Thread gestoßen und fand es interessant 
ihn zu lesen.

Daher mein Senf:
Mir scheint, da sind Übersetzungsfehler oder Fehlwissen reingeraten, 
sodaß sich ein unklares Bild mittlerweile ergibt. So sieht man an 
Geldtransportern gerne mal den Aufkleber: Per GPS überwacht oder so. Ist 
aber so Schwachsinn! GPS hat keinen offiziellen Rückkanal. Der Standort 
wird über andere Wege gefunkt, z.B. Motorola-Packetverbindung. 
Allenfalls die aktuelle Position stammt von einem GPS-Empfänger. 
Halbwissen halt.

Ich sehe da zwei Möglichkeiten:
1. Die Drohne benutzt primär GPS zur Koordinatenermittlung, wird aber 
über einen anderen Kommunikationskanal aus USA oder nahen 
Kriegsschiffen, auf Position, Zustand und Fernbefehle 
kontrolliert/überwacht.
Eine mögliche Schwachstelle könnte ein Designfehler sein, in dem die 
Drohne nun bei ausfallenden anderen Kommunikationskanal in einen 
Automode geht, in dem sie nur noch der vorübermittelten Flugroute 
geführt durch aktuelle GPS-Daten folgt.
Der Angreifer stört also gezielt den anderen Kontrollkanal um die Drohne 
in diesen Zustand zu bringen. Damit fällt z.B. die Selbstvernichtung auf 
Knopfdruck aus dem Kontrollcenter USA weg. Ein möglicher 
Hinterungsgrund, die Schulklasse, wurde ja für eine autonome 
Vernichtung genannt. Die Drohne folgt nun wie im Artikel beschrieben, 
dem GPS und wird durch gefakte GPS-Signale langsam von der richtigen 
Route auf ein gewünschtes Zielgebiet abgelenkt. Auch hier zeigt sich, 
daß die Angreifer internas kannten bzw. ermittelten, die Toleranzfelder 
nämlich. Vielleicht ist sie auch schlicht blind geworden, durch eine 
massive Störung von GPS, und stürzte an günstiger Position ab. Keine 
Ahnung, ob sie eine weitere Navigationsschiene hatte.
2. Weniger bekannt ist, daß GPS ursprünglich den Amis zu teuer war. Der 
Trick wie man das Projekt letztlich doch noch realisieren konnte, war, 
daß man es als in der Ära des kalten Krieges einer anderen besser 
ausgestatteten 'Kostenstelle' unterschob! Indem man den Satelliten einen 
Gammastrahlen-Empfänger verpaßte, der zusammen mit den eh vorhandenen 
Bordmitteln nun die exakte Lokalisation von atomaren Explosionen 
ermöglichte. Projekt gerettet, uff. (Hier beißt sich der typische Wahn 
der Amis in den Hintern.)
Weiters wurde auch immerweiter behauptet, diese Satelliten würden sonst 
nichts weiter senden als Koordinaten und Zeit. Ist doch komisch, oder? 
Wären doch ideal um sowas aufzubauen wie Iridium. Und dann fand ich vor 
einiger Zeit auch einen Hinweis: Ein Amateurfunker hat zumindest bei 
einem der Satelliten Funksignale für einen Kommunikationskanal auf einer 
völlig anderen Frequenz gefunden.
Ich fühle mich dadurch bestätigt, das diese Satelliten weit mehr können 
als bekannt ist. Sicherlich waren die ersten Versionen schwach, aber die 
Technik wurde seitdem erheblich kompakter und billiger! Also mehr 
Funktionen einfach huckepack dabei. Mit Hilfe der Borduhr ist der 
korrelierte Empfang von schwachen Signalen durch mehrere Satelliten auch 
keine Kunst. Wie holt man einen verlorengegangenen Piloten wieder heim? 
Genau! Er hat einen superschwachen Sender am Gürtel.

GPS wird übrigens immerwieder erweitert. Hauptsächlich durch neue 
'aufwändigere' Kanäle. Solche also, die man nur mit Hochtechnologie 
empfangen kann. Die Amis bauen also auf ihre technologische 
Vorläuferrolle.


Das sind meine Mutmaßungen dazu.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.